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Fleissiges Lieschen Impatiens walleriana

Fleissiges Lieschen

Classification taxonomique

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Ericales (Ericales)
Familie Balsaminaceae
Gattung Impatiens
Art Impatiens walleriana
Wissenschaftlicher Name: Impatiens walleriana Hook.fil.
Akzeptierter Name
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Einleitung

Das **Fleissige Lieschen** (*Impatiens walleriana*) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Springkräuter (*Impatiens*) innerhalb der Familie der Springkrautgewächse (Balsaminaceae).[1][2] Ursprünglich im östlichen Afrika von Kenia bis Mosambik beheimatet, wächst der sukkulente, ausdauernde Halbstrauch in feuchten, schattigen Habitaten. In der Literatur wird die Art teilweise unter Synonymen wie *Impatiens sultani* oder *Impatiens holstii* geführt. Während sie weltweit als beliebte Zierpflanze kultiviert wird, gilt sie in einigen tropischen Regionen, darunter Australien und Hawaii, als invasives Unkraut.[1]

Fakten (kompakt)

- Phylogenetisch wird die Art einer monophyletischen Gruppe innerhalb der Untergattung *Impatiens* zugeordnet, die durch vier-colpate Pollen und fünf Fruchtblätter charakterisiert ist[6] - Analysen des Chloroplasten-Genoms bestätigen eine enge Verwandtschaft zu *Impatiens balsamina* und eine klare Abgrenzung zur Schwestergattung *Hydrocera*[6] - Die Laubblätter erreichen eine Länge von bis zu 7,5 cm (3 Zoll) und können neben Grüntönen auch bronzefarbene Färbungen aufweisen[6] - Die Blüten weisen einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 5,7 cm auf und kommen in Farbvarianten wie Flieder, Orange oder zweifarbigen Mustern vor, die im vorherigen Text nicht spezifiziert wurden[6] - Als Reaktion auf die Anfälligkeit für Falschen Mehltau wurden spezifische resistente Zuchtlinien wie 'Beacon' und 'Imara XDR' entwickelt[6] - Im Gegensatz zu vielen anderen Zierpflanzen treten kaum Insektenschäden auf, jedoch stellen Nacktschnecken ein relevantes Schädlingsproblem dar[6] - Gärtnerische Pflegemaßnahmen umfassen oft das Entspitzen (Pinching) der Triebe, um einen dichteren, buschigeren Wuchs zu fördern[6] - Die taxonomische Einordnung erfolgt in die Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales) innerhalb der Klasse der Magnoliopsida[6]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet *Impatiens walleriana*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1868 durch den Botaniker Joseph Dalton Hooker im Werk *Flora of Tropical Africa* veröffentlicht wurde. Das Art-Epitheton *walleriana* ehrt den britischen Missionar und Pflanzensammler Horace Waller (1833–1896), der das Typusexemplar im August 1864 nahe Morrumbala in Mosambik sammelte.[2] Der Gattungsname *Impatiens* leitet sich vom lateinischen Wort für „ungeduldig“ ab und bezieht sich auf die reifen Samenkapseln, die bei Berührung explosionsartig aufspringen. Historisch existieren mehrere heterotypische Synonyme, darunter *Impatiens sultani* Hook.f. (1881), das ursprünglich anhand von Pflanzen aus Sansibar beschrieben wurde.[2] Weitere Synonyme, die aufgrund morphologischer Übereinstimmungen heute zu *Impatiens walleriana* gestellt werden, sind *Impatiens holstii* Engl. & Warb. (1895) sowie *Impatiens petersiana* Gilg ex Grignan (1906).[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Art vor allem unter dem Trivialnamen Fleißiges Lieschen bekannt.[1] Im englischen Sprachraum sind Bezeichnungen wie „Busy Lizzie“ oder „Sultana“ (in Anlehnung an das Synonym *I. sultani*) geläufig. Systematisch wird die Art der Familie der Springkrautgewächse (Balsaminaceae) zugeordnet und gehört phylogenetisch zur Kern-Klade der Gattung *Impatiens*.[1] Analysen des Chloroplasten-Genoms zeigen eine enge Verwandtschaft zu anderen Arten wie *Impatiens balsamina*, wobei sie sich deutlich von der Schwestergattung *Hydrocera* abgrenzt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Impatiens walleriana wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht und buschige, ausgebreitete Bestände bildet.[2][1] Die Stängel sind halbsukkulent, weich, saftig und im Querschnitt rund, wobei sie meist kahl oder selten an den Spitzen behaart sind. Ihre Färbung variiert von hellgrün bis rötlich überhaucht, und an den unteren Knoten bilden sich unter feuchten Bedingungen oft Wurzeln. Die Laubblätter sind überwiegend wechselständig in einer Spirale angeordnet, können jedoch nahe der Stängelspitzen gegenständig oder quirlständig erscheinen. Die Blattspreite ist lanzettlich bis eiförmig oder elliptisch geformt, misst 3 bis 12 cm in der Länge sowie 2 bis 5 cm in der Breite und besitzt einen gesägten oder gekerbt-gezähnten Rand. Die Blätter sind fleischig, oberseits dunkelgrün und kahl, während die Unterseite gelegentlich rötlich oder bronzefarben getönt ist. Sie sitzen an 1 bis 8 cm langen Blattstielen, die mit gestielten Drüsen besetzt sind, und weisen 5 bis 12 Paare fiederförmiger Seitennerven auf. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten stehen einzeln oder in kleinen achselständigen Trauben von bis zu fünf Exemplaren.[2] Sie erreichen einen Durchmesser von 2 bis 5 cm und bestehen aus fünf überlappenden Kronblättern in Farben wie Rosa, Rot, Weiß, Orange oder Violett.[2][1] Charakteristisch ist der 2 bis 5 cm lange, schlanke Sporn, der vom unteren, weißlichen Kelchblatt ausgeht. Das dorsale Kronblatt ist oft gekielt, während die seitlichen Kronblätter miteinander verwachsen sind. Die Früchte sind längliche, spindelförmige oder zylindrische Kapseln von 1,5 bis 2 cm Länge und 4 bis 6 mm Breite. Diese grünen, glatten und gerippten Kapseln besitzen eine geschwollene Mitte und springen bei Reife oder Berührung explosiv auf. Die darin enthaltenen Samen sind zahlreich, dunkel gefärbt, birnenförmig und etwa 1,5 bis 1,75 mm groß. Die Samenoberfläche ist mit kurzen, dicken Haaren bedeckt.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Impatiens walleriana* primär als Zierpflanze geschätzt wird, gilt sie in tropischen Regionen wie Hawaii, den Galápagos-Inseln und Teilen Australiens als invasives Unkraut, das einheimische Vegetation verdrängt.[1][3] In diesen Gebieten bildet die Art dichte Monokulturen in schattigen Feuchtgebieten und Uferzonen, was die Biodiversität reduziert und die Bodenfeuchtigkeit durch dichten Bewuchs verändert.[3] Die größte wirtschaftliche Bedrohung für die Kultur selbst stellt der Falsche Mehltau (*Plasmopara obducens*) dar, der seit den frühen 2010er Jahren weltweit zu massiven Bestandsverlusten führte.[4][1] Befallssymptome beginnen oft subtil mit hellgrünen Sprenkeln auf den unteren Blättern, gefolgt von weißem Sporenbelag auf den Blattunterseiten bei kühlem, feuchtem Wetter. Die Krankheit führt rasch zu vollständigem Blattabwurf und dem Absterben der Pflanze, was eine Früherkennung essenziell macht.[4] Neben Pilzerkrankungen können Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen sowie Nacktschnecken auftreten.[4][1] Präventive Maßnahmen im Gartenbau umfassen die Verbesserung der Luftzirkulation und das Vermeiden von Überkopfbewässerung, um die Blattfeuchte zu minimieren.[4][3] Infizierte Pflanzen müssen umgehend entfernt und entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung der Sporen zu verhindern.[3] Gegen Insektenbefall werden unter anderem insektizide Seifen oder Neemöl eingesetzt.[4] Ein zentraler Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes ist die Züchtung resistenter Hybriden, etwa durch Kreuzung mit der Wildart *Impatiens gordonii*, um den Fungizideinsatz zu verringern.[3] Neuere Sortenserien wie 'Beacon' oder 'Imara XDR' weisen eine hohe Toleranz gegenüber *Plasmopara obducens* auf und ermöglichen den Anbau in befallsgefährdeten Lagen.[4][1] Zur Eindämmung der invasiven Ausbreitung in Naturschutzgebieten liegt der Fokus auf der Verhinderung von Samentransport durch Wasserläufe und der korrekten Entsorgung von Gartenabfällen, da die explosiven Samenkapseln eine rasche Kolonisierung begünstigen.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Impatiens walleriana wächst als krautiger, ausdauernder Halbstrauch mit sukkulenten Stängeln und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 60 cm.[1][2] In ihrem tropischen Verbreitungsgebiet ist die Pflanze perennierend, verhält sich in gemäßigten Zonen jedoch aufgrund fehlender Frosttoleranz wie eine Einjährige, da oberirdische Teile bei Frost absterben.[3][4] Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt über zwittrige, zygomorphe Blüten, die ganzjährig gebildet werden können. Als Bestäuber fungieren primär Insekten wie Bienen (Hymenoptera) und Schmetterlinge (Lepidoptera), die durch den Nektar im verlängerten Blütensporn angelockt werden.[1] Die Art ist selbstkompatibel; während die natürliche Bestäubungsrate bei etwa 70 % liegt, können isolierte Blüten durch Selbstbestäubung zu ca. 20 % Samen ansetzen. Nach der Befruchtung entwickeln sich 1,5 bis 2 cm lange, spindelförmige Kapselfrüchte. Ein charakteristisches Merkmal ist der explosive Schleudermechanismus (Ballochorie) der reifen Früchte, die bei Berührung oder Austrocknung aufplatzen und die Samen mehrere Meter weit schleudern. Die etwa 1,5 bis 1,75 mm großen Samen sind birnenförmig und mit kurzen Haaren bedeckt. Ergänzend zur Ballochorie nutzt die Art in Uferzonen die Hydrochorie, um sich über Wasserwege auszubreiten.[1] Die Keimung der lichtbedürftigen Samen erfolgt unter warmen, feuchten Bedingungen (21–24 °C) innerhalb von 10 bis 21 Tagen.[1][5] Vegetativ vermehrt sich Impatiens walleriana leicht durch Stängel, die an den unteren Knoten bei Bodenkontakt Wurzeln bilden, was zu einem dichten, teppichartigen Wuchs führt. Physiologisch ist die Art an den Unterwuchs tropischer Regenwälder angepasst und benötigt Halbschatten sowie konstant feuchte, gut drainierte Böden. Direkte Sonneneinstrahlung wird physiologisch schlecht vertragen und führt zu Blattverbrennungen (Leaf Scorch).[1] Ein wesentlicher Mortalitätsfaktor ist der Oomycet Plasmopara obducens, der Falschen Mehltau verursacht und insbesondere bei feucht-kühler Witterung zu massiven Bestandsverlusten führt.[4] Um die Anfälligkeit zu reduzieren, wurden resistente Hybriden durch Kreuzung mit der Wildart Impatiens gordonii entwickelt. Zu den natürlichen Feinden zählen neben dem Mehltau auch Schnecken sowie saugende Insekten wie Blattläuse, Thripse und Spinnmilben.[3]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Lahr/Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

    12.07.2025

  • Südliche Innenstadt, 14 Potsdam, Alemania

    01.07.2025

  • Dennheritz, Sachsen, Deutschland

    16.08.2024

  • Naturpark Fläming, Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt, Deutschland

    01.06.2024

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Impatiens walleriana* liegt im östlichen Afrika.[1][2] Es erstreckt sich von Südost-Kenia über Tansania, Malawi und Mosambik bis in Teile Simbabwes. In diesen Regionen besiedelt die Art primär feuchte, schattige Habitate innerhalb von Hochland- und Küstenregenwäldern. Typische natürliche Standorte umfassen zudem Uferzonen entlang von Flüssen, Waldschluchten sowie feuchte, felsige Bereiche. Die vertikale Verbreitung reicht von Meereshöhe bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern.[1] Seit der Einführung in die Kultur im 19. Jahrhundert wurde die Art weltweit als Zierpflanze verbreitet. Heute ist sie in vielen tropischen und subtropischen Gebieten als Neophyt etabliert, darunter in Florida, der Karibik und auf den Galápagos-Inseln. Weitere Vorkommen existieren in Asien, beispielsweise in Indien und Südchina, sowie auf zahlreichen pazifischen Inseln und im Indischen Ozean. In Australien gilt die Pflanze entlang der Ostküste, insbesondere in Queensland und New South Wales, als eingebürgert. In Europa verwildert *Impatiens walleriana* gelegentlich in temperierten Zonen und entlang der Mittelmeerküste an schattigen, feuchten Stellen. Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit verhält sich die Art in kühleren Klimazonen wie in Deutschland meist wie eine Einjährige und stirbt bei Frost ab. Verwilderungen beschränken sich in Mitteleuropa daher meist auf unbeständige Vorkommen in Siedlungsnähe oder geschützten Lagen. In ihren invasiven Arealen bevorzugt die Pflanze gestörte feuchte Böden und dringt in Waldränder sowie Uferdickichte ein. Dort kann sie dichte Monokulturen bilden, die durch Beschattung und Nährstoffkonkurrenz die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen. Die lokale Ausbreitung wird durch den explosiven Schleudermechanismus der Kapselfrüchte begünstigt. In Uferbereichen erfolgt die Verbreitung der Samen zusätzlich hydrochor durch das Wasser von Bächen und Flüssen.[1]

Saisonalität & Aktivität

In seinem tropischen Verbreitungsgebiet in Ostafrika wächst *Impatiens walleriana* als ausdauernde Staude und kann unter günstigen Bedingungen ganzjährig blühen.[2][3] In gemäßigten Klimazonen ist die Art jedoch frostempfindlich und wird überwiegend als einjährige Pflanze kultiviert. Die Hauptblütezeit erstreckt sich in diesen Regionen typischerweise von Juni bis zum ersten Frost. Das Wachstum ist stark temperaturabhängig, wobei Tageswerte zwischen 15 und 25 °C bevorzugt werden. Bereits bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Eine Überwinterung ist in kühleren Breiten nur in Innenräumen bei Temperaturen von etwa 10 bis 15 °C möglich.[1] Die Keimung der Samen erfolgt unter warmen Bedingungen (ca. 21–24 °C) innerhalb von 10 bis 21 Tagen. Ergänzend zeigen Datenanalysen ein erhöhtes öffentliches Interesse in den Monaten April und Mai, was mit der empfohlenen Pflanzzeit im Frühjahr korrespondiert. Die Verbreitung der Samen geschieht durch einen explosiven Schleudermechanismus, der bei Reife durch Berührung oder Austrocknung ausgelöst wird.[1]

Recherche scientifique et brevets

US-2019059311-A1 Biological Inconnu

Tolerante Impatiens-Sorten und Verfahren zu deren Züchtung

Kerley & Company (2018)

Pertinence: 10/10

Résumé

Dieses Patent beschreibt die Entwicklung neuer Sorten von Impatiens walleriana, die eine spezifische Toleranz gegenüber Plasmopara obducens, dem Erreger des Falschen Mehltaus, aufweisen. Die Kerninnovation besteht in der Kreuzung von Impatiens walleriana mit der Wildart Impatiens gordonii, um resistente Hybriden zu erzeugen. Diese biologische Methode adressiert eines der größten Probleme im kommerziellen Anbau des Fleißigen Lieschens, da der Falsche Mehltau oft ganze Bestände vernichtet. Das Patent detailliert die Zuchtverfahren sowie die genetischen Eigenschaften der resultierenden Kultivare. Durch diese natürliche Resistenz kann der Einsatz chemischer Fungizide verringert werden, während die ästhetischen Merkmale der Zierpflanze erhalten bleiben.

Sources et références

  1. https://www.gbif.org/species/2891772
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:374419-1
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/impatiens-walleriana/
  4. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8889038/
  5. https://www.ohiotropics.com/2023/10/04/how-to-grow-impatiens-from-cuttings/
  6. Literaturzusammenfassung: Impatiens walleriana