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Apfelbäume Blattläuse: Die besten Hausmittel & Tipps zur Bekämpfung
mars 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Apfelbäume Blattläuse: Die besten Hausmittel & Tipps zur Bekämpfung

Ein eigener, prächtig blühender Apfelbaum im Garten ist der Traum vieler Hobbygärtner und ein wertvoller Beitrag zur lokalen Biodiversität. Doch die Vorfreude auf eine reiche Ernte wird oft im späten Frühjahr jäh getrübt: Die jungen Triebspitzen kräuseln sich, Blätter verfärben sich gelblich oder rötlich, und ein klebriger Belag überzieht das Laub. Ein genauerer Blick auf die Blattunterseiten offenbart das Problem – eine dichte Kolonie von Blattläusen hat sich angesiedelt. Der Befall durch Blattläuse an Apfelbäumen ist nicht nur ein optischer Makel, sondern kann die Vitalität des Baumes massiv beeinträchtigen, das Triebwachstum hemmen und im schlimmsten Fall zu erheblichen Ernteeinbußen führen. Besonders junge Bäume reagieren empfindlich auf den Saftentzug. Doch bevor man zur chemischen Keule greift, ist es wichtig, die Biologie dieser faszinierenden, wenn auch lästigen Insekten zu verstehen. Mit dem richtigen Wissen über ihre Lebenszyklen, ihre natürlichen Feinde und gezielte ökologische Maßnahmen lässt sich das Gleichgewicht im Garten wiederherstellen, sodass Ihr Apfelbaum gesund bleibt und reiche Früchte trägt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Verschiedene Arten: Am Apfelbaum treten hauptsächlich die Mehlige Apfelblattlaus (sehr schädlich) und die Grüne Apfelblattlaus auf.
  • Schadbild: Eingerollte Blätter, verkrüppelte Triebe, klebriger Honigtau und die Ansiedlung von schwarzen Rußtaupilzen.
  • Natürliche Feinde: Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen sind die effektivsten Helfer bei der Regulation der Population.
  • Ameisen kontrollieren: Ameisen beschützen Blattläuse vor Fressfeinden. Leimringe am Stamm unterbrechen diese Symbiose effektiv.
  • Ökologische Bekämpfung: Hausmittel wie Schmierseifenlösungen, Brennnessel-Kaltwasserauszüge oder Neemöl-Präparate helfen bei akutem Befall, ohne das Ökosystem zu zerstören.

Die Biologie der Blattläuse am Apfelbaum

Um Blattläuse erfolgreich und nachhaltig zu regulieren, muss man ihre Lebensweise kennen. Blattläuse (Aphidoidea) gehören zu den pflanzensaugenden Insekten und besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie gezielt die Phloembahnen (Siebröhren) der Pflanzen anstechen. Der Pflanzensaft im Phloem steht unter hohem Druck und ist extrem zuckerreich, enthält jedoch verhältnismäßig wenige Aminosäuren. Um ihren Eiweißbedarf zu decken, müssen die Läuse enorme Mengen an Pflanzensaft aufnehmen. Den überschüssigen Zucker scheiden sie als klebrigen "Honigtau" wieder aus[1]. Am Apfelbaum (Malus domestica) finden wir in Mitteleuropa primär zwei Arten, die wirtschaftlich und gärtnerisch von Bedeutung sind.

Die Mehlige Apfelblattlaus (Dysaphis plantaginea)

Die Mehlige Apfelblattlaus gilt als der gefährlichste Schädling unter den Blattläusen im Apfelanbau. Sie ist an ihrer rosa bis bläulich-grauen Färbung und der leichten, mehligen Wachsbepuderung zu erkennen. Ihr Lebenszyklus ist hochkomplex und wird als holozyklisch (mit Wirtswechsel) bezeichnet. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium an den Trieben und in den Rindenrissen des Apfelbaums. Bereits im zeitigen Frühjahr, oft parallel zum Knospenaufbruch, schlüpfen die sogenannten Stammmütter (Fundatrices)[2].

Diese Stammmütter vermehren sich parthenogenetisch, also durch Jungfernzeugung. Sie gebären lebende Nachkommen, ohne dass eine Befruchtung stattgefunden hat. Dies führt zu einer explosionsartigen Vermehrung im April und Mai. Laut dem Julius Kühn-Institut (JKI) kann eine einzige Stammmutter den Grundstein für eine Population von mehreren Tausend Tieren innerhalb weniger Wochen legen[3]. Im Frühsommer (Juni/Juli) bilden sich geflügelte Generationen, die den Apfelbaum verlassen und auf ihren Sommerwirt, den Spitzwegerich (Plantago lanceolata), abwandern. Erst im Herbst kehren geflügelte Tiere zum Apfelbaum zurück, wo schließlich eine sexuelle Generation entsteht, die die Wintereier ablegt.

Die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi)

Im Gegensatz zur Mehligen Apfelblattlaus führt die Grüne Apfelblattlaus keinen Wirtswechsel durch; sie bleibt das ganze Jahr über auf dem Apfelbaum (monözische Lebensweise). Sie ist leuchtend grün gefärbt und besiedelt vorzugsweise die jungen, noch weichen Triebspitzen und Wasserschosse. Obwohl auch sie Honigtau produziert und das Wachstum hemmen kann, sind die von ihr verursachten Schäden meist weniger dramatisch als die der Mehligen Apfelblattlaus[4]. Dennoch kann ein massiver Befall bei jungen Bäumen zu einem kompletten Wachstumsstillstand führen.

Nahaufnahme einer Kolonie der Grünen Apfelblattlaus an einem jungen Apfelbaumtrieb
Die Grüne Apfelblattlaus besiedelt bevorzugt die weichen, jungen Triebspitzen und saugt dort den zuckerhaltigen Pflanzensaft.

Schadbilder erkennen: Wie Blattläuse den Baum schädigen

Der Schaden, den Blattläuse anrichten, ist vielschichtig und geht weit über den reinen Saftentzug hinaus. Die Symptome variieren je nach Blattlausart, sind aber in der Regel leicht zu diagnostizieren, wenn man weiß, worauf man achten muss.

  • Blattdeformationen: Beim Saugen injizieren Blattläuse, insbesondere die Mehlige Apfelblattlaus, Speichel in das Pflanzengewebe. Dieser Speichel enthält Enzyme und pflanzenhormonähnliche Stoffe, die das Wachstum der Zellen stören. Die Folge sind stark gekräuselte, blasig aufgetriebene und oft rötlich verfärbte Blätter. Diese eingerollten Blätter dienen den Läusen gleichzeitig als perfektes Versteck vor Witterung und Fressfeinden[5].
  • Fruchtschäden: Wenn die Läuse in der Nähe der Blüten- und Fruchtbüschel saugen, werden die jungen Äpfel in ihrer Entwicklung gestört. Es entstehen sogenannte "Lausäpfel" – kleine, verkrüppelte, oft beulige Früchte, die nicht mehr ausreifen und vorzeitig abfallen. Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) warnt, dass ein unkontrollierter Befall durch die Mehlige Apfelblattlaus zu Ernteverlusten von bis zu 80 % führen kann[6].
  • Honigtau und Rußtaupilze: Der massenhaft ausgeschiedene Honigtau überzieht Blätter und Früchte mit einem klebrigen Film. Auf diesem zuckerhaltigen Substrat siedeln sich rasch Schwärzepilze (Rußtaupilze) an. Der schwarze Belag behindert die Photosynthese der Blätter massiv, was den Baum zusätzlich schwächt[7].
  • Virusübertragung: Blattläuse sind bekannte Vektoren (Überträger) für verschiedene Pflanzenviren. Durch den ständigen Wechsel von Pflanze zu Pflanze können sie Viren in ihrem Stechrüssel transportieren und gesunde Bäume infizieren.
Gekräuseltes und rötlich verfärbtes Apfelblatt mit klebrigem Honigtau und schwarzem Rußtaupilz durch Blattlausbefall
Typisches Schadbild: Die Blätter rollen sich ein, verfärben sich rötlich und werden von klebrigem Honigtau überzogen.

Vorbeugende Maßnahmen: Den Apfelbaum stärken

Der beste Pflanzenschutz beginnt lange bevor die erste Blattlaus schlüpft. Ein gesunder, vitaler Baum verfügt über natürliche Abwehrmechanismen und ist weniger anfällig für Schädlinge. Die Vorbeugung stützt sich auf pflanzenbauliche und pflegerische Maßnahmen.

Die richtige Düngung

Ein häufiger Fehler im Hausgarten ist die übermäßige Gabe von stickstoffbetonten Düngern. Stickstoff fördert ein mastiges, weiches Triebwachstum. Genau dieses weiche Gewebe ist für Blattläuse besonders leicht anzustechen und extrem nährstoffreich. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, auf stark stickstoffhaltige Kunstdünger zu verzichten und stattdessen auf organische Düngung (wie reifen Kompost) zu setzen, die die Nährstoffe langsam und bedarfsgerecht abgibt[8]. Eine ausgewogene Kaliumversorgung stärkt zudem die Zellwände und macht es den Läusen schwerer, an den Pflanzensaft zu gelangen.

Fachgerechter Baumschnitt

Ein regelmäßiger, fachgerechter Winterschnitt sorgt für eine lockere, gut durchlüftete Krone. Dies hat zwei Vorteile: Erstens trocknet das Laub nach Regen schneller ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Zweitens finden Nützlinge wie Vögel und Raubinsekten ihre Beute in einer lichten Krone viel leichter. Zudem sollten sogenannte "Wasserschosse" (steil nach oben wachsende, weiche Triebe) im Sommer (Juniriss) entfernt werden, da diese bevorzugte Besiedlungsorte für die Grüne Apfelblattlaus darstellen[9].

Tipp: Winterquartiere reduzieren

Da die Mehlige Apfelblattlaus als Ei in Rindenrissen überwintert, kann das vorsichtige Abbürsten loser Rindenschuppen an älteren Bäumen im Spätwinter den Befallsdruck im Frühjahr deutlich senken. Verwenden Sie hierfür eine weiche Draht- oder harte Wurzelbürste, um das darunterliegende Kambium nicht zu verletzen.

Die Rolle der Ameisen: Beschützer der Blattläuse

Wer Blattläuse bekämpfen will, muss sich zwingend auch mit Ameisen beschäftigen. Zwischen Ameisen und Blattläusen besteht eine klassische Symbiose, die in der Biologie als Trophobiose bezeichnet wird. Die Ameisen "melken" die Blattläuse, indem sie diese mit ihren Fühlern betrillen, woraufhin die Laus einen Tropfen zuckerreichen Honigtau abgibt. Dieser Honigtau ist eine wichtige Kohlenhydratquelle für das Ameisenvolk.

Als Gegenleistung für diese Nahrungsquelle bewachen die Ameisen die Blattlauskolonien aggressiv. Sie vertreiben natürliche Feinde wie Marienkäferlarven oder Schlupfwespen und tragen Blattläuse sogar aktiv zu neuen, unbesiedelten Trieben, um neue "Weidegründe" zu erschließen. Forschungen der Justus-Liebig-Universität Gießen haben gezeigt, dass Blattlauspopulationen, die von Ameisen gepflegt werden, um ein Vielfaches schneller wachsen als unbewachte Kolonien[10].

Achtung: Leimringe rechtzeitig anbringen!

Um diese Symbiose zu unterbrechen, ist das Anbringen von Leimringen am Stamm des Apfelbaums eine hochwirksame Methode. Der Leimring verhindert, dass die Ameisen in die Krone aufsteigen können. Ohne den Schutz der Ameisen sind die Blattläuse ihren natürlichen Feinden schutzlos ausgeliefert. Bringen Sie den Leimring bereits im zeitigen Frühjahr (März/April) an und kontrollieren Sie regelmäßig, ob er nicht durch Blätter oder Schmutz überbrückt wurde.

Natürliche Gegenspieler: Nützlinge gezielt fördern

In einem intakten Ökosystem reguliert sich ein Blattlausbefall oft von selbst, sobald die natürlichen Feinde auf den Plan treten. Das Problem im Frühjahr ist lediglich eine zeitliche Verzögerung: Blattläuse vermehren sich bereits bei kühleren Temperaturen rasant, während die Nützlinge etwas mehr Wärme benötigen, um aktiv zu werden. Geduld ist hier oft die beste Tugend. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen betont, dass der Einsatz von Nützlingen die nachhaltigste Form der Schädlingsregulation im Obstbau darstellt[11].

Die wichtigsten Nützlinge im Überblick

  • Marienkäfer (Coccinellidae): Sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven sind wahre Fressmaschinen. Eine einzige Marienkäferlarve (die optisch an kleine, schwarz-orangefarbene Krokodile erinnert) vertilgt während ihrer Entwicklung bis zu 800 Blattläuse.
  • Florfliegen (Chrysopidae): Die filigranen, grünlichen Insekten mit den großen Netzflügeln legen ihre Eier an langen Stielen in der Nähe von Blattlauskolonien ab. Die schlüpfenden Larven werden treffend als "Blattlauslöwen" bezeichnet und saugen hunderte Läuse aus.
  • Schwebfliegen (Syrphidae): Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen und sind wichtige Bestäuber. Ihre blinden, madenartigen Larven hingegen ernähren sich ausschließlich von Blattläusen.
  • Schlupfwespen (Ichneumonidae): Diese winzigen Wespen legen ihre Eier direkt in die lebende Blattlaus. Die Wespenlarve frisst die Laus von innen auf. Zurück bleibt eine aufgedunsene, hellbraune Hülle, die sogenannte "Blattlausmumie".
  • Ohrwürmer (Dermaptera): Oft zu Unrecht als Schädlinge verschrien, sind Ohrwürmer nachtaktive Jäger, die große Mengen an Blattläusen vertilgen.

Um diese Nützlinge in den Garten zu locken, empfiehlt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Anlage von Blühstreifen mit heimischen Wildkräutern (wie Schafgarbe, Wilde Möhre, Dill), da viele Nützlinge im Erwachsenenstadium auf Nektar und Pollen angewiesen sind[12]. Auch das Aufhängen von umgedrehten, mit Holzwolle gefüllten Blumentöpfen im Apfelbaum bietet Ohrwürmern ein ideales Tagesversteck.

Ökologische und biologische Bekämpfungsmethoden

Wenn der Befall überhandnimmt, der Baum sichtlich leidet und die Nützlinge noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, kann ein Eingreifen erforderlich sein. Im biologischen Pflanzenschutz stehen hierfür verschiedene, umweltschonende Präparate und Hausmittel zur Verfügung, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) für den Hausgarten empfiehlt[13].

1. Mechanische Entfernung

Bei einem beginnenden, leichten Befall reicht es oft aus, die Läuse mit einem harten Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch abzuspritzen. Die Läuse fallen zu Boden und schaffen es meist nicht, den Baum wieder zu erklimmen. Alternativ können stark befallene, eingerollte Triebspitzen einfach mit der Gartenschere abgeschnitten und im Hausmüll (nicht auf dem Kompost!) entsorgt werden.

2. Schmierseifen-Lösung (Kaliseife)

Ein bewährtes Hausmittel ist eine Lösung aus reiner Schmierseife (ohne Duft- und Zusatzstoffe). Die Seifenlösung verklebt die Atmungsorgane (Tracheen) der Blattläuse, sodass diese ersticken.
Rezept: Lösen Sie 50 Gramm reine Schmierseife in einem Liter warmem Wasser auf. Nach dem Abkühlen kann die Lösung mit einer Sprühflasche unverdünnt auf die befallenen Stellen aufgetragen werden. Wichtig: Die Läuse müssen direkt getroffen werden. Sprühen Sie am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, um Verbrennungen der Blätter durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

3. Brennnessel-Kaltwasserauszug

Brennnesseln enthalten Kieselsäure und Ameisensäure, die eine abwehrende Wirkung auf Blattläuse haben.
Rezept: Weichen Sie etwa 1 Kilogramm frische Brennnesseln (oder 200 g getrocknete) in 10 Litern Wasser ein. Lassen Sie den Ansatz nur 12 bis 24 Stunden ziehen (nicht gären lassen, sonst wird es zur Jauche, die als Dünger, aber nicht als Spritzmittel dient!). Gießen Sie den Sud durch ein Sieb und sprühen Sie ihn unverdünnt auf den Apfelbaum. Diese Behandlung kann alle paar Tage wiederholt werden.

4. Neemöl-Präparate

Neemöl wird aus den Samen des indischen Niembaums gewonnen und enthält den Wirkstoff Azadirachtin. Dieser Stoff wirkt nicht sofort tödlich, sondern greift in den Hormonhaushalt der Blattläuse ein. Er stoppt den Fraß, verhindert die Häutung und unterbindet die Fortpflanzung. Neem-Präparate sind im Handel erhältlich und sollten exakt nach Herstellerangaben dosiert werden. Sie gelten als nützlingsschonend, da sie nur auf saugende Insekten wirken[14].

Chemische Insektizide: Warum sie die letzte Wahl sein sollten

Im Handel finden sich zahlreiche chemisch-synthetische Insektizide (oft als "Schädlingsfrei" deklariert). Diese wirken meist systemisch, das heißt, der Wirkstoff wird von der Pflanze aufgenommen und verteilt sich im Saftstrom. Die Blattlaus saugt den giftigen Saft und stirbt. Obwohl diese Mittel sehr effektiv sind, raten Experten wie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Hausgarten dringend von ihrem Einsatz ab[15].

Der Grund ist einfach: Breitbandinsektizide töten nicht nur die Blattläuse, sondern auch deren natürliche Feinde. Da sich Blattläuse viel schneller vermehren als Marienkäfer oder Florfliegen, kommt es nach dem Einsatz von Chemie oft zu einem sogenannten "Rebound-Effekt". Die Blattläuse kehren zurück, finden aber keine natürlichen Feinde mehr vor und vermehren sich noch explosionsartiger als zuvor. Zudem können Rückstände der Pflanzenschutzmittel in die Äpfel gelangen, was dem Gedanken des gesunden Eigenanbaus widerspricht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Sind Äpfel von einem Baum mit Blattlausbefall noch essbar?

Ja, absolut. Die Blattläuse selbst befallen in der Regel nicht die Frucht, sondern die Blätter und Triebe. Sollte Honigtau oder Rußtaupilz auf die Äpfel getropft sein, lässt sich dieser Belag vor dem Verzehr einfach mit warmem Wasser abwaschen. Die Qualität des Fruchtfleisches wird dadurch nicht beeinträchtigt.

2. Wann ist der beste Zeitpunkt, um gegen Blattläuse vorzugehen?

Der kritischste Zeitraum ist das Frühjahr (April bis Mai), kurz vor und während der Blüte, wenn die Stammmütter schlüpfen. Wenn Sie hier frühzeitig eingreifen (z.B. durch Leimringe gegen Ameisen oder sanfte Seifenlösungen), können Sie eine Massenvermehrung im Sommer verhindern. Im Hochsommer reguliert sich das Problem oft durch abwandernde Läuse und aktive Nützlinge von selbst.

3. Helfen Kaffeesatz oder Knoblauch gegen Blattläuse?

Kaffeesatz ist ein hervorragender organischer Dünger, der den Baum stärkt, hat aber keine direkte abtötende Wirkung auf Blattläuse. Ein Sud aus Knoblauchzehen wird oft als Hausmittel empfohlen, da der starke Geruch die Läuse vertreiben soll. Die wissenschaftliche Beleglage für die Wirksamkeit von Knoblauchsud ist jedoch dünn; Schmierseife oder Neemöl sind deutlich zuverlässiger.

4. Warum rollen sich die Blätter ein und was bedeutet das für die Bekämpfung?

Das Einrollen wird durch den Speichel der Mehligen Apfelblattlaus verursacht. Für die Bekämpfung ist dies problematisch, da Kontaktmittel (wie Schmierseife) die Läuse im Inneren der Blattrollen nicht mehr erreichen. Daher ist es wichtig, den Baum frühzeitig zu kontrollieren und zu behandeln, bevor sich die Blätter stark einrollen.

5. Kann ein Blattlausbefall den Apfelbaum töten?

Ein ausgewachsener, gesunder Apfelbaum stirbt nicht an einem Blattlausbefall, auch wenn er vorübergehend unansehnlich aussieht und Ertragseinbußen erleidet. Bei sehr jungen, frisch gepflanzten Bäumen kann ein massiver Befall jedoch zu einem kompletten Wachstumsstopp und im Extremfall zum Absterben führen, da der Baum noch nicht über ausreichende Reserven verfügt.

6. Was tun gegen die schwarzen Beläge auf den Blättern?

Die schwarzen Beläge sind Rußtaupilze, die sich vom Honigtau der Läuse ernähren. Sie verschwinden von selbst, sobald die Blattläuse (und damit die Honigtauquelle) beseitigt sind. Der nächste kräftige Regen wäscht die Pilzbeläge dann nach und nach ab.

7. Sollte ich befallene Blätter auf den Kompost werfen?

Es ist besser, stark befallene, abgeschnittene Triebspitzen in der Biotonne oder im Restmüll zu entsorgen. Auf einem kühlen Komposthaufen könnten die Läuse überleben und sich weiterverbreiten. Nur bei einer professionellen Heißkompostierung werden die Schädlinge sicher abgetötet.

Fazit

Blattläuse am Apfelbaum sind ein weit verbreitetes Phänomen, das jeden Gärtner früher oder später beschäftigt. Doch Panik ist unangebracht. Wer die Zusammenhänge in der Natur versteht, erkennt, dass Blattläuse auch eine wichtige Nahrungsquelle für viele nützliche Insekten und Vögel darstellen. Der Schlüssel zu einem gesunden Apfelbaum liegt in der Vorbeugung: Eine ausgewogene Nährstoffversorgung, ein fachgerechter Schnitt und die Förderung der Artenvielfalt im Garten schaffen ein robustes Ökosystem. Wenn Sie zusätzlich die Ameisen durch Leimringe fernhalten und bei akutem Befall auf sanfte Hausmittel wie Schmierseife oder Brennnesselsud zurückgreifen, haben Sie die Situation schnell im Griff. Verzichten Sie der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit zuliebe auf chemische Insektizide. Beobachten Sie Ihren Baum aufmerksam, greifen Sie bei Bedarf frühzeitig, aber maßvoll ein, und freuen Sie sich auf eine reiche, unbeschwerte Apfelernte im Herbst!

Quellen und Referenzen

  1. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Pflanzensaftsauger und Honigtauproduktion im Obstbau, 2019.
  2. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Blattlausarten im Kernobst: Erkennung und Biologie, 2021.
  3. Julius Kühn-Institut (JKI), Krankheiten und Schädlinge am Apfel - Populationsdynamik der Mehligen Apfelblattlaus, 2020.
  4. Obstbauversuchsring des Alten Landes (OVR), Schädlingsdruck und Schnittmaßnahmen im integrierten Apfelanbau, 2018.
  5. Julius Kühn-Institut (JKI), Biochemische Interaktionen zwischen Pflanzensaugern und Wirtspflanzen, 2022.
  6. Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB), Regulierung der Mehligen Apfelblattlaus im Erwerbsobstbau, 2021.
  7. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Rußtaupilze und ihre Auswirkungen auf die Photosyntheseleistung, 2017.
  8. Umweltbundesamt, Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten: Vorbeugende Maßnahmen, 2020.
  9. Obstbauversuchsring des Alten Landes (OVR), Sommerschnitt und Wasserschosse als Prävention, 2019.
  10. Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Insektenbiotechnologie, Symbiose zwischen Ameisen und Blattläusen (Trophobiose), 2021.
  11. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Nützlingseinsatz im Obstbau zur Schädlingsregulation, 2022.
  12. Naturschutzbund Deutschland (NABU), Förderung von Nützlingen im naturnahen Garten, 2023.
  13. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Pflanzenschutz im Bio-Obstbau: Hausmittel und biologische Präparate, 2021.
  14. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Wirkungsweise von Azadirachtin (Neem) auf saugende Insekten, 2020.
  15. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Risiken chemisch-synthetischer Insektizide für Nützlingspopulationen, 2022.

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