Fakten (kompakt)
- *Anthrenus scrophulariae* gehört zur Familie der [Speckkäfer](/pages/lexikon/gemeiner-speckkaefer) ([Dermestidae](/pages/lexikon/speckkafer)) und wurde 1758 von Carl von Linné erstbeschrieben.[1][1]
- Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) erreichen eine Körperlänge von 2,5 bis 3,8 mm und zeichnen sich durch ein Muster aus schwarzen, weißen und roten bis orangefarbenen Schuppen aus.[3][2]
- Die Larven sind bis zu 5,5 mm lang, karottenförmig und dicht mit braunen Borstenhaaren bedeckt, was ihnen ein wolliges Erscheinungsbild verleiht.[2][2]
- Ursprünglich in der Paläarktis beheimatet, ist die Art heute ein Kosmopolit und weltweit verbreitet, wobei sie gemäßigte Klimazonen bevorzugt.[1][5]
- In der Natur ernähren sich die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von Pollen und Nektar, wobei sie häufig auf weißen Blüten wie denen von *Spiraea* oder [Margeriten](/pages/lexikon/margeriten) zu finden sind.[2][5]
- Die Larven sind spezialisierte Keratinfresser, die tierische Materialien wie Wolle, Felle, Federn, Seide und getrocknete [Insekten](/pages/lexikon/insekten) verzehren.[2][5]
- Der Lebenszyklus umfasst eine vollständige Metamorphose und dauert unter günstigen Bedingungen meist 6 bis 12 Monate, kann sich aber bei Kälte auf bis zu zwei Jahre verlängern.[2][2]
- Weibchen legen 30 bis 60 Eier direkt an geeigneten Nährsubstraten ab, um den schlüpfenden Larven sofortigen Zugang zu Futter zu gewähren.[2][5]
- Die Larven können bei sensibilisierten Personen durch den Kontakt mit ihren Pfeilhaaren Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen.[5]
- Zur Bekämpfung ohne Insektizide können befallene Objekte für mindestens 72 Stunden bei -18 °C tiefgefroren oder auf über 50 °C erhitzt werden.[5][2]
- Pheromonfallen, die spezifische Lockstoffe nutzen, dienen dem Monitoring, um die Anwesenheit der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in Gebäuden frühzeitig zu detektieren.[5][2]
Der Teppichkäfer (*Anthrenus scrophulariae*) wird systematisch der Familie der [Speckkäfer](/pages/lexikon/gemeiner-speckkaefer) ([Dermestidae](/pages/lexikon/speckkafer)) zugeordnet.[1] Die Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1758 durch Carl von Linné unter dem ursprünglichen Namen *Dermestes scrophulariae* in der zehnten Auflage der *Systema Naturae*.[1] Das Art-Epitheton *scrophulariae* leitet sich von der Pflanzengattung *Scrophularia* (Braunwurzen) ab, mit der die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) aufgrund früher Beobachtungen assoziiert wurden.[3] Innerhalb der Gattung *Anthrenus* ist die Spezies heute als valides Taxon anerkannt und weltweit verbreitet.[1][3]
Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Anthrenus scrophulariae* sind klein und erreichen eine Körperlänge von 2,0 bis 3,8 Millimetern.[3][5] Ihr Körper ist oval und konvex geformt, was ihnen ein rundliches Erscheinungsbild verleiht.[5] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist die dichte Beschuppung der Flügeldecken, die ein charakteristisches Muster aus schwarzen, weißen und orangen bis roten Farben bildet.[3][2] Entlang der Flügeldeckennaht verläuft oft ein Band aus rötlichen Schuppen, während der Halsschild schwarz und mit weißen Schuppen besetzt ist.[5] Bei älteren Individuen nutzen sich diese Schuppen häufig ab, sodass die dunkle Grundfärbung des Integuments hervortritt.[5] Der Kopf verfügt über gekerbte Augen und 11-gliedrige Antennen, die in einer dreigliedrigen Keule enden.[3][5] Die Larven sind im Gegensatz dazu langgestreckt und karottenförmig, wobei sie sich zum hinteren Ende hin verjüngen.[5][2] Sie erreichen eine Länge von bis zu 5,5 Millimetern und weisen eine braune bis rotbraune Färbung auf.[5] Der Larvenkörper ist dicht mit langen, dunklen Haaren bedeckt, wobei ein markantes Haarbüschel das Hinterende abschließt.[5][2] Die Eier sind weiß, länglich und besitzen Fortsätze zur Anhaftung an Substraten.[5]
Als Materialschädling besitzt *Anthrenus scrophulariae* eine hohe Relevanz in Haushalten und Museen, wobei die Zerstörung ausschließlich durch die Larven verursacht wird.[2] Diese ernähren sich von keratinhaltigen Materialien tierischen Ursprungs wie Wolle, Seide, Pelzen, Federn sowie getrockneten Insektenpräparaten und Taxidermien.[2] Typische Schadbilder zeigen sich durch unregelmäßige Fraßlöcher in Textilien, Teppichen oder Polstermöbeln, oft begleitet von feinem Kotstaub und abgestreiften Larvenhäuten.[2] Neben den materiellen Schäden können die Pfeilhaare der Larven bei Hautkontakt allergische Reaktionen wie Dermatitis oder bei Inhalation Atemwegsreizungen auslösen.[1] Eine effektive Bekämpfung erfolgt primär durch integriertes Schädlingsmanagement (IPM), das Hygiene und physikalische Methoden kombiniert.[2] Gründliches Staubsaugen entfernt Nahrungsquellen und Entwicklungsstadien, während befallene Textilien durch Waschen bei mindestens 50 °C oder chemische Reinigung saniert werden können.[2] Empfindliche Objekte lassen sich durch Einfrieren bei -18 °C über einen Zeitraum von mindestens 72 Stunden von allen Stadien befreien.[2] Zur Befallsüberwachung werden Klebefallen eingesetzt, die teilweise spezifische synthetische Pheromone nutzen, um [Käfer](/pages/lexikon/kafer) anzulocken.[2] In professionellen Bereichen kommen bei starkem Befall Begasungsmittel wie Sulfurylfluorid oder gezielte Insektizidanwendungen in Ritzen und Fugen zum Einsatz.[2] Ergänzend beschreiben technische Verfahren die Kombination von Temperaturbehandlungen mit dem Einsatz von Eiparasiten zur biologischen Kontrolle.[2]