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Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea

Eichenprozessionsspinner
Ungefährlich Allergen Giftig Nützling

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie Notodontidae
Gattung Thaumetopoea
Art Thaumetopoea processionea
Wissenschaftlicher Name: Thaumetopoea processionea Linnaeus, 1758
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) ist ein Schmetterling aus der Familie der Notodontidae, der ursprünglich in Süd- und Mitteleuropa verbreitet ist. Die Art ist vor allem für ihre gesellig lebenden [Raupen](/pages/lexikon/raupen) bekannt, die sich in charakteristischen Prozessionen fortbewegen und durch den Fraß an Eichen (*Quercus* spp.) forstwirtschaftliche Schäden verursachen können. Aufgrund der mikroskopisch kleinen Brennhaare der Larven, die das Protein Thaumetopoein enthalten, stellt die Art zudem ein relevantes Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere dar. Zur Abgrenzung gegenüber dem ähnlichen Pinien-Prozessionsspinner (*Thaumetopoea pityocampa*) dienen neben morphologischen Merkmalen vor allem die Wirtsbindung an Eichen statt Kiefern.[1]

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über den Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) in kompakter Form: - Der Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). - Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa heimisch. - Die [Raupen](/pages/lexikon/raupen) leben gesellig und bilden auffällige Prozessionen. - Sie bauen gemeinschaftliche, seidene Nester auf Eichenästen. - Die Larven durchlaufen sechs Stadien und erreichen eine Länge von bis zu 40 mm. - Sie sind mit langen, weißen Haaren und mikroskopisch kleinen, giftigen Borsten (Setae) bedeckt, die Thaumetopoein enthalten. - Der Kontakt oder das Einatmen dieser Borsten kann Dermatitis, Konjunktivitis und Atemwegsprobleme bei Menschen und Tieren auslösen. - Hauptsächlich befällt der Eichenprozessionsspinner Eichenbäume (*Quercus* spp.). - Die Art hat einen jährlichen Generationszyklus, wobei die Falter im Sommer schlüpfen und Eimassen von 100–300 Eiern auf Zweigen ablegen. - Die [Raupen](/pages/lexikon/raupen) sind von Frühling bis Frühsommer aktiv. - Die Raupen verpuppen sich in den Nestern im Juni oder Juli, wobei die Puppen 20–46 Tage in festen Kokons eingeschlossen sind, bevor die Falter schlüpfen. - Die Falter haben graue Vorderflügel mit Zickzackmustern zur Tarnung und eine Flügelspannweite von 25–41 mm. - Die Lebensdauer der adulten Falter ist kurz (3–4 Tage).[1] - Die Raupen bevorzugen Laub-Eichen wie *Quercus robur* und *Q. petraea*, fressen aber gelegentlich auch an anderen Bäumen wie Birke (*Betula*), Hasel (*Corylus*) oder Esskastanie (*Castanea sativa*). - Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel und dem Schwarzmeergebiet bis nach Mitteleuropa, mit einer Ausdehnung nach Norden aufgrund der Klimaerwärmung und der Ausbreitung durch den Menschen über befallenes Pflanzenmaterial.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Der Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) wurde 1758 von Carl von Linné unter dem Basionym *Bombyx processionea* erstbeschrieben.[1] Die Art wird heute der Familie der Zahnspinner (Notodontidae) zugeordnet, wobei die Gattung *Thaumetopoea* im Jahr 1820 von Jacob Hübner etabliert wurde.[1][2] In älteren Klassifikationen findet sich zudem häufig das Synonym *Cnethocampa processionea*. Das Artepitheton verweist auf das charakteristische Prozessionsverhalten der [Raupen](/pages/lexikon/raupen).[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulten Falter von *Thaumetopoea processionea* erreichen eine Flügelspannweite von 25 bis 41 mm.[1] Sie besitzen gefiederte Antennen, verfügen jedoch über keine funktionalen Mundwerkzeuge.[1][3] Ihre Vorderflügel sind grau mit dunklen, zickzackartigen Mustern, die auf Eichenrinde als Tarnung dienen. Die Hinterflügel erscheinen hingegen weißlich mit einer grauen Binde.[3] Die Larven durchlaufen sechs Stadien, wobei sie nach dem Schlupf zunächst ca. 2 mm groß und braun gefärbt sind. Ältere [Raupen](/pages/lexikon/raupen) entwickeln einen grauen Körper mit einem breiten dunklen Rückenstreifen sowie weißlichen Seitenlinien und erreichen eine Länge von bis zu 45 mm.[2] Ein charakteristisches Merkmal sind die langen weißen Haare, die aus rötlich-orangen Warzen (Pinacula) entspringen.[3] Ab dem dritten Larvenstadium bilden sich zusätzlich mikroskopisch kleine Brennhaare, die das Protein Thaumetopoein enthalten.[1] Die Verpuppung erfolgt in festen Kokons aus Seide und Larvenhaaren innerhalb der gemeinschaftlichen Nester. Zur Abgrenzung gegenüber dem ähnlichen Pinien-Prozessionsspinner (*Thaumetopoea pityocampa*) dienen die graue Grundfärbung und die längeren weißen Haare.[2] Im Gegensatz dazu weist *T. pityocampa* einen orange-braunen Körper mit blauen Bändern auf.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) tritt primär als Entlauber von Eichen (*Quercus* spp.) auf, wobei Larvenpopulationen in Ausbruchsjahren bis zu 85 % des Blattwerks vernichten können. Dieser Fraß führt zu einer Reduktion des sekundären Dickenwachstums um 10–60 % und schwächt die Photosyntheseleistung, was besonders junge Bäume unter 15 Jahren beeinträchtigt. Wiederholter Kahlfraß erhöht die Anfälligkeit der Wirte gegenüber sekundären Stressfaktoren wie Trockenheit oder anderen Schädlingen, was langfristig zu Zweigsterben führen kann. Gesundheitliche Relevanz erlangt die Art durch mikroskopisch kleine Brennhaare, die das Protein Thaumetopoein enthalten und bei Kontakt Dermatitis, Konjunktivitis oder Atemwegsbeschwerden auslösen. Da diese Setae über 12 Jahre in der Umwelt persistent bleiben und durch Wind verdriftet werden, sind Absperrungen befallener Areale oft notwendig. Zur Überwachung werden Pheromonfallen mit (Z,Z)-11,13-Hexadecadienylacetat eingesetzt, um männliche Falter zu detektieren und Prognosemodelle zu unterstützen.[2] Die biologische Bekämpfung erfolgt häufig mittels *Bacillus thuringiensis* subsp. *kurstaki* (Btk), dessen Anwendung bei frühen Larvenstadien die Nestdichte um 86–94 % reduzieren kann. Ergänzend werden [Nematoden](/pages/lexikon/nematoden) wie *Steinernema feltiae* ausgebracht oder natürliche Fressfeinde wie Kohlmeisen (*Parus major*) durch Nistkästen gefördert. Mechanische Maßnahmen umfassen das Absaugen der Nester mit speziellen H-Klasse-Industriesaugern und die anschließende Verbrennung des Materials, um Larven und Haare sicher zu entsorgen.[2] Chemische Mittel wie Pyrethroide (z. B. Deltamethrin) wirken zwar schnell, werden jedoch aufgrund negativer Auswirkungen auf Nicht-Ziel-Organismen oft restriktiv gehandhabt.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Der Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) ist eine univoltine Art, die eine Generation pro Jahr absolviert, wobei der Lebenszyklus eng mit der Phänologie der Eichen (*Quercus* spp.) synchronisiert ist. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen von Juli bis September in plattenartigen Gelegen von 100 bis 300 Eiern an Zweigen, wo diese überwintern, bis die Larven zwischen Mitte April und Mitte Mai zeitgleich mit dem Eichenaustrieb schlüpfen.[1][2] Ernährungstechnisch ist die Art oligophag und präferiert laubabwerfende Eichen wie die Stiel- (*Quercus robur*) und Traubeneiche (*Q. petraea*), nutzt gelegentlich aber auch Birken (*Betula*), Hasel (*Corylus*) oder Esskastanien (*Castanea sativa*).[2] Die Larvenentwicklung erstreckt sich über 6 bis 10 Wochen und umfasst sechs Larvenstadien, in denen die Tiere von etwa 2 mm auf bis zu 40 mm heranwachsen.[1][2] Ab dem fünften Larvenstadium konstruieren die [Raupen](/pages/lexikon/raupen) gemeinschaftliche Gespinstnester an Stämmen oder Ästen, die als Tagesversteck und späterer Verpuppungsort dienen.[1] Die Verpuppung findet innerhalb dieser Nester von Ende Juni bis August statt und dauert je nach Umweltbedingungen 20 bis 46 Tage.[1][2] Die adulten Falter schlüpfen im Sommer, sind nachtaktiv und besitzen eine kurze Lebensspanne von lediglich drei bis vier Tagen, da sie keine funktionalen Mundwerkzeuge zur Nahrungsaufnahme besitzen.[1] Die Fortpflanzung wird durch weibliche Sexualpheromone wie (Z)-11-Hexadecen-1-ylacetat gesteuert, welche die Männchen zur Paarung anlocken.[2] Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Stadien ist stark temperaturabhängig und lässt sich mittels Gradtagsmodellen oberhalb von Schwellenwerten von 9–10 °C vorhersagen.[3]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Mayen-Koblenz, Rheinland-Pfalz, Germany

    22.12.2025

  • Deutschland

    02.12.2025

  • Braunschweig Steinecke, 38112 Braunschweig, Deutschland

    31.10.2025

  • Deutschland

    28.09.2025

  • Wassersportzentrum, 12587 Berlin, Deutschland

    24.09.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Eichenprozessionsspinners (*Thaumetopoea processionea*) umfasst Süd- und Mitteleuropa, insbesondere den Mittelmeerraum, sowie Teile Vorderasiens wie die Türkei und den Nahen Osten.[1][3] Aktuell ist die Art in weiten Teilen West-, Mittel- und Südeuropas verbreitet, wobei die nördliche Ausbreitungsgrenze durch klimatische Veränderungen zunehmend nach Norden verschoben wird, beispielsweise nach Großbritannien und Dänemark. Als Lebensraum bevorzugt der Falter warme, trockene Eichenwälder, wobei er oligophag fast ausschließlich an laubabwerfenden Eichenarten (*Quercus* spp.) wie Stiel- und Traubeneichen vorkommt.[2] Neben geschlossenen Waldbeständen besiedelt die Art häufig einzelstehende Bäume in offenen Landschaften, Alleen, Parkanlagen und im städtischen Grün, wo die wärmeliebenden [Raupen](/pages/lexikon/raupen) von der erhöhten Sonneneinstrahlung profitieren.[2][3] Die charakteristischen Gespinstnester werden dabei überwiegend an den Stämmen und starken Ästen der Wirtsbäume angelegt, oft an besonnten Seiten, um die Thermoregulation der Kolonie zu unterstützen.[5][2] Das Vorkommen erstreckt sich vertikal vom Stammfuß bis in die obere Baumkrone, wobei in Befallsjahren auch eine massive Entlaubung der Wirtsbäume beobachtet werden kann.[2][6] Jüngste Beobachtungsdaten bestätigen eine beschleunigte Ausbreitung in nordwestliche Regionen seit den frühen 2000er Jahren, begünstigt durch mildere Winter und verlängerte Vegetationsperioden.[7][3]

Saisonalität & Aktivität

Der Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) absolviert eine Generation pro Jahr, wobei der Schlupf der Larven im April oder Mai zeitgleich mit dem Blattaustrieb der Eichen erfolgt.[1] Die anschließende Fress- und Entwicklungsphase der [Raupen](/pages/lexikon/raupen) erstreckt sich bis in den Frühsommer, bevor die Verpuppung in den Gespinstnestern stattfindet.[2] Dieses biologische Aktivitätsmuster spiegelt sich im öffentlichen Informationsbedarf wider, der in Deutschland im Juni und Juli signifikante Spitzenwerte erreicht.[3] In diesen Monaten ist die Gefahr durch die Brennhaare am größten, da die Larven diese ab dem dritten Stadium ausbilden und in Prozessionen wandern.[4] Nach der Verpuppung [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) die adulten Falter zwischen Juli und September, bevor die Art als Gelege überwintert.[2] Entsprechend fällt das Interesse in den inaktiven Monaten Dezember und Januar auf ein Minimum ab.[3] Unabhängig von der Saison können verlassene Gespinstnester jedoch über Jahre hinweg eine Kontaktgefahr darstellen, da die darin enthaltenen Brennhaare ihre toxische Wirkung lange behalten.[2]

Recherche scientifique et brevets

DE-102020121050-A1 Chemical Inscription

Mittel und Verfahren zur Bekämpfung von Insekten, vorzugsweise Raupen

Paul Groene GmbH Kunststoffbe Und Verarbeitung (2020)

Pertinence: 9/10

Résumé

Dieses Patent stellt ein Verfahren vor, bei dem die Raupen und insbesondere ihre gefährlichen Brennhaare mit einem speziellen Klebemittel benetzt werden. Die Innovation liegt in der Fixierung der allergenen Haare, was deren Verdriften während der Bekämpfung verhindert. Die Insekten werden immobilisiert und unschädlich gemacht. Dies erhöht die Sicherheit bei der Beseitigung der Nester erheblich.

DE-202020103747-U1 Mechanical Inscription

Eichenprozessionsspinner-Wanderungssperre zur Anbringung am Stamm von Eichenbäumen

Hill Andreas (2020)

Pertinence: 8/10

Résumé

Hier wird eine mechanische Barriere aus unbehandelter Schafwolle vorgestellt, die als Ring um den Eichenstamm gelegt wird. Die Struktur der Wolle verhindert, dass die Raupen den Stamm hinauf- oder hinunterwandern können. Es handelt sich um eine umweltfreundliche, rein mechanische Methode ohne den Einsatz von Bioziden. Die Sperre unterbricht die Prozessionen effektiv.

DE-202020002705-U1 Mechanical Inscription

Mobiles Mikrowellensystem zur Schädlingsbekämpfung

Lanvers Ludger (2020)

Pertinence: 8/10

Résumé

Das Patent beschreibt ein mobiles System, das Mikrowellenstrahlung nutzt, um Schädlinge wie den Eichenprozessionsspinner thermisch zu bekämpfen. Durch die Tiefenwirkung der Strahlung können auch Nester unter der Rinde oder im Holz erreicht werden. Das System vermeidet Hotspots durch homogene Verteilung der Wellen. Es ist eine physikalische Bekämpfungsmethode ohne chemische Rückstände.

DE-202019003009-U1 Mechanical Inconnu

Falle für Eichenprozessionsspinner / EPS-FalleFalle für Raupen

Bross Ingo Emanuel (2019)

Pertinence: 8/10

Résumé

Die Erfindung betrifft eine am Baum montierbare Falle, die aus einem flexiblen Kanal und einem Auffangbehälter besteht. Wandernde Raupen werden durch den Kanal geleitet und sammeln sich im Behälter, aus dem sie nicht entkommen können. Ein Kragen sorgt dafür, dass die Raupen nicht an der Falle vorbeikriechen. Dies ermöglicht das mechanische Abfangen ganzer Prozessionen.

NL-2023819-B1 Chemical Accordé

Verfahren zur Vorbeugung, Behandlung oder Vernichtung von Raupen, wie Thaumetopoea processionea

Onderwijs Van Hychem (2019)

Pertinence: 8/10

Résumé

Beschrieben wird eine wässrige Zusammensetzung mit einem hohen pH-Wert (11 oder höher) und Alkylpolyglykosiden zur Bekämpfung der Raupen. Die Lösung wird direkt auf die betroffenen Bereiche gesprüht. Die chemische Zusammensetzung wirkt tödlich auf die Raupen oder zerstört deren Nester. Es handelt sich um eine Alternative zu herkömmlichen Pestiziden.

Sources et références

  1. https://caps.ceris.purdue.edu/wp-content/uploads/2025/07/Thaumetopoea-processionea-oak-manual-datasheet.pdf
  2. https://www.gbif.org/species/1824113
  3. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11335206/
  4. http://www.anses.fr/en/content/beware-stinging-hairs-processionary-caterpillars
  5. https://oakprocessionary.life/oak-processionary-caterpillar/ecology/
  6. https://annforsci.biomedcentral.com/articles/10.1007/s13595-012-0209-0
  7. https://processierups.nu/monitoring-2025-verdrievoudiging-van-eikenprocessievlinders/