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Küchengewürz gegen Ameisen: Natürliche Hausmittel
janvier 31, 2026 Patricia Titz

Küchengewürz gegen Ameisen: Natürliche Hausmittel

Es beginnt oft mit einer einzelnen, unscheinbaren Ameise, die über die Küchenarbeitsplatte huscht. Doch was wie ein harmloser Besuch aussieht, ist oft die Vorhut einer ganzen Kolonie. Ameisen sind faszinierende, hochorganisierte Lebewesen, die über ein komplexes Kommunikationssystem verfügen. Sobald eine Kundschafterin eine Nahrungsquelle entdeckt hat, markiert sie den Weg dorthin mit Duftstoffen, sogenannten Pheromonen. Innerhalb kürzester Zeit folgt eine ganze Straße von Arbeiterinnen dieser unsichtbaren Spur direkt zu Ihren Vorräten. Der erste Impuls vieler Menschen ist der Griff zur chemischen Keule. Doch in sensiblen Bereichen wie der Küche, wo Lebensmittel gelagert und zubereitet werden, ist der Einsatz von Bioziden oft nicht wünschenswert. Hier kommen Küchengewürze und natürliche Hausmittel ins Spiel. Sie nutzen genau die Stärke der Ameisen – ihren hochsensiblen Geruchssinn – gegen sie, um sie sanft, aber effektiv zu vertreiben, ohne die Umwelt oder die Gesundheit der Bewohner zu belasten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wirkprinzip: Küchengewürze und ätherische Öle überlagern die Pheromonspuren der Ameisen und stören so ihre Orientierung und Kommunikation massiv.
  • Effektivste Mittel: Zimt, Gewürznelken, Lavendel, Lorbeerblätter und Essig haben sich als besonders wirksam zur Vergrämung erwiesen.
  • Prävention: Die Beseitigung von Nahrungsquellen und das Verschließen von Eintrittspforten sind die wichtigste Basis jeder Bekämpfung.
  • Artbestimmung: Es ist entscheidend zu wissen, ob es sich um harmlose Wegameisen oder gefährliche Material- und Hygieneschädlinge wie die Pharaoameise handelt.
  • Grenzen: Bei holzzerstörenden Arten oder Hygieneschädlingen reichen Hausmittel nicht aus; hier ist professionelle Hilfe notwendig.

Warum Küchengewürze gegen Ameisen wirken: Die Biologie dahinter

Um zu verstehen, warum einfache Gewürze aus dem Küchenschrank gegen eine so gut organisierte Insektenarmee helfen können, muss man einen Blick auf die Biologie der Ameisen werfen. Ameisen leben in einer Welt der Düfte. Ihre wichtigste Sinnesleistung ist die olfaktorische Kommunikation (Geruchskommunikation). Wie Wissenschaftler betonen, sind Ameisen praktisch "wandelnde Drüsenpakete", die eine große Vielfalt von Pheromonen herstellen[1]. Diese chemischen Signale steuern fast alles: den Weg zur Nahrung, den Alarm bei Gefahr und das Erkennen von Nestgenossen.

Die Fühler (Antennen) der Ameisen sind dabei ihre "Nase". Sie sind mit tausenden von Sinneszellen ausgestattet. Bei der Schwarzen Wegameise (Lasius niger) beispielsweise befinden sich auf der Fühlergeißel etwa 5.000 Sinneszellen, die chemische, mechanische und thermische Reize wahrnehmen können[1]. In Interviews mit Ameisenforschern wird bestätigt, dass Ameisen über 400 verschiedene Rezeptoren für die Geruchswahrnehmung verfügen, was zeigt, wie spezialisiert und gleichzeitig empfindlich dieses System ist[2].

Die Strategie der Duft-Barriere

Wenn wir nun stark riechende Gewürze oder ätherische Öle ausbringen, nutzen wir diese Hochsensibilität gegen die Tiere. Die intensiven Aromen von Zimt, Nelken oder Lavendel wirken auf zwei Arten:

  1. Maskierung: Der starke Eigengeruch des Gewürzes überdeckt die Pheromonspur der Ameisen. Die "Straße" wird unsichtbar (bzw. unriechbar), und die Arbeiterinnen verlieren die Orientierung.
  2. Repellente Wirkung (Vergrämung): Viele in Gewürzen enthaltene Stoffe wirken auf Ameisen abstoßend. Sie meiden diese Bereiche aktiv, da die Reizüberflutung für ihre sensiblen Antennen unangenehm ist oder Gefahr signalisiert.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt bestätigt, dass sich Ameisen durch Duftstoffe vergrämen lassen, die regelmäßig entlang der Ameisenstraßen ausgebracht werden. Zu den empfohlenen Mitteln gehören unter anderem Lorbeer, Lavendel, Eukalyptus und Zedernduft[3].

Die effektivsten Gewürze und Hausmittel im Detail

Nicht jedes Gewürz wirkt gleich gut. Die Wirksamkeit hängt oft von der Konzentration der ätherischen Öle ab. Hier sind die bewährtesten Mittel, die in der Fachliteratur und von Umweltämtern empfohlen werden.

1. Zimt und Gewürznelken

Zimt ist der Klassiker unter den Hausmitteln. Das darin enthaltene Zimtaldehyd ist für Ameisen stark abstoßend. Ähnliches gilt für Gewürznelken, die Eugenol enthalten. Beide Gewürze können als Pulver gestreut oder als ganzes Gewürz ausgelegt werden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt listet Zimt und Gewürznelken explizit als Mittel zur Vergrämung auf[3].

Anwendungstipp: Streuen Sie Zimtpulver direkt auf die Laufstraßen und vor die Eintrittslöcher (Ritzen in der Wand, Terrassentür). Für eine stärkere Wirkung können Sie ätherisches Zimtöl mit Wasser mischen und die betroffenen Stellen einsprühen. Achten Sie bei Öl jedoch auf empfindliche Oberflächen.

2. Essig und Zitronensaft

Säuren sind der natürliche Feind der alkalischen Pheromonspuren. Essigessenz oder Zitronensaftkonzentrat zerstören die chemische Struktur der Duftspur und desorientieren die Ameisen sofort. Zudem ist der stechende Geruch von Essig für die Tiere extrem unangenehm. Auch Zitronenschalen, die ätherische Öle enthalten, werden zur Vergrämung empfohlen[3].

3. Kräuter: Lavendel, Majoran und Kerbel

Was für uns angenehm nach mediterraner Küche oder Wellness riecht, ist für Ameisen ein Graus. Getrocknete Tomatenstauden, Majoran, Kerbel und Wermutkraut (Wacholderblätter) können ausgelegt werden, um Ameisen fernzuhalten[3]. Besonders Lavendelöl oder getrocknete Lavendelblüten sind effektiv, um Barrieren zu errichten.

4. Kaffeepulver und Kaffeesatz

Der intensive Geruch von Kaffee stört die Orientierung der Ameisen. Oft wird empfohlen, Kaffeesatz im Garten auf die Nester zu geben. Dies hat den doppelten Nutzen, dass es nicht nur die Ameisen zum Umzug bewegen kann, sondern auch als Dünger für Pflanzen dient. Allerdings ist die Wirkung im Haus oft schwächer als die von ätherischen Ölen.

Warnung: Backpulver ist keine humane Lösung

Ein weit verbreiteter Mythos ist der Einsatz von Backpulver als Hausmittel. Zwar tötet Backpulver Ameisen, wenn sie es fressen, aber der Tod ist qualvoll. Die Tiere blähen innerlich auf und verenden elendig. Tierschutzorganisationen und Umweltämter raten dringend von dieser Methode ab. Das Ziel sollte die Vergrämung (Vertreibung) sein, nicht die qualvolle Tötung einzelner Tiere, da dies das Problem der Kolonie meist ohnehin nicht löst.

Prävention: Die beste Verteidigung

Küchengewürze sind eine exzellente Akutmaßnahme, aber langfristiger Erfolg stellt sich nur ein, wenn die Ursachen für den Befall beseitigt werden. Ameisen dringen meist aus einem Grund in Häuser ein: Nahrungssuche. Besonders im Frühjahr, wenn die natürlichen Nahrungsquellen im Freiland noch knapp sind, suchen Arbeiterinnen von Arten wie der Schwarzgrauen Wegameise (Lasius niger) menschliche Behausungen auf[1].

Nahrungsquellen entziehen

Offen herumstehende Lebensmittel, insbesondere zucker- und eiweißhaltige Speisen, sind Magneten für Ameisen. Honigtau, eine zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, ist in der Natur die Hauptnahrungsquelle vieler Ameisenarten[4]. In Ihrer Küche suchen sie nach vergleichbaren Energiequellen: Marmeladengläser, Zuckerdosen, Obstschalen oder Reste von Tierfutter. Um einen Befall dauerhaft zu verhindern, sollten Sie:

  • Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Behältern lagern (Glas, Kunststoff mit Gummidichtung).
  • Tierfutternäpfe nicht dauerhaft gefüllt stehen lassen und die Umgebung sauber halten[3].
  • Abfallbehälter fest verschließen und regelmäßig leeren.
  • Verschüttete Flüssigkeiten (Säfte, Sirup) sofort aufwischen.

Bauliche Maßnahmen

Oft dringen Ameisen durch winzige Ritzen und Spalten in das Mauerwerk ein. Eine effektive Maßnahme ist das Abdichten von Eintrittsstellen mit Silikon oder Gips[3]. Überprüfen Sie Fensterrahmen, Türschwellen und Fugen an der Terrasse. Bei der Braunen Wegameise (Lasius brunneus), die ihre Nester auch in morschem Holz anlegt, ist es wichtig, Fachwerk und Holzelemente trocken zu halten, da Feuchtigkeit den Befall begünstigt[1].

Wann Gewürze nicht mehr reichen: Problemarten erkennen

Während die meisten Ameisen im Haus lediglich lästig sind ("Lästlinge"), gibt es Arten, bei denen Küchengewürze wirkungslos sind und die eine Gefahr für die Bausubstanz oder die Gesundheit darstellen. Eine korrekte Bestimmung ist daher essenziell.

Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Diese winzige (1,5 - 2,5 mm), bernsteingelbe Ameise ist ein gefürchteter Gesundheitsschädling. Sie stammt aus tropischen Regionen und nistet in beheizten Gebäuden, oft in Wandzwischenräumen oder an Warmwasserrohren[5]. Achtung: Bei Pharaoameisen dürfen Sie keinesfalls normale Insektensprays oder stark riechende Hausmittel zur Vertreibung einsetzen! Diese Art reagiert auf Störungen mit der sogenannten "Zweignestbildung" (Soziotomie). Das bedeutet, die Kolonie spaltet sich auf, die Königinnen wandern ab und gründen an verschiedenen Stellen im Haus neue Nester. Das Problem vervielfacht sich dadurch dramatisch[5]. Hier helfen nur spezielle Fraßköder, die von Profis ausgebracht werden sollten.

Holzzerstörende Ameisen

Arten wie die Braune Wegameise (Lasius brunneus) oder die Rossameise (Camponotus ligniperda) können Nester in verbautem Holz anlegen. Sie höhlen Balken aus und können die Statik von Gebäuden gefährden[1]. Wenn Sie Holzmehlspuren finden oder Ameisen regelmäßig aus Holzritzen kommen sehen, ist baulicher Sachverstand und professionelle Schädlingsbekämpfung gefragt. Zimt und Lavendel können hier den Schaden nicht aufhalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Schaden Ameisen im Garten meinen Pflanzen?

Direkt meistens nicht. Ameisen fressen keine Blätter (außer Blattschneiderameisen, die in Mitteleuropa nicht vorkommen). Allerdings pflegen und verteidigen viele Ameisenarten, wie die Rote Rasenameise (Myrmica rubra) oder die Schwarzgraue Wegameise, Blattläuse, um an deren Honigtau zu gelangen[1]. Durch diesen Schutz vermehren sich die schädlichen Blattläuse stärker. Indirekt können Ameisen also den Schädlingsdruck erhöhen. Andererseits sind sie auch Nützlinge, die viele andere Insekten vertilgen und den Boden auflockern[3].

Wie lange muss ich die Gewürze liegen lassen?

Die ätherischen Öle in Gewürzen verflüchtigen sich relativ schnell. Um eine effektive Barriere aufrechtzuerhalten, sollten Sie das Pulver oder die Öle alle 2 bis 3 Tage erneuern, bis die Ameisenstraße dauerhaft verschwunden ist. Geduld ist hier wichtig.

Sind Ameisenköder aus dem Baumarkt besser?

Köderdosen enthalten Lockstoffe und ein Gift, das die Arbeiterinnen ins Nest tragen, um die Königin zu töten. Das ist effektiv, um das ganze Volk zu beseitigen. Allerdings ist dies im Außenbereich oft nicht sinnvoll, da Ameisen dort wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Im Haus sind Köder oft die letzte Wahl, wenn Vergrämung nicht funktioniert. Beachten Sie, dass bei bestimmten Arten wie der Pharaoameise spezielle Köder notwendig sind[5].

Hilft Kupfer gegen Ameisen?

Oft wird behauptet, dass Kupferbarrieren (z.B. Cent-Münzen oder Kupferband) Ameisen stoppen. Wissenschaftlich ist dies kaum haltbar. Ameisen überqueren Kupfer in der Regel problemlos. Die oben genannten stark riechenden Gewürze sind deutlich effektiver, da sie direkt in die Kommunikation der Tiere eingreifen.

Kann ich Ameisen einfach aufsaugen?

Ja, das ist eine schnelle Sofortmaßnahme. Saugen Sie die Ameisenstraße auf. Wichtig ist jedoch: Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort außerhalb des Hauses oder leeren Sie den Behälter draußen aus. Manche Ameisen können im Staubsauger überleben und wieder herauskrabbeln. Wischen Sie danach den Boden mit Essigwasser, um die Duftspur zu entfernen[3].

Fazit

Ameisen sind faszinierende "Superorganismen", die in der Natur unverzichtbare Aufgaben erfüllen. In der Küche sind sie jedoch ungebetene Gäste. Der Einsatz von Küchengewürzen wie Zimt, Nelken, Lavendel oder Essig ist eine intelligente, biologisch fundierte Methode, um die Tiere loszuwerden. Sie funktioniert, indem sie die chemische Kommunikation der Ameisen stört, ohne die Tiere unnötig zu töten oder die Wohnung mit Gift zu belasten.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination aus Vergrämung (Gewürze streuen), Beseitigung der Duftspuren (Essigwasser) und Prävention (Vorräte verschließen). Sollten Sie jedoch feststellen, dass die Ameisen sehr klein und bernsteinfarben sind (Verdacht auf Pharaoameisen) oder aus Holzbalken rieseln, zögern Sie nicht, einen Experten zu Rate zu ziehen. Für den "normalen" Besuch der Gartenameise im Frühling ist das Gewürzregal jedoch Ihre beste und natürlichste Verteidigungslinie.

Quellen und Referenzen

  1. Heeschen, W. (Behr's Verlag): Monitoring bei Ameisen. Aus dem Handbuch für Schädlingsbekämpfung. (Informationen zu Sinnesorganen, Verhalten von Lasius niger und Lasius brunneus).
  2. SWR2 Wissen (2021): Ameisen – Welteroberer und Wunderwesen. Gespräch mit Prof. Susanne Foitzik. (Informationen zu Rezeptoren und Kommunikation).
  3. Bayerisches Landesamt für Umwelt (2013): UmweltWissen – Praxis: Ameisen. (Empfehlungen zu Hausmitteln wie Lavendel, Zimt, Essig und baulichen Maßnahmen).
  4. Dietrich, C. & Steiner, E. (2009): Das Leben unserer Ameisen – ein Überblick. Biologiezentrum Linz/Austria. (Biologische Grundlagen, Honigtau, Trophobiose).
  5. Sellenschlo, U. (Behr's Verlag): Pharaoameise (Monomorium pharaonis). (Informationen zur Biologie, Zweignestbildung und Bekämpfungsschwierigkeiten).

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