Blauregen –Wisteria floribunda
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Classification taxonomique
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Fabales (Fabales)
Familie
Fabaceae
Gattung
Wisteria
Art
Wisteria floribunda
Wissenschaftlicher Name:
Wisteria floribunda (Willd.) DC.
Akzeptierter Name
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Einleitung
*Wisteria floribunda* (englisch: Japanese wisteria) ist eine laubabwerfende, verholzende Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die ursprünglich in Japan beheimatet ist.[1][2] Die Art wird wegen ihrer langen, hängenden Blütentrauben als Zierpflanze geschätzt, gilt jedoch in Teilen der südöstlichen Vereinigten Staaten als invasiv, da sie dichte Dickichte bildet und heimische Gehölze verdrängt.[1][3] Von der verwandten Art *Wisteria sinensis* unterscheidet sie sich durch ihre im Uhrzeigersinn windenden Triebe.[4]
Fakten (kompakt)
- Die Einführung der Art als Zierpflanze in die Vereinigten Staaten datiert auf etwa 1830. - Historisch wurde die Pflanze bereits 1784 von Carl Peter Thunberg in der *Flora Japonica* referenziert, basierend auf Berichten von Engelbert Kaempfer aus dem Jahr 1712, jedoch ohne binäre Benennung. - Alle Teile der Pflanze sind für Menschen und Tiere giftig und verursachen bei Verzehr gastrointestinale Beschwerden. - Die gefiederten Blätter setzen sich spezifisch aus 13 bis 19 Einzelblättchen zusammen. - In den Samenhülsen befinden sich jeweils ein bis acht harte Samen, die zur Ausbreitung beitragen. - Zuchtformen (Kultivare) bieten neben der Wildform auch Blütenfarben in Weiß, Rosa und Purpur an. - *Wisteria floribunda* toleriert Boden-pH-Werte im Bereich von 5,0 bis 8,0. - Taxonomisch wird die Gattung innerhalb der Unterfamilie Faboideae der Tribus Wisterieae zugeordnet, was sie von verwandten Gattungen wie *Millettia* und *Pachyrhizus* unterscheidet. - Zu den akzeptierten Synonymen zählen *Kraunhia floribunda*, *Rehsonia floribunda*, *Dolichos japonicus* und *Millettia floribunda*.[13]
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Wisteria floribunda* (Willd.) DC. Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1802 durch Carl Ludwig Willdenow unter dem Basionym *Glycine floribunda*. Augustin Pyramus de Candolle stellte die Art 1825 in die neu etablierte Gattung *Wisteria*.[2] Der Gattungsname *Wisteria* wurde 1818 von Thomas Nuttall zu Ehren des amerikanischen Anatomen Caspar Wistar geprägt.[5] Das Art-Epitheton *floribunda* leitet sich vom lateinischen Wort *flōribundus* ab, was „reich blühend“ bedeutet und auf die langen Blütenstände anspielt. Zu den dokumentierten Synonymen zählen *Kraunhia floribunda* (Willd.) Taub., *Rehsonia floribunda* (Willd.) Stritch, *Dolichos japonicus* Spreng. und *Millettia floribunda* Benth. Historisch erwähnte bereits Carl Peter Thunberg die Pflanze 1784 in seiner *Flora Japonica* auf Basis von Engelbert Kaempfers Berichten aus dem Jahr 1712, jedoch ohne ihr einen binären Namen zuzuweisen.[2] Systematisch wird *Wisteria floribunda* der Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler) und der Unterfamilie Faboideae zugeordnet. Innerhalb dieser Unterfamilie gehört sie zur Tribus Wisterieae, wodurch sie sich von verwandten Gattungen wie *Millettia* unterscheidet.[3] Im englischen Sprachraum ist die Art als „Japanese wisteria“ bekannt, während sie in Japan als *fuji* bezeichnet wird.[1][6] Die früher gelegentlich mit *W. floribunda* verwechselte *Wisteriopsis japonica* wird heute als eigenständige Art in der separaten Gattung *Wisteriopsis* geführt.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Wisteria floribunda ist eine sommergrüne, verholzende Liane, die Wuchshöhen von 8 bis 10 Metern, unter optimalen Bedingungen bis zu 30 Metern erreicht.[3][4] Die Stämme können einen Durchmesser von bis zu 38 cm entwickeln und winden sich charakteristisch im Uhrzeigersinn um ihre Stützen, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Arten darstellt.[3][1] Junge Triebe erscheinen zunächst schlank, braun und dicht behaart, bevor sie verkahlen und zu robusten, holzigen Strukturen heranreifen. Die Rinde älterer Stämme ist weißlich, glatt und mit auffälligen Lentizellen versehen, die als helle Punkte sichtbar sind.[4] Die wechselständig angeordneten, unpaarig gefiederten Laubblätter sind typischerweise 20 bis 30 cm lang und bestehen aus 13 bis 19 eiförmigen bis elliptischen Fiederblättchen.[7][2] Diese Einzelblättchen messen 2 bis 6 cm in der Länge, besitzen leicht gewellte Ränder und nehmen im Herbst vor dem Abwurf eine gelbe Färbung an.[1][4] Die Blütenstände bilden 20 bis 50 cm lange, hängende Trauben, die bei besonders wüchsigen Exemplaren auch Längen von über 80 cm erreichen können.[3][4] Jede Traube trägt 100 bis 170 zygomorphe Einzelblüten von 1,5 bis 2 cm Länge, die den typischen Schmetterlingsblütenaufbau mit Fahne, Flügeln und Schiffchen zeigen. Die meist violett bis violett-blau gefärbten Blüten verströmen einen traubenartigen Duft und öffnen sich sukzessive von der Basis zur Spitze des Blütenstandes.[1][4] Nach der Blüte entwickeln sich 10 bis 15 cm lange, samtig behaarte Hülsenfrüchte, die zur Basis hin verschmälert sind und Einschnürungen zwischen den Samen aufweisen.[3][4] Die zunächst grünen, später braunen Schoten enthalten ein bis acht harte, flache und runde Samen mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm. Zur Samenreife im Spätsommer reißen die trockenen Hülsen explosiv auf und verdrehen sich, um das Saatgut freizusetzen.[3] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung vom Chinesischen Blauregen (*Wisteria sinensis*) ist die Windungsrichtung: Während *W. floribunda* rechtswindend wächst, windet *W. sinensis* linkswindend.[1] Zudem unterscheidet sich die Art durch die höhere Anzahl an Fiederblättchen (13–19 gegenüber weniger bei *W. sinensis*) und das sukzessive Aufblühen der Trauben, während sich bei *W. sinensis* fast alle Blüten gleichzeitig öffnen.[1][4]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Obwohl *Wisteria floribunda* in ihrem nativen Verbreitungsgebiet als Zierpflanze geschätzt wird, gilt sie in Teilen der südöstlichen USA als invasive Art, die native Ökosysteme bedroht.[3] Das Schadpotenzial resultiert aus dem aggressiven Wachstum, bei dem die Lianen Wirtsbäume umschlingen und durch Girdling (Ringelung) den Nährstofffluss abschnüren oder diese durch ihr hohes Gewicht zu Fall bringen.[3][11] Durch die Bildung dichter Dickichte beschattet die Pflanze den Unterwuchs, verdrängt heimische Vegetation und reduziert die Biodiversität in Waldrändern und Uferzonen. Medizinisch relevant ist die Toxizität aller Pflanzenteile, insbesondere der Samen und Hülsen, die Lektine und das Glykosid Wisterin enthalten. Der Verzehr bereits geringer Mengen (zwei bis drei Samen) kann beim Menschen zu schwerer gastrointestinaler Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und in extremen Fällen zum Kollaps führen.[3][6] Für Haustiere besteht ebenfalls Lebensgefahr, wobei veterinärmedizinische Berichte darauf hinweisen, dass mehr als fünf Samen für Hunde tödlich sein können.[12][3] Befallsanzeichen sind die im Uhrzeigersinn windenden Triebe sowie samtige, 10 bis 15 cm lange Hülsenfrüchte, die auch nach dem Laubabwurf im Winter an der Pflanze verbleiben.[3][1] Die Ausbreitung erfolgt vegetativ über lange Ausläufer (Stolonen) sowie generativ durch explosive Schotenöffnung, die Samen mehrere Meter weit schleudert.[3][6] Präventiv sollten Gärtner in gefährdeten Regionen auf den Anbau verzichten oder Wurzelsperren installieren, um eine vegetative Ausbreitung in benachbarte Naturräume zu verhindern.[1] Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen umfassen das wiederholte Schneiden der Lianen nahe der Bodenoberfläche, wobei das bloße Kappen oft zu starkem Stockausschlag führt.[3][6] Für eine dauerhafte Entfernung ist das vollständige Ausgraben des Wurzelsystems notwendig, was aufgrund der tiefreichenden Wurzeln arbeitsintensiv ist.[6] Chemische Verfahren beinhalten die Applikation von systemischen Herbiziden wie Glyphosat oder Triclopyr direkt auf die frischen Schnittflächen der Stümpfe (Cut-Stump-Methode).[3][4] Ein integriertes Management erfordert oft mehrjährige Nachkontrollen, da *W. floribunda* aus verbliebenen Wurzelresten regenerieren kann.[3] Trotz der Invasivität fungiert die Art als Nützling, indem sie durch Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien Stickstoff fixiert und Bienen als Nahrungsquelle dient.[1][5]
Blauregen Images et photos d'observations réelles
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Biologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzung von *Wisteria floribunda* erfolgt sexuell durch entomophile Bestäubung, wobei vorwiegend langrüsselige Bienen wie Hummeln (*Bombus* spp.) und Holzbienen (*Xylocopa* spp.) als Vektoren dienen.[1][5] Aufgrund der speziellen Blütenmorphologie ist eine Vibrationsbestäubung ('buzz pollination') mit einer Frequenz von 300–400 Hz erforderlich, um den Pollen aus den Antheren freizusetzen.[5] Da viele Genotypen selbstinkompatibel sind, ist eine Fremdbestäubung für die Bildung lebensfähiger Samen zwingend notwendig. Nach erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich 10–15 cm lange, samtige Hülsenfrüchte, die 1–8 harte Samen enthalten und im Spätherbst durch explosive Dehiszenz aufplatzen, um die Samen zu verbreiten. Die Samen weisen eine durch die harte Schale bedingte Dormanz auf, weshalb in der Natur oder Kultur eine Skarifizierung (mechanische Verletzung der Schale) die Keimrate signifikant auf bis zu 80 % erhöht.[3] Der Lebenszyklus umfasst eine ausgeprägte juvenile Phase; aus Samen gezogene Pflanzen benötigen bis zur ersten Blüte oft 10–20 Jahre, während vegetativ vermehrte Exemplare (z. B. durch Veredelung) bereits nach 3–5 Jahren blühen.[3][6] *Wisteria floribunda* ist eine langlebige, perennierende Liane, die ein Alter von über 50 bis 100 Jahren erreichen kann.[3] Das Wachstum der adulten Pflanzen ist durch rechtswindende (im Uhrzeigersinn) Triebe gekennzeichnet, die unter optimalen Bedingungen Längen von 20 bis 30 Metern erreichen.[1][3] Physiologisch ist die Art an gemäßigte Klimazonen angepasst (USDA-Zonen 5–9) und toleriert Temperaturen bis -20 °C, wobei sie im Herbst ihr Laub abwirft und eine Winterruhe einlegt. Eine essentielle symbiotische Assoziation besteht mit *Rhizobium*-Bakterien, die in Wurzelknöllchen Stickstoff fixieren und so das Wachstum auf nährstoffarmen Böden ermöglichen.[3] Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren und Stressoren zählen Spätfröste, die die Blütenknospen schädigen, sowie Staunässe, die Wurzelfäule durch *Phytophthora* begünstigt. Obwohl die Pflanze durch ihre Toxizität weitgehend vor Säugetierfraß geschützt ist, treten Insektenschädlinge wie der Japankäfer (*Popillia japonica*), Blattläuse und Schildläuse auf.[3][7] Zudem ist die Art anfällig für den Wurzelhalsgallentumor (*Agrobacterium tumefaciens*) und das Wisteria-Vein-Mosaic-Virus.[7][6]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Wisteria floribunda* liegt in Japan, wo die Art auf den südlichen Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu heimisch ist.[2][9] In ihrem natürlichen Habitat besiedelt die Pflanze bevorzugt Flussufer, feuchte Dickichte sowie Waldränder in gemischten Laubwäldern.[3][6] Sie kommt sowohl in Tiefland- als auch in Gebirgsregionen vor und gedeiht auf gut durchlässigen, lehmigen Böden, die feucht, aber nicht staunass sind.[3][4] Als Liane nutzt *Wisteria floribunda* Bäume und Sträucher in Waldrandbereichen als Kletterhilfen, um ins Licht zu wachsen.[1] Die Einführung als Zierpflanze in Nordamerika erfolgte um 1830, während sie Europa kurz darauf erreichte, unter anderem durch Importe in die Niederlande im Jahr 1856.[6][10] Heute wird die Art weltweit in gemäßigten Klimazonen kultiviert und ist in Gebieten etabliert, die den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 9 entsprechen.[3] Außerhalb des natürlichen Areals, insbesondere im Südosten der Vereinigten Staaten, zeigt *Wisteria floribunda* invasives Verhalten und breitet sich aggressiv in Auenwäldern und an Waldrändern aus.[3][6] Dort bildet sie dichte Bestände, die durch Beschattung und mechanische Belastung die heimische Vegetation und Bäume verdrängen können.[11] Die Ausbreitung in neue Habitate erfolgt oft entlang von Wasserwegen durch schwimmfähige Samen sowie vegetativ über lange Ausläufer. In Siedlungsbereichen ist die Art häufig an Pergolen oder Fassaden zu finden, von wo aus sie gelegentlich in angrenzende Naturräume verwildert.[3]
Saisonnalité et tendance de la demande
Basé sur l'indice Silver Power Trend – notre propre modèle issu de données de recherche et d'observations de la nature
Activité saisonnière
Évolution au fil des ans
Saisonalität & Aktivität
Als laubabwerfende Pflanze folgt *Wisteria floribunda* einem ausgeprägten saisonalen Zyklus, dessen Hauptaktivität im Frühling beginnt. Die Blütezeit erstreckt sich typischerweise von April bis Mai, wobei sich die Blütenstände sequenziell von der Basis zur Spitze öffnen und so die Blühdauer über mehrere Wochen verlängern.[1][4] Das gefiederte Laub treibt meist erst kurz nach der Blüte vollständig aus und verfärbt sich im Herbst gelb, bevor es für die winterliche Ruhephase abgeworfen wird.[3][7] Die Samenentwicklung erfolgt über die Sommermonate, wobei die Hülsenfrüchte vom Hochsommer bis in den Spätherbst reifen und oft bis in den Winter an den Reben verbleiben. Eine Verbreitung der Samen durch explosive Dehiszenz (Aufplatzen der trockenen Hülsen) findet vorwiegend im Spätsommer statt. Die Pflanze ist kältetolerant und übersteht im Ruhestadium Temperaturen bis zu -20 °C.[3] Die Bestäubung erfolgt tagsüber durch Insekten, insbesondere durch Bienenarten wie *Bombus* und *Xylocopa*, die mittels Vibrationsbestäubung Pollen sammeln.[5] *Wisteria floribunda* ist eine langlebige Art, deren Individuen ein Alter von über 50 bis 100 Jahren erreichen können. Der Eintritt in die reproduktive Phase variiert stark je nach Vermehrungsmethode: Während veredelte Exemplare oft nach 3 bis 5 Jahren blühen, benötigen sämlingsvermehrte Pflanzen bis zu 20 Jahre bis zur ersten Blüte.[3] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert stark mit der phänologischen Entwicklung und zeigt in Suchanfragen deutliche Spitzenwerte in den Monaten April und Mai.[8]
Sources et références
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/wisteria-floribunda/
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:525791-1
- https://www.invasiveplantatlas.org/subject.cfm?sub=3082
- https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/wisteria-floribunda
- https://grammarphobia.com/blog/2014/05/wisteria.html
- https://matcha-jp.com/en/19242
- https://woodyplants.cals.cornell.edu/plant/285
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), DE, 2026
- https://npgsweb.ars-grin.gov/gringlobal/taxon/taxonomydetail?id=42047
- https://www.seattlejapanesegarden.org/blog/2025/5/14/japanese-wisteria
- https://extension.umd.edu/resource/invasives-your-woodland-chinese-and-japanese-wisteria-updated-2025
- https://wagwalking.com/condition/wisteria-poisoning
- Literaturzusammenfassung: Wisteria floribunda