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Heimchen Acheta domesticus

Heimchen
Mittleres Risiko Allergen Krankheitsüberträger Lästling Peut mordre Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Heuschrecken (Orthoptera)
Familie Gryllidae
Gattung Acheta
Art Acheta domesticus
Wissenschaftlicher Name: Acheta domesticus (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name
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Einleitung

Das **Heimchen** (*Acheta domesticus*) ist eine ursprünglich aus Südwestasien stammende Langfühlerschrecke aus der Familie der Grillen (Gryllidae), die heute weltweit verbreitet ist.[1][2] Während die Art in Gebäuden als Materialschädling auftreten kann, wird sie kommerziell in großem Maßstab als Futtertier und seit der Zulassung als neuartiges Lebensmittel in der EU auch für die menschliche Ernährung genutzt.[3][2] Die Erstbeschreibung erfolgte 1758 durch Carl von Linné unter dem Basionym *Gryllus domesticus*.[2]

Fakten (kompakt)

- Im Jahr 2023 wurde das erste Genom-Assembly von *Acheta domesticus* auf Chromosomen-Ebene veröffentlicht, das auf Long-Read-Sequenzierungsdaten basiert und Einblicke in die genetische Struktur ermöglicht. - Der vollständige Lebenszyklus vom Ei bis zum Adulttier wird bei optimalen Temperaturen von 27 bis 32 °C (80–90 °F) innerhalb von zwei bis drei Monaten abgeschlossen. - Analysen des mitochondrialen Genoms zeigen eine enge phylogenetische Verwandtschaft zu den Gattungen *Gryllus* und *Gryllodes*. - Als Nahrungsquelle weist das Heimchen einen Proteingehalt von über 60 % in der Trockenmasse auf und ist reich an essenziellen Aminosäuren, Fetten und Mineralien. - Zu den spezifischen Synonymen der Art zählen *Acheta aegyptiacus* (Haan, 1843), *Acheta melanocephalus* (Zacher, 1917) und *Acheta transversalis* (Walker, 1871). - Verwilderte Populationen haben sich außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebiets in Regionen wie den östlichen Vereinigten Staaten und Südkalifornien etabliert. - Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) genehmigte die Verwendung als neuartiges Lebensmittel in der EU im Dezember 2024. - In der wissenschaftlichen Forschung dient die Spezies als Modellorganismus für Untersuchungen zur Insektenphysiologie und zur nachhaltigen Proteinproduktion.[9]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Acheta domesticus*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1758 durch Carl Linnaeus erfolgte.[2][1] In der 10. Auflage seines Werkes *Systema Naturae* führte Linnaeus die Spezies ursprünglich unter dem Basionym *Gryllus domesticus*.[1] Systematisch wird das Heimchen heute in die Gattung *Acheta* innerhalb der Familie der Echten Grillen (Gryllidae) gestellt.[2][1] Innerhalb dieser Familie gehört die Art zur Unterfamilie Gryllinae. Historische taxonomische Revisionen und regionale Beschreibungen führten zu mehreren Synonymen, zu denen unter anderem *Acheta aegyptiacus* (Haan, 1843), *Acheta melanocephalus* (Zacher, 1917) und *Acheta transversalis* (Walker, 1871) zählen. Vergleichende Analysen des mitochondrialen Genoms zeigen eine enge phylogenetische Verwandtschaft zu den Gattungen *Gryllus* (Feldgrillen) und *Gryllodes*. Im Jahr 2023 veröffentlichten Forscher zudem ein erstes Genom-Assembly auf Chromosomenebene, welches die genetische Struktur und die taxonomische Abgrenzung innerhalb der Gryllidae weiter präzisiert. Neben dem deutschen Trivialnamen 'Heimchen' ist international vor allem die englische Bezeichnung 'House cricket' etabliert, was auf die synanthrope Lebensweise hinweist.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Das Heimchen (*Acheta domesticus*) erreicht eine Körperlänge von 16 bis 21 mm und weist eine überwiegend hell gelblich-braune bis graubraune Grundfärbung auf. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind drei auffällige dunkle Querbinden, die auf der Oberseite des Kopfes verlaufen.[1][2] Der Kopf trägt seitlich positionierte große Komplexaugen sowie lange, fadenförmige Antennen, die aus zahlreichen Segmenten bestehen und an den vorderen Ecken des Kopfes entspringen. Am Thorax befinden sich bei adulten Tieren voll entwickelte Flügel, wobei die ledrigen Vorderflügel das Abdomen schützend bedecken. Darunter liegen zarte, fächerartige Hinterflügel für kurze Flüge, die jedoch bei Populationen in Gefangenschaft oft reduziert sind oder fehlen. Die Beine sind segmentiert, wobei die Hinterbeine durch kräftige, für das Springen angepasste Femora deutlich vergrößert sind. An den Tibien der Vorderbeine befinden sich die Tympanalorgane, die als dünne Membranen zur Wahrnehmung von Schallvibrationen dienen. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich in der Morphologie des Abdomens und der Flügel. Männchen besitzen auf den Vorderflügeln spezialisierte Strukturen, bestehend aus einer geriffelten Feile und einem glatten Schaber, die zur Stridulation genutzt werden. Weibchen hingegen verfügen über einen langen, braun-schwarzen Legebohrer (Ovipositor) am Hinterleibsende, der etwa der Körperlänge entspricht. Beide Geschlechter tragen am Abdomenende zwei prominente Cerci, jedoch fehlt den Männchen der Ovipositor.[2] Die Larven (Nymphen) ähneln den Adulten in der Körperform, sind jedoch kleiner und zunächst flügellos, wobei sich Flügelscheiden erst in späteren Stadien entwickeln.[1][2] Da die Art eine unvollkommene Metamorphose durchläuft, existiert kein Puppenstadium. Die Eier sind länglich, weiß gefärbt und messen etwa 1,5 mm in der Länge.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Acheta domesticus* weltweit als Futterinsekt und Lebensmittel gezüchtet wird, gilt die Art in Wohn- und Wirtschaftsgebäuden als Hygiene- und Materialschädling.[1] Die Tiere bevorzugen warme, feuchte Bereiche wie Heizungskeller, Garagen oder Küchen und dringen opportunistisch durch Risse im Mauerwerk, undichte Fenster oder Lüftungsschächte in Gebäude ein.[3] Die Fraßtätigkeit verursacht Schäden an Textilien aus Wolle, Seide, Baumwolle und synthetischen Fasern, insbesondere wenn diese durch Schweiß oder Speisereste verunreinigt sind.[1] Zudem können Papier, Gummi, Isoliermaterialien und stärkehaltige Komponenten von Trockenbauwänden durch Benagen beschädigt werden. In Lebensmittellagern stellt ein Befall durch die Kontamination mit Kot (Frass) und Häutungsresten ein Hygienerisiko dar.[3] Ein charakteristisches Anzeichen für einen Befall ist das anhaltende Zirpen der Männchen in der Nacht, das zu erheblicher Lärmbelästigung und Schlafstörungen führen kann.[1] Präventive Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM) konzentrieren sich auf das Abdichten von Zugangswegen mit Silikon oder Schaum sowie die Installation von Türbesen. Hygienische Maßnahmen umfassen den Entzug von Nahrungsquellen, die Nutzung fest verschließbarer Behälter und die Reduktion von Feuchtigkeitsquellen. Zur Überwachung (Monitoring) und Bekämpfung kleinerer Populationen eignen sich Klebefallen sowie das gründliche Absaugen der betroffenen Areale. Der Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel wie Ködergele mit Insektenwachstumsregulatoren oder Randsprays sollte nur als letztes Mittel erfolgen, wobei Formulierungen mit geringer Toxizität bevorzugt werden.[3] Rechtlich ist *Acheta domesticus* in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen, was strenge Hygienevorschriften für Zuchtbetriebe bedingt, um Krankheitsausbrüche wie das Acheta domesticus Densovirus (AdDNV) zu verhindern.[6][1]

Biologie & Lebenszyklus

Das Heimchen (*Acheta domesticus*) durchläuft eine hemimetabole Entwicklung (unvollkommene Metamorphose) ohne Puppenstadium, die sich in die Phasen Ei, Nymphe und Imago gliedert.[1] Das Paarungsverhalten wird durch den männlichen Lockgesang (Stridulation) eingeleitet, woraufhin bei der Kopulation eine Spermatophore inklusive eines nahrhaften Spermatophylax an das Weibchen übergeben wird. Weibchen können Spermien bis zu zwei Wochen in ihrer Spermatheka speichern, was mehrere Eiablagen ohne erneute Paarung ermöglicht. Die Eiablage erfolgt einzeln in feuchte Substrate wie Erde, Sand oder Torfmoos, wobei die Eier etwa 1 cm tief mittels des Ovipositors versenkt werden.[2] Ein Weibchen produziert im Laufe seines Lebens bis zu 800 Eier, wobei die Fertilität stark von der Ernährung und Temperatur abhängt. Die Embryonalentwicklung im Ei dauert je nach Temperatur etwa ein bis zwei Wochen. Die flügellosen Nymphen ähneln den Adulttieren und durchlaufen 6 bis 12 Larvenstadien (Instare), bevor sie die Geschlechtsreife erreichen. Der gesamte Lebenszyklus dauert unter optimalen Bedingungen von 26–32 °C etwa zwei bis drei Monate.[1] Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und verkürzt sich bei 36 °C auf 30–40 Tage, während sie sich bei kühleren 18 °C auf bis zu 200 Tage verlängern kann.[2] Adulte Heimchen haben eine Lebensspanne von ein bis drei Monaten, wobei sie im Gegensatz zu vielen gemäßigten Arten keine Überwinterungsdiapause einlegen.[1] Die omnivoren Tiere ernähren sich von organischem Material, Samen, Früchten sowie kleinen Wirbellosen wie Blattläusen und neigen gelegentlich zu Kannibalismus.[7] Für ein optimales Wachstum benötigen Larven und Adulte proteinreiche Nahrung (ca. 21 %) sowie eine konstante Feuchtigkeitszufuhr, um Dehydrierung zu vermeiden.[7] Frisch gehäutete Imagines sind kurzzeitig flugfähig, jedoch bilden sich die Flugmuskeln meist innerhalb weniger Tage zurück (Histolyse).[2] Zu den signifikanten Mortalitätsfaktoren zählen virale Erreger wie das *Acheta domesticus* Densovirus (AdDNV), das Lähmungen und hohe Ausfallraten in Zuchten verursacht.[1] Natürliche Feinde und Pathogene umfassen zudem den Pilz *Metarhizium anisopliae*, parasitäre Nematoden wie *Mermis nigrescens* sowie Protozoen der Gattung *Gregarina*, die den Darmtrakt befallen. Studien deuten auf die Bedeutung der Darmmikrobiota hin, wobei probiotische Bakterien und Hefen wie *Saccharomyces cerevisiae* die Krankheitsresistenz und das Wachstum fördern können.[2]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Zum Unterdorf, Leuna, Saxony-Anhalt, Deutschland

    08.11.2025

  • Deutschland

    30.09.2025

  • Deutschland

    29.09.2025

  • Deutschland

    29.09.2025

  • Nienburg, Saxony-Anhalt, Deutschland

    19.09.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Acheta domesticus* wird in Südwestasien und dem Nahen Osten vermutet.[3][1] In diesen Regionen besiedelt die Art natürlicherweise warme, feuchte Lebensräume wie Graslandschaften und Waldränder, oft in der Nähe menschlicher Siedlungen, wo verrottende Vegetation als Nahrungsquelle und Versteck dient. Historische Aufzeichnungen belegen eine Jahrhunderte zurückreichende Präsenz in Europa, wobei die Ausbreitung eng an Handelsrouten und menschliche Aktivitäten geknüpft war.[1] Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat das Heimchen durch den globalen Handel, wissenschaftliche Transporte und die Nutzung als Futtertier eine kosmopolitische Verbreitung erreicht. Etablierte Populationen finden sich heute neben dem Ursprungsgebiet auch in Nordamerika, Europa und Teilen Afrikas. Da die Art für eine optimale Entwicklung Temperaturen zwischen 26 und 32 °C benötigt, ist ihr Vorkommen in gemäßigten Klimazonen stark an künstliche Wärmequellen gebunden. In kühleren Regionen kann *Acheta domesticus* im Freiland nicht überwintern und ist auf das ganzjährige Überleben in Gebäuden angewiesen.[1] Typische synanthrope Habitate umfassen beheizte Keller, Garagen, Gewächshäuser sowie Bäckereien oder Abfalldeponien, die konstante Wärme und Schutz bieten. In wärmeren Regionen, wie beispielsweise im östlichen Teil der USA oder Südkalifornien, haben sich hingegen verwilderte Populationen etabliert, die dauerhaft im Freiland leben.[3][1] Dort halten sich die Tiere bevorzugt unter Trümmern, Steinen oder in organischem Abfall auf, um Feuchtigkeit zu speichern und Austrocknung zu vermeiden. Die erfolgreiche Besiedlung neuer Areale wird durch die hohe Reproduktionsrate und die Anpassungsfähigkeit an anthropogene Mikrohabitate begünstigt. Trotz Rückgängen in kommerziellen Zuchten durch Viruserkrankungen bleiben wilde, urbane Populationen in geeigneten Nischen weit verbreitet und persistent.[1]

Saisonalität & Aktivität

Das Heimchen (*Acheta domesticus*) ist primär nachtaktiv, wobei die Hauptaktivitätsphase unter natürlichen Bedingungen zwischen 19:00 und 24:00 Uhr liegt, während sich die Tiere tagsüber in dunkle Verstecke zurückziehen. Im Gegensatz zu vielen in gemäßigten Breiten heimischen Grillenarten legt diese Spezies keine Diapause (Winterruhe) ein und ist daher in warmen Innenräumen ganzjährig aktiv und fortpflanzungsfähig. In temperierten Klimazonen ist *Acheta domesticus* im Freiland nicht überwinterungsfähig und auf synanthrope Lebensräume wie beheizte Gebäude angewiesen, um die kalte Jahreszeit zu überdauern.[1] Unter optimalen Temperaturbedingungen von 26 bis 32 °C vollendet sich der Lebenszyklus innerhalb von zwei bis drei Monaten, was eine multivoltine Generationenfolge mit mehreren, sich überlappenden Generationen pro Jahr ermöglicht.[1][2] Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist hierbei stark temperaturabhängig; so kann sich die Dauer vom Ei bis zum Adultstadium bei kühleren 18 °C auf bis zu 200 Tage verlängern, während sie bei über 30 °C auf wenige Wochen sinkt.[2] Frisch gehäutete Adulte sind, vorzugsweise nachts, zu kurzen Dispersionsflügen befähigt, verlieren diese Fähigkeit jedoch meist nach wenigen Tagen durch den physiologischen Abbau der Flugmuskulatur (Histolyse). In Populationen, die dauerhaft in Gefangenschaft gehalten werden, sind die Hinterflügel oft reduziert oder fehlen gänzlich, was die Flugunfähigkeit verstärkt.[1] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland spiegelt eine saisonale Dynamik wider, die mit Spitzenwerten in den Hochsommermonaten Juli und August korreliert, während das Interesse im März und November am geringsten ausfällt.[4]

Sources et références

  1. https://entnemdept.ufl.edu/creatures/misc/crickets/crickets.html
  2. https://www.gbif.org/species/1718308
  3. https://edis.ifas.ufl.edu/publication/IN220
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. https://lanwebs.lander.edu/faculty/rsfox/invertebrates/acheta.html
  6. https://phys.org/news/2023-11-animals-crickets-ground-amplify.html
  7. https://www.mdpi.com/2075-4450/16/5/506
  8. https://researchprofiles.ku.dk/en/publications/viral-and-fungal-pathogens-in-house-cricket-rearing-effects-of-te
  9. Literaturzusammenfassung: House cricket