Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über Zecken (*Ixodida*) in kompakter Form: - Zecken sind blutsaugende (hämatophage) [Milben](/pages/lexikon/milben), die zur Unterordnung *Ixodida* innerhalb der Ordnung Parasitiformes gehören. - Es gibt zwei Hauptfamilien: Ixodidae (Schildzecken) und Argasidae (Lederzecken). - Zecken sind obligate Ektoparasiten, die sich vom Blut von Wirbeltieren ernähren. - Sie befallen Säugetiere, Vögel und Reptilien in allen Lebensstadien außer dem Ei. - Weltweit sind etwa 900 Arten beschrieben. - Der Lebenszyklus dauert typischerweise zwei bis drei Jahre und umfasst vier Stadien: Ei, Larve, Nymphe und Adultus. - Jedes Stadium benötigt eine Blutmahlzeit, um sich zum nächsten Stadium zu entwickeln. - Zecken sind Vektoren für verschiedene Infektionserreger, darunter Bakterien, Viren und Protozoen. - Zu den von Zecken übertragenen Krankheiten gehören Lyme-Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose. - Die Übertragung von *Borrelia burgdorferi*, dem Erreger der Lyme-Borreliose, erfordert typischerweise eine Anhaftungsdauer von 24–48 Stunden. - Zecken kommen in verschiedenen Habitaten vor, von Wäldern bis zu Graslandschaften. - Die Abundanz von Zecken wird durch Wirtstierverfügbarkeit, Klima und Vegetation beeinflusst. - Klimaveränderungen tragen zur Ausweitung der Verbreitungsgebiete von Zecken bei. - Zecken können direkten Schaden durch Blutverlust, Toxinjektion und allergische Reaktionen verursachen. - Vorbeugende Maßnahmen umfassen persönlichen Schutz, Habitatmanagement und schnelle Zeckenentfernung.[1]
Die Zecken werden wissenschaftlich als Ordnung *Ixodida* innerhalb der Überordnung Parasitiformes geführt. Diese taxonomische Gruppe gliedert sich in die drei rezenten Familien *Ixodidae* (Schildzecken), *Argasidae* (Lederzecken) und die monotypische Familie *Nuttalliellidae*. Molekularbiologische Untersuchungen bestätigen die *Ixodida* als monophyletische Einheit und Schwestergruppe der Mesostigmata, wobei die evolutionäre Divergenz auf 300 bis 400 Millionen Jahre geschätzt wird. Neben den rezenten Vertretern umfasst die Einordnung auch fossile Gruppen wie die ausgestorbene Familie Deinocrotonidae, die bereits in der Kreidezeit nachgewiesen wurde.[1]
Der Körperbau der Zecken (*Ixodida*) gliedert sich primär in das Capitulum (Kopfbereich) und das Idiosoma (Rumpf).[3] Während Larven über drei Beinpaare verfügen, besitzen Nymphen und adulte Tiere vier Paare gegliederter Beine. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal der Familie *Ixodidae* (Schildzecken) ist das sklerotisierte Rückenschild (Scutum).[1] Bei männlichen Schildzecken bedeckt dieses Scutum den gesamten Rücken, wohingegen es bei Weibchen nur den vorderen Bereich schützt, um eine massive Ausdehnung des Körpers bei der Blutmahlzeit zu ermöglichen.[3][1] Im Gegensatz dazu fehlt den Lederzecken (*Argasidae*) ein solches Schild; sie weisen stattdessen eine lederartige, faltige Kutikula auf. Auch die Position der Mundwerkzeuge unterscheidet die Familien: Bei Schildzecken ist das Capitulum von oben sichtbar, bei Lederzecken liegt es ventral. Das Capitulum umfasst unter anderem das Hypostom, das mit widerhakenartigen Zähnchen zur Verankerung in der Haut des Wirtes ausgestattet ist.[3] Zur Orientierung dient das Haller’sche Organ auf dem ersten Tarsus, welches chemische Reize sowie Wärme wahrnimmt.[2] Obwohl Zecken keine echten Facettenaugen besitzen, verfügen einige Arten über einfache Augen oder Ocellen an den Rändern des Scutums.[3]
Zecken (*Ixodida*) sind medizinisch bedeutsame Vektoren, die eine Vielzahl von Krankheitserregern wie Bakterien (z. B. *Borrelia burgdorferi*), Viren (z. B. FSME-Virus) und Protozoen (*Babesia*) auf Wirbeltiere übertragen.[1] Im veterinärmedizinischen Bereich können sie den Fortpflanzungserfolg von Wildtieren mindern und erfordern bei Nutztieren teils staatliche Tilgungsprogramme, wie etwa gegen *Rhipicephalus*-Arten.[4][1] Die persönliche Prävention umfasst primär das Meiden dichter Vegetation und Laubstreu sowie das Tragen heller Kleidung, bei der lange Hosenbeine in die Socken gesteckt werden.[3][1] Auf unbedeckter Haut bieten von Behörden registrierte Repellents mit Wirkstoffen wie DEET, Picaridin oder Zitroneneukalyptusöl effektiven Schutz.[1] Ergänzend kann Kleidung mit Permethrin behandelt werden, was Zecken bei Kontakt immobilisiert und auch nach mehreren Wäschen wirksam bleibt.[3][1] Nach dem Aufenthalt im Freien werden tägliche Körperkontrollen und das Duschen innerhalb von zwei Stunden empfohlen, um Zecken frühzeitig zu entdecken. Zur Abtötung nicht festgesaugter Exemplare auf Textilien hat sich das zehnminütige Trocknen im Wäschetrockner bei hoher Hitze als evidenzbasierte Methode bewährt. Bereits festgesaugte Zecken sollten umgehend mit einer feinen Pinzette durch gleichmäßigen Zug nach oben entfernt werden, ohne sie zu drehen oder durch Hitze zu reizen.[1] Umweltmaßnahmen zur Bestandsreduktion beinhalten das Kurzhalten von Rasenflächen unter 7,6 cm und das Entfernen von Laub, um die für das Überleben der Parasiten nötige Feuchtigkeit zu senken.[5][4] Barrieren aus Holzhackschnitzeln zwischen Waldrändern und genutzten Flächen können die Dichte von *Ixodes scapularis* in Wohngebieten signifikant verringern.[5] Neben chemischen Akariziden kommen zunehmend biologische Bekämpfungsmittel wie der entomopathogene Pilz *Metarhizium anisopliae* zum Einsatz.[4]