Fakten (kompakt)
- Die historische Ausbreitung der Art erreichte Griechenland um 350 v. Chr. durch die Feldzüge Alexanders des Großen, England Mitte des 16. Jahrhunderts und Amerika im frühen 17. Jahrhundert. - Chemisch wird das charakteristische Aroma durch spezifische Verbindungen wie Linalool, Eugenol und Estragol bestimmt, deren Konzentration je nach Sorte variiert. - In Indien, dem wahrscheinlichen Ursprungsland der Pflanze, nimmt sie in alten Traditionen einen heiligen Status ein. - Das wissenschaftliche Interesse an der Art spiegelt sich in über 3.000 Publikationen wider, die Anwendungen von der Lebensmittelkonservierung bis zur Schädlingsbekämpfung untersuchen. - Pharmakologische Studien schreiben der Pflanze spezifische antidiabetische, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zu. - In der traditionellen Medizin von Brasilien, Indonesien und Indien werden Zubereitungen gezielt gegen Fieber, Erkältungen und Verdauungsstörungen eingesetzt. - Morphologisch weisen die trichterförmigen Blütenkronen eine Länge von 7 bis 8 Millimetern auf, während sich der Kelch im Fruchtstadium auf etwa 6 Millimeter vergrößert. - Neben den Standardgrößen existieren Zwergsorten, die extrem kompakt wachsen und Höhen von unter 15 Zentimetern bleiben. - Ein regelmäßiges Beschneiden ist im Anbau essentiell, um die Blüte zu verhindern, da diese die Qualität der Blätter mindern würde. - Die Pflanze toleriert eine weite Bodenchemie mit pH-Werten von 4,3 bis 8,2.[9]
Das Basilikum (*Ocimum basilicum* L.) ist eine Art aus der Gattung *Ocimum* innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[2][1] Der wissenschaftliche Gattungsname sowie die deutsche Bezeichnung leiten sich vom altgriechischen Begriff *basilikón phytón* ab, was „königliche Pflanze“ bedeutet und auf das Wort *basileus* (König) zurückgeht. Diese Etymologie spiegelt die historische Wertschätzung der Pflanze wider, die über das lateinische *basilicum* in den europäischen Sprachraum gelangte.[2] Im englischen Sprachraum ist die Art als „Sweet Basil“ bekannt, während sie im Italienischen *basilico* genannt wird. Taxonomisch wird *Ocimum basilicum* von verwandten Spezies wie dem Indischen Basilikum oder Tulsi (*Ocimum tenuiflorum*) und dem Afrikanischen Basilikum (*Ocimum americanum*) abgegrenzt.[3] Die Art zeigt eine hohe Variabilität und umfasst diverse Unterarten und Varietäten, darunter das als Thai-Basilikum bekannte *Ocimum basilicum* var. *thyrsiflora*. Historische Belege für die Nutzung reichen bis zu 5.000 Jahre auf den indischen Subkontinent zurück, wobei frühe schriftliche Erwähnungen bereits im ägyptischen Papyrus Ebers (ca. 1550 v. Chr.) zu finden sind. Aufgrund der für die Familie typischen quadratischen Stängel wird die Pflanze gelegentlich mit Minzen (*Mentha* spp.) verwechselt, unterscheidet sich jedoch deutlich durch ihre Blütenstände und Samenmorphologie.[1] Genetische Untersuchungen bestätigen den Ursprung der Gattung in Asien mit einer späteren Ausbreitung nach Afrika und Amerika.[3]
Ocimum basilicum wächst als aufrechte, krautige Pflanze mit einem buschigen Habitus und erreicht typischerweise Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern.[1][2] Die Stängel weisen den für Lippenblütler charakteristischen quadratischen Querschnitt auf, sind hohl, dünn und variieren in der Färbung von Grün bis zu violetten Tönen.[2] Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach, eiförmig bis lanzettlich oder elliptisch geformt und messen 15 bis 50 Millimeter in der Länge sowie 1 bis 3 Zentimeter in der Breite.[1][2] Sie sitzen an bis zu 2 Zentimeter langen Blattstielen und besitzen spitz zulaufende Enden sowie glatte bis spärlich gesägte Ränder. Die Blattoberfläche erscheint meist glänzend und ist mit glandulären Punktierungen versehen, welche die ätherischen Öle enthalten. Die Blütenstände bilden endständige, quirlige Trauben oder Ähren, in denen die Blüten in dichten Wirteln angeordnet sind. Die einzelnen, lippenförmigen Blütenkronen sind trichterförmig, etwa 7 bis 8 Millimeter lang und zeigen Färbungen von Weiß über Rosa bis Lavendel. Der Kelch (Calyx) ist insbesondere am Schlund behaart und vergrößert sich während der Fruchtbildung auf etwa 6 Millimeter.[2] Als Früchte werden kleine, abgerundete Nüsschen in einer Spaltfrucht (Schizokarp) gebildet, die in vier Teile zerfällt und schwarze Samen freigibt. Morphologisch lässt sich Ocimum basilicum vom verwandten Indischen Basilikum (Ocimum tenuiflorum) abgrenzen, da letzteres behaarte Blätter und Stängel sowie einen eher an Nelken erinnernden Geruch aufweist. Das ähnliche Ocimum americanum unterscheidet sich durch kleinere, leicht behaarte Blätter, einen kompakteren Wuchs und einen Zitrusduft. Von Gattungen wie der Minze (Mentha) ist das Basilikum durch die verlängerten, ährenartigen Blütenstände und die spezifische Form der Nüsschen zu unterscheiden.[1]
Basilikum (*Ocimum basilicum*) ist eine wirtschaftlich bedeutende Kulturpflanze, die jedoch anfällig für diverse Schädlinge und Krankheiten ist, was ein gezieltes Management erfordert. Zu den häufigsten Schädlingen zählen Blattläuse, die Viren übertragen und Blattverformungen verursachen, sowie Spinnmilben, die bei heißem, trockenem Klima Sprenkelungen und Gespinste bilden. Japanische Käfer können zudem die Blätter skelettieren, indem sie das Gewebe zwischen den Adern fressen.[1] Eine der gravierendsten Bedrohungen im Anbau ist der Falsche Mehltau (*Peronospora belbahrii*), der sich durch gelbliche Blattoberseiten und einen charakteristischen grau-violetten Sporenbelag auf der Unterseite äußert.[2] Bakterielle Blattfleckenkrankheiten, verursacht durch *Pseudomonas cichorii* oder *Xanthomonas*-Arten, zeigen sich als wässrige, später dunkle und eckige Läsionen, die sich bei Nässe rasch ausbreiten.[8] Zur baulichen und kulturellen Prävention ist ein Pflanzabstand von 30 bis 45 cm essenziell, um die Luftzirkulation zu verbessern und Feuchtigkeitsstau im Bestand zu verhindern.[3] Überkopf-Bewässerung sollte strikt vermieden werden, um die Blattnässe zu minimieren, da diese Pilzinfektionen fördert. Im Rahmen des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM) werden resistente Sorten wie 'Prospera' sowie regelmäßige Fruchtfolgen empfohlen, um den Krankheitsdruck zu senken.[2] Biologische Bekämpfungsmaßnahmen umfassen den Einsatz von Neemöl oder insektiziden Seifen, die weichhäutige Insekten bei Kontakt ersticken, ohne Nützlinge stark zu beeinträchtigen.[1] Kupferhaltige Fungizide können präventiv gegen bakterielle Infektionen eingesetzt werden, erfordern jedoch eine regelmäßige Applikation.[8] Paradoxerweise wirkt die Pflanze selbst als Nützling: Ihre ätherischen Öle zeigen repellierende Eigenschaften gegen Mückenarten wie *Aedes aegypti* und *Anopheles*. Wurzelextrakte von *Ocimum basilicum* wirken zudem nematozid und können die Entwicklung von Wurzelgallennematoden in Gemüsekulturen signifikant unterdrücken.[3] Patente beschreiben ferner Verfahren zur Herstellung von insektenabweisenden Mitteln auf Basis ausgekochter Pflanzenteile in Kombination mit Pyrethrum-Extrakten.[1] Gesundheitlich ist zu beachten, dass hohe Dosen des Inhaltsstoffs Eugenol leberschädigend wirken und die Blutgerinnung beeinflussen können. Personen, die Antikoagulanzien wie Warfarin einnehmen, sollten daher beim medizinischen Einsatz von hochkonzentrierten Basilikumextrakten Vorsicht walten lassen.[2]