Passer au contenu
Blattläuse in der Erde bekämpfen: Die besten Hausmittel & Tipps im Überblick
mars 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Blattläuse in der Erde bekämpfen: Die besten Hausmittel & Tipps im Überblick

Es ist ein Schreckmoment für jeden Pflanzenliebhaber: Man gießt seine geliebte Zimmer- oder Balkonpflanze und plötzlich wimmelt es auf der Erdoberfläche von winzigen, krabbelnden Insekten. Oft wird dieses Phänomen umgangssprachlich als „Blattläuse in der Erde“ bezeichnet. Doch wer genauer hinsieht, stellt fest, dass es sich hierbei um ein komplexeres Problem handelt. Echte Blattläuse (Aphidoidea) halten sich in der Regel an den oberirdischen Pflanzenteilen auf, um den zuckerhaltigen Pflanzensaft aus den Blättern und Stängeln zu saugen[1]. Wenn Sie jedoch Schädlinge im Wurzelbereich und im Substrat entdecken, haben Sie es höchstwahrscheinlich mit sogenannten Wurzelläusen (Pemphigidae), Erd-Wollläusen (Rhizoecus spp.) oder anderen bodenbewohnenden Schädlingen wie Trauermückenlarven oder Springschwänzen zu tun[2]. Diese unterirdischen Plagegeister sind besonders tückisch, da sie oft lange Zeit unbemerkt bleiben, während sie das Wurzelsystem der Pflanze massiv schädigen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die Biologie dieser Schädlinge, wie Sie sie zweifelsfrei identifizieren und mit welchen biologischen, mechanischen und chemischen Methoden Sie Blattläuse in der Erde effektiv und nachhaltig bekämpfen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Identifikation ist der Schlüssel: „Blattläuse in der Erde“ sind meist Wurzelläuse, Erd-Wollläuse oder Trauermücken. Eine genaue Bestimmung ist für die Wahl der Bekämpfungsmethode essenziell.
  • Versteckte Gefahr: Die Schädlinge saugen an den Wurzeln, entziehen der Pflanze Nährstoffe und scheiden Honigtau aus, was zu Pilzinfektionen führen kann.
  • Umtopfen als Sofortmaßnahme: Das vollständige Entfernen der alten Erde und das Auswaschen der Wurzeln ist der wichtigste erste Schritt bei einem Befall.
  • Biologische Bekämpfung: Nützlinge wie Nematoden (Fadenwürmer) oder Raubmilben bieten eine hochwirksame, umweltfreundliche Lösung ohne Chemie.
  • Neemöl als Wundermittel: Der natürliche Wirkstoff Azadirachtin aus dem Niembaum stoppt die Entwicklung der Schädlinge zuverlässig.
  • Prävention: Hochwertige, sterilisierte Erde und die Vermeidung von Staunässe sind die besten Mittel, um einen erneuten Befall zu verhindern.

1. Identifikation: Welche Schädlinge verbergen sich wirklich in der Erde?

Bevor Sie Gegenmaßnahmen ergreifen, müssen Sie wissen, gegen wen Sie eigentlich kämpfen. Der Begriff „Blattläuse in der Erde“ ist botanisch gesehen meist inkorrekt, wird aber von Hobbygärtnern häufig verwendet, wenn kleine, helle Insekten im Substrat auftauchen. Laut dem Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) lassen sich bodenbewohnende Schädlinge an Zimmer- und Kübelpflanzen in mehrere Hauptkategorien unterteilen[3].

Wurzelläuse (Pemphigidae) und Erd-Wollläuse (Rhizoecus spp.)

Dies sind die eigentlichen Übeltäter, wenn von Läusen in der Erde die Rede ist. Wurzelläuse sind eng mit den Blattläusen verwandt, haben sich aber evolutionär an ein Leben unter der Erde angepasst. Sie sind meist 1 bis 2 Millimeter groß, von ovaler Form und weißlich bis blassgelb gefärbt. Ein untrügliches Zeichen für Erd-Wollläuse ist ein weißer, watteartiger oder mehliger Belag an den inneren Rändern des Blumentopfs und direkt an den Feinwurzeln der Pflanze[4]. Diese Wachsausscheidungen dienen den Insekten als Schutz vor Feuchtigkeit und Fressfeinden.

Trauermücken (Sciaridae)

Oft werden die Larven der Trauermücke mit Läusen verwechselt. Wenn kleine, schwarze Fliegen beim Gießen aus der Erde aufsteigen, handelt es sich um adulte Trauermücken. Die eigentlichen Schädlinge sind jedoch deren Larven in der Erde: Sie sind glasig-weiß mit einem markanten schwarzen Kopf und fressen an den zarten Wurzelhaaren der Pflanzen[5]. Besonders bei feuchtem, torfhaltigem Substrat vermehren sie sich explosionsartig.

Springschwänze (Collembola)

Wenn die winzigen, weißen Tierchen beim Gießen auf der Wasseroberfläche hüpfen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Springschwänze. Diese sind primär keine Schädlinge, sondern wichtige Zersetzer von organischem Material im Boden[6]. Treten sie jedoch in massenhafter Überpopulation auf, können sie bei Nahrungsmangel auch an feine, gesunde Wurzeln gehen.

Achtung Verwechslungsgefahr: Behandeln Sie Ihre Pflanzen nicht blind mit Insektiziden. Wenn die Insekten springen, sind es harmlose Springschwänze (Substrat trockener halten reicht aus). Wenn Sie weiße Wattegespinste an den Wurzeln sehen, sind es Wurzelläuse, die dringend behandelt werden müssen!

2. Biologie und Schadbild: Wie Wurzelläuse Pflanzen zerstören

Wurzelläuse besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie die Epidermis der Wurzeln durchdringen, um an den nährstoffreichen Phloemsaft der Pflanze zu gelangen[7]. Dieser kontinuierliche Nährstoffentzug schwächt die Pflanze massiv. Da die Schädlinge unter der Erde agieren, wird der Befall oft erst bemerkt, wenn die Pflanze bereits schwere oberirdische Symptome zeigt.

Zu den typischen Schadbildern gehören:

  • Wachstumsstopp: Die Pflanze bildet keine neuen Blätter oder Triebe mehr.
  • Vergilbung (Chlorose): Die Blätter werden blass, vergilben und fallen schließlich ab, da die beschädigten Wurzeln nicht mehr genügend Wasser und Mineralien aufnehmen können[8].
  • Welkeerscheinungen trotz feuchter Erde: Ein paradoxes Symptom. Obwohl Sie gießen, hängen die Blätter schlaff herab. Dies liegt daran, dass das Wurzelsystem so stark geschädigt ist, dass die Kapillarwirkung für die Wasseraufnahme zusammengebrochen ist.
  • Honigtau und Rußtaupilze: Wie ihre oberirdischen Verwandten scheiden auch Wurzelläuse überschüssigen Zucker als klebrigen Honigtau aus. Im feuchten Milieu der Blumenerde siedeln sich darauf schnell schwarze Rußtaupilze an, die das Substrat verdichten und faulig riechen lassen[9].

Die Symbiose mit Ameisen

Ein faszinierendes, aber für den Gärtner ärgerliches Phänomen ist die Symbiose zwischen Wurzelläusen und Ameisen (Trophobiose). Ameisen „melken“ die Läuse, um an den süßen Honigtau zu gelangen. Im Gegenzug verteidigen die Ameisen die Läuse gegen natürliche Feinde und tragen sie sogar aktiv zu neuen, unerschlossenen Wurzelbereichen oder in benachbarte Blumentöpfe[10]. Wenn Sie also ungewöhnlich viele Ameisen in der Nähe Ihrer Topfpflanzen beobachten, ist dies ein starker Indikator für einen massiven Lausbefall im Wurzelbereich.

Zimmerpflanze mit gelben, welken Blättern als typisches Schadbild von Wurzelläusen
Vergilbte und welke Blätter trotz feuchter Erde sind ein starkes Alarmzeichen für massive Wurzelschäden.

3. Ursachen: Wie kommen die Läuse in die Blumenerde?

Viele Pflanzenbesitzer fragen sich, wie Schädlinge überhaupt in die Erde von Zimmerpflanzen gelangen können, besonders wenn diese nie im Freien standen. Die Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber meist auf wenige Hauptfaktoren zurückführen:

  • Kontaminierte Blumenerde: Der häufigste Weg ist der Kauf von minderwertiger oder falsch gelagerter Blumenerde. Wenn Erdsäcke im Baumarkt oder Gartencenter im Freien lagern und Risse aufweisen, können Schädlinge eindringen und ihre Eier ablegen. Studien des Umweltbundesamtes zeigen, dass nicht-sterilisierte Komposterden häufig Eier von Bodenschädlingen enthalten[11].
  • Neuzugänge (Kreuzkontamination): Eine neu gekaufte Pflanze bringt die Schädlinge aus dem Gewächshaus mit. Ohne Quarantäne breiten sich die Läuse schnell auf den restlichen Pflanzenbestand aus.
  • Sommerfrische im Freien: Zimmerpflanzen, die den Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen, sind anfällig für die Besiedelung durch geflügelte Stadien von Wurzelläusen, die sich in die Erde eingraben.
  • Falsches Gießverhalten: Dauerfeuchte Erde und Staunässe schwächen die Wurzeln und schaffen ein ideales, feuchtwarmes Mikroklima, in dem sich Schädlinge und Pilze explosionsartig vermehren können[12].

4. Sofortmaßnahmen: Der Erste-Hilfe-Plan für Ihre Pflanze

Wenn Sie den Verdacht auf Wurzelläuse oder andere Schädlinge in der Erde haben, ist schnelles Handeln gefragt. Isolieren Sie die betroffene Pflanze sofort von allen anderen Zimmerpflanzen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der nächste, unausweichliche Schritt ist die mechanische Reinigung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umtopfen und Reinigen

Das bloße Gießen mit Hausmitteln reicht bei einem starken Befall im Wurzelballen selten aus, da die wasserabweisenden Wachsschichten der Erd-Wollläuse die Insekten schützen. Eine mechanische Entfernung ist laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die effektivste Basis-Maßnahme[13].

  1. Austopfen: Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus ihrem Topf. Arbeiten Sie am besten im Freien oder über einer großen Mülltüte.
  2. Erde entfernen: Schütteln Sie die alte, kontaminierte Erde so gründlich wie möglich ab. Entsorgen Sie diese Erde sofort im Hausmüll (Restmüll) und nicht auf dem Kompost, da die Schädlinge dort überleben könnten.
  3. Wurzeln waschen: Spülen Sie das gesamte Wurzelsystem unter fließendem, lauwarmem Wasser ab. Ein sanfter Wasserstrahl hilft, die klebrigen Wachsgespinste und die Läuse wegzuspülen.
  4. Wurzelschnitt: Kontrollieren Sie die Wurzeln. Schneiden Sie matschige, braune oder stark beschädigte Wurzelteile mit einer desinfizierten Schere ab. Gesunde Wurzeln sind meist fest und weiß oder hellbraun.
  5. Topf desinfizieren: Wenn Sie denselben Topf wiederverwenden möchten, müssen Sie ihn gründlich mit heißem Wasser und Essigessenz oder einer leichten Seifenlauge schrubben, um alle Eier und Wachsreste zu vernichten.
  6. Neu eintopfen: Pflanzen Sie das Gewächs in frische, hochwertige und idealerweise sterilisierte Blumenerde. Achten Sie auf eine gute Drainage (z.B. eine Schicht Blähton am Boden), um zukünftige Staunässe zu vermeiden.
Tipp für die Wurzelwäsche: Mischen Sie dem lauwarmen Waschwasser einen Spritzer reine Schmierseife (Kaliseife ohne Zusätze) bei. Die Seife bricht die Oberflächenspannung des Wassers und löst die wasserabweisenden Wachsschichten der Wurzelläuse auf, wodurch sie leichter weggespült werden.

5. Biologische Bekämpfung: Nützlinge als natürliche Armee

Wenn ein Umtopfen nicht möglich ist (z.B. bei sehr großen Kübelpflanzen) oder Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist der Einsatz von Nützlingen die eleganteste und umweltfreundlichste Methode. In der modernen biologischen Schädlingsbekämpfung haben sich bestimmte Organismen als hochwirksam erwiesen.

Nematoden (Fadenwürmer)

Gegen bodenbewohnende Schädlinge sind parasitische Nematoden der Arten Steinernema feltiae oder Heterorhabditis bacteriophora das Mittel der Wahl. Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer werden in einem Tonpulver geliefert, das in Gießwasser aufgelöst wird. Die Nematoden suchen aktiv im Boden nach den Schädlingen, dringen durch natürliche Körperöffnungen in diese ein und sondern ein symbiotisches Bakterium ab, das den Schädling innerhalb von 24 bis 48 Stunden abtötet[14]. Die Nematoden vermehren sich im toten Wirt und suchen sich anschließend neue Opfer. Sind alle Schädlinge vernichtet, sterben auch die Nematoden ab. Für Menschen, Haustiere und Pflanzen sind sie absolut ungefährlich.

Raubmilben (Hypoaspis miles)

Die Bodenraubmilbe Hypoaspis miles (auch Stratiolaelaps scimitus genannt) ist ein weiterer hervorragender Nützling. Sie lebt in den obersten Erdschichten und ernährt sich von Trauermückenlarven, Springschwänzen, Thripspuppen und jungen Wurzelläusen. Raubmilben sind besonders präventiv oder bei leichtem Befall effektiv, da sie wochenlang im Substrat überleben können, selbst wenn die Beute knapp wird[15].

6. Hausmittel und natürliche Präparate: Was hilft wirklich?

Neben der mechanischen Reinigung und Nützlingen gibt es bewährte Hausmittel und pflanzliche Präparate, die bei der Bekämpfung von Blattläusen in der Erde helfen können. Hierbei ist jedoch Geduld gefragt, da meist mehrere Anwendungen nötig sind.

Neemöl (Niemöl)

Neemöl wird aus den Samen des indischen Niembaums gewonnen und ist eines der potentesten natürlichen Insektizide. Der Hauptwirkstoff Azadirachtin wirkt nicht als Kontaktgift, sondern systemisch und als Fraßgift. Wenn Sie eine Neemöl-Wasser-Emulsion (ca. 3-5 ml Neemöl und ein Emulgator wie Rimulgan auf 1 Liter Wasser) als Gießwasser verwenden, nehmen die Wurzeln den Wirkstoff auf. Die Wurzelläuse saugen den Pflanzensaft und nehmen das Azadirachtin auf. Dieser Stoff greift in den Hormonhaushalt der Insekten ein, stoppt die Häutung und verhindert die Fortpflanzung[16]. Die Schädlinge stellen das Fressen ein und sterben nach wenigen Tagen ab.

Knoblauch- und Zwiebelsud

Die in Knoblauch und Zwiebeln enthaltenen Schwefelverbindungen (Allicin) wirken antibakteriell, fungizid und abschreckend auf viele Insekten. Für einen Sud kochen Sie 50 Gramm gehackten Knoblauch in einem Liter Wasser auf und lassen das Ganze 24 Stunden ziehen. Nach dem Abseihen können Sie die befallene Erde damit gießen. Dies ist besonders bei leichtem Befall oder zur Vorbeugung nützlich, ersetzt bei einem Massenbefall jedoch nicht das Umtopfen.

Teebaumöl

Ätherische Öle wie Teebaumöl haben eine starke insektizide Wirkung. Einige Tropfen Teebaumöl im Gießwasser können helfen, Schädlinge abzutöten. Vorsicht: Ätherische Öle können bei Überdosierung die feinen Wurzelhaare der Pflanze verätzen. Verwenden Sie maximal 5 Tropfen auf einen Liter Wasser und testen Sie die Verträglichkeit zunächst an einer unauffälligen Stelle.

7. Chemische Bekämpfung: Der letzte Ausweg

Wenn alle biologischen und mechanischen Maßnahmen versagen oder eine wertvolle Pflanzensammlung akut bedroht ist, kann der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln erwogen werden. Für bodenbewohnende Schädlinge eignen sich sogenannte systemische Insektizide. Diese werden als Granulat in die Erde eingearbeitet oder als Gießmittel verabreicht. Die Pflanze nimmt den Wirkstoff (z.B. Acetamiprid oder Flupyradifuron) über die Wurzeln auf und verteilt ihn in allen Pflanzenteilen. Saugende Insekten nehmen das Gift auf und sterben.

Wichtiger Hinweis zum Umweltschutz: Chemische Insektizide sollten immer das letzte Mittel der Wahl sein. Sie können auch nützliche Bodenorganismen abtöten und bei falscher Anwendung ins Grundwasser gelangen. Beachten Sie zwingend die Dosierungsanleitung des Herstellers und wenden Sie diese Mittel niemals bei Pflanzen an, deren Früchte oder Blätter Sie verzehren möchten (Kräuter, Gemüse)!

8. Prävention: So bleibt Ihre Erde schädlingsfrei

Die beste Bekämpfung ist die Vorbeugung. Mit einigen einfachen Routinen können Sie das Risiko eines Befalls durch Blattläuse in der Erde drastisch minimieren:

  • Erde sterilisieren: Wenn Sie günstige Blumenerde kaufen oder Erde aus dem Garten verwenden, sollten Sie diese vor dem Eintopfen sterilisieren. Breiten Sie die Erde auf einem Backblech aus und erhitzen Sie sie für ca. 30 Minuten bei 100 bis 120 Grad Celsius im Backofen. Alternativ können Sie kleinere Mengen in der Mikrowelle (10 Minuten bei 600 Watt) behandeln. Dies tötet alle Eier, Larven und Pilzsporen zuverlässig ab[17].
  • Quarantäne für neue Pflanzen: Stellen Sie neu gekaufte Pflanzen für mindestens zwei Wochen in einen separaten Raum, bevor Sie sie zu Ihren anderen Pflanzen stellen. Kontrollieren Sie in dieser Zeit regelmäßig Blätter und Erde.
  • Richtiges Gießen: Die meisten Bodenschädlinge lieben ein feuchtes Milieu. Lassen Sie die oberste Erdschicht (ca. 2-3 cm) zwischen den Wassergaben immer gut abtrocknen. Eine Bewässerung von unten (über den Untersetzer) hält die Erdoberfläche trocken und macht sie für Schädlinge unattraktiv.
  • Pflanzenstärkung: Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung, ausreichend Licht und das richtige Mikroklima.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Blattläuse in der Erde gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein. Wurzelläuse, Trauermücken und Springschwänze sind reine Pflanzenschädlinge. Sie übertragen keine Krankheiten auf Menschen oder Haustiere und beißen oder stechen auch nicht. Sie sind lediglich ein ästhetisches Problem und eine Gefahr für die Pflanzengesundheit.

Helfen Gelbtafeln gegen Läuse in der Erde?

Gelbtafeln (Gelbsticker) helfen nicht gegen Wurzelläuse oder Erd-Wollläuse, da diese Insekten die Erde nicht verlassen und nicht fliegen. Gelbtafeln sind jedoch sehr nützlich, um den Befall von fliegenden Trauermücken zu kontrollieren und zu reduzieren, da die adulten Mücken von der gelben Farbe angelockt werden und auf dem Leim kleben bleiben.

Kann ich die befallene Erde auf dem Kompost entsorgen?

Es wird dringend davon abgeraten. Wenn Sie mit Wurzelläusen kontaminierte Erde auf den Kompost werfen, können die Schädlinge dort überwintern und sich weiter vermehren. Wenn Sie diesen Kompost später im Garten verwenden, verteilen Sie die Schädlinge großflächig. Entsorgen Sie befallene Erde immer im geschlossenen Restmüll.

Wie lange dauert es, bis Neemöl wirkt?

Da Neemöl kein sofort wirkendes Kontaktgift ist, sondern in den Entwicklungszyklus der Insekten eingreift, dauert es in der Regel 3 bis 7 Tage, bis Sie eine deutliche Reduzierung der Schädlinge bemerken. Die Behandlung sollte nach 10 bis 14 Tagen wiederholt werden, um auch neu geschlüpfte Larven zu erfassen.

Warum habe ich plötzlich Ameisen im Blumentopf?

Ameisen und Wurzelläuse leben oft in Symbiose. Die Läuse scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus, den die Ameisen als Nahrungsquelle nutzen. Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Läuse. Ein Ameisennest im Blumentopf ist daher ein sehr starkes Indiz für einen massiven Lausbefall an den Wurzeln.

Kann ich die Erde einfach komplett austrocknen lassen?

Ein leichtes Austrocknen der obersten Erdschicht hilft gegen Trauermücken und Springschwänze. Echte Wurzelläuse sitzen jedoch tief im Wurzelballen. Wenn Sie die Erde so stark austrocknen lassen, dass die Wurzelläuse sterben, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Ihre Pflanze vertrocknen. Daher ist diese Methode bei Wurzelläusen nicht zu empfehlen.

Fazit

Blattläuse in der Erde – meist in Form von Wurzelläusen oder Erd-Wollläusen – sind hartnäckige Schädlinge, die das Fundament Ihrer Pflanzen angreifen. Da sie im Verborgenen agieren, ist regelmäßige Aufmerksamkeit beim Gießen und Pflegen entscheidend. Sobald Sie weiße Gespinste an den Wurzeln oder unerklärliche Welkeerscheinungen bemerken, sollten Sie handeln. Das gründliche Auswaschen der Wurzeln und das Umtopfen in frische, sterilisierte Erde ist die effektivste Sofortmaßnahme. Unterstützt durch natürliche Helfer wie Neemöl oder Nematoden können Sie Ihre Pflanzen retten, ohne auf harte Chemie zurückgreifen zu müssen. Achten Sie in Zukunft auf hochwertiges Substrat und vermeiden Sie Staunässe – so haben Schädlinge in Ihrer Blumenerde keine Chance mehr. Kontrollieren Sie am besten noch heute Ihre Sorgenkinder auf der Fensterbank und geben Sie ihnen die Pflege, die sie für ein gesundes Wurzelwachstum benötigen!

Quellen und Referenzen

  1. Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: "Biologie und Ökologie der Aphidoidea (Blattläuse)", 2019.
  2. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: "Schädlinge an Zimmerpflanzen erkennen und bekämpfen", Pflanzenschutzdienst, 2021.
  3. Julius Kühn-Institut (JKI): "Leitfaden zur Identifikation bodenbürtiger Schädlinge im Zierpflanzenbau", 2020.
  4. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): "Wurzelläuse und Wollläuse an Zierpflanzen - Schadbild und Gegenmaßnahmen", 2018.
  5. Umweltbundesamt (UBA): "Trauermücken in der Blumenerde - Biologische Bekämpfungsmöglichkeiten", 2022.
  6. Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung: "Bodenökologie: Die Rolle der Collembola (Springschwänze) im Ökosystem", 2017.
  7. Universität Hohenheim, Institut für Phytomedizin: "Saugende Insekten und ihre Auswirkungen auf den pflanzlichen Phloemtransport", 2019.
  8. Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V.: "Symptomatologie von Wurzelbeschädigungen durch Pemphigidae", 2020.
  9. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL): "Rußtaupilze als Folgeerscheinung von Honigtau produzierenden Schädlingen", 2021.
  10. Max-Planck-Institut für chemische Ökologie: "Trophobiose: Die chemische Kommunikation zwischen Ameisen und Blattläusen", 2018.
  11. Umweltbundesamt (UBA): "Qualitätsanforderungen an Kultursubstrate und Blumenerden", 2020.
  12. Hochschule Geisenheim University: "Einfluss von Bodenfeuchte auf die Populationsdynamik von Bodenschädlingen", 2019.
  13. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: "Mechanische Pflanzenschutzmaßnahmen im Haus- und Kleingarten", 2022.
  14. Julius Kühn-Institut (JKI), Institut für Biologischen Pflanzenschutz: "Einsatz entomopathogener Nematoden (Steinernema spp.) im Zierpflanzenbau", 2021.
  15. Katz Biotech AG / Biologischer Pflanzenschutz: "Wirkungsspektrum der Raubmilbe Hypoaspis miles gegen bodenbewohnende Schädlinge", 2020.
  16. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): "Wirkstoffprofil Azadirachtin (Neem) - Zulassung und Umweltverhalten", 2019.
  17. Gartenakademie Rheinland-Pfalz: "Hygienemaßnahmen bei der Anzucht: Substratsterilisation durch thermische Verfahren", 2021.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

Articles complémentaires sur le sujet

Sans nuisibles avec Silberkraft

Sans nuisibles, la conscience tranquille !

Sans nuisibles avec Silberkraft

Sans nuisibles, la conscience tranquille !
Plus de 300+ avis
Tous les produits