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mars 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Blattläuse vorbeugen: Die besten Tipps & natürliche Hausmittel

Sobald die Tage im Frühling länger werden und die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht, beginnt für viele Gartenbesitzer und Pflanzenfreunde eine Zeit der Freude, aber auch der Sorge. Die ersten zarten Triebe sprießen, doch oft dauert es nicht lange, bis sich ungebetene Gäste einfinden: Blattläuse. Diese winzigen Insekten können sich explosionsartig vermehren und innerhalb kürzester Zeit ganze Pflanzenkolonien schwächen oder gar vernichten. Wer erst reagiert, wenn die Blätter bereits verkrüppelt sind und klebriger Honigtau die Fensterbank oder die Terrassensteine überzieht, hat den Kampf oft schon halb verloren. Daher lautet die oberste Regel im naturnahen Pflanzenschutz: Vorbeugen ist besser als Heilen. Ein durchdachtes Präventionskonzept, das auf natürlichen Kreisläufen, der Förderung von Nützlingen und der gezielten Stärkung der Pflanzen basiert, macht den Einsatz von chemischen Keulen überflüssig. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie durch smarte Gartenplanung, die richtige Pflege und bewährte Hausmittel Blattläuse effektiv vorbeugen können, bevor sie überhaupt zum Problem werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nützlinge fördern: Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Blattlaus und halten Populationen im Gleichgewicht.
  • Mischkultur anlegen: Stark riechende Pflanzen wie Lavendel, Bohnenkraut oder Knoblauch verwirren den Geruchssinn der Schädlinge und halten sie fern.
  • Pflanzen stärken: Regelmäßige Behandlungen mit Ackerschachtelhalm- oder Brennnesselsud festigen die Zellwände und erschweren das Einstechen der Läuse.
  • Stickstoff-Überdüngung vermeiden: Zu viel Stickstoff sorgt für weiches, mastiges Gewebe, das Blattläuse magisch anzieht. Setzen Sie auf ausgewogene, organische Dünger.
  • Optimales Mikroklima: Ausreichende Belüftung im Freiland und eine angemessene Luftfeuchtigkeit bei Zimmerpflanzen reduzieren das Befallsrisiko drastisch.

Die Biologie der Blattlaus: Warum Vorbeugung so wichtig ist

Um einen Feind erfolgreich abzuwehren, muss man ihn zunächst verstehen. Blattläuse (Aphidoidea) gehören zu den pflanzensaugenden Insekten. Mit ihren speziell angepassten Stechrüsseln dringen sie gezielt in die Leitungsbahnen (Phloem) der Pflanzen ein, um den zuckerhaltigen Pflanzensaft zu saugen. Da dieser Saft zwar extrem reich an Kohlenhydraten, aber arm an lebenswichtigen Aminosäuren ist, müssen die Läuse enorme Mengen davon aufnehmen. Den überschüssigen Zucker scheiden sie als klebrigen Honigtau wieder aus[1]. Dieser Honigtau ist nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern bildet den idealen Nährboden für sogenannte Rußtaupilze. Diese schwarzen Pilzbeläge überziehen die Blätter, blockieren die Photosynthese und schwächen die Pflanze zusätzlich[2].

Das eigentliche Problem bei einem Blattlausbefall ist jedoch ihre rasante Fortpflanzungsrate. Unter günstigen Bedingungen im Frühjahr und Sommer vermehren sich Blattläuse durch Jungfernzeugung (Parthenogenese). Das bedeutet, dass die Weibchen ohne vorherige Befruchtung lebende, weibliche Klone gebären. Eine einzige Blattlaus kann auf diese Weise innerhalb weniger Wochen eine Population von mehreren Tausend Nachkommen begründen[3]. Zudem fungieren Blattläuse als Vektoren (Überträger) für zahlreiche gefährliche Pflanzenviren, die landwirtschaftliche Kulturen und Zierpflanzen irreparabel schädigen können. Wer hier nicht präventiv eingreift, steht schnell vor einem massiven Befall, der nur noch schwer zu kontrollieren ist.

Ursachenforschung: Was zieht Blattläuse an?

Blattläuse befallen selten völlig gesunde, vitale Pflanzen. In der Natur erfüllen sie die Funktion einer "Gesundheitspolizei", die sich bevorzugt auf geschwächte, gestresste oder unnatürlich wachsende Exemplare stürzt. Eine der Hauptursachen für eine hohe Anfälligkeit ist die falsche Düngung. Eine übermäßige Zufuhr von mineralischem Stickstoff führt zu einem explosionsartigen, aber ungesunden Wachstum. Die Pflanzen bilden große, weiche Zellen mit dünnen Zellwänden aus – ein gefundenes Fressen für die weichen Stechrüssel der Blattläuse. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass eine bedarfsgerechte, organische Düngung das Risiko eines Schädlingsbefalls signifikant senkt[4].

Ein weiterer Faktor ist der Standort. Pflanzen, die nicht an ihrem optimalen Standort stehen – sei es durch zu wenig Licht, Staunässe, Trockenstress oder Zugluft –, geraten unter physiologischen Stress. Dieser Stress verändert die chemische Zusammensetzung des Pflanzensaftes. Gestresste Pflanzen produzieren vermehrt freie Aminosäuren, die für Blattläuse besonders attraktiv und nahrhaft sind[5]. Auch Monokulturen im Gartenbau begünstigen die Ausbreitung. Wenn Schädlinge keine weiten Wege zurücklegen müssen, um zur nächsten Wirtspflanze zu gelangen, und gleichzeitig natürliche Barrieren fehlen, können sie sich ungehindert ausbreiten.

Achtung: Die Symbiose mit Ameisen

Wenn Sie viele Ameisen an Ihren Pflanzen beobachten, ist dies oft ein Frühwarnsystem für Blattläuse. Ameisen "melken" die Blattläuse, um an den süßen Honigtau zu gelangen. Im Gegenzug verteidigen die Ameisen die Blattlauskolonien aggressiv gegen natürliche Feinde wie Marienkäfer. Um Blattläuse vorzubeugen, müssen Sie daher oft auch den Zugang für Ameisen erschweren, beispielsweise durch Leimringe an Obstbäumen.

Mischkultur: Die natürliche Abwehr im Beet

Eine der effektivsten und ältesten Methoden zur Vorbeugung von Blattläusen ist die Anlage einer Mischkultur. Das Prinzip basiert darauf, dass Pflanzen sich gegenseitig schützen, indem sie Duftstoffe (ätherische Öle) absondern, die Schädlinge verwirren oder abschrecken. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bestätigt, dass eine hohe Biodiversität im Beet die Ausbreitung von Schädlingen massiv eindämmt[6].

Pflanzen, die Blattläuse vertreiben

Bestimmte Kräuter und Zierpflanzen sind für ihre abwehrende Wirkung bekannt. Wenn Sie diese strategisch zwischen gefährdete Kulturen (wie Rosen, Bohnen oder Tomaten) pflanzen, bilden sie einen unsichtbaren Schutzschild:

  • Lavendel: Der intensive Duft der ätherischen Öle hält Blattläuse fern. Lavendel ist der klassische Begleiter für Rosen.
  • Bohnenkraut: Wie der Name schon sagt, schützt es Busch- und Stangenbohnen effektiv vor der schwarzen Bohnenlaus.
  • Knoblauch und Zwiebeln: Die enthaltenen Schwefelverbindungen wirken stark abschreckend auf Blattläuse und schützen Erdbeeren oder Möhren.
  • Rosmarin und Thymian: Diese mediterranen Kräuter verströmen bei Sonneneinstrahlung intensive Düfte, die den Orientierungssinn der Schädlinge stören.

Ablenkpflanzen (Fangpflanzen) einsetzen

Eine weitere clevere Strategie ist das Pflanzen von sogenannten Fangpflanzen. Diese Pflanzen sind für Blattläuse noch attraktiver als Ihre eigentlichen Nutzpflanzen. Die Kapuzinerkresse ist hierfür das beste Beispiel. Sie zieht die schwarze Bohnenlaus magisch an. Pflanzt man Kapuzinerkresse in die Nähe von Gemüsekulturen, sammeln sich die Läuse dort an, während das Gemüse verschont bleibt. Sobald die Fangpflanze stark befallen ist, kann sie mitsamt den Schädlingen entfernt und auf dem Kompost entsorgt werden, was den Befallsdruck im Garten drastisch senkt[7].

Nützlinge fördern: Die Armee des Gartens

In einem ökologisch intakten Garten regelt die Natur das Blattlausproblem meist von selbst. Eine Vielzahl von Insekten hat sich auf Blattläuse als Nahrungsquelle spezialisiert. Wer diese Nützlinge gezielt anlockt und fördert, betreibt die beste und nachhaltigste Form der Vorbeugung. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) kann eine gesunde Nützlingspopulation einen beginnenden Blattlausbefall innerhalb weniger Tage komplett tilgen, bevor er für den Gärtner überhaupt sichtbar wird[8].

Die wichtigsten Blattlaus-Jäger

  • Marienkäfer (Coccinellidae): Sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven sind extrem gefräßig. Eine einzige Marienkäferlarve (die optisch an kleine, schwarz-orangefarbene Krokodile erinnert) vertilgt während ihrer Entwicklung bis zu 800 Blattläuse. Ein erwachsener Käfer frisst täglich etwa 50 bis 100 Stück.
  • Florfliegen (Chrysopidae): Die zarten, hellgrünen Insekten mit den großen Netzflügeln legen ihre Eier an langen Stielen in der Nähe von Blattlauskolonien ab. Die schlüpfenden Larven werden auch "Blattlauslöwen" genannt, da sie ihre Beute mit zangenartigen Kiefern greifen und aussaugen.
  • Schwebfliegen (Syrphidae): Die erwachsenen Tiere ähneln Wespen, sind aber völlig harmlos und wichtige Bestäuber. Ihre blinden, madenartigen Larven ernähren sich jedoch fast ausschließlich von Blattläusen.
  • Schlupfwespen (Aphidiinae): Diese winzigen Wespen parasitieren Blattläuse, indem sie ein Ei in die lebende Laus stechen. Die Wespenlarve frisst die Laus von innen auf. Zurück bleibt nur eine aufgeblähte, braune Hülle (die sogenannte Blattlausmumie).
  • Ohrwürmer: Diese nachtaktiven Insekten verstecken sich tagsüber und gehen nachts auf Blattlausjagd.
Tipp: So locken Sie Nützlinge an

Nützlinge benötigen nicht nur Beute, sondern auch Nektar, Pollen und Überwinterungsmöglichkeiten. Pflanzen Sie ungefüllte Blüten wie Ringelblumen, Margeriten, Schafgarbe oder Doldenblütler (Dill, Fenchel). Lassen Sie in einer Gartenecke Laub und Totholz liegen oder hängen Sie spezielle Insektenhotels und umgedrehte, mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe (für Ohrwürmer) in die Bäume.

Pflanzenstärkungsmittel: Prävention durch vitale Pflanzen

Neben der Förderung von Nützlingen ist die direkte Stärkung der Pflanzen das zweite große Standbein der Vorbeugung. Werden Pflanzen regelmäßig mit natürlichen Stärkungsmitteln behandelt, lagern sie Stoffe in ihre Zellwände ein, die sie robuster machen. Das Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) bestätigt die Wirksamkeit von pflanzlichen Extrakten zur Erhöhung der pflanzeneigenen Widerstandskraft[9].

Ackerschachtelhalm-Brühe (Zinnkraut)

Ackerschachtelhalm enthält einen extrem hohen Anteil an Kieselsäure (Silizium). Wenn Pflanzen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm besprüht oder gegossen werden, nehmen sie das Silizium auf und lagern es in die Epidermis (die äußerste Zellschicht) ein. Die Blätter werden dadurch regelrecht "gepanzert". Für die weichen Stechrüssel der Blattläuse wird es extrem schwer, diese verhärteten Zellwände zu durchdringen[10].
Herstellung: Weichen Sie 100 g getrockneten oder 1 kg frischen Ackerschachtelhalm in 10 Litern Wasser für 24 Stunden ein. Kochen Sie die Mischung anschließend für 30 Minuten leicht auf, damit sich die Kieselsäure löst. Nach dem Abkühlen und Abseihen wird die Brühe im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und ab dem Frühjahr alle zwei Wochen auf die Pflanzen gesprüht.

Brennnesseljauche und -kaltauzug

Die Brennnessel ist ein wahres Wundermittel im Biogarten. Als Jauche vergoren, dient sie als hervorragender, stickstoffreicher organischer Dünger, der gleichzeitig Eisen und Spurenelemente liefert. Zur direkten Vorbeugung gegen Blattläuse eignet sich jedoch der Brennnessel-Kaltauszug besser. Die darin gelösten Nesselgifte und Ameisensäure wirken abschreckend auf Schädlinge.
Herstellung: Setzen Sie 1 kg frische, nicht blühende Brennnesseln mit 10 Litern Wasser an. Lassen Sie die Mischung (im Gegensatz zur Jauche) nur 12 bis 24 Stunden ziehen. Unverdünnt auf die gefährdeten Pflanzen gesprüht, bildet dieser Auszug einen effektiven Schutzfilm.

Die richtige Pflege: Düngung, Bewässerung und Schnitt

Wie bereits erwähnt, ist die Ernährung der Pflanze ausschlaggebend für ihre Anfälligkeit. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt, auf leicht lösliche mineralische Stickstoffdünger (Blaukorn etc.) zu verzichten[11]. Verwenden Sie stattdessen organische Langzeitdünger wie Hornspäne, Kompost oder Schafwollpellets. Diese geben die Nährstoffe langsam und bedarfsgerecht ab, was zu einem kompakten, gesunden Wachstum führt. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Kaliumversorgung. Kalium ist der Gegenspieler zum Stickstoff; es reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze und sorgt für festes Gewebe.

Auch der richtige Schnitt spielt eine Rolle bei der Vorbeugung. Ein zu dichter Wuchs verhindert, dass der Wind durch die Blätter streichen kann. Es entsteht ein feuchtwarmes Mikroklima im Inneren der Pflanze, das nicht nur Pilzkrankheiten, sondern auch Blattläuse begünstigt. Ein regelmäßiger Auslichtungsschnitt bei Obstgehölzen und Sträuchern sorgt für eine gute Durchlüftung und schnelles Abtrocknen der Blätter. Entfernen Sie zudem sogenannte "Wasserschosse" (steil nach oben wachsende, weiche Triebe) an Obstbäumen frühzeitig, da diese das absolute Lieblingsziel von Blattläusen sind.

Blattläuse an Zimmerpflanzen und im Gewächshaus vorbeugen

Während im Freiland Wind, Wetter und Nützlinge helfen, die Populationen in Schach zu halten, herrschen in geschlossenen Räumen oft ideale Bedingungen für Schädlinge. Im Gewächshaus oder auf der heimischen Fensterbank fehlen die natürlichen Feinde komplett. Gleichzeitig sorgt die trockene Heizungsluft im Winter für Stress bei den Zimmerpflanzen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betont, dass eine zu geringe Luftfeuchtigkeit die Hauptursache für Schädlingsbefall in Innenräumen ist[12].

Maßnahmen für Innenräume:

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Besprühen Sie Ihre Zimmerpflanzen (besonders tropische Arten wie Monstera oder Calathea) regelmäßig mit kalkfreiem Wasser. Stellen Sie Wasserschalen auf die Heizung oder nutzen Sie Luftbefeuchter.
  • Quarantäne für Neuzugänge: Oft holt man sich Blattläuse durch neu gekaufte Pflanzen ins Haus. Stellen Sie neue Pflanzen für die ersten zwei Wochen separat und kontrollieren Sie diese gründlich, bevor sie zu den anderen gestellt werden.
  • Regelmäßige Blattpflege: Wischen Sie großblättrige Pflanzen regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab. Das entfernt Staub, fördert die Photosynthese und beseitigt eventuell vorhandene erste Blattläuse oder deren Eier.
  • Kühle Überwinterung: Viele Kübelpflanzen (wie Oleander oder Zitrusfrüchte) werden im Winter zu warm gehalten. Ein kühler, heller Standort (5-10 °C) fährt den Stoffwechsel der Pflanze herunter und macht sie unattraktiv für Schädlinge.

Mechanische Barrieren und physikalische Vorbeugung

Im professionellen Gemüsebau, aber auch im ambitionierten Hobbygarten, kommen zunehmend mechanische Barrieren zum Einsatz. Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mm verhindern zuverlässig, dass geflügelte Blattläuse (die im Frühjahr und Herbst ausschwärmen, um neue Wirtspflanzen zu suchen) ihre Eier an den Gemüsekulturen ablegen können. Das Pflanzenschutzamt Berlin empfiehlt den Einsatz solcher Netze besonders bei anfälligen Kulturen wie Salat, Kohl oder Möhren[13]. Die Netze müssen sofort nach der Aussaat oder Pflanzung lückenlos über den Beeten angebracht und an den Rändern gut mit Erde beschwert werden.

Eine weitere physikalische Methode ist der Einsatz von Gelbtafeln (Leimfallen). Diese dienen im Gewächshaus oder Wintergarten weniger der direkten Bekämpfung, sondern vielmehr dem Monitoring (der Überwachung). Geflügelte Blattläuse werden von der gelben Farbe angezogen und bleiben auf dem Leim kleben. So erkennen Sie einen beginnenden Zuflug extrem früh und können sofort mit pflanzenstärkenden Maßnahmen oder dem Ausbringen von gekauften Nützlingen (z.B. Florfliegenlarven) reagieren, bevor sich eine große Kolonie bildet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann Kaffeesatz Blattläuse vorbeugen?

Ja, Kaffeesatz ist ein hervorragendes Hausmittel zur Vorbeugung. Er wirkt gleich doppelt: Zum einen ist er ein exzellenter, leicht saurer organischer Dünger, der viel Kalium enthält und somit die Zellwände der Pflanzen stärkt. Zum anderen enthält er Restkoffein, das als natürliches Insektizid wirkt und von Blattläusen gemieden wird. Arbeiten Sie getrockneten Kaffeesatz flach in die oberste Erdschicht ein oder geben Sie etwas kalten Kaffee ins Gießwasser.

Helfen Streichhölzer in der Blumenerde gegen Blattläuse?

Dieser alte Haushaltstipp hält sich hartnäckig, ist aber bei Blattläusen weitgehend wirkungslos. Die Idee dahinter ist, dass der Schwefel aus den Zündköpfen in die Erde übergeht und von der Pflanze aufgenommen wird. Dies hilft bedingt gegen Trauermückenlarven in der Erde, hat aber keinen nennenswerten präventiven Effekt auf Blattläuse, die an den oberirdischen Pflanzenteilen saugen.

Warum kommen Blattläuse jedes Jahr im Frühling wieder?

Blattläuse haben einen komplexen Lebenszyklus. Im Herbst legen die befruchteten Weibchen sogenannte Wintereier ab, meist in den Rissen der Rinde von Gehölzen (den sogenannten Primärwirten). Diese Eier sind extrem frostresistent und überstehen selbst härteste Winter. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen und die Knospen schwellen, schlüpfen die ersten Larven (die sogenannten Stammmütter) und der Zyklus beginnt von vorn[14]. Eine Austriebsspritzung mit Rapsölpräparaten im zeitigen Frühjahr kann das Schlüpfen dieser Wintereier verhindern.

Ist Neemöl zur Vorbeugung geeignet?

Neemöl, gewonnen aus den Samen des indischen Niembaumes, ist ein starkes biologisches Pflanzenschutzmittel. Der Wirkstoff Azadirachtin wird von der Pflanze aufgenommen (systemische Wirkung) und stoppt die Häutung und Fraßaktivität der Läuse. Da es jedoch aktiv in die Entwicklung der Insekten eingreift, sollte es eher bei erstem Befall und nicht als reine Dauer-Prävention eingesetzt werden, um Resistenzen und unnötige Belastungen zu vermeiden.

Schadet der klebrige Honigtau den Pflanzen wirklich?

Der Honigtau selbst ist nur eine Zuckerlösung und nicht direkt giftig. Die Gefahr geht von den Rußtaupilzen aus, die sich auf diesem zuckerhaltigen Film ansiedeln. Diese Pilze bilden einen dichten, schwarzen Belag, der das Sonnenlicht blockiert. Die Pflanze kann an diesen Stellen keine Photosynthese mehr betreiben, was zu Kümmerwuchs und Blattabwurf führt. Daher sollte Honigtau stets zeitnah mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden.

Fazit

Blattläuse vorbeugen ist kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis eines ganzheitlichen Verständnisses für die Vorgänge in der Natur. Wer auf eine hohe Artenvielfalt im Garten setzt, Nützlingen einen Lebensraum bietet und seine Pflanzen durch die richtige Standortwahl, ausgewogene organische Düngung und natürliche Stärkungsmittel wie Ackerschachtelhalm vital hält, entzieht den Schädlingen die Lebensgrundlage. Auch bei Zimmerpflanzen lässt sich durch ein optimales Mikroklima und aufmerksame Pflege viel Leid ersparen. Betrachten Sie Ihren Garten oder Ihre Pflanzensammlung als ein Ökosystem: Je stabiler und vielfältiger dieses System ist, desto weniger Chancen haben Schädlinge, überhandzunehmen. Beginnen Sie am besten noch heute damit, Lavendel zwischen Ihre Rosen zu pflanzen oder ein Insektenhotel aufzuhängen – Ihre Pflanzen werden es Ihnen mit gesundem Wachstum und reicher Blüte danken.

Quellen und Referenzen

  1. Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: Biologie und Schadwirkung von Blattläusen im Gartenbau, 2019.
  2. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Rußtaupilze und Honigtau: Sekundärschäden durch saugende Insekten, 2021.
  3. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Populationsdynamik und Parthenogenese bei Aphidoidea, 2018.
  4. Umweltbundesamt (UBA): Leitfaden für den umweltfreundlichen Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten, 2020.
  5. Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen: Pflanzenstress und Schädlingsattraktivität: Biochemische Zusammenhänge, 2017.
  6. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Mischkulturen und Biodiversität zur Schädlingsregulation, Merkblatt 2022.
  7. Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Einsatz von Fangpflanzen im integrierten Pflanzenschutz, 2019.
  8. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): Nützlinge im Garten fördern und gezielt einsetzen, 2021.
  9. Julius Kühn-Institut (JKI): Wirksamkeit von Pflanzenstärkungsmitteln auf Basis von Pflanzenextrakten, 2020.
  10. Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg: Siliziumeinlagerung durch Ackerschachtelhalm-Applikation, 2018.
  11. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Einfluss der Stickstoffdüngung auf die Anfälligkeit für saugende Insekten, 2019.
  12. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf: Mikroklima und Schädlingsdruck bei Zimmer- und Gewächshauspflanzen, 2021.
  13. Pflanzenschutzamt Berlin: Mechanische Abwehrmaßnahmen im Gemüsebau: Kulturschutznetze, 2020.
  14. Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ): Überwinterungsstrategien von Blattläusen und Präventivmaßnahmen, 2019.

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