Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) als Bullet-Liste: - Das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) ist eine flügellose Insektenart aus der Ordnung Zygentoma und der Familie Lepismatidae. - Es misst 10–18 mm Körperlänge, typischerweise 12 mm ohne Antennen und Cerci. - Die Färbung ist grau-braun gesprenkelt und mit Schuppen bedeckt, wodurch es weniger silbrig erscheint als verwandte Arten. - Zu den besonderen Merkmalen gehören drei lange Schwanzfäden, wobei der mittlere etwa so lang ist wie der Körper. - Der Kopf ist behaart mit einer "bartähnlichen" Struktur. - Die Borsten entlang der Abdominalkanten sind gesägt. - Die Art wurde erstmals 1905 von Karl Leopold Escherich anhand von Exemplaren aus Südafrika beschrieben.[2] - *C. longicaudatum* durchläuft eine ametabole Entwicklung, d. h. eine allmähliche Entwicklung ohne deutliche Larven- oder Puppenstadien. - Die Lebensdauer beträgt bis zu 3–7 Jahre. - Weibchen legen etwa 50 Eier pro Jahr. - Die Eier schlüpfen bei 20–22 °C in etwa 2 Monaten. - Die vollständige Entwicklung zum Erwachsenen dauert unter optimalen Bedingungen 1,5–3 Jahre. - Es ist nachtaktiv und lebt in Gruppen. - Es ist sehr tolerant gegenüber niedriger Luftfeuchtigkeit (bis zu 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit) und Temperaturen bis zu 20 °C.[2] - Als synanthrope Art kommt *C. longicaudatum* ausschließlich in von Menschen geschaffenen Innenräumen vor. - Es hat sich durch passiven menschlichen Transport über Handelsgüter und Verpackungen kosmopolitisch verbreitet. - Es ernährt sich von stärke-, cellulose- und proteinreichen Materialien wie Papier, Stoffen, Büchern und organischen Abfällen.[2]
Das Papierfischchen (*Ctenolepisma longicaudatum*) wurde ursprünglich 1905 von Karl Leopold Escherich anhand von Exemplaren aus Südafrika unter der Bezeichnung *Thermobia longicaudata* erstbeschrieben.[1][2] Aufgrund eines Beschlusses der International Commission on Zoological Nomenclature (ICZN) im Jahr 2018 wurde die lange gebräuchliche Schreibweise *Ctenolepisma longicaudata* zu *longicaudatum* korrigiert, um dem sächlichen Geschlecht der Gattung zu entsprechen. Die Art wird systematisch der Familie der Lepismatidae ([Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen)) zugeordnet.[1] Zu den dokumentierten Synonymen zählen unter anderem *Ctenolepisma urbana* und *Ctenolepisma dives*.[2]
Adulte Exemplare von *Ctenolepisma longicaudatum* sind flügellose [Insekten](/pages/lexikon/insekten) mit einem abgeflachten, langgestreckten und tropfenförmigen Körper. Sie erreichen eine Körperlänge von 10 bis 18 mm (typischerweise 12 mm), wobei die Antennen und Schwanzanhänge nicht in dieses Maß einbezogen sind. Die Körperoberfläche ist mit dünnen, sich überlappenden Schuppen bedeckt, die eine gesprenkelte grau-braune Färbung erzeugen und weniger silbrig glänzen als bei verwandten Arten. Der Kopf trägt lange, fadenförmige Antennen, die bei Unversehrtheit bis zur Körperlänge reichen können, sowie kleine, seitlich sitzende Komplexaugen aus jeweils 12 Facetten. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der dicht behaarte Kopf mit einer bartartigen Struktur aus Makrosetae an den Rändern. Am Hinterleibsende befinden sich drei fadenförmige Anhänge (zwei laterale Cerci und ein medianes Terminalfilum), die etwa die Körperlänge erreichen oder diese übertreffen. Zur eindeutigen Identifikation dienen zudem drei Borstenkämme (zwei dorsale, ein lateraler) auf jeder Seite der Abdominalsegmente II bis VI. Im Vergleich zum Gewöhnlichen [Silberfischchen](/pages/lexikon/silberfischchen) (*Lepisma saccharina*) zeichnet sich *Ctenolepisma longicaudatum* durch deutlich längere Schwanzanhänge, eine dichtere Beborstung und eine eher rechteckige Körperkontur aus. Die Entwicklung verläuft ametabol ohne Puppenstadium, wobei die Nymphen den Adulten morphologisch stark ähneln. Frühe Larvenstadien sind nach dem Schlupf 2 bis 3 mm groß, blass und schuppenlos; die charakteristische Beschuppung entwickelt sich erst ab dem vierten Stadium.[2]
*Ctenolepisma longicaudatum* gilt als bedeutender Materialschädling, der sich primär von zellulosehaltigen Stoffen wie Papier, Karton, Büchern und Tapetenkleister ernährt.[2] Durch die hohe Aktivität von Cellulase-Enzymen im Verdauungstrakt können die Tiere tief in Substrate eindringen und verursachen typische Schabefraßspuren sowie unregelmäßige Löcher mit ausgefransten Rändern.[2][1] Besonders in Museen, Archiven und Bibliotheken stellt dies eine Gefahr für Kulturgüter dar, da auch historische Dokumente und Kunstwerke irreversibel beschädigt werden können.[1] Ein Befall lässt sich oft durch kleine dunkle Kotpellets, abgeworfene Schuppen und zerriebene Fasern in der Nähe der Fraßstellen identifizieren. Die wirtschaftliche Relevanz zeigt sich unter anderem in Norwegen, wo der Anteil der Versicherungsfälle durch diese Art von 0 % im Jahr 2014 auf 43 % im Jahr 2019 anstieg, wobei vor allem moderne Gebäude betroffen waren. Zur Prävention ist die Modifikation der Umweltbedingungen entscheidend, da die Art für das Überleben eine relative Luftfeuchtigkeit von über 55 % benötigt. Auch Temperaturen unter 16 °C stoppen die Entwicklung der Tiere vollständig, während bauliche Maßnahmen wie das Abdichten von Fugen Rückzugsorte minimieren. Eine direkte Bekämpfung befallener Objekte kann evidenzbasiert durch Hitzebehandlung über 50 °C oder Einfrieren bei -20 °C über 12 Stunden erfolgen, wodurch alle Lebensstadien abgetötet werden. Für die chemische Kontrolle in Gebäuden haben sich Fraßköder mit Wirkstoffen wie Indoxacarb als effektiver erwiesen als Sprühbehandlungen, da sie eine gezielte Eliminierung ohne Dispersionseffekte ermöglichen. Sprays werden hingegen oft vermieden, da sie die [Insekten](/pages/lexikon/insekten) lediglich in unbehandelte Bereiche vertreiben können.[2]