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Schwarze Blattläuse / weiße Blattläuse: Unterschiede erkennen & natürlich bekämpfen – Tipps
mars 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Schwarze Blattläuse / weiße Blattläuse: Unterschiede erkennen & natürlich bekämpfen – Tipps

Es ist der Albtraum eines jeden Hobbygärtners und Pflanzenliebhabers: Man freut sich über das üppige Grün der liebevoll gepflegten Zimmer- oder Gartenpflanzen, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein wimmelndes Übel. Schwarze Blattläuse und weiße Blattläuse haben sich an den zarten Trieben, Blattunterseiten und Knospen niedergelassen. Diese winzigen, aber äußerst zerstörerischen Schädlinge saugen nicht nur den lebenswichtigen Pflanzensaft aus den Adern unserer grünen Schützlinge, sondern können auch gefährliche Pflanzenviren übertragen und das Wachstum massiv hemmen. Ob an der geliebten Kapuzinerkresse, den frischen Bohnen im Gemüsegarten oder der exotischen Zimmerpflanze – ein Befall erfordert schnelles und gezieltes Handeln. Doch bevor man zur chemischen Keule greift, lohnt es sich, die Biologie dieser Insekten zu verstehen. Nur wer weiß, mit wem er es zu tun hat, kann schwarze und weiße Blattläuse effektiv, nachhaltig und vor allem umweltschonend bekämpfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Unterschiedliche Arten: Schwarze Blattläuse (z.B. Schwarze Bohnenlaus) befallen oft Gemüse und Zierpflanzen, während "weiße Blattläuse" häufig Weiße Fliegen oder Woll- und Schmierläuse sind.
  • Schadbild: Verkrüppelte Blätter, klebriger Honigtau, Rußtaupilze und ein vermindertes Pflanzenwachstum sind typische Anzeichen.
  • Ameisen als Indikator: Ameisen melken Blattläuse wegen des süßen Honigtaus und verteidigen sie aggressiv gegen natürliche Feinde.
  • Natürliche Bekämpfung: Hausmittel wie Schmierseifenlösung, Brennnesselsud oder Neemöl sind hochwirksam und schonen die Umwelt.
  • Nützlinge fördern: Marienkäfer, Florfliegenlarven und Schlupfwespen sind die natürlichen Fressfeinde und können gezielt eingesetzt werden.
  • Vorbeugung: Eine ausgewogene Düngung (wenig Stickstoff) und Mischkulturen stärken die Pflanzenabwehr präventiv.

Was sind Blattläuse und warum sind sie so gefährlich?

Blattläuse (Aphidoidea) gehören zu den Pflanzenläusen und zählen weltweit zu den bedeutendsten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Schädlingen. Es gibt Tausende verschiedener Arten, die sich in Farbe, Größe und Wirtspflanzenpräferenz unterscheiden. Ihre enorme Schadwirkung resultiert vor allem aus ihrer rasanten Vermehrungsrate. Unter günstigen Bedingungen vermehren sich Blattläuse durch Jungfernzeugung (Parthenogenese), was bedeutet, dass die Weibchen ohne vorherige Befruchtung lebende Klone gebären[1]. Eine einzige Blattlaus kann so innerhalb weniger Wochen eine Population von mehreren Tausend Nachkommen begründen.

Die Insekten stechen mit ihren spezialisierten Mundwerkzeugen (Stechrüssel) die Leitbahnen (Phloem) der Pflanzen an, um den zuckerreichen Pflanzensaft zu saugen. Da dieser Saft zwar viel Zucker, aber verhältnismäßig wenig essenzielle Aminosäuren enthält, müssen die Läuse große Mengen davon aufnehmen. Den überschüssigen Zucker scheiden sie als klebrigen sogenannten Honigtau wieder aus[2]. Neben dem direkten Saftentzug, der die Pflanze schwächt, übertragen Blattläuse beim Saugen häufig pathogene Pflanzenviren, die zu unheilbaren Krankheiten führen können[9].

Schwarze Blattläuse: Die hartnäckigen Pflanzensauger

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Wenn Gärtner von schwarzen Blattläusen sprechen, meinen sie in den meisten Fällen die Schwarze Bohnenlaus (*Aphis fabae*). Diese Art ist mattschwarz bis dunkelbraun gefärbt und tritt oft in dichten, fast krustenartigen Kolonien an den jungen Trieben und Stängeln auf. Sie ist ein klassischer Vertreter der wirtswechselnden Blattläuse. Im Herbst legen die Weibchen ihre Eier an sogenannten Winterwirten ab – bevorzugt an Gehölzen wie dem Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder dem Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus)[3].

Im Frühjahr schlüpfen die Stammmütter, und nach einigen Generationen auf dem Winterwirt entwickeln sich geflügelte Exemplare. Diese fliegen dann auf die Sommerwirte über. Zu den bevorzugten Sommerwirten der schwarzen Blattlaus gehören Busch- und Stangenbohnen, Rote Bete, Kartoffeln, aber auch Zierpflanzen wie Dahlien und Kapuzinerkresse. An diesen Pflanzen kommt es über die Sommermonate zu einer explosionsartigen Massenvermehrung, die oft zu massiven Ernteeinbußen führt, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird[3].

💡 Profi-Tipp: Kapuzinerkresse als Fangpflanze
Pflanzen Sie Kapuzinerkresse bewusst in die Nähe Ihrer gefährdeten Gemüsekulturen (wie Bohnen). Schwarze Blattläuse lieben Kapuzinerkresse und werden sich bevorzugt dort ansiedeln. So bleibt Ihr Gemüse verschont, und Sie können die befallene Kapuzinerkresse bei Bedarf einfach entsorgen oder behandeln.

Weiße Blattläuse: Eine Frage der Identifikation

Der Begriff "weiße Blattläuse" führt in der Praxis oft zu Verwirrung, da es sich bei den weißen Schädlingen an Pflanzen häufig gar nicht um klassische Blattläuse handelt. Es gibt zwar einige wenige Blattlausarten, die durch Wachsausscheidungen weißlich wirken (wie die mehlige Kohlblattlaus), doch meistens verbergen sich hinter diesem Begriff zwei andere hartnäckige Schädlinge:

1. Die Weiße Fliege (Mottenschildlaus)

Die Weiße Fliege (*Trialeurodes vaporariorum*) ist streng genommen keine Fliege, sondern gehört zu den Schnabelkerfen und ist eng mit den Blattläusen verwandt. Sie ist etwa 1,5 Millimeter klein und sieht aus wie eine winzige, weiße Motte. Bei Berührung der Pflanze fliegen die Insekten oft in kleinen, weißen Wolken auf. Sie saugen ebenfalls Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus. Besonders häufig findet man sie an Tomaten, Gurken und Zimmerpflanzen wie dem Weihnachtsstern oder Fuchsien. Die Bekämpfung der Weißen Fliege ist oft langwierig, da ihre Eier und Puppenstadien durch eine Wachsschicht gut gegen viele Bekämpfungsmittel geschützt sind[4].

2. Woll- und Schmierläuse

Ein weiterer Schädling, der oft als weiße Blattlaus bezeichnet wird, sind Wollläuse (Pseudococcidae). Sie sind von einer weißen, watte- oder mehlartigen Wachsschicht umgeben, die sie vor Austrocknung und Fressfeinden schützt. Sie sitzen oft unbeweglich in den Blattachseln oder an den Blattunterseiten von Zimmerpflanzen wie Orchideen, Kakteen oder Ficus-Arten. Auch sie schwächen die Pflanze durch Saftentzug und können bei starkem Befall zum Absterben der Pflanze führen[2].

Das Schadbild: So erkennen Sie einen Befall

Egal ob schwarze Blattläuse oder weiße Blattläuse (bzw. deren Verwandte) – die Symptome an der Pflanze sind oft ähnlich und sollten als Alarmsignal verstanden werden. Je früher Sie den Befall erkennen, desto leichter lässt er sich eindämmen.

  • Verkrüppelte Blätter und Triebspitzen: Durch den Speichel, den die Läuse beim Saugen in die Pflanze abgeben, kommt es zu Wuchsanomalien. Blätter rollen sich ein, kräuseln sich oder werfen Blasen.
  • Klebriger Belag (Honigtau): Die Blätter unterhalb der Läusekolonien glänzen oft und fühlen sich klebrig an. Dies ist der ausgeschiedene Zucker der Läuse.
  • Schwarzer Rußtau: Auf dem klebrigen Honigtau siedeln sich schnell sogenannte Rußtaupilze an. Diese schwärzlichen Pilzbeläge sehen nicht nur unschön aus, sondern blockieren auch das Sonnenlicht. Dadurch wird die Photosynthese-Leistung der Pflanze massiv herabgesetzt, was zu einem Wachstumsstillstand führt[2].
  • Gelbfärbung (Chlorose) und Blattabwurf: Durch den Nährstoffentzug vergilben die Blätter und fallen schließlich vorzeitig ab.

Die unheilige Allianz: Ameisen und Blattläuse

Ein untrügliches Zeichen für einen Blattlausbefall ist eine ungewöhnlich hohe Aktivität von Ameisen an der Pflanze. Ameisen und Blattläuse leben in einer faszinierenden, aber für den Gärtner fatalen Symbiose, der sogenannten Trophobiose. Die Ameisen "melken" die Blattläuse, indem sie diese mit ihren Fühlern betrillen, woraufhin die Laus einen Tropfen süßen Honigtau abgibt. Im Gegenzug beschützen die Ameisen ihre "Milhkühe" aggressiv vor natürlichen Feinden wie Marienkäfern oder Florfliegenlarven. Studien der Universität Hohenheim zeigen, dass Ameisen sogar in der Lage sind, Blattläuse an neue, unbefallene Pflanzenteile zu transportieren, um neue Kolonien zu gründen[5].

⚠️ Achtung: Ameisen bekämpfen!
Wenn Sie schwarze oder weiße Blattläuse erfolgreich loswerden wollen, müssen Sie zwingend auch die Ameisen von der Pflanze fernhalten. Nutzen Sie Leimringe an Obstbäumen oder streuen Sie Zimt, Kaffeesatz oder Backpulver um die betroffenen Pflanzen, um die Ameisenstraßen zu unterbrechen. Ohne den Schutz der Ameisen haben Nützlinge leichtes Spiel mit den Blattläusen.

Ursachen: Warum werden meine Pflanzen befallen?

Blattläuse befallen selten völlig gesunde, kräftige Pflanzen. Meistens gibt es zugrundeliegende Faktoren, die die Pflanze schwächen und sie zu einem leichten Opfer machen. Ein Hauptgrund ist die falsche Düngung. Eine übermäßige Stickstoffdüngung führt dazu, dass die Pflanze sehr schnell wächst und weiches, schwammiges Gewebe bildet. Dieses weiche Gewebe ist besonders reich an Aminosäuren und lässt sich von den Blattläusen extrem leicht anstechen. Forschungen der Agroscope belegen, dass Pflanzen mit einem hohen Stickstoffgehalt signifikant häufiger und stärker von saugenden Insekten befallen werden[10].

Weitere Ursachen sind Stressfaktoren wie Trockenheit, Staunässe, Lichtmangel (besonders bei Zimmerpflanzen im Winter) oder ein falscher Standort. Auch Monokulturen im Garten begünstigen die rasante Ausbreitung, da die Schädlinge ohne Hindernisse von einer Wirtspflanze zur nächsten wandern können.

Natürliche Hausmittel gegen schwarze und weiße Blattläuse

Der Griff zu chemisch-synthetischen Insektiziden sollte im Haus- und Kleingarten immer die absolute Ausnahme bleiben. Diese Mittel töten oft nicht nur die Schädlinge, sondern auch wertvolle Nützlinge wie Bienen, Schmetterlinge und Marienkäfer. Zudem können Blattläuse bei häufigem Einsatz chemischer Mittel Resistenzen entwickeln, was die Bekämpfung langfristig erschwert[12]. Glücklicherweise gibt es hochwirksame, natürliche Alternativen.

1. Die Schmierseifen-Lösung (Kaliseife)

Eines der ältesten und effektivsten Hausmittel gegen weichhäutige Insekten wie Blattläuse ist eine Lösung aus reiner Schmierseife (auch Kaliseife genannt). Die Seife setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab. Wenn die Läuse damit besprüht werden, dringt die Lösung in ihre Atemöffnungen (Tracheen) ein, und die Insekten ersticken. Das Pflanzenschutzamt Berlin empfiehlt dieses Vorgehen als besonders umweltschonend und effektiv[8].

Rezept und Anwendung: Lösen Sie 50 Gramm reine, unparfümierte Schmierseife in einem Liter warmem Wasser auf. Lassen Sie die Mischung abkühlen und füllen Sie sie in eine Sprühflasche. Besprühen Sie die befallenen Pflanzen tropfnass, insbesondere die Blattunterseiten und Triebspitzen. Wiederholen Sie den Vorgang nach drei bis vier Tagen.

2. Neemöl (Niemöl)

Neemöl wird aus den Samen des indischen Niembaums gewonnen und enthält den hochwirksamen Inhaltsstoff Azadirachtin. Dieser Stoff wirkt nicht als sofortiges Kontaktgift, sondern greift in den Hormonhaushalt der Insekten ein. Er stoppt den Fraßtrieb und verhindert die Häutung und Fortpflanzung der Blattläuse. Wissenschaftliche Studien im Journal of Applied Entomology bestätigen die hohe Wirksamkeit von Neem-Extrakten gegen verschiedene Blattlausarten, ohne dabei Nützlinge nennenswert zu schädigen[6].

Anwendung: Mischen Sie einige Tropfen Neemöl mit einem Emulgator (z.B. etwas Milch oder Schmierseife) und einem Liter Wasser. Sprühen Sie die Pflanze in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden ein, da Neemöl unter direkter Sonneneinstrahlung seine Wirkung verliert und es zu Verbrennungen an den Blättern kommen kann.

3. Brennnesselsud (Kaltwasserauszug)

Brennnesseln sind reich an Kieselsäure und Ameisensäure. Ein kalter Auszug brennt auf der weichen Haut der Blattläuse und vertreibt sie zuverlässig. Gleichzeitig stärkt die Kieselsäure die Zellwände der behandelten Pflanzen.

Rezept: Weichen Sie etwa 100 Gramm frische Brennnesselblätter in einem Liter kaltem Wasser ein. Lassen Sie die Mischung 12 bis 24 Stunden ziehen (nicht länger, sonst beginnt sie zu gären und wird zur Jauche). Seihen Sie die Blätter ab und sprühen Sie die unverdünnte Flüssigkeit auf die betroffenen Pflanzen.

4. Mechanische Entfernung

Bei einem leichten Anfangsbefall reicht es oft schon aus, die schwarzen oder weißen Blattläuse einfach mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen. Achten Sie darauf, den Topfballen bei Zimmerpflanzen vorher mit einer Plastiktüte abzudecken, damit die Erde nicht weggespült wird. Alternativ können Sie die Läuse auch vorsichtig mit den Fingern oder einem feuchten Tuch abstreifen.

Biologische Schädlingsbekämpfung: Nützlinge einsetzen

Die Natur hat ein eigenes, hocheffektives System zur Regulation von Schädlingspopulationen. Wer in seinem Garten oder Gewächshaus auf Nützlinge setzt, bekämpft Blattläuse nachhaltig und ohne jeglichen Arbeitsaufwand. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) ist der gezielte Einsatz von Nützlingen besonders in geschlossenen Räumen wie Gewächshäusern oder Wintergärten die Methode der Wahl[7].

  • Marienkäfer und deren Larven: Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist der bekannteste Blattlausfresser. Eine einzige Marienkäferlarve kann während ihrer Entwicklung bis zu 800 Blattläuse vertilgen. Ein erwachsener Käfer frisst täglich bis zu 100 Stück.
  • Florfliegenlarven (Blattlauslöwen): Die Larven der Grünen Florfliege packen die Blattläuse mit ihren kräftigen Zangen, injizieren ein lähmendes Sekret und saugen sie anschließend aus. Sie sind extrem gefräßig und machen auch vor Weißen Fliegen und Spinnmilben nicht Halt.
  • Schlupfwespen: Diese winzigen Insekten legen ihre Eier direkt in die lebenden Blattläuse. Die Wespenlarve frisst die Laus von innen auf. Zurück bleibt eine kugelige, braune oder goldene Hülle – die sogenannte Blattlausmumie. Aus dieser schlüpft wenig später eine neue Schlupfwespe, die den Zyklus fortsetzt.
💡 Profi-Tipp: Nützlinge bestellen
Sie müssen nicht warten, bis Nützlinge von allein in Ihren Garten finden. Marienkäferlarven, Florfliegen und Schlupfwespen können Sie heutzutage bequem im Fachhandel oder online bestellen. Sie werden meist in kleinen Röhrchen oder auf Kärtchen geliefert und können direkt an den befallenen Pflanzen ausgesetzt werden.

Vorbeugung: So bleiben Ihre Pflanzen blattlausfrei

Die beste Bekämpfung ist die Vorbeugung. Mit einigen einfachen gärtnerischen Maßnahmen können Sie das Risiko eines Befalls durch schwarze und weiße Blattläuse drastisch reduzieren.

1. Artgerechter Standort und Pflege: Jede Pflanze hat spezifische Ansprüche an Licht, Wasser und Boden. Eine Pflanze, die an ihrem optimalen Standort steht, verfügt über ein starkes Immunsystem und wehrt Schädlinge aus eigener Kraft ab. Vermeiden Sie Trockenstress und Staunässe.

2. Ausgewogene Düngung: Wie bereits erwähnt, zieht ein Übermaß an Stickstoff Blattläuse magisch an. Verwenden Sie stattdessen organische Langzeitdünger (wie Hornspäne oder Kompost) und achten Sie auf eine ausreichende Kaliumversorgung. Kalium festigt die Zellwände und macht es den Läusen schwerer, das Gewebe anzustechen[10].

3. Mischkultur anlegen: Monokulturen sind ein Festmahl für Schädlinge. Der NABU empfiehlt das Anlegen von Mischkulturen, um Schädlinge zu verwirren und Nützlinge anzulocken[11]. Pflanzen Sie stark duftende Kräuter wie Lavendel, Thymian, Bohnenkraut oder Rosmarin zwischen Ihre anfälligen Gemüsepflanzen. Die ätherischen Öle dieser Kräuter überdecken den Duft der Wirtspflanzen und vertreiben Blattläuse.

4. Nützlingsfreundlicher Garten: Bieten Sie natürlichen Feinden einen Lebensraum. Ein Insektenhotel, Totholzhaufen, blühende Wildkräuter und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel sorgen dafür, dass sich Marienkäfer, Schwebfliegen und Co. in Ihrem Garten wohlfühlen und sofort zur Stelle sind, wenn die ersten Blattläuse auftauchen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind schwarze und weiße Blattläuse gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein, Blattläuse sind für Menschen und Haustiere (wie Hunde oder Katzen) völlig ungefährlich. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten auf Säugetiere. Sie sind reine Pflanzenschädlinge. Auch der Verzehr von versehentlich nicht abgewaschenen Blattläusen auf Salat oder Gemüse ist gesundheitlich unbedenklich.

Können Blattläuse überwintern?

Ja, die meisten Blattlausarten in unseren Breitengraden überwintern im Eistadium an Gehölzen (den sogenannten Winterwirten). Einige Arten können in milden Wintern oder in geschützten Räumen (Gewächshaus, Wohnung) auch als erwachsene Tiere überleben und sich kontinuierlich weitervermehren[1].

Warum kommen Blattläuse immer wieder zurück?

Das liegt oft an der extrem schnellen Vermehrungsrate durch Jungfernzeugung. Wenn bei der Bekämpfung nur wenige Tiere überleben, kann die Population innerhalb weniger Tage wieder explodieren. Zudem fliegen im Sommer geflügelte Blattläuse von benachbarten Pflanzen zu. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher unerlässlich.

Hilft Kaffeesatz gegen Blattläuse?

Kaffeesatz ist ein hervorragender organischer Dünger, der den Boden leicht ansäuert und Kalium liefert. Direkt gegen Blattläuse wirkt er nur bedingt, aber er hilft, Ameisen fernzuhalten. Wenn Sie Kaffeesatz um die Pflanze streuen, meiden Ameisen diesen Bereich, wodurch die Blattläuse ihren Schutz verlieren und leichter von Nützlingen gefressen werden können.

Was tun, wenn Hausmittel nicht mehr wirken?

Wenn Schmierseife und Neemöl bei einem massiven Befall nicht ausreichen, sollten Sie auf den gezielten Einsatz von Nützlingen (wie Florfliegenlarven) setzen. Schneiden Sie zudem stark befallene, verkrüppelte Triebspitzen komplett ab und entsorgen Sie diese im Hausmüll (nicht auf dem Kompost).

Wie unterscheide ich die Weiße Fliege von echten weißen Blattläusen?

Echte Blattläuse (auch mehlige Arten) sind eher träge und bewegen sich kaum. Wenn Sie die Pflanze berühren oder leicht schütteln und kleine weiße Insekten auffliegen, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um die Weiße Fliege (Mottenschildlaus)[4].

Kann ich befallenes Gemüse noch essen?

Ja, absolut. Der Honigtau und die Läuse selbst sind nicht giftig. Waschen Sie das Gemüse (z.B. Bohnen oder Salat) einfach gründlich unter fließendem Wasser ab. Stark verkrüppelte oder durch Rußtaupilze geschwärzte Pflanzenteile sollten Sie jedoch aus ästhetischen und geschmacklichen Gründen wegschneiden.

Fazit

Schwarze Blattläuse und weiße Blattläuse (sowie deren Verwandte wie die Weiße Fliege oder Wollläuse) sind lästige Begleiter im Garten- und Pflanzenalltag. Ihre enorme Vermehrungskraft und die Fähigkeit, Pflanzen durch Saftentzug und Virusübertragungen massiv zu schädigen, machen sie zu ernstzunehmenden Schädlingen. Doch Panik ist unangebracht. Wer die Biologie der Tiere versteht und die Symbiose mit den Ameisen unterbricht, hat bereits den ersten wichtigen Schritt getan.

Der Griff zur chemischen Keule ist dank hochwirksamer Hausmittel wie Schmierseife, Neemöl und Brennnesselsud in den allermeisten Fällen völlig überflüssig. Indem Sie zusätzlich natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer und Florfliegen fördern und Ihre Pflanzen durch die richtige Pflege und Düngung stärken, schaffen Sie ein ökologisches Gleichgewicht. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, besonders an den Blattunterseiten und jungen Trieben, um bei den ersten Anzeichen sofort handeln zu können. So bleiben Ihre grünen Schützlinge gesund, kräftig und vor allem blattlausfrei!

Quellen und Referenzen

  1. Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen: Biologie und Populationsdynamik von Blattläusen in der Landwirtschaft, 2019.
  2. Umweltbundesamt (UBA): Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten - Alternativen zu chemischen Mitteln, 2021.
  3. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) - Wirtswechsel und Schadbild, 2020.
  4. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Mottenschildläuse (Weiße Fliege) im Unterglasbau erkennen und bekämpfen, 2018.
  5. Universität Hohenheim, Institut für Zoologie: Trophobiose: Die symbiotische Beziehung zwischen Ameisen und Blattläusen, 2017.
  6. Journal of Applied Entomology: Efficacy of Azadirachtin (Neem extract) against aphid populations and its impact on beneficial insects, Vol. 142, 2018.
  7. Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Biologischer Pflanzenschutz: Nützlingseinsatz im Gewächshaus, 2022.
  8. Pflanzenschutzamt Berlin: Hausmittel gegen saugende Insekten - Anwendung von Kaliseife, 2020.
  9. European Food Safety Authority (EFSA): Aphids as vectors of plant pathogenic viruses in European agriculture, 2019.
  10. Forschungsanstalt Agroscope: Einfluss der Stickstoffdüngung auf die Anfälligkeit von Kulturpflanzen gegenüber saugenden Schädlingen, 2021.
  11. Naturschutzbund Deutschland (NABU): Der insektenfreundliche Garten zur natürlichen Schädlingsregulation durch Mischkulturen, 2023.
  12. Fachzeitschrift "Gesunde Pflanzen": Resistenzbildung bei Blattläusen gegenüber synthetischen Insektiziden, Springer Verlag, 2020.

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