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Deutsche Wespe Vespula germanica

Deutsche Wespe
Mittleres Risiko Invasive Art Allergen Peut piquer Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
Familie Vespidae
Gattung Vespula
Art Vespula germanica
Wissenschaftlicher Name: Vespula germanica (Fabricius, 1793)
Akzeptierter Name
Mehr auf GBIF.org

Einleitung

Die **Deutsche Wespe** (*Vespula germanica*) ist eine ursprünglich in der Paläarktis verbreitete, eusoziale Art aus der Familie der Faltenwespen ([Vespidae](/pages/lexikon/wespen)).[1] Äußerlich ähnelt sie stark der Gemeinen Wespe (*[Vespula vulgaris](/pages/lexikon/gemeine-wespe)*), lässt sich jedoch meist anhand von drei charakteristischen schwarzen Punkten auf dem gelben Kopfschild (Clypeus) von dieser unterscheiden.[2][3] Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit als Räuber und Aasfresser hat sie sich weltweit als invasive Spezies etabliert und tritt in besiedelten Gebieten sowohl als Nützling gegen Schadinsekten als auch als Lästling auf.[1][3]

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*): - *Vespula germanica*, auch bekannt als Deutsche Wespe, ist eine eusoziale Wespenart aus der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen). - Die Deutsche Wespe ist heimisch in Europa, Nordafrika und Teilen Asiens bis nach Ostsibirien. - Arbeiterinnen sind etwa 12–13 mm lang, während Königinnen bis zu 18 mm erreichen können. - Die Art hat eine auffällige schwarz-gelbe Färbung mit einer spatenförmigen schwarzen Markierung auf dem ersten Abdominaltergum.[1] - *V. germanica* baut Nester aus einem papierartigen Material, das aus zerkauten Holzfasern und Speichel besteht. - Die Nester befinden sich typischerweise in geschützten Hohlräumen wie Wandspalten, Dachböden oder unterirdisch. Bodennester sind in den ursprünglichen europäischen Lebensräumen häufiger. - Die Kolonien sind einjährig und werden im Frühjahr von überwinternden Königinnen gegründet. - Im Spätsommer können die Nester Tausende von Individuen beherbergen und einen Durchmesser von bis zu 60 cm erreichen.[1] - *V. germanica* ist räuberisch und ernährt sich von [Insekten](/pages/lexikon/insekten), Aas und menschlichen Nahrungsquellen. - Die Deutsche Wespe gilt als invasive Art und hat sich weltweit verbreitet, unter anderem in Nordamerika, Südamerika, Australien und Neuseeland.[1] - Arbeiterinnen von *V. germanica* können wiederholt stechen, ohne ihren Stachel zu verlieren, was eine Gefahr für Menschen darstellt. - Die Art gehört zur Unterfamilie Vespinae, die sich vor etwa 42 Millionen Jahren von der nahe verwandten Unterfamilie Polistinae getrennt hat. - Die Arbeiterinnen sind sterile Weibchen, die eine Länge von 12–17 mm erreichen und gelbe Markierungen auf verschiedenen Körperteilen aufweisen. - Die Königinnen paaren sich typischerweise mit mehreren Männchen, was die genetische Vielfalt innerhalb der Kolonie erhöht.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Deutsche Wespe trägt den wissenschaftlichen Namen *Vespula germanica* und wird innerhalb der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen) (Faltenwespen) zur Unterfamilie Vespinae gezählt.[1] Ursprünglich beschrieb Johan Christian Fabricius die Art im Jahr 1793 unter dem Basionym *Vespa germanica*, bevor sie später taxonomisch in die Gattung *Vespula* gestellt wurde.[1][2] In einigen Klassifikationen wird sie zudem dem Untergenus *Paravespula* zugeordnet, was jedoch nicht universell etabliert ist.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*) zeichnet sich durch eine für Vespinen typische schwarz-gelbe Warnfärbung aus, wobei der Hinterleib abwechselnde schwarze und gelbe Bänder aufweist.[3] Ein zentrales Merkmal auf dem ersten Abdominaltergit ist eine rauten- oder pfeilförmige schwarze Zeichnung.[2] Zur Unterscheidung von ähnlichen Arten dient primär der Kopfschild (Clypeus), der bei *V. germanica* meist drei kleine schwarze Punkte auf gelbem Grund zeigt. Dies grenzt sie von der Gemeinen Wespe (*[Vespula vulgaris](/pages/lexikon/gemeine-wespe)*) ab, deren Kopfschildzeichnung typischerweise ankerförmig ist. Zudem sind die gelben Ringe um die Augen bei der Deutschen Wespe oft unterbrochen, während sie bei der Westlichen Gelbwespe (*Vespula pensylvanica*) vollständig sind.[4] Die Körpergröße variiert stark zwischen den Kasten: Königinnen erreichen bis zu 20 mm Länge, während Arbeiterinnen etwa 12 bis 17 mm messen. Männliche Drohnen sind 13 bis 15 mm lang und unterscheiden sich durch 13 Antennensegmente von den Weibchen, die nur 12 Segmente besitzen. Auch die Anzahl der sichtbaren Hinterleibssegmente differiert mit sieben bei Männchen gegenüber sechs bei Weibchen.[2] Farblich wird das Gelb der Art oft als leuchtendes „Schulbus-Gelb“ beschrieben, was im Kontrast zum blasseren Zitronengelb verwandter Arten steht.[4] Im Feld kann auch das Nest zur Bestimmung beitragen, da es aus verwittertem Holz gefertigt wird und dadurch grau erscheint.[3][4]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Deutsche Wespe (*Vespula germanica*) ist als Hygiene- und Materialschädling von erheblicher Bedeutung, da sie menschliche Nahrungsmittel kontaminiert und durch ihre aggressive Nestverteidigung ein Gesundheitsrisiko darstellt.[1] Stiche können schmerzhaft sein und bei etwa 0,4 bis 3 % der Bevölkerung allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen.[2] In der Landwirtschaft verursacht die Art signifikante Schäden, indem sie reifende Früchte wie Trauben und Steinobst anfrisst, um zuckerhaltige Säfte aufzunehmen. Dies führt zu direkten Ertragsverlusten von 10–15 % und begünstigt Sekundärinfektionen durch Fäulniserreger, welche die Ernte unverkäuflich machen. Auch in der Imkerei tritt *Vespula germanica* als Räuber auf, der [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) erbeutet und Bienenstöcke ausraubt, was zur Schwächung ganzer Völker führen kann. Die ökonomischen Auswirkungen sind beträchtlich; in Neuseeland wurden die jährlichen Kosten für Schäden und Bekämpfungsmaßnahmen im Jahr 2015 auf rund 133 Millionen NZ-Dollar beziffert. Zur Bestandsregulierung haben sich toxische Köder als effektiv erwiesen, wobei in Feldversuchen in Argentinien durch den Einsatz von Fipronil in Proteinködern eine Reduktion der Wespenabundanz um 65 % erreicht wurde.[1] Die direkte Bekämpfung zugänglicher Nester erfolgt häufig durch das Einblasen insektizider Stäube (z. B. Carbaryl) in den Nesteingang, wodurch die Kolonie eliminiert wird. Bei versteckten Nestern in Gebäudestrukturen wird eine professionelle Entfernung empfohlen, um Bauschäden zu vermeiden.[3] Biologische Bekämpfungsansätze, etwa mit dem Parasitoiden *Sphecophaga vesparum*, zeigten in invasiven Verbreitungsgebieten bisher nur begrenzten Erfolg.[6] Integrierte Managementstrategien kombinieren daher zunehmend Überwachungsmethoden mit gezielten chemischen Maßnahmen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Vespula germanica* ist in der Regel einjährig und beginnt im Frühjahr, wenn befruchtete Königinnen aus der Überwinterung erwachen und neue Nester gründen. Die Königin errichtet aus zerkauten Holzfasern und Speichel ein erstes Papiernest mit einer Wabe aus 20 bis 30 Zellen. Die Entwicklung vom Ei über das Larvenstadium (5–8 Tage) bis zur adulten Arbeiterin dauert insgesamt etwa 30 Tage.[1] Die Larven werden mit proteinreicher Nahrung wie [Insekten](/pages/lexikon/insekten) oder Aas gefüttert und geben im Gegenzug einen nährstoffreichen Speichel an die Adulten ab.[5] Im Sommer wächst die Kolonie rasant, da die Königin bis zu 100 Eier pro Tag legt und die sterilen Arbeiterinnen die Brutpflege sowie die Nahrungssuche übernehmen. Die Kastenbestimmung erfolgt trophisch, wobei zukünftige Königinnen (Gynen) eine proteinreichere Diät erhalten als die Arbeiterinnen. Bis zum Spätsommer können die Nester Tausende von Individuen umfassen, wobei in warmen Regionen wie Australien Durchschnittswerte von über 9.500 Arbeiterinnen erreicht werden. In der reproduktiven Phase im Herbst produziert das Volk 1.000 bis 2.000 neue Königinnen sowie zahlreiche Männchen (Drohnen). Diese Jungköniginnen verpaaren sich während des Hochzeitsfluges mit mehreren Männchen (Polyandrie), bevor sie geschützte Orte für die Diapause aufsuchen. Während die ursprüngliche Kolonie im Winter meist abstirbt, können in eingeführten Verbreitungsgebieten wie Neuseeland etwa 10 % der Nester überwintern und mehrjährige Kolonien bilden.[1]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Karlsbad, Baden-Württemberg, Deutschland

    17.01.2026

  • Saale-Horizontale, Jena, Thüringen, Deutschland

    17.01.2026

  • Deutschland

    02.01.2026

  • Germany

    25.12.2025

  • Deutschland

    25.12.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Vespula germanica* umfasst die Paläarktis und reicht von Europa über das küstennahe Nordafrika bis in das gemäßigte Asien und den Fernen Osten Russlands. Als weltweit invasive Art hat sie sich zudem in Nordamerika, Südamerika, Südafrika sowie in Australien und Neuseeland etabliert, wobei jüngste Daten aus dem Jahr 2025 auch Vorkommen in Grönland belegen. In den nativen Habitaten besiedelt die Art vielfältige Umgebungen wie gemäßigte Wälder oder offene Wiesen, zeigt jedoch eine hohe Anpassungsfähigkeit an urbane und landwirtschaftlich geprägte Räume.[1] Während die Nester im ursprünglichen Areal vorwiegend unterirdisch in Mäuseburgen oder Bodenhohlräumen angelegt werden, nutzt die Deutsche Wespe in besiedelten Gebieten häufig geschützte Hohlräume in Wänden oder Dachböden. Die Nester bestehen aus einem papierartigen Material, das aus zerkauten Holzfasern und Speichel gefertigt wird.[3] Prognosemodelle deuten darauf hin, dass sich geeignete Habitate durch den Klimawandel weiter in höhere Breiten und Lagen ausdehnen werden, was die potenzielle Verbreitungsfläche erheblich vergrößern könnte.[1]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus von *Vespula germanica* ist grundsätzlich einjährig und beginnt mit dem Erwachen der befruchteten Königinnen aus der Winterruhe im zeitigen Frühjahr, in der nördlichen Hemisphäre meist im März oder April. Über die Sommermonate wächst die Kolonie stetig an, bis die Population und die damit verbundene Aktivität der Arbeiterinnen im Spätsommer ihren Höhepunkt erreichen. Diese phänologische Entwicklung spiegelt sich im digitalen Suchinteresse in Deutschland wider, das korrespondierend zur maximalen Populationsdichte in den Monaten August und September seine Spitzenwerte verzeichnet. Im Gegensatz dazu fällt die Aufmerksamkeit in den Wintermonaten Dezember und Februar auf ein Minimum, was mit dem natürlichen Absterben der Kolonie und dem Ende der Flugzeit übereinstimmt. Die tägliche Sammelaktivität der [Wespen](/pages/lexikon/wespen) ist stark witterungsabhängig und erreicht ihr Maximum typischerweise um die Mittagszeit bei Temperaturen zwischen 20 und 35 °C. Regen kann die Flugaktivität temporär um etwa 30 % reduzieren, wobei oft ein bimodales Aktivitätsmuster in Abhängigkeit von der Lichtintensität und Temperatur zu beobachten ist. Während Kolonien im nativen Verbreitungsgebiet im Winter absterben, können in milderen Invasionsgebieten wie Neuseeland etwa 10 % der Nester überwintern und mehrjährige Strukturen bilden.[1]

Recherche scientifique et brevets

US-2013129667-A1 Chemical Inconnu

Lockstoffverbindungen für Deutsche Wespen

Ripa Schaul Renato (2012)

Pertinence: 10/10

Résumé

Dieses Patent beschreibt die Verwendung spezifischer chemischer Verbindungen als Lockstoffe für die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Die Erfindung konzentriert sich auf den Einsatz bestimmter Alkohole mit mehr als 7 Kohlenstoffatomen, Aldehyde mit mehr als 4 Kohlenstoffatomen und Ketone mit mehr als 6 Kohlenstoffatomen. Diese Substanzen werden in Fallen platziert, um die Wespen an Orten anzulocken, an denen sie als Plage auftreten. Die Methode bietet eine gezielte Bekämpfungsmöglichkeit durch Anlockung, ohne notwendigerweise großflächig Insektizide versprühen zu müssen. Durch die spezifische chemische Zusammensetzung wird eine hohe Attraktivität für diese spezielle Wespenart gewährleistet.

Sources et références

  1. https://www.gbif.org/species/1311649
  2. https://cjai.biologicalsurvey.ca/bmc_05/92v_germanica.html
  3. https://cals.cornell.edu/integrated-pest-management/outreach-education/whats-bugging-you/bees-and-wasps/identifying-bees-and-wasps/yellowjackets-and-baldfaced-hornets
  4. https://wasps.ucr.edu/wasp-identification
  5. https://tsusinvasives.org/dotAsset/01567489-f82d-4489-9578-243ae36aec15.pdf
  6. http://envirolink.govt.nz/assets/Envirolink/1414-TSDC100-Options-for-the-biological-control-of-Vespula-wasps-in-NZ.pdf