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Deutsche Schabe Blattella germanica

Deutsche Schabe
Mittleres Risiko Krankheitsüberträger Allergen Lästling Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schaben (Blattodea)
Familie Ectobiidae
Gattung Blattella
Art Blattella germanica
Wissenschaftlicher Name: Blattella germanica (Linnaeus, 1767)
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) ist eine Insektenart aus der Ordnung der Schaben ([Blattodea](/pages/lexikon/schaben)), die weltweit als bedeutender Hygiene-, Gesundheits- und Materialschädling in menschlichen Behausungen auftritt.[1][2] Ursprünglich in Südostasien beheimatet, zeichnet sich die synanthrope Art durch eine Körperlänge von 10 bis 16 Millimetern sowie zwei parallele dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild aus.[2][3] Im Gegensatz zu anderen Schabenarten wie der Amerikanischen Schabe (*[Periplaneta americana](/pages/lexikon/amerikanische-schabe)*) ist sie deutlich kleiner und besiedelt bevorzugt warme, feuchte Innenräume wie Großküchen oder Krankenhäuser.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) ist eine kleine, peridomestische Insektenart aus der Ordnung [Blattodea](/pages/lexikon/schaben). - Adulte Tiere erreichen eine Länge von 10–16 mm. - Der Körper ist hellbraun bis braun gefärbt mit zwei dunklen, parallelen Streifen auf dem Pronotum hinter dem Kopf. - Männchen haben einen schlanken, spitz zulaufenden Hinterleib, während Weibchen einen breiteren, abgerundeten Hinterleib aufweisen. - Nymphen sind kleiner, flügellos und dunkler braun bis schwarz gefärbt. - Die Deutsche Schabe hat voll entwickelte Flügel, kann aber nicht [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) und verlässt sich stattdessen auf schnelle Laufgeschwindigkeit. - Der Lebenszyklus ist hemimetabolisch und umfasst die Stadien Ei, Nymphe und Adult, die unter optimalen Bedingungen in etwa 100 Tagen abgeschlossen sind. - Weibchen produzieren 4–8 Ootheken (Eikapseln), die jeweils 30–48 Eier enthalten. - Die Weibchen tragen die Ootheken bis kurz vor dem Schlüpfen am Hinterleib, um sie vor Fressfeinden und Austrocknung zu schützen. - Nymphen durchlaufen 5–7 Häutungen über 6–31 Wochen. - Adulte Tiere leben 15–30 Wochen, wobei Weibchen in einem Jahr bis zu 10.000 Nachkommen zeugen können. - Die Entwicklung stoppt unterhalb von 15 °C, aber die Art kann ohne menschliche Behausung längere Kälteperioden nicht überleben. - Deutsche Schaben sind hauptsächlich nachtaktiv und thigmotaktisch. - Sie verstecken sich tagsüber in Ritzen, Spalten und unordentlichen Bereichen und kommen nachts heraus, um sich Allesfresserisch von Stärke, Zucker, Fett und verrottendem organischem Material zu ernähren.[2] - Die *B. germanica* stammt ursprünglich aus Südostasien.[2]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) wurde im Jahr 1767 von Carl Linnaeus wissenschaftlich erstbeschrieben. Taxonomisch wird die Art heute der Familie Ectobiidae zugeordnet, wenngleich sie in der Literatur häufig noch unter der Familie Blattellidae geführt wird.[3][2] Der Namenszusatz *germanica* beruht auf einer historischen Fehlannahme, da genetische Analysen den evolutionären Ursprung der Spezies in Südostasien und eine Abstammung von der Asiatischen Schabe (*Blattella asahinai*) belegen.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) ist ein kleines Insekt mit einer Körperlänge von 10 bis 16 mm im adulten Stadium. Der Körper ist langoval, abgeflacht und weist eine hellbraune bis gelbbraune Grundfärbung auf. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal sind die zwei parallelen, dunklen Längsstreifen auf dem gelblichen Halsschild (Pronotum). Die Adulten besitzen zwar gut entwickelte Flügel, die den Hinterleib bedecken, sind jedoch flugunfähig und nutzen diese höchstens für den Gleitflug. Die Antennen sind dünn, peitschenartig und länger als der Körper.[1][2] Ein Sexualdimorphismus zeigt sich am Hinterleib, der bei Männchen schlanker und spitz zulaufend ist, während er bei Weibchen breiter und abgerundet erscheint.[2] Die flügellosen Nymphen unterscheiden sich optisch von den Adulten; das erste Larvenstadium (L1) ist nur etwa 3 mm groß und fast schwarz gefärbt. Ältere Larven erreichen 8 bis 10 mm, ähneln in der gelbbraunen Färbung den Adulten und weisen ebenfalls die dunklen Streifen auf, besitzen jedoch noch keine vollständigen Flügel. Die Weibchen tragen eine flache, etwa 6 bis 8 mm lange Oothek (Eipaket), die hell- bis mittelbraun gefärbt ist.[1][2] Von der Amerikanischen Schabe (*[Periplaneta americana](/pages/lexikon/amerikanische-schabe)*) lässt sich die Art durch ihre deutlich geringere Größe und das Fehlen gelber Ränder am Pronotum unterscheiden. Im Gegensatz zur [Braunbandschabe](/pages/lexikon/braunbandschabe) (*[Supella longipalpa](/pages/lexikon/braunbandschabe)*) fehlen *Blattella germanica* die hellen Querstreifen auf Flügeln und Abdomen.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) gilt als bedeutender Hygiene- und Gesundheitsschädling, der mechanisch diverse Krankheitserreger wie *Salmonella*-Spezies, *Escherichia coli* und Schimmelpilze auf Lebensmittel überträgt.[1][2] Zudem lösen die in ihren Ausscheidungen und Häutungsresten enthaltenen Proteine potente Allergene aus, die insbesondere in städtischen Umgebungen Asthmaerkrankungen begünstigen können.[2] Neben der Kontamination von Nahrungsmitteln verursachen die Tiere Materialschäden durch Schabefraß an festen Stoffen wie Bucheinbänden oder organischen Materialien. Ein Befall in warmen, feuchten Bereichen wie Großküchen oder Krankenhäusern äußert sich typischerweise durch pfefferartige Kotspuren und einen süßlich-muffigen Geruch.[1][2] Präventive Maßnahmen basieren auf strikter Hygiene zum Entzug von Nahrungsgrundlagen sowie baulichen Veränderungen wie dem Abdichten von Fugen, um Rückzugsorte zu minimieren. Physikalische Bekämpfungsansätze nutzen die Temperaturempfindlichkeit der Tiere, deren Aktivität unter 4 °C stark eingeschränkt ist und die bei Temperaturen über 42 °C absterben. Im Rahmen des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM) werden chemische Bekämpfungen primär mittels punktuell ausgebrachter Fraßköder und Wachstumsregulatoren durchgeführt. Der Einsatz von Kontaktinsektiziden ist aufgrund weit verbreiteter Resistenzen, insbesondere gegen Pyrethroide, oft nur noch eingeschränkt wirksam.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) durchläuft eine hemimetabole Entwicklung, die die Stadien Ei, Nymphe und Adultus umfasst. Die Weibchen produzieren Ootheken (Eipakete), die durchschnittlich 36 Eier (Spanne 16–56) enthalten und bis kurz vor dem Schlupf am Hinterleib getragen werden, um sie vor Austrocknung zu schützen.[1][2] Die Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig und dauert bei 30 °C etwa 17 Tage, während sie sich bei 22 °C auf 24 Tage verlängert. Nach dem Schlupf durchlaufen die flügellosen Nymphen 5 bis 10 Häutungen, wobei Weibchen tendenziell bis zu zwei Häutungen mehr benötigen als Männchen. Die gesamte Entwicklungsdauer bis zum adulten Tier beträgt unter optimalen Bedingungen bei 30 °C rund 41 Tage, kann jedoch bei kühleren 22 °C zwischen 123 und 244 Tagen liegen. In beheizten Innenräumen sind somit drei bis vier Generationen pro Jahr möglich. Adulte Tiere erreichen eine Lebensdauer von durchschnittlich 260 Tagen und sind überwiegend nachtaktiv.[1] Obwohl sie Flügel besitzen, sind sie flugunfähig und bewegen sich primär laufend oder im Gleitflug fort. Als omnivore Allesfresser ernähren sie sich von Stärke, Zucker, Fetten und Proteinen, wobei endosymbiontische Bakterien (*Blattabacterium*) im Fettkörper bei der Synthese essentieller Nährstoffe helfen.[2][1] Bevorzugte Lebensräume sind warme, feuchte Bereiche wie Großküchen, Bäckereien oder Krankenhäuser, da die Aktivität unter 4 °C fast vollständig zum Erliegen kommt und der Hitzetod bei 42 °C eintritt.[1]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Deutschland

    14.01.2026

  • Neu-Ulm, DE-BY, Deutschland

    31.12.2025

  • Im Licht, Duisburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    19.11.2025

  • Deutschland

    11.11.2025

  • Mauern (FS), Rathaus, 85419 Mauern, Deutschland

    27.10.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Die Deutsche Schabe (*Blattella germanica*) ist weltweit verbreitet und besiedelt als Kosmopolit menschliche Lebensräume auf sechs Kontinenten.[2] Ursprünglich stammt die Art aus Südostasien und gelangte durch den globalen Warenverkehr in nahezu alle Regionen der Erde.[3] In gemäßigten Klimazonen ist sie streng synanthrop und auf beheizte Innenräume angewiesen, da ihre Aktivität unter 4 °C stark eingeschränkt ist und sie längere Kälteperioden im Freien nicht überlebt.[2][1] Zu den bevorzugten Habitaten zählen warme und feuchte Orte wie Großküchen, Bäckereien, Krankenhäuser, Schwimmbäder sowie Wohnungen.[1] Optimale Lebensbedingungen findet die Art bei Temperaturen zwischen 25 °C und 30 °C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % bis 75 %.[2][1] Innerhalb von Gebäuden suchen die Tiere gezielt enge Spalten und Fugen in der Nähe von Nahrungs- und Wasserquellen auf, beispielsweise hinter Geräten oder in Wandverkleidungen. Aufgrund ihrer thigmotaktischen Verhaltensweise bevorzugen sie Verstecke, die ihnen engen Körperkontakt zu den umgebenden Oberflächen bieten.[2]

Saisonalität & Aktivität

*Blattella germanica* ist überwiegend nachtaktiv und zieht sich tagsüber in dunkle Risse oder Spalten zurück, da sie thigmotaktisch auf Berührungsreize reagiert.[1][2] Die Art ist stark wärmebedürftig und bevorzugt Temperaturen zwischen 25 °C und 32 °C, weshalb sie in gemäßigten Breiten ganzjährig an beheizte Innenräume gebunden ist.[2] Ihre Aktivität ist temperaturabhängig: Unter 4 °C bewegen sich die Tiere kaum noch, und die Entwicklung der Larven stoppt bereits unterhalb von 15 °C.[1][2] Eine gewisse Kältetoleranz weisen lediglich die Ootheken auf, die kurzzeitig Temperaturen von bis zu -22 °C überstehen können. Unter optimalen Bedingungen in warmen Gebäuden entfallen saisonale Pausen, sodass sich jährlich drei bis vier Generationen entwickeln können.[1] Das öffentliche Interesse an der Deutschen Schabe zeigt dennoch ein klares saisonales Muster mit den höchsten Suchanfragen in den Monaten Juli und August. Die geringste Aufmerksamkeit verzeichnet das Thema im späten Winter (Februar und März), während langfristig ein Anstieg des Suchvolumens zu beobachten ist.[4]

Recherche scientifique et brevets

LU-500796-B1 Biological Accordé

Transgener Stamm von Metarhizium anisopliae sowie Herstellungsverfahren und Anwendung desselben

University of Shandong (2021)

Pertinence: 10/10

Résumé

Das Patent beschreibt einen gentechnisch veraenderten Stamm des Pilzes Metarhizium anisopliae. Durch die Einfuehrung eines exogenen Gens fuer eine subtilisin-aehnliche Protease (Pr1a) wird die Virulenz des Pilzes gesteigert. Dieser Stamm zeigt eine besonders hohe Toxizitaet gegenueber Blattella germanica. Die Methode ermoeglicht eine effektive und schnelle Kontrolle der Schabenpopulation durch biologische Mittel.

CN-110484539-B Biological Accordé

Gen und Genfragment zur Regulierung und Steuerung der Synthese von Sexualpheromonen bei Blattella germanica, entsprechende dsRNA sowie Herstellungsverfahren und Anwendung

(2019)

Pertinence: 9/10

Résumé

Die Erfindung nutzt RNA-Interferenz (dsRNA), um die Fortpflanzung der Deutschen Schabe zu stoeren. Durch die Hemmung des Gens CYP4PC1 wird die Synthese eines Methylketon-Sexualpheromons in weiblichen Schaben reduziert. Dies fuehrt dazu, dass das Paarungsverhalten der maennlichen Schaben ausbleibt. Es handelt sich um einen hochspezifischen, genetischen Ansatz zur Populationskontrolle.

US-10010082-B2 Chemical Accordé

Pestizid zur Vernichtung von Blattella germanica und Verfahren zu dessen Herstellung

Aharonov Igor, Kabilov Roman, Daniel Daniel (2016)

Pertinence: 10/10

Résumé

Es wird ein spezifischer Frasskoeder zur Bekaempfung der Deutschen Schabe vorgestellt. Die Mischung besteht aus gekochtem Kartoffelbrei und Eigelb als Lockmittel sowie Borsaeure (ca. 10%) als Wirkstoff. Diese Kombination ist fuer Menschen und Haustiere ungiftig, wirkt aber letal auf die Schaben nach dem Verzehr. Die Innovation liegt in der spezifischen Zusammensetzung der Nahrungsmittelmatrix, die eine hohe Attraktivitaet fuer den Schaedling besitzt.

KR-20130026742-A Chemical Inconnu

Herstellungsverfahren fuer ein Muecken- und Schaedlingsbekaempfungsmittel wie ein natuerliches Insektizid extrahiert aus Bestandteilen des Ginkgo-Baumes

S H Pharma Ltd. (2011)

Pertinence: 8/10

Résumé

Das Patent beschreibt die Extraktion eines natuerlichen Insektizids aus Blaettern oder Samenschalen des Ginkgo-Baumes. Durch ein mehrstufiges Verfahren mit Loesungsmitteln wie Alkohol und Hexan werden Verunreinigungen entfernt. Der gewonnene Extrakt wirkt gegen verschiedene Schaedlinge, darunter explizit Blattella germanica. Es bietet eine pflanzliche Alternative zu synthetischen Insektiziden.

JP-2010138172-A Chemical Inconnu

Synergistisches Verfahren zur Schaedlingsbekaempfung

Fmc Australasia Pty Ltd. (2009)

Pertinence: 8/10

Résumé

Beschrieben wird eine insektizide Zusammensetzung, die Bifenthrin und Fipronil kombiniert. Diese beiden Wirkstoffe zeigen in einem bestimmten Gewichtsverhaeltnis (ca. 10:1 bis 1:1) einen synergistischen Effekt. Die Methode ist spezifisch fuer die Bekaempfung von Schaben wie Blattella germanica und Spinnen ausgelegt. Durch die Synergie kann die Effektivitaet der Einzelstoffe gesteigert werden.

Sources et références

  1. https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/kom_qm-schaedlingsbekaempfer_schaedlingsbekaempfer_011_03_02_01_01/print
  2. https://animaldiversity.org/accounts/Blattella_germanica/
  3. https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2401185121
  4. Aggregierte Suchdatenanalyse (Deutschland), 2026.