Fakten (kompakt)
- Die Samen besitzen einen hohen Nährwert mit einem Proteingehalt von 20 bis 25 % (Trockengewicht) sowie einem Anteil an komplexen Kohlenhydraten von 59 bis 70 %. - Erbsen zeichnen sich durch einen hohen Ballaststoffgehalt von 23 bis 31 % und einen niedrigen glykämischen Index von unter 60 aus. - Für den Anbau werden Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 bevorzugt. - Unter einer schützenden Schneedecke können bestimmte Varietäten Temperaturen bis zu -23 °C (-10 °F) tolerieren. - Die Reifezeit variiert sortenabhängig stark und liegt zwischen 50 und 180 Tagen. - Landwirtschaftliche Erträge für Trocken- und Wintererbsen erreichen durchschnittlich 1.300 bis 1.800 Pfund pro Acre. - Die Aussaat erfolgt typischerweise mit einer Saatstärke von 50 bis 100 Pfund pro Acre. - Die Blütenstände wachsen in achselständigen Trauben, die jeweils 1 bis 5 Einzelblüten enthalten. - Der Aufbau der Blüte umfasst fünf Kronblätter: eine breite Fahne, zwei seitliche Flügel und ein Schiffchen, das aus zwei verwachsenen unteren Blütenblättern besteht. - Die Hülsenfrüchte weisen Dimensionen von 50 bis 100 mm Länge und 15 bis 20 mm Breite auf. - Die einzelnen Samen haben einen Durchmesser von 4 bis 8 mm und ihre Anzahl pro Hülse variiert zwischen 4 und 10. - Das Netzwerk der lateralen Wurzeln konzentriert sich primär auf die oberen 25 cm des Bodens.[9]
Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Pisum sativum* L. und wurde im Jahr 1753 von Carl Linnaeus in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben. Sie wird der Gattung *Pisum* innerhalb der Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler) zugeordnet, genauer der Tribus Fabeae, die früher als Vicieae bezeichnet wurde.[4] Phylogenetische Untersuchungen auf molekularer Ebene zeigen eine enge Verwandtschaft zu den Platterbsen (*Lathyrus*), weshalb *Pisum sativum* in einigen modernen taxonomischen Datenbanken als Synonym zu *Lathyrus oleraceus* geführt wird.[4][3] Innerhalb der Art werden verschiedene Untergruppen unterschieden, darunter die Gartenerbse (*P. sativum* subsp. *sativum*), die Ackererbse (*P. sativum* subsp. *arvense*) sowie Zuckererbsen (*P. sativum* var. *saccharatum*).[4] Als wilder Vorfahre gilt *Pisum sativum* subsp. *elatius*, dessen Ursprung im Mittelmeerraum und dem Nahen Osten liegt.[4] Etymologisch leitet sich der englische Begriff "pea" durch eine Rückbildung aus dem mittelenglischen Singular "pease" ab, der im 17. Jahrhundert fälschlicherweise als Plural interpretiert wurde. Dieser Begriff stammt über das Altenglische "pise" und das Lateinische "pīsum" vom altgriechischen "pison" ab, dessen genaue Herkunft in einer vorindogermanischen Substratsprache vermutet wird.[4] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung "Erbse" gebräuchlich, wobei die Familie Fabaceae traditionell auch als Schmetterlingsblütler bekannt ist.[3] Internationale Trivialnamen wie das arabische "bāzillāʾ" oder das chinesische "wāndòu" zeugen von der historischen Verbreitung der Kulturpflanze über antike Handelsrouten wie die Seidenstraße.[4]
*Pisum sativum* ist eine einjährige, krautige Kletterpflanze, die Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Metern erreicht, wobei moderne Kultursorten oft kompakter bei etwa 0,6 Metern bleiben.[1][2] Der schlanke, hohle und zylindrische Stängel ist typischerweise grün gefärbt und weist oft einen wachsartigen, bläulichen Schimmer auf.[2] Die wechselständig angeordneten Blätter sind gefiedert und besitzen an der Basis zwei auffällige, blattartige Nebenblätter (Stipeln). Sie bestehen meist aus ein bis drei Paaren ovaler Fiederblättchen von 20 bis 40 mm Länge, die in verzweigten Ranken enden, welche der Pflanze als Kletterhilfe dienen.[2][1] Bei halbblattlosen Sorten sind die Fiederblättchen zugunsten von Ranken reduziert, was die Standfestigkeit verbessert.[2] Die zygomorphen Blüten erscheinen in achselständigen Trauben mit ein bis fünf Einzelblüten und messen insgesamt 18 bis 25 mm.[2][1] Die Krone setzt sich aus fünf Blütenblättern zusammen: einer breiten oberen Fahne, zwei seitlichen Flügeln und einem aus zwei verwachsenen unteren Blättern gebildeten Schiffchen. Die Blütenfarbe variiert je nach Sorte zwischen Weiß, Purpur und gelegentlich Rosa.[2] Aus dem oberständigen Fruchtknoten entwickelt sich eine längliche, obloide Hülsenfrucht von 50 bis 100 mm Länge und 15 bis 20 mm Breite. Diese Hülsen enthalten vier bis zehn Samen, die nahezu kugelförmig oder leicht kantig sind und einen Durchmesser von 4 bis 8 mm aufweisen.[1][2] Die Samenoberfläche ist glatt oder runzelig, während die Färbung von Grün und Gelb bis zu Beige, Braun oder gesprenkelten Mustern reicht.[2] Im Gegensatz zu wilden Verwandten, deren Hülsen bei Reife aufspringen, zeichnen sich domestizierte Formen durch nicht aufspringende Hülsen aus.[3] Taxonomisch grenzt sich die Gattung *Pisum* von *Lathyrus* durch paarig gefiederte Blätter mit breiten Stipeln sowie das Fehlen geflügelter Stängel ab. Gegenüber *Vicia*-Arten ist *Pisum* durch größere Nebenblätter und die spezifische Struktur der Blütenstände unterscheidbar.[1]
Pisum sativum gilt primär als wertvolles Element in der Fruchtfolge, da die Pflanze durch Symbiose mit dem Bodenbakterium Rhizobium leguminosarum atmosphärischen Stickstoff fixiert und so die Bodenfruchtbarkeit ohne synthetische Düngemittel erhöht.[3] Dennoch unterliegt der Anbau Risiken durch spezifische Schädlinge wie die Erbsenblattlaus (*Acyrthosiphon pisum*), die durch Saugtätigkeit Viren wie das Erbsensamen-Mosaikvirus überträgt und den Ertrag mindert.[2] Ein weiterer bedeutender Schädling ist der Erbsenkäfer (*Bruchus pisorum*), dessen Larven sich in die Samen bohren und durch charakteristische „Kreideflecken“ die Vermarktungsfähigkeit drastisch reduzieren.[1] Bei den Krankheiten verursacht der Echte Mehltau (*Erysiphe pisi*) weiße Beläge auf Blättern und Hülsen, während die durch *Aphanomyces euteiches* ausgelöste Wurzelfäule in feuchten Böden zum Absterben der Pflanze führt.[3] Zur Früherkennung werden Bestände regelmäßig kontrolliert, wobei für Blattläuse wirtschaftliche Schadschwellen von etwa 2–3 Tieren pro Pflanzenspitze als Indikator für Maßnahmen gelten.[2] Präventive kulturelle Maßnahmen umfassen weite Fruchtfolgen von bis zu sechs Jahren, um langlebige Bodenpathogene wie *Aphanomyces* auszuhungern, sowie das tiefe Unterpflügen von Ernterückständen zur Bekämpfung überwinternder Käfer.[1][3] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) wird die Förderung natürlicher Feinde wie Marienkäfer mit dem Anbau resistenter Sorten kombiniert, um den Einsatz von Chemikalien zu minimieren.[2] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen gezielt, etwa durch Insektizide während der Blüte gegen adulte Käfer, um die Eiablage und Larvenentwicklung in den Samen zu verhindern.[1] Gesundheitlich ist *Pisum sativum* meist unbedenklich, kann jedoch bei Erdnussallergikern durch Kreuzreaktivität homologer Proteine allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen. Zudem enthalten rohe Erbsen Antinährstoffe wie Lektine und Phytinsäure, die die Mineralstoffaufnahme hemmen können, jedoch durch Kochen oder Einweichen effektiv inaktiviert werden.[3]