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Gemeine Wespe Vespula vulgaris

Gemeine Wespe
Mittleres Risiko Allergen Peut mordre Giftig Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
Familie Vespidae
Gattung Vespula
Art Vespula vulgaris
Wissenschaftlicher Name: Vespula vulgaris (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die **Gemeine Wespe** (*Vespula vulgaris*) ist eine zur Familie der Faltenwespen (Vespidae) gehörende, staatenbildende Art, die ursprünglich in der Paläarktis verbreitet ist und in Regionen wie Neuseeland und Australien als invasiv gilt. Sie ähnelt stark der verwandten Deutschen Wespe (*Vespula germanica*), lässt sich von dieser jedoch primär durch eine ankerförmige schwarze Zeichnung auf dem Kopfschild (Clypeus) unterscheiden, im Gegensatz zu den drei Punkten bei der Vergleichsart. Während die Art als Prädator anderer Insekten eine regulierende Funktion im Ökosystem einnimmt, wird sie im menschlichen Umfeld aufgrund ihrer Affinität zu Nahrungsmitteln und ihrer Wehrhaftigkeit oft als bedeutender Lästling eingeordnet.[1]

Name & Einordnung

Die Art *Vespula vulgaris* wurde erstmals im Jahr 1758 von Carl von Linné in seinem Werk *Systema Naturae* unter dem Basionym *Vespa vulgaris* wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Zuordnung zur Gattung *Vespula* erfolgte 1869 durch Carl Gustav Thomson, der diese Gruppe von der Gattung *Vespa* (Hornissen) abtrennte. Ein in der Literatur historisch relevantes Synonym ist *Paravespula vulgaris* (Blüthgen, 1938), welches eine frühere subgenerische Klassifizierung widerspiegelt. Phylogenetisch wird die Art der *Vespula vulgaris*-Gruppe zugeordnet, einer monophyletischen Klade, die auch die nah verwandte Deutsche Wespe (*Vespula germanica*) umfasst. Im deutschen Sprachraum trägt die Art den Trivialnamen Gemeine Wespe. International ist sie im Englischen als „common wasp“ bekannt, während der Begriff „yellowjacket“ oft als unspezifischer Sammelbegriff für verschiedene *Vespula*-Arten verwendet wird.[1] In Invasionsgebieten der Südhalbkugel, wie Australien und Neuseeland, wird zur Unterscheidung oft der Begriff „European wasp“ spezifisch für *Vespula germanica* verwendet, während *V. vulgaris* als „common wasp“ bezeichnet wird.[1] Eine bedeutende taxonomische Revision erfolgte 2010, als morphologische und molekulare Analysen zeigten, dass nordamerikanische Populationen, die zuvor als *V. vulgaris* galten, tatsächlich die eigenständige Art *Vespula alascensis* darstellen. Somit gilt *Vespula vulgaris* in Nordamerika als nicht etabliert, was historische Verbreitungsdaten korrigierte und die Bedeutung genetischer Marker bei der Artbestimmung unterstrich.[1][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte Individuen von *Vespula vulgaris* weisen deutliche Größenunterschiede zwischen den Kasten auf: Königinnen erreichen eine Körperlänge von 16–19 mm, Arbeiterinnen 11–15 mm und Männchen 13–17 mm. Die Grundfärbung ist aposematisch schwarz-gelb gebändert, wobei der Kopf ein charakteristisches breites schwarzes Band zwischen dem Koronalbereich und dem Augensinus zeigt.[4] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der Clypeus (Kopfschild), der mittig eine anker- oder dolchförmige schwarze Zeichnung trägt.[4][1] Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten wirkt das Gesicht der Arbeiterinnen aufgrund einer kurzen Distanz zwischen Auge und Mandibel (oculomalar distance) eher rundlich. Die Komplexaugen verfügen über eine fronto-ventrale Akutzone zur verbesserten Bewegungswahrnehmung. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen, die bei Weibchen (Königinnen und Arbeiterinnen) aus 12 und bei Männchen aus 13 Segmenten bestehen. Zudem besitzen nur die Weibchen einen zum Wehrstachel umgebildeten Legebohrer, während dieser den Männchen fehlt.[4] Auf dem Abdomen befinden sich schwarze Flecken oder Ringe auf den Tergiten, wobei die gelben Bänder bei Arbeitern etwa zwei Drittel der Breite einnehmen und dadurch heller wirken als bei verwandten Arten.[4][1] Männchen lassen sich genitalmorphologisch durch einen ventral flachen Aedeagus identifizieren, der eine graduelle apikale Vertiefung aufweist.[4] Die weißlichen, länglichen Eier sind etwa 2 mm groß.[1] Die daraus schlüpfenden Larven sind beinlos, madenartig weiß und erreichen im letzten Larvenstadium eine Länge von etwa 10 mm.[4][1] Zur Abgrenzung gegenüber der sehr ähnlichen Deutschen Wespe (*Vespula germanica*) dient primär die Ankerzeichnung auf dem Clypeus, da *V. germanica* dort meist drei kleine schwarze Punkte aufweist.[4][1] Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das erste Hinterleibstergit, dessen Seiten bei *V. vulgaris* gelb, bei *V. germanica* hingegen schwarz gefärbt sind.[1] Von der Roten Wespe (*Vespula rufa*) unterscheidet sich die Art durch das Fehlen rot-brauner Zeichnungselemente auf dem Kopf und den vorderen Abdominalsegmenten.[4] Gegenüber *Vespula maculifrons* fehlen *V. vulgaris* die gelben Flecken auf dem Propodeum.[4]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Vespula vulgaris nimmt eine ambivalente ökologische Rolle ein, da sie im nativen Verbreitungsgebiet als Nützling große Mengen an Schadinsekten wie Raupen und Blattläusen vertilgt.[1] In invasiven Regionen wie Neuseeland wird sie hingegen als aggressiver Schädling klassifiziert, der Honigtau-Ressourcen zu fast 99 % monopolisiert und die Biodiversität bedroht.[1][5] Ökonomisch verursacht die Art dort massive Schäden in der Imkerei und Forstwirtschaft, die auf jährlich 133 Millionen NZD geschätzt werden.[1] Für den Menschen ist die medizinische Relevanz hoch, da Stiche schmerzhafte lokale Reaktionen und bei 0,3 bis 3 % der europäischen Bevölkerung systemische Allergien bis hin zur Anaphylaxie auslösen.[1][4] Das Giftcocktail enthält Enzyme wie Phospholipase A1 und Hyaluronidase, welche biotechnologisch für Hyposensibilisierungs-Therapien genutzt werden können.[4][8] Ein typisches Befallsanzeichen im urbanen Raum ist das verstärkte Auftreten von Arbeiterinnen im Spätsommer, wenn diese aufgrund von Nahrungsknappheit aggressiv zuckerhaltige Lebensmittel und Abfälle frequentieren.[1] Zur Früherkennung und Lokalisierung versteckter Nester kommen zunehmend drohnengestützte Technologien zum Einsatz, die eine effiziente Überwachung ermöglichen.[10] Präventive Maßnahmen im Sinne eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) fokussieren auf Hygiene, insbesondere die Abdeckung von Müllbehältern und Nahrungsmitteln im Freien.[1] Die chemische Bekämpfung erfolgt primär durch Insektizideinsatz am Nest, wobei in Neuseeland spezielle Fipronil-Köder (z. B. Vespex) die Populationsdichte lokal um über 90 % senken konnten. Biologische Kontrollversuche, etwa durch die Freisetzung der parasitoiden Schlupfwespe Sphecophaga vesparum, zeigten bisher nur begrenzte Erfolge bei der Eindämmung invasiver Populationen.[1] Forschungsprojekte untersuchen zudem das Potenzial von Gene-Drives und pathogenen Viren zur populationsweiten Kontrolle.[5] Rechtlich gilt V. vulgaris global als nicht gefährdet („Least Concern“), unterliegt jedoch in Invasionsgebieten wie Australien strikten Managementplänen.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Vespula vulgaris* ist annuell und beginnt im Frühjahr, wenn die begatteten Königinnen aus der Diapause erwachen, um solitär ein neues Nest zu gründen. Die Königin legt Eier, aus denen nach 5–8 Tagen beinlose Larven schlüpfen, die über einen Zeitraum von 12–20 Tagen fünf Larvenstadien durchlaufen. Nach dem Spinnen eines Seidenkokons verpuppen sich die Larven für 10–14 Tage, wobei die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zur Imago temperaturabhängig etwa 28–48 Tage beträgt. Um die Brutentwicklung zu optimieren, wird die Nesttemperatur durch metabolische Wärme der Adulten aktiv zwischen 30 °C und 35 °C reguliert. Die Ernährung der Larven erfolgt durch Trophallaxis, bei der Arbeiterinnen zerkauten Proteinbrei aus Beutetieren wie Fliegen, Raupen und Spinnen verfüttern. Im Gegenzug geben die Larven ein kohlenhydratreiches Speichelsekret ab, das von den Adulten aufgenommen wird, deren Diät ansonsten primär aus Nektar, Honigtau und Fruchtsäften besteht. Eine erfolgreiche Kolonie kann pro Saison 3.000 bis 8.000 Individuen hervorbringen, wobei die Königin tausende Eier legt, während die Arbeiterinnen durch Pheromone weitgehend steril gehalten werden. Die Lebensdauer der sterilen Arbeiterinnen ist kurz und beträgt durchschnittlich 12–22 Tage, während Männchen nur 1–2 Wochen leben und die Königin ein Alter von 10–12 Monaten erreicht.[1][4] Im Spätsommer wechselt die Kolonie zur Produktion von Geschlechtstieren (Gynen und Männchen), die im August und September den Hochzeitsflug antreten. Die Jungköniginnen sind polyandrisch und paaren sich mit durchschnittlich 2,5 Männchen, bevor sie die Spermien in ihrer Spermatheca speichern. Nur die inseminierten Königinnen überwintern in einer physiologischen Diapause und überleben dank Cryoprotektiva und Unterkühlung Temperaturen bis zu -16,9 °C. Die Mortalitätsrate der Königinnen während des Winters ist mit über 99,85 % extrem hoch, während die alte Kolonie samt Gründungskönigin im Herbst abstirbt.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Parasitoide wie die Schlupfwespe *Sphecophaga vesparum* und der Käfer *Metoecus paradoxus*, welche die Brut parasitieren.[4] Zudem können Pathogene wie das *Deformed Wing Virus* (DWV) oder Mikrosporidien der Gattung *Nosema* die Koloniegesundheit schwächen.[4][8]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Mainz

    16.01.2026

  • Schlüttsiel/Anleger - Ockholm, 25842 Ockholm, Deutschland

    05.01.2026

  • Deutschland

    21.12.2025

  • Germany

    15.12.2025

  • Nachrodt-Wiblingwerde, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    11.12.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Vespula vulgaris* umfasst die gesamte Paläarktis und reicht von Europa über das Vereinigte Königreich bis nach Russland und in das gemäßigte Asien bis Japan.[1] Entgegen historischer Annahmen kommt die Art nicht in Nordamerika vor; dortige Populationen wurden 2010 taxonomisch als die eigenständige Art *Vespula alascensis* reklassifiziert.[2][4] Durch anthropogene Verschleppung hat sich die Gemeine Wespe jedoch in diversen gemäßigten Zonen der Südhalbkugel als invasive Spezies etabliert.[1] In Neuseeland wurde sie erstmals 1901 nachgewiesen, während sie in Australien 1959 zunächst Tasmanien erreichte und sich in den späten 1970er Jahren auf dem Festland ausbreitete.[5][1] Neuere Einschleppungen erfolgten in Südamerika, wo die Art seit 2010 in Argentinien und 2011 in Chile belegt ist und mittlerweile bis in die südlichsten Biosphärenreservate Patagoniens vordringt.[2][4] Jüngste Beobachtungen deuten zudem auf eine Etablierung in arktischen Regionen wie Grönland hin.[5] In Europa begünstigt der Klimawandel eine nordwärts gerichtete Arealerweiterung, wobei Modellierungen eine zunehmende Habitateignung in Skandinavien prognostizieren.[1] Als Ubiquist nutzt *Vespula vulgaris* vielfältige Lebensräume, bevorzugt jedoch offene, sonnige Areale sowie Wälder und Gehölzstrukturen.[4] Die Art gilt als ausgeprägter Kulturfolger und besiedelt häufig Siedlungsbereiche, wo sie in nördlichen Breiten vom „Urban Heat Island“-Effekt profitiert, der Temperaturen um bis zu 8 °C gegenüber dem Umland erhöht.[1] Nester werden primär unterirdisch in verlassenen Kleinsäugerbauten angelegt, finden sich jedoch regelmäßig auch in dunklen Hohlräumen an Gebäuden, wie Dachböden oder Rollladenkästen.[1][6] In den Buchenwäldern Neuseelands erreicht die Populationsdichte extrem hohe Werte von bis zu 50 Nestern pro Hektar, wo die Wespen massiv um Honigtau konkurrieren.[1][7]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus von *Vespula vulgaris* ist in gemäßigten Klimazonen univoltin und streng saisonal, wobei Kolonien nur ein Jahr bestehen und im Winter absterben. Die Aktivitätsperiode beginnt im Frühjahr (April bis Mai), wenn begattete Königinnen aus der Überwinterung kommen, um solitär Nester zu gründen und die erste Brut zu versorgen. Die Larven durchlaufen fünf Entwicklungsstadien über einen Zeitraum von 18 bis 23 Tagen, bis nach insgesamt 28 bis 48 Tagen die ersten adulten Arbeiterinnen schlüpfen. Während der Sommermonate wächst die Population rasch an, bevor im Spätsommer (August bis September) die reproduktive Phase mit dem Schwarmflug der Männchen und Jungköniginnen einsetzt. Die Flugaktivität der Arbeiterinnen ist stark temperaturabhängig; sie präferieren Umgebungstemperaturen von 20 bis 30 °C und stellen das Sammeln unterhalb von etwa 2 °C fast vollständig ein. Im Herbst (September bis Oktober) bricht die Kolonie zusammen, wobei die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben, während die begatteten Jungköniginnen geschützte Hibernacula für die Diapause aufsuchen. In eingeführten Populationen der Südhalbkugel, wie in Neuseeland, verschiebt sich dieser Zyklus um sechs Monate, sodass die Nestgründung im September oder Oktober erfolgt.[1] Das öffentliche Suchinteresse an der Art korreliert stark mit der maximalen Populationsdichte und erreicht seinen Höhepunkt typischerweise im August.[3]

Recherche scientifique et brevets

CA-2157864-C Biological Accordé

Klonierung und rekombinante Herstellung von Vespidengift-Enzymen, wie Phospholipase und Hyaluronidase, sowie darauf basierende immunologische Therapien

(1994)

Pertinence: 6/10

Résumé

Das Patent beschreibt die Klonierung und rekombinante Herstellung von Enzymen aus dem Gift von Wespen, insbesondere Phospholipase und Hyaluronidase. Es werden spezifisch Nukleinsäuren isoliert, die für diese Giftkomponenten von Vespula vulgaris und Dolichovespula maculata kodieren. Ziel ist die Entwicklung von diagnostischen Mitteln und immunologischen Therapien zur Behandlung von Insektengiftallergien. Durch die rekombinante Produktion können diese Allergene in reiner Form und ausreichender Menge hergestellt werden, ohne auf die Extraktion aus Insekten angewiesen zu sein. Dies ermöglicht sicherere und effektivere Hyposensibilisierungsbehandlungen für Allergiker. Die Innovation liegt im biotechnologischen Ansatz zur Gewinnung der spezifischen Giftproteine.

Sources et références

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.56675
  2. https://bioone.org/journals/american-museum-novitates/volume-2010/issue-3690/706.1/Misidentification-of-Vespula-alascensis-as-V-vulgaris-in-North-America/10.1206/706.1.full
  3. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  4. https://cjai.biologicalsurvey.ca/bmc_05/98v_vulgaris.html
  5. https://species.biodiversityireland.ie/profile.php?taxonId=57274
  6. https://pegasuspestcontrol.co.uk/how-to-get-rid-of-wasps/
  7. https://newzealandecology.org/nzje/1931/pdf
  8. https://patents.google.com/patent/CA2157864C/en
  9. https://bwars.com/wasp/vespidae/vespinae/vespula-vulgaris
  10. https://www.abc.net.au/news/rural/2020-08-04/drone-workings-in-agriculture-can-increase-efficiency/12507330