Fakten (kompakt)
- Nach der Systematik von Desmond Thorne Cole (2017) wird neben der Nominatform die Unterart *Lithops aucampiae* subsp. *euniceae* unterschieden.[11] - In den Epidermiszellen der Pflanzen wurden kristalline Einlagerungen (Drusen) aus Calciumoxalat nachgewiesen, die strukturell jenen von *Dieffenbachia* oder der Rosskastanie ähneln. - Die Epidermiszellen im unterirdischen Bereich der Blätter sind kegelförmig ausgeprägt, um das Licht zu streuen, während die Zellen der oberirdischen Endfläche flach sind. - Biochemische Untersuchungen belegten einen 1,84-fachen Anstieg der organischen Säure Malat (Äpfelsäure) vor der Morgendämmerung im Vergleich zum Abend. - Chlorophyll *a* ist das dominierende Pigment in allen Gewebeteilen, wobei das Verhältnis von Chlorophyll *a* zu *b* in den unterirdischen Blattbereichen niedriger ist als in den oberirdischen.[12] - Die Pflanzen besitzen Pfahlwurzeln, die es ihnen ermöglichen, Wasser auch in tieferen Bodenschichten zu erreichen. - Im Gegensatz zu einigen anderen Arten der Gattung ist *Lithops aucampiae* nicht im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgeführt.[11]
Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Lithops aucampiae* und wurde von L. Bolus beschrieben.[3] Sie wird der Gattung *Lithops* innerhalb der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) sowie der Unterfamilie Ruschioideae zugeordnet.[3][2] Der botanische Gattungsname leitet sich aus den griechischen Begriffen „lithos“ (Stein) und „opsis“ (Aussehen) ab, was auf die Ähnlichkeit der Pflanzen mit Steinen verweist. Aufgrund dieser Mimese werden die Vertreter der Gattung im Deutschen als „Lebende Steine“ bezeichnet.[3] Auch im englischen Sprachraum ist die Trivialbezeichnung „living stones“ gebräuchlich.[2] Innerhalb der Art werden neben der Nominatform *Lithops aucampiae* subsp. *aucampiae* auch die Unterart *Lithops aucampiae* subsp. *euniceae* (de Boer) D.T.Cole unterschieden.[3] Die Gattung *Lithops* selbst wurde von Nicholas Edward Brown aufgestellt, der sie Anfang des 20. Jahrhunderts von der Gattung *Mesembryanthemum* abtrennte.[3] *Lithops aucampiae* wird als gelb blühende, mittelgroße Spezies charakterisiert.[2]
Der Pflanzenkörper von *Lithops aucampiae* besteht aus einem sehr kurzen Stamm und einem Paar verwachsener, sukkulenter Blätter (Loben), die eine umgekehrte Kegelform bilden. Durch diese Morphologie wird das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen minimiert, wobei sich der Großteil der Biomasse und des photosynthetischen Gewebes unter der Erdoberfläche befindet.[2] Die flache Oberseite des Blattpaares, die als „Gesicht“ oder Endfläche bezeichnet wird, ist der einzige oberirdisch sichtbare Teil der Pflanze. Diese Endfläche weist sogenannte Fenster aus durchscheinender Epidermis auf, die das Eindringen von Sonnenlicht zu den tief im Inneren liegenden Geweben ermöglichen.[1][2] Neben den Fenstern finden sich auf der Oberfläche undurchsichtige Bereiche, die als Inseln bezeichnet werden, sowie bei vielen Arten rote Punkte oder Linien, die unter dem Begriff Rubrikation zusammengefasst werden.[1] Die oberirdischen Gewebe von *Lithops aucampiae* enthalten Flavonoide, die eine braune Pigmentierung verursachen; diese dient als Schutz vor UV-Strahlung und zur Tarnung (Mimese) auf steinigem Untergrund.[1][2] Mikroskopisch betrachtet sind die Epidermiszellen der Endfläche groß und flach, während die unterirdischen Epidermiszellen eine konische Form aufweisen und mikrokristalline Calciumoxalat-Ablagerungen enthalten. *Lithops aucampiae* wird als mittelgroße Art beschrieben und bildet gelbe Blüten aus, die aus dem Spalt zwischen den Loben erscheinen.[2] Die Pflanzen besitzen Pfahlwurzeln, die es ihnen ermöglichen, Wasser in größeren Tiefen zu erreichen. Allgemein erreichen die Loben der Gattung *Lithops* im ausgewachsenen Zustand einen Durchmesser von etwa 2 bis 5 cm und eine Höhe von rund 3 cm.[1]
Die Pflanzen der Gattung *Lithops* sind keine Schädlinge, sondern nutzen ihre als „Lebende Steine“ bekannte Mimese als präventiven Schutzmechanismus gegen Fressfeinde. Durch die optische Anpassung an den steinigen Untergrund sind sie für Herbivoren, insbesondere kleine Säugetiere, in der Ruhezeit schwer aufzufinden.[2][9] Bei *Lithops aucampiae* dient die Einlagerung von Flavonoiden in den oberirdischen Geweben zusätzlich als Schutz vor photooxidativem Stress durch hohe Sonneneinstrahlung. Um Austrocknungsschäden zu vermeiden, betreiben die Pflanzen CAM-Photosynthese, wodurch die Transpiration am Tag minimiert wird.[2] In der Kultur treten Schäden häufig durch falsches Wassermanagement auf, da die Pflanzen an extreme Niederschlagsarmut angepasst sind und Pfahlwurzeln für die Wasseraufnahme aus der Tiefe besitzen.[10] Ein Übermaß an Licht kann durch spezielle epidermale Fenster reguliert werden, um eine Überhitzung des unterirdischen Gewebes zu verhindern.[2] Aus Sicht des Artenschutzes sind sieben Arten in der Roten Liste der IUCN verzeichnet, wobei *Lithops francisci*, *Lithops hermetica* und *Lithops werneri* als gefährdet („Vulnerable“) eingestuft werden. Im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens sind keine Arten der Gattung *Lithops* aufgeführt.[9]