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Maulwurf Talpa europaea

Maulwurf
Mittleres Risiko Lästling Peut mordre Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Chordatiere (Chordata)
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Soricomorpha (Soricomorpha)
Familie Talpidae
Gattung Talpa
Art Talpa europaea
Wissenschaftlicher Name: Talpa europaea Linnaeus, 1758
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der **Europäische Maulwurf** (*Talpa europaea*), im allgemeinen Sprachgebrauch meist nur **Maulwurf** genannt, ist ein an die unterirdische Grabweise angepasstes Säugetier aus der Familie der Talpidae.[1][2] Als einziger Vertreter seiner Gattung in Nordeuropa besiedelt der Insektenfresser weite Teile des Kontinents und zeichnet sich durch seinen walzenförmigen Körper, das samtartige Fell sowie die zu Grabwerkzeugen umgebildeten Vordergliedmaßen aus.[3] Während die Art aufgrund ihrer Wühltätigkeit in Kulturlandschaften oft als Lästling betrachtet wird, erfüllt sie durch Bodenbelüftung und die Regulation von wirbellosen Tieren wichtige ökologische Funktionen.[1]

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über den Maulwurf (*Talpa europaea*) in kompakter Form: - Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) ist ein kleines, grabendes Säugetier aus der Familie der Maulwürfe (Talpidae). - Er ist in weiten Teilen Europas von Großbritannien bis ins zentrale Russland und im südlichen Skandinavien beheimatet. - Maulwürfe haben einen stämmigen Körperbau, samtig schwarzes oder dunkelgraues Fell, winzige Augen und eine empfindliche, schweineartige Schnauze. - Erwachsene Tiere messen typischerweise 113–159 mm in der Körperlänge, mit einem Schwanz von 25–40 mm und wiegen 72–128 g, wobei die Männchen etwas größer sind als die Weibchen. - Das Fell liegt glatt in jeder Richtung, um die Bewegung durch den Boden zu erleichtern. - Die Art bewohnt eine Vielzahl von Landschaften mit tiefem, lockerem Boden, der sich zum Graben eignet, darunter Laubwälder, Grasland, Weiden, Ackerland, Wiesen und Gärten. - Der Europäische Maulwurf ist in erster Linie ein Insektenfresser, wobei Regenwürmer den Großteil seiner Nahrung ausmachen (bis zu 90 % im Winter und 50 % im Sommer). - Er lähmt Regenwürmer mit giftigem Speichel, um sie in Vorratskammern innerhalb seiner Baue zu lagern. - Europäische Maulwürfe sind Einzelgänger und verteidigen ihr Revier. - Sie sind das ganze Jahr über aktiv und folgen einem dreiphasigen Muster mit drei 4-Stunden-Aktivitätsperioden pro Tag. - Die Fortpflanzung erfolgt einmal jährlich von Februar bis Mai, mit einer Tragzeit von etwa 30 Tagen, die Würfe von 2–7 Jungen hervorbringt. - Die Jungen werden blind und ohne Haare in einer mit Gras ausgekleideten Geburtskammer geboren. - Obwohl sie oft als Schädlinge verfolgt werden, weil sie durch Maulwurfshügel und Tunnel Rasenflächen und Feldfrüchte beschädigen, bieten Europäische Maulwürfe ökologische Vorteile, indem sie den Boden belüften, Wirbellose Schädlinge kontrollieren und den Nährstoffkreislauf verbessern. - Die Art ist aufgrund ihrer weiten Verbreitung und des Fehlens größerer Bedrohungen als "nicht gefährdet" eingestuft.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) wurde 1758 von Carl von Linné in der zehnten Auflage der *Systema Naturae* wissenschaftlich erstbeschrieben. Die Art wird der Familie der Talpidae (Maulwürfe) sowie der Ordnung Eulipotyphla zugeordnet, wobei der Gattungsname *Talpa* dem lateinischen Begriff für das Tier entspricht.[1] Während bis zu sieben Unterarten diskutiert werden, gelten vor allem die Nominatform *T. e. europaea* in Mitteleuropa und *T. e. cinerea* auf den Britischen Inseln als weitgehend anerkannt.[1] Phylogenetisch gehört die Spezies zur Unterfamilie Talpinae und spaltete sich im späten Miozän, vor etwa 5 bis 10 Millionen Jahren, von asiatischen Verwandten ab.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) zeichnet sich durch einen walzenförmigen, stromlinienförmigen Körper mit einem kurzen, muskulösen Hals und einer Kopf-Rumpf-Länge von 113 bis 159 mm aus.[1] Der Schwanz misst zusätzlich 25 bis 40 mm, während das Körpergewicht adulter Tiere zwischen 72 und 128 g variiert, wobei Männchen durchschnittlich etwas größer und schwerer sind als Weibchen.[1][3] Das dichte, samtartige Fell ist typischerweise schwarz oder dunkelgrau gefärbt, wenngleich selten auch braune, hellgraue oder silbrige Farbvarianten auftreten.[1] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der reversible Strich der Haare, der es dem Fell ermöglicht, in jede Richtung glatt anzuliegen und so die reibungsarme Fortbewegung in engen Erdtunneln zu erleichtern.[1][3] Die Vordergliedmaßen sind zu kräftigen Grabwerkzeugen umgebildet, permanent nach außen gedreht und mit fünf breiten Fingern sowie starken Krallen ausgestattet. Der Kopf weist einen breiten, unbehaarten Rüssel auf, der mit tausenden sensorischen Eimer’schen Organen besetzt ist und als hochsensibles Tastorgan fungiert.[3] Äußere Ohrmuscheln fehlen vollständig, und die winzigen, etwa 1 mm großen Augen sind im Fell verborgen, besitzen jedoch im Gegensatz zu einigen verwandten Arten ein offenes, wenn auch unauffälliges Lid.[1][2] Der Schädel ist keilförmig und flach konstruiert, um die Erdverdrängung zu unterstützen, und beherbergt ein Gebiss mit 44 Zähnen, darunter scharfe Schneidezähne zum Ergreifen von Wirbellosen. Neugeborene kommen blind und nackt mit einem Gewicht von etwa 3,5 g zur Welt, wobei sich das Fell erst nach circa 14 Tagen entwickelt.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) erfüllt eine wichtige ökologische Funktion, indem er durch seine ausgedehnte Grabtätigkeit den Boden belüftet sowie die Wasserinfiltration und Nährstoffverteilung verbessert. Zudem fungiert die Art als natürlicher Schädlingsbekämpfer, da sie wirbellose Bodentiere wie Drahtwürmer (*Agriotes* spp.) und Schnakenlarven vertilgt, was Fraßschäden an Pflanzenwurzeln reduziert. Trotz dieser positiven Aspekte wird der Maulwurf in der Landwirtschaft und im Gartenbau häufig als Schädling betrachtet, da seine Erdhügel Weiden, Feldfrüchte und Rasenflächen beeinträchtigen. Diese Grabungen können die Grasnarbe beschädigen und die Ansiedlung von Unkraut auf Weideflächen begünstigen, was im Vereinigten Königreich zu jährlichen Bekämpfungskosten in Millionenhöhe führt.[1] Die Bestandsregulierung erfolgt überwiegend durch den Einsatz mechanischer Fallen, insbesondere während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr. Chemische Bekämpfungsmethoden unterliegen strengen Regulierungen; so wurden strychninhaltige Gifte im Vereinigten Königreich aufgrund von Umwelt- und Tierschutzrisiken im Jahr 2006 verboten.[4] Technische Ansätze zur Vergrämung umfassen Vorrichtungen zur Einbringung von Duftstoffen in das Gangsystem oder den Einsatz akustischer Signale zur Störung der Sinneswahrnehmung.[3] Von einer Umsiedlung durch Lebendfang wird in der Regel abgeraten, da diese Maßnahmen für die Tiere mit hohem Stress und geringen Überlebenschancen verbunden sind. Als präventive Strategie im Sinne eines integrierten Schädlingsmanagements wird die Anlage von Pufferzonen oder Hecken empfohlen, um die Grabtätigkeit von sensiblen Nutzflächen abzulenken.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Talpa europaea* erfolgt einmal jährlich, wobei die Paarungszeit in nördlichen Populationen typischerweise zwischen Februar und Mai liegt, während sie in südlichen Regionen bereits im Dezember beginnen kann.[3] Männchen weiten in dieser Phase ihre Reviere signifikant aus, um paarungsbereite Weibchen zu finden, was zu einem polygynandrischen Paarungssystem führt.[2] Nach einer Tragzeit von etwa 30 Tagen bringt das Weibchen in einer mit trockenem Pflanzenmaterial ausgepolsterten Nestkammer zwei bis sieben blinde und nackte Jungtiere zur Welt.[3][1] Die postnatale Entwicklung verläuft rasch: Das Fell bildet sich nach etwa 14 Tagen, und die Augen öffnen sich rund um den 22. Tag.[1] Die Entwöhnung ist nach fünf bis sechs Wochen abgeschlossen, woraufhin die Jungtiere im Alter von etwa zwei Monaten das mütterliche Gangsystem verlassen, um eigene Reviere zu etablieren.[2] Die Geschlechtsreife tritt mit etwa zehn Monaten ein, wobei die durchschnittliche Lebenserwartung in der Wildnis bei drei Jahren liegt. *Talpa europaea* ernährt sich primär insektivor, wobei Regenwürmer den Hauptanteil der Nahrung bilden und im Winter bis zu 90 % der Diät ausmachen können.[3] Ergänzt wird das Nahrungsspektrum durch Insektenlarven, Hundertfüßer, [Schnecken](/pages/lexikon/schnecken) und gelegentlich kleine Wirbeltiere, wobei ein adultes Tier täglich Nahrung im Umfang von 50 bis 100 % des eigenen Körpergewichts aufnimmt.[1][3] Um Nahrungsengpässe zu überbrücken, lähmen Maulwürfe Regenwürmer mit toxischem Speichel und lagern diese lebend in speziellen Vorratskammern. Für ihre grabende Lebensweise bevorzugt die Art tiefgründige, lockere und feuchte Böden, die reich an Invertebraten sind, während sandige, steinige oder stark verdichtete Substrate gemieden werden.[1]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Fürstenfeldbruck, Bayern, Germany

    18.01.2026

  • Frei-Weinheim, Neumühle, 55218 Ingelheim am Rhein, Deutschland

    17.01.2026

  • Frei-Weinheim, Neumühle, 55218 Ingelheim am Rhein, Deutschland

    17.01.2026

  • Deutschland

    16.01.2026

  • Langenhorn(Schlesw), 25842 Langenhorn, Deutschland

    14.01.2026

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Europäischen Maulwurfs (*Talpa europaea*) erstreckt sich über weite Teile Europas und Westasiens, von den Britischen Inseln und dem südlichen Skandinavien bis zum Mittelmeerraum sowie ostwärts bis nach Westsibirien.[3] Die Art fehlt jedoch in Irland, Island sowie in den südlichen Bereichen der Iberischen Halbinsel südlich der Pyrenäen. Während die Tiere meist in tieferen Lagen anzutreffen sind, reicht ihre vertikale Verbreitung in den Alpen bis auf 2.000 Meter und in bulgarischen Gebirgen vereinzelt bis auf 2.700 Meter Höhe. Zu den bevorzugten Lebensräumen zählen Laubwälder, Grasland, Weiden, Wiesen sowie Parks und Gärten, die eine ausreichende Dichte an Wirbellosen aufweisen.[3] Entscheidend für das Vorkommen ist ein tiefgründiger, lockerer und feuchter Boden, der stabil genug für das Gangsystem ist, weshalb sandige, steinige oder staunasse Untergründe gemieden werden.[1] Ideale Habitate bieten eine lockere Oberbodenschicht von bis zu 50 Zentimetern Tiefe, die ein effizientes Graben ermöglicht.[3] *Talpa europaea* besiedelt auch kulturlandschaftliche Bereiche wie Obstgärten und Ackerland, sofern keine starke Bodenverdichtung durch schwere Maschinen vorliegt, welche die Grabfähigkeit einschränkt. Die Nutzung des Lebensraums variiert saisonal, wobei sich die Tiere im Winter in tiefere Bodenschichten unterhalb der Frostgrenze zurückziehen, während sie im Sommer oberflächennahe Tunnel nutzen.[1]

Saisonalität & Aktivität

Der Europäische Maulwurf (*Talpa europaea*) ist ganzjährig aktiv und folgt einem polyphasischen Rhythmus, bei dem sich etwa alle vier Stunden Grab- und Ruhephasen abwechseln.[1] Anstatt Winterschlaf zu halten, zieht sich die Art in der kalten Jahreszeit in tiefere Bodenschichten zurück und reduziert ihren Energiebedarf durch eine reversible Schrumpfung des Körpers sowie leichte Torpor-Zustände.[4] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt deutliche saisonale Spitzen in den Monaten Dezember und Februar, was zeitlich mit der verstärkten Grabaktivität korreliert.[1] In dieser Phase weiten Männchen zu Beginn der Fortpflanzungszeit ihre Reviere massiv aus, um Partnerinnen zu finden, wodurch vermehrt Erdhügel sichtbar werden. Im Gegensatz dazu fallen die niedrigsten Suchanfragen in die Monate Mai und Juli, wenn die Tiere ihre Nahrungssuche auf oberflächennahe Tunnel verlagern und [Insekten](/pages/lexikon/insekten) statt Regenwürmer den Hauptteil der Beute ausmachen. Die Jungtiere dispergieren im späten Frühjahr, wobei sie oft gezwungen sind, sich oberirdisch neue Reviere zu suchen.[3]

Recherche scientifique et brevets

DE-202014002306-U1 Chemical Inconnu

Erd-Injektor zur Maulwurf- und/oder Wühlmaus Vergrämung

Grewe Jutta (2014)

Pertinence: 10/10

Résumé

Das Gebrauchsmuster beschreibt einen Erd-Injektor, der flüssige Vergrämungsmittel in den Boden einbringt. Das System besteht aus einer Kartusche oder Flasche mit einem speziellen Vorsatz und einer Tropfregulierung. Nach dem Durchstoßen der Öffnung wird das Mittel tröpfchenweise und kontinuierlich in das Erdreich abgegeben. Diese Methode sorgt für eine konstante Verteilung des Wirkstoffs im Gangsystem, um Maulwürfe und Wühlmäuse effektiv und langfristig zu vertreiben.

DE-202010014984-U1 Chemical Inconnu

Maulwurfverbrämungsvorrichtung

Cohausz Sven, Fonrobert Benno, Garbe Marc, Heine Sebastian, Hilberath Daniela (2010)

Pertinence: 10/10

Résumé

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, die spezifisch für die Einbringung in Maulwurfshügel oder -gänge konzipiert ist. Sie besteht aus einem Behälter mit einem druckdichten Deckel und einer gasdurchlässigen Spitze. Der Behälter wird mit einem Vergrämungsmittel gefüllt, dessen Dämpfe oder Gerüche durch die Spitze gezielt in das Gangsystem abgegeben werden. Dies ermöglicht eine langanhaltende und dosierte Freisetzung von Repellentien direkt im Lebensraum des Schädlings.

DE-202008005357-U1 Behavioral Inconnu

Maulwurf Ex

Prieschl Herbert (2008)

Pertinence: 9/10

Résumé

Diese Vorrichtung dient der akustischen Vertreibung von Maulwürfen, Wühl- und Feldmäusen. Das Gerät produziert Schallwellen, die sich im Erdreich ausbreiten und das empfindliche Gehör sowie den Tastsinn der Tiere stören. Durch die Erzeugung einer für die Tiere unangenehmen Umgebung sollen diese dazu bewegt werden, das Areal zu verlassen. Es handelt sich um eine umweltfreundliche Methode ohne den Einsatz von Chemie oder tödlichen Fallen.

DE-29916034-U1 Mechanical Inconnu

Maulwurfsfalle, die das Überleben des gefangenen Tieres ermöglicht

Kurt Beyer GmbH & Company KG (1999)

Pertinence: 9/10

Résumé

Das Gebrauchsmuster beschreibt eine mechanische Lebendfalle für Maulwürfe. Die Kernidee besteht darin, das Tier zu fangen, ohne es zu verletzen oder zu töten, was angesichts des gesetzlichen Schutzstatus des Maulwurfs in Deutschland besonders relevant ist. Die Konstruktion ermöglicht vermutlich das Einsetzen in das Gangsystem, wobei das Tier zwar festgesetzt wird, aber überlebensfähig bleibt. Dies stellt eine ethische und rechtlich konforme Alternative zu tödlichen Schlagfallen dar.

DE-29715333-U1 Mechanical Inconnu

Wühlmaus- und Maulwurfschreck

Froehlich Axel Peter (1997)

Pertinence: 8/10

Résumé

Dieses Patent bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Vertreibung von Wühlmäusen und Maulwürfen. Basierend auf dem Titel und den CPC-Codes handelt es sich um ein Gerät, das wahrscheinlich Vibrationen oder akustische Signale in den Boden sendet. Diese Signale nutzen die hohe Sensibilität der Tiere gegenüber Bodenerschütterungen aus, um sie aus dem betroffenen Gebiet zu vergrämen, ohne sie physisch zu schädigen. Es ist eine präventive Maßnahme zum Schutz von Gartenflächen.

Sources et références

  1. https://www.wildlifeonline.me.uk/animals/species/european-mole
  2. https://en.wikisource.org/wiki/An_Etymological_Dictionary_of_the_German_Language/Maulwurf
  3. https://animaldiversity.org/accounts/Talpa_europaea/
  4. https://www.nhm.ac.uk/discover/news/2022/september/european-moles-can-shrink-by-tenth-winter-save-energy.html