Fakten (kompakt)
- Die Art gedeiht optimal in den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 9. - Um Welkeerscheinungen vorzubeugen, benötigt die Pflanze konstant feuchte, gut durchlässige und organisch reiche Böden. - Ein Rückschnitt sollte vorsichtig direkt nach der Blüte erfolgen, da die meisten Kultivare am alten Holz blühen. - Moderne Züchtungen beinhalten kompakte Formen sowie Sorten mit panaschiertem Laub oder verbesserter Farbstabilität. - Antoine Laurent de Jussieu ordnete die Pflanze 1789 zunächst der Gattung *Hortensia* zu. - Der Name „Hortensia“ leitet sich möglicherweise vom lateinischen Begriff *hortus* (Garten) ab oder ehrt den französischen Namen *Hortense*. - Ein historisches, heute obsoletes Synonym ist *Hydrangea hortensis*, das 1792 von James Edward Smith vorgeschlagen wurde. - Taxonomisch wird die Art der Ordnung Cornales und der Klasse Magnoliopsida zugeordnet.[12] - In der Systematik wird häufig zwischen der Mophead-Form (*var. macrophylla*) und der Lacecap-Form (*var. normalis*) unterschieden.[12]
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Hydrangea macrophylla* (Thunb.) Ser.[1] Die Erstbeschreibung veröffentlichte Carl Peter Thunberg im Jahr 1784 ursprünglich unter dem Basionym *Viburnum macrophyllum*, bevor Nicolas Charles Seringe die Art 1830 in die Gattung *Hydrangea* überführte.[1][2] Der Gattungsname *Hydrangea* wurde 1753 von Carl von Linné geprägt und setzt sich aus den altgriechischen Begriffen *hydōr* (Wasser) und *angos* (Gefäß) zusammen, was die becherförmige Struktur der Samenkapseln beschreibt. Das Art-Epitheton *macrophylla* leitet sich von *makros* (groß) und *phyllon* (Blatt) ab und verweist auf das charakteristische große Laub der Spezies.[2] Ein historisch bedeutendes, heute jedoch veraltetes Synonym ist *Hydrangea hortensis*, das 1792 von James Edward Smith vorgeschlagen wurde.[1] Der Trivialname „Hortensie“ etablierte sich im Europa des 18. Jahrhunderts, nachdem Antoine Laurent de Jussieu die Pflanze 1789 zunächst der Gattung *Hortensia* zuordnete. Diese Benennung ehrt möglicherweise die Französin Hortense oder leitet sich vom lateinischen *hortus* (Garten) ab. Zu den internationalen Trivialnamen zählen „Bigleaf hydrangea“, „French hydrangea“ und „Mophead hydrangea“. Systematisch wird *Hydrangea macrophylla* der Familie Hydrangeaceae und der Ordnung Cornales zugerechnet. Phylogenetische Untersuchungen platzieren die Art in die Sektion Macrophyllae, wobei der Ursprung der Tribus Hydrangeeae in Asien vor etwa 30 Millionen Jahren vermutet wird.[2] Innerhalb der Art wird taxonomisch oft zwischen den „Mophead“-Formen (*var. macrophylla*) und den „Lacecap“-Formen (*var. normalis*) unterschieden, basierend auf der Architektur der Blütenstände.[2]
Hydrangea macrophylla wächst als sommergrüner, verholzender Strauch mit einem rundlichen bis ausladenden Habitus und erreicht typischerweise Wuchshöhen und -breiten von 1 bis 3 Metern.[3][2] Die Pflanze bildet eine grobe Textur mit vieltriebigen, direkt aus dem Boden entspringenden Sprossen, deren Rinde an älteren Ästen hellbraun bis lohfarben ist und oft abblättert. Junge Triebe sind pubeszent behaart, was zum texturierten Erscheinungsbild während des aktiven Wachstums beiträgt.[2] Die gegenständigen, einfachen Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, messen 10 bis 20 cm in der Länge und besitzen einen gesägten Blattrand sowie eine zugespitzte Blattspitze.[3][2] Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün und dickfleischig, während die Unterseite kahl oder leicht filzig behaart ist. Das Wurzelsystem ist faserig und flachgründig ausgebildet, um Feuchtigkeit aus den oberen Bodenschichten aufzunehmen.[2] Die endständigen Blütenstände erscheinen als Schirmrispen (Corymbs) mit einem Durchmesser von 10 bis 20 cm.[5] Man unterscheidet zwei Hauptformen: „Mophead“ mit halbkugeligen Clustern aus meist sterilen Blüten und „Lacecap“ mit flachen Schirmen aus fertilen zentralen Blüten, umgeben von sterilen Randblüten.[3][5] Die fertilen Blüten sind klein (4–6 mm), aktinomorph und besitzen fünf Petalen sowie acht bis zehn Staubblätter. Die auffälligen sterilen Blüten weisen vier vergrößerte, blütenblattartige Kelchblätter auf, die 2 bis 5 cm breit sind.[5] Die Färbung der Kelchblätter variiert je nach Boden-pH-Wert zwischen Rosa, Blau und Purpur, bedingt durch das Pigment Delphinidin.[2] Nach der Bestäubung entwickeln sich 6 bis 8 mm lange, trockene Kapselfrüchte. Diese enthalten zahlreiche winzige, staubartige Samen, die spindelförmig und längs gestreift sind.[5] Eine Verwechslungsgefahr besteht primär mit der nah verwandten *Hydrangea serrata*, die genetisch ähnlich ist, aber oft zierlicher wächst.[2]
Hydrangea macrophylla wird primär als Zierpflanze kultiviert, gilt jedoch in Regionen wie Neuseeland, den Azoren und Madeira als invasives Umweltunkraut, das heimische Unterholzarten verdrängt.[10][2] In den meisten Anbaugebieten fungiert sie als ökologischer Nützling, der Bestäubern wie Bienen und Schwebfliegen Nektar bietet und durch sein faseriges Wurzelsystem zur Erosionskontrolle an Hängen beiträgt. Aus gesundheitlicher Sicht ist Vorsicht geboten, da Pflanzenteile cyanogene Glykoside enthalten, deren Verzehr bei Menschen und Haustieren zu Erbrechen, Durchfall und Magenbeschwerden führen kann.[3] Zu den bedeutendsten Schädlingen zählen Blattläuse (Aphididae), die Honigtau absondern und Rußtau begünstigen, sowie Spinnmilben (Tetranychus urticae), die bei heißem Wetter Blattverfärbungen und Gespinste verursachen. Schildläuse wie Lepidosaphes ulmi schwächen die Pflanze durch Saftentzug, während Rosenkäfer (Macrodactylus subspinosus) Fraßschäden an Blüten und Laub hinterlassen.[5] Pilzliche Erkrankungen wie Echter Mehltau (Erysiphe polygoni) und Grauschimmel (Botrytis cinerea) treten besonders in feuchten Umgebungen auf und beeinträchtigen die Ästhetik und Vitalität. Bakterielle Infektionen durch Xanthomonas führen zu welkenden, nekrotischen Blattflecken, die durch Spritzwasser verbreitet werden.[3] Ein effektives Management beginnt mit präventiven Kulturmaßnahmen, insbesondere der Vermeidung von Überkopfberegnung zur Reduktion der Blattfeuchte und der Einhaltung von Pflanzabständen für eine gute Luftzirkulation.[3][5] Hygienische Maßnahmen (Sanitation), wie das Entfernen infizierter Pflanzenreste und abgefallenen Laubs, sind essenziell, um Überwinterungsorte für Sporen und Schädlinge zu minimieren.[3] Das Monitoring sollte regelmäßige Kontrollen auf Blattverfärbungen, Welkeerscheinungen oder Insektenkolonien umfassen, um Befall frühzeitig zu erkennen.[5] Bei starkem Schädlingsdruck können chemische Bekämpfungsstrategien erforderlich sein; Patente beschreiben hierfür synergistische Zusammensetzungen aus Acetamiprid und Deltamethrin, die hohe Wirkungsgrade gegen Insektenkrankheiten erzielen.[3] Integrierte Ansätze kombinieren diese Maßnahmen mit der Standortwahl, da gestresste Pflanzen auf verdichteten oder nährstoffarmen Böden anfälliger für biotische Stressfaktoren sind.[10]