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Wie sehen Blattläuse aus? So erkennen Sie die Schädlinge auf einen Blick
mars 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Wie sehen Blattläuse aus? So erkennen Sie die Schädlinge auf einen Blick

Es ist ein vertrautes und zugleich frustrierendes Bild für jeden Pflanzenliebhaber, egal ob im heimischen Wohnzimmer, auf dem Balkon oder im liebevoll gepflegten Garten: Der Frühling erwacht, die Pflanzen treiben saftig grün aus, doch plötzlich wirken die Blätter klebrig, kräuseln sich und bei genauerem Hinsehen offenbart sich eine wimmelnde Kolonie winziger Insekten. Die Diagnose lautet in den meisten Fällen: Blattläuse. Doch wie sehen Blattläuse eigentlich genau aus? Für eine erfolgreiche und vor allem gezielte Behandlung ist die korrekte Identifikation des Schädlings der absolut wichtigste erste Schritt. Wer nicht weiß, womit er es zu tun hat, greift oft zu falschen Maßnahmen, schadet im schlimmsten Fall der Pflanze oder nützlichen Insekten und wird die Plage dennoch nicht los. In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die faszinierende, wenn auch oft lästige Welt der Blattläuse ein. Wir beleuchten ihre anatomischen Besonderheiten, die erstaunliche Farbvielfalt der verschiedenen Arten, ihre raffinierten Überlebensstrategien und zeigen Ihnen ganz genau, wie Sie diese Schädlinge zweifelsfrei erkennen und von anderen, ähnlich aussehenden Insekten unterscheiden können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Größe und Form: Blattläuse sind winzig (meist 1 bis 4 Millimeter groß) und haben einen weichen, tropfen- oder birnenförmigen Körper.
  • Farbvielfalt: Entgegen der landläufigen Meinung sind sie nicht nur grün. Es gibt schwarze, gelbe, rote, braune und sogar weißlich bepuderte Arten.
  • Anatomische Merkmale: Charakteristisch sind die sechs Beine, die langen Fühler und die zwei feinen Röhrchen (Siphonen) am Hinterleib.
  • Aufenthaltsort: Sie sitzen bevorzugt in dichten Kolonien an den weichen, jungen Triebspitzen, Knospen und auf den Blattunterseiten.
  • Indirekte Zeichen: Klebriger Honigtau auf den Blättern, eine erhöhte Ameisenaktivität und verkrüppelte Blätter sind sichere Indikatoren für einen Befall.

Die Anatomie der Blattlaus: Ein Blick durch die Lupe

Um die Frage "Wie sehen Blattläuse aus?" fundiert zu beantworten, müssen wir uns die Morphologie dieser Insekten genauer ansehen. Blattläuse (Aphidoidea) gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Weltweit gibt es etwa 5.000 verschiedene Arten, von denen rund 800 in Mitteleuropa heimisch sind[1]. Trotz dieser enormen Artenvielfalt teilen sie grundlegende anatomische Merkmale, die sie für das geschulte Auge leicht erkennbar machen.

Die meisten Blattläuse, die wir auf unseren Garten- und Zimmerpflanzen finden, weisen eine Körperlänge von lediglich 1 bis 4 Millimetern auf, wobei einige wenige Arten bis zu 7 Millimeter groß werden können[2]. Ihr Körperbau wird oft als birnenförmig, tropfenförmig oder oval beschrieben. Im Gegensatz zu Käfern oder Wanzen besitzen Blattläuse keinen harten Chitinpanzer. Ihr Exoskelett ist extrem weich und verletzlich, weshalb sie sich bei Berührung leicht zerdrücken lassen.

Charakteristische Körpermerkmale

Wenn Sie eine Lupe zur Hand nehmen, werden Sie folgende spezifische Merkmale erkennen können:

  • Der Stechrüssel (Rostrum): An der Kopfunterseite befindet sich ein feiner, nadelartiger Rüssel. Mit diesem durchstechen die Läuse das pflanzliche Gewebe, um an den zuckerhaltigen Phloemsaft (Pflanzensaft) zu gelangen. Laut dem Julius Kühn-Institut ist dieser Saugrüssel ein evolutionäres Meisterwerk, das es den Tieren erlaubt, gezielt die Leitbahnen der Pflanze anzuzapfen, ohne die Zellen sofort zu zerstören[1].
  • Die Fühler (Antennen): Am Kopf sitzen zwei verhältnismäßig lange, fadenförmige Fühler, die oft nach hinten über den Körper gebogen getragen werden. Sie dienen der Orientierung und dem Aufspüren von Wirtspflanzen.
  • Die Beine: Wie alle Insekten haben Blattläuse sechs Beine. Diese sind recht lang und dünn, was den Tieren eine eher langsame, staksige Fortbewegung verleiht. Sie sind keine schnellen Läufer.
  • Die Siphonen (Hinterleibsrohre): Dies ist das wichtigste Identifikationsmerkmal! Am hinteren Ende des Hinterleibs (Abdomen) ragen bei fast allen Blattlausarten zwei kleine, röhrenartige Fortsätze nach oben oder hinten. Aus diesen Siphonen können die Läuse bei Gefahr ein klebriges, wachsartiges Sekret absondern, um Fressfeinde wie Schlupfwespen abzuwehren oder Artgenossen durch Alarmpheromone zu warnen[3].
  • Die Cauda (Schwänzchen): Ganz am Ende des Hinterleibs befindet sich ein kleiner Fortsatz, die sogenannte Cauda, die bei der Abgabe des Honigtaus eine Rolle spielt.

Achtung: Explosionsartige Vermehrung!

Lassen Sie sich von der geringen Größe und der scheinbaren Trägheit der Blattläuse nicht täuschen. Die meisten Blattläuse, die Sie im Frühjahr und Sommer sehen, sind weiblich und vermehren sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese). Sie legen keine Eier, sondern gebären lebende, bereits fast fertig entwickelte Klone ihrer selbst. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft kann eine einzige Blattlaus unter optimalen Bedingungen innerhalb weniger Wochen eine Kolonie von Tausenden von Nachkommen gründen[4]. Schnelles Handeln bei der ersten Sichtung ist daher essenziell.

Anatomie einer Blattlaus mit Fühlern, sechs Beinen und Siphonen am Hinterleib
Die typischen Merkmale einer Blattlaus: lange Fühler und die charakteristischen Siphonen (Hinterleibsrohre).

Farbvielfalt: Warum nicht jede Blattlaus grün ist

Der umgangssprachliche Begriff "Grüne Blattlaus" führt oft in die Irre. Zwar ist Grün eine sehr häufige Farbe, doch das Spektrum der Blattlaus-Färbungen ist weitaus größer. Die Farbe einer Blattlaus hängt von der spezifischen Art, aber auch von ihrer Ernährung, der Wirtspflanze und den Umweltbedingungen ab. Um Blattläuse sicher zu erkennen, müssen Sie wissen, in welchen farblichen Gewändern sie auftreten können.

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)

Sie ist der Klassiker unter den Schädlingen und weltweit verbreitet. Ihr Körper ist hellgrün, gelblich-grün bis hin zu leicht rosa gefärbt. Sie ist etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter groß. Das Tückische an dieser Art ist ihre Polyphagie – sie befällt hunderte verschiedene Pflanzenarten, von Kartoffeln über Paprika bis hin zu Zierpflanzen. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft stuft sie als einen der bedeutendsten landwirtschaftlichen Schädlinge ein, da sie über 100 verschiedene Pflanzenviren übertragen kann[5].

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Wie der Name vermuten lässt, ist diese Art matt- bis glänzend schwarz oder sehr dunkelbraun gefärbt. Sie bildet oft extrem dichte, schwarze Krusten an den Stängeln und Blattunterseiten ihrer Wirtspflanzen. Man findet sie häufig an Ackerbohnen, Kapuzinerkresse, Dahlien und Schneeball (Viburnum). Die dunkle Farbe macht sie auf hellen Trieben besonders leicht erkennbar.

Die Blutlaus (Eriosoma lanigerum)

Diese Art sieht auf den ersten Blick gar nicht aus wie eine typische Blattlaus. Sie befällt vor allem Apfelbäume und hüllt sich in dichte, weiße, watteartige Wachsausscheidungen ein. Diese Wachswolle schützt die Tiere vor Witterung und Fressfeinden. Zerdrückt man diese weißen "Wattebäusche", tritt eine blutrote Körperflüssigkeit aus – daher der Name Blutlaus. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass Blutläuse durch ihre Saugtätigkeit an der Rinde den sogenannten Blutlauskrebs (wuchernde Rindengeschwülste) auslösen können[6].

Gelbe und rötliche Arten

An Oleander findet man häufig die leuchtend gelbe Oleanderblattlaus (Aphis nerii), die durch ihre grelle Farbe (Warnfärbung) auffällt. An Rosen saugt oft die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae), die sowohl in grünen als auch in rötlichen bis pinkfarbenen Morphen (Erscheinungsformen) auftritt. Die Farbe ist also kein Ausschlusskriterium bei der Identifikation von Blattläusen.

Dichte Kolonie von Schwarzen Bohnenläusen an einem grünen Stängel
Nicht alle Blattläuse sind grün: Die Schwarze Bohnenlaus bildet oft dichte, dunkle Kolonien an den Trieben.

Geflügelte vs. Ungeflügelte Blattläuse: Ein faszinierender Lebenszyklus

Ein weiteres Phänomen, das bei der Frage "Wie sehen Blattläuse aus?" oft für Verwirrung sorgt, ist das plötzliche Auftreten von Flügeln. Die allermeisten Blattläuse, die Sie während des Sommers in den dichten Kolonien auf Ihren Pflanzen sehen, sind ungeflügelt (apter). Sie verbringen ihr gesamtes Leben auf derselben Pflanze, saugen und vermehren sich.

Doch Blattläuse haben eine faszinierende Überlebensstrategie entwickelt. Wenn die Kolonie zu groß wird, die Pflanze durch den starken Befall an Nährstoffen verliert oder die Tage im Herbst kürzer werden, reagieren die Blattläuse auf diesen Stress. Die nächste Generation, die geboren wird, entwickelt plötzlich transparente, zarte Flügel (geflügelte Morphen / alate). Diese geflügelten Blattläuse sehen auf den ersten Blick aus wie winzige Fliegen oder Mücken. Ihr Körper ist oft etwas schlanker und dunkler als der ihrer ungeflügelten Schwestern.

Der Zweck dieser Flügel ist rein pragmatisch: Migration. Die geflügelten Läuse erheben sich in die Luft, lassen sich oft vom Wind kilometerweit treiben und suchen nach neuen, frischen Wirtspflanzen, um dort neue Kolonien zu gründen. Im Herbst fliegen bestimmte Arten gezielt zu ihren Winterwirten (oft Gehölze), um dort Eier abzulegen, die den Frost überstehen[1]. Wenn Sie also winzige, geflügelte Insekten inmitten einer Blattlauskolonie sehen, handelt es sich nicht um eine andere Insektenart, sondern um die Ausbreitungsform der Blattlaus.

Indirekte Erkennungsmerkmale: Schadbilder und Begleiterscheinungen

Oftmals sieht man nicht die Blattläuse selbst zuerst, sondern die Spuren, die sie hinterlassen. Da Blattläuse Meister der Tarnung sind und sich bevorzugt an versteckten Stellen aufhalten, ist es wichtig, die indirekten Anzeichen eines Befalls zu kennen.

Klebriger Honigtau und schwarze Rußtaupilze

Blattläuse ernähren sich vom zuckerreichen Phloemsaft der Pflanzen. Dieser Saft enthält jedoch im Verhältnis zum Zucker nur sehr wenige essenzielle Aminosäuren (Proteine). Um ihren Proteinbedarf zu decken, müssen die Läuse enorme Mengen an Pflanzensaft aufnehmen. Den überschüssigen Zucker scheiden sie unverdaut als klebrige, glänzende Tröpfchen wieder aus – den sogenannten Honigtau. Wenn die Blätter Ihrer Zimmerpflanze oder die Fliesen auf dem Balkon plötzlich klebrig glänzen, als hätte jemand zuckerhaltige Limonade versprüht, ist dies ein untrügliches Zeichen für saugende Insekten[4].

Dieser Honigtau ist wiederum der ideale Nährboden für Rußtaupilze. Diese Schwärzepilze besiedeln die klebrigen Flächen und überziehen die Blätter mit einem unansehnlichen, rußartig schwarzen Belag. Laut dem Umweltbundesamt schädigt der Pilz die Pflanze zwar nicht direkt durch Parasitismus, aber der schwarze Belag blockiert das Sonnenlicht, reduziert die Photosyntheseleistung drastisch und schwächt die Pflanze dadurch massiv[7].

Die verräterische Symbiose mit Ameisen

Ein weiteres hervorragendes Indiz für Blattläuse sind Ameisen. Ameisen lieben den süßen Honigtau. Sie "melken" die Blattläuse regelrecht, indem sie sie mit ihren Fühlern betrillen, woraufhin die Laus einen Tropfen Honigtau abgibt. Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Blattlauskolonie aggressiv vor Fressfeinden wie Marienkäfern und tragen die Läuse sogar zu neuen, saftigen Trieben. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist darauf hin, dass eine ungewöhnlich hohe Ameisenaktivität auf einer Pflanze fast immer auf eine versteckte Blattlauskolonie hindeutet[8].

Verformte Blätter und verkrüppelte Triebspitzen

Beim Saugen injizieren Blattläuse Speichel in das Pflanzengewebe. Dieser Speichel enthält Enzyme und teilweise pflanzenhormonähnliche Stoffe, die das Wachstum der Pflanze stören. Die Folge sind stark gekräuselte, eingerollte, blasig aufgetriebene oder vergilbte Blätter. Besonders junge Triebspitzen und Blütenknospen verkrüppeln und sterben bei starkem Befall ab[2]. Die Läuse sitzen oft gut geschützt im Inneren dieser eingerollten Blätter.

Praxis-Tipp: Der Kontroll-Blick

Gewöhnen Sie sich an, Ihre Pflanzen regelmäßig (besonders im Frühjahr) zu kontrollieren. Schauen Sie nicht nur von oben auf die Pflanze! Drehen Sie die Blätter um und inspizieren Sie die Blattunterseiten sowie die weichen Triebspitzen und Blattachseln. Hier verstecken sich Blattläuse am liebsten, da das Gewebe dort am weichsten und leichtesten anzustechen ist.

Verwechslungsgefahr: Blattläuse von anderen Schädlingen unterscheiden

Nicht jedes kleine Tier auf einer Pflanze ist eine Blattlaus. Um die richtige Bekämpfungsstrategie zu wählen, müssen Sie Blattläuse von anderen gängigen Pflanzenschädlingen unterscheiden können. Hier sind die häufigsten Doppelgänger und ihre Unterscheidungsmerkmale:

  • Spinnmilben: Diese sind wesentlich kleiner als Blattläuse (oft unter 0,5 mm) und gehören zu den Spinnentieren (acht Beine). Sie sind meist rötlich oder gelblich. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal: Spinnmilben überziehen die Blattachseln und Blätter mit feinen, spinnwebartigen Gespinsten. Sie produzieren keinen Honigtau, sondern verursachen feine, helle Sprenkel auf den Blättern[5].
  • Weiße Fliege (Mottenschildlaus): Diese winzigen Insekten sehen aus wie winzige, schneeweiße Motten (ca. 2 mm). Im Gegensatz zu ungeflügelten Blattläusen fliegen sie bei der kleinsten Berührung der Pflanze in einem weißen Schwarm auf. Auch sie produzieren Honigtau, aber ihr Aussehen und Verhalten ist völlig anders[2].
  • Schildläuse und Wollläuse: Schildläuse verbergen sich unter einem harten, braunen oder grauen Schild und bewegen sich im Erwachsenenstadium gar nicht mehr. Sie sehen eher aus wie kleine Pusteln oder Rindenwucherungen auf der Pflanze. Wollläuse (Schmierläuse) sind mit einer weißen, mehligen Wachsschicht überzogen und bewegen sich extrem langsam. Beide Gruppen gehören zwar zur gleichen Überfamilie wie die Blattläuse, sehen aber makroskopisch völlig anders aus[6].
  • Thripse (Fransenflügler): Thripse sind sehr schmal, länglich und zigarrenförmig (ca. 1-2 mm). Sie sind sehr flink und hinterlassen auf den Blättern silbrig glänzende Saugstellen sowie winzige schwarze Kottröpfchen, aber keinen klebrigen Honigtau.

Ökologische Bedeutung und natürliche Feinde

Auch wenn sie für Gärtner ein Ärgernis darstellen, spielen Blattläuse eine zentrale Rolle im Ökosystem. Sie sind das absolute Fundament der Nahrungskette für unzählige Nützlinge. Ohne Blattläuse gäbe es in unseren Gärten deutlich weniger Artenvielfalt.

Zu den wichtigsten natürlichen Feinden gehören:

  • Marienkäfer und deren Larven: Ein einziger Siebenpunkt-Marienkäfer kann in seinem Leben bis zu 5.000 Blattläuse vertilgen. Die Larven (die aussehen wie kleine, schwarz-orangefarbene Krokodile) sind noch gefräßiger[8].
  • Florfliegenlarven: Auch als "Blattlauslöwen" bekannt, packen sie die Läuse mit ihren kräftigen Zangen und saugen sie aus.
  • Schwebfliegenlarven: Diese unscheinbaren, durchsichtig-grünlichen Maden sind hochspezialisierte Blattlausjäger.
  • Schlupfwespen: Diese winzigen Wespen legen ihre Eier direkt in die lebende Blattlaus. Die Wespenlarve frisst die Laus von innen auf. Zurück bleibt eine aufgeblähte, braune, pergamentartige Hülle – die sogenannte Blattlausmumie. Wenn Sie diese Mumien auf Ihren Blättern sehen, ist die biologische Schädlingsbekämpfung bereits in vollem Gange[3].

Was tun, wenn man Blattläuse entdeckt hat? Erste Schritte

Wenn Sie anhand der oben genannten Merkmale zweifelsfrei Blattläuse identifiziert haben, sollten Sie besonnen handeln. Der Griff zur chemischen Keule ist in den seltensten Fällen notwendig und schadet oft den nützlichen Insekten mehr als den Läusen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei leichtem Befall zunächst mechanische Methoden: Streifen Sie die Läuse einfach mit den Fingern ab oder brausen Sie die Pflanze mit einem harten Wasserstrahl ab (Vorsicht bei empfindlichen Pflanzen)[7]. Bei stärkerem Befall haben sich Präparate auf Basis von Kaliseife (Schmierseife) oder Rapsöl bewährt. Diese verkleben die Atemöffnungen (Tracheen) der Insekten. Auch Neemöl, ein natürliches Insektizid aus den Samen des Niembaums, ist hochwirksam. Es stoppt die Häutung und Nahrungsaufnahme der Läuse, schont aber weitgehend Nützlinge wie Bienen[9].

Im professionellen Gartenbau und bei schweren Befällen in Gewächshäusern wird oft auf den gezielten Einsatz von Nützlingen gesetzt. Die Norm DIN EN 16636 für Schädlingsbekämpfungsdienstleistungen betont die Wichtigkeit des integrierten Pflanzenschutzes, bei dem biologische und physikalische Maßnahmen Vorrang vor chemischen Pestiziden haben[10].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Blattläuse fliegen?

Die meisten Blattläuse in einer Kolonie sind ungeflügelt. Wenn jedoch die Pflanze überbevölkert ist oder der Herbst naht, entwickelt die nächste Generation Flügel, um zu neuen Wirtspflanzen zu fliegen. Geflügelte Blattläuse sehen aus wie winzige, zarte Fliegen.

Sind Blattläuse gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein, absolut nicht. Blattläuse interessieren sich ausschließlich für Pflanzensaft. Sie können weder stechen noch beißen und übertragen keine Krankheiten auf Menschen, Hunde oder Katzen. Sie sind reine Pflanzenschädlinge.

Warum sind plötzlich so viele Ameisen an meiner Pflanze?

Ameisen und Blattläuse leben oft in einer Symbiose. Die Blattläuse scheiden süßen Honigtau aus, den die Ameisen fressen. Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Blattläuse vor Feinden. Ameisen auf der Pflanze sind fast immer ein Indikator für Blattläuse oder Schildläuse.

Wie schnell vermehren sich Blattläuse?

Extrem schnell. Im Frühjahr und Sommer vermehren sich die Weibchen durch Jungfernzeugung (ohne Befruchtung) und gebären lebende Nachkommen. Eine Laus kann täglich mehrere Klone produzieren, wodurch eine Kolonie innerhalb weniger Tage explodieren kann.

Überleben Blattläuse den Winter?

Ja. Im Herbst produzieren die Blattläuse eine Generation von Männchen und Weibchen, die sich paaren. Die Weibchen legen dann frostresistente Wintereier, meist an den holzigen Trieben von Bäumen und Sträuchern ab. Aus diesen Eiern schlüpfen im Frühjahr die neuen Stammmütter.

Helfen Hausmittel wie Spülmittel wirklich gegen Blattläuse?

Eine Mischung aus Wasser und echter Schmierseife (Kaliseife) hilft sehr gut, da sie die Atemwege der Läuse verklebt. Herkömmliches Spülmittel aus der Küche sollte jedoch vermieden werden, da es oft fettlösende Chemikalien und Duftstoffe enthält, die die schützende Wachsschicht der Blätter zerstören und der Pflanze schaden können.

Fazit

Die Frage "Wie sehen Blattläuse aus?" lässt sich nicht mit einem einfachen "klein und grün" beantworten. Diese faszinierenden, wenn auch schädlichen Insekten weisen eine enorme Vielfalt an Farben, Formen und Lebenszyklen auf. Von der winzigen grünen Pfirsichblattlaus über die schwarze Bohnenlaus bis hin zur wollig-weißen Blutlaus – die Natur hat hier ein breites Spektrum hervorgebracht. Wer jedoch die charakteristischen Merkmale wie den weichen, birnenförmigen Körper, die sechs Beine, die Fühler und vor allem die markanten Siphonen am Hinterleib kennt, wird Blattläuse schnell und sicher identifizieren können. Achten Sie zudem auf indirekte Zeichen wie klebrigen Honigtau, Rußtaupilze, verformte Blätter und emsige Ameisen. Eine frühzeitige Erkennung ist der Schlüssel zur erfolgreichen und umweltschonenden Bekämpfung. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, fördern Sie Nützlinge in Ihrem Garten und greifen Sie bei Bedarf auf sanfte, biologische Präparate zurück, um Ihre grüne Oase gesund und blattlausfrei zu halten.

Quellen und Referenzen

  1. Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: Biologie, Ökologie und Bedeutung der Blattläuse, 2019.
  2. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten - Schädlinge an Zierpflanzen erkennen, 2021.
  3. Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN): Regulierung von Blattläusen im ökologischen Landbau - Nützlingseinsatz, 2017.
  4. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Blattläuse an landwirtschaftlichen Kulturen - Schadbilder und Biologie, 2018.
  5. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Schaderreger im Ackerbau sicher erkennen, 2021.
  6. Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Blutläuse und Schildläuse im Obstbau - Diagnose und Maßnahmen, 2020.
  7. Umweltbundesamt (UBA): Umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung in Haus und Garten - Ein Leitfaden, 2020.
  8. Naturschutzbund Deutschland (NABU): Nützlinge im Garten fördern - Natürliche Feinde der Blattlaus, 2022.
  9. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): Pflanzenschutzmittel im Biolandbau - Wirkungsweise von Neem-Präparaten, 2019.
  10. DIN EN 16636:2015 - Schädlingsbekämpfungsdienstleistungen - Anforderungen und Kompetenzen, Beuth Verlag.

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