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Was hilft gegen Ameisen: Effektive Bekämpfungsmethoden
février 7, 2026 Patricia Titz

Was hilft gegen Ameisen: Effektive Bekämpfungsmethoden

Es beginnt oft mit einer einzelnen Ameise, die scheinbar ziellos über den Küchentisch krabbelt. Doch dieser unscheinbare Kundschafter ist meist nur die Vorhut einer riesigen, bestens organisierten Maschinerie. Ameisen sind faszinierende Wesen, die in komplexen Sozialstaaten leben und über eine Schwarmintelligenz verfügen, die in der Tierwelt ihresgleichen sucht. Doch so bewundernswert ihre biologischen Fähigkeiten auch sind – in den eigenen vier Wänden oder im gepflegten Garten werden sie schnell zur Plage. Von der untergrabenen Terrasse über befallene Lebensmittel bis hin zu ernsthaften Schäden an der Bausubstanz durch Holzameisen reicht das Spektrum der Probleme. Die gute Nachricht ist: Es gibt effektive Strategien, um Ameisen langfristig zu vertreiben oder zu bekämpfen, ohne dabei zwangsläufig zur chemischen Keule greifen zu müssen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Methoden wirklich helfen, wie Sie die verschiedenen Arten unterscheiden und warum das Verständnis der Ameisenbiologie der Schlüssel zum Erfolg ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Prävention ist entscheidend: Verschlossene Lebensmittel und abgedichtete Fugen verhindern, dass Kundschafter überhaupt erst fündig werden.
  • Artbestimmung ist Pflicht: Während die Schwarzgraue Wegameise meist nur lästig ist, können Pharaoameisen Krankheiten übertragen und Holzameisen die Bausubstanz schädigen.
  • Köder statt Spray: Sprays töten oft nur die Arbeiterinnen. Um das Nest nachhaltig zu bekämpfen, müssen Fraßgifte über den sozialen Magen bis zur Königin transportiert werden.
  • Vorsicht bei Pharaoameisen: Bei dieser Art führen Kontaktgifte oft zum „Budding“ (Aufspaltung der Kolonie), was das Problem verschlimmert.
  • Biologische Alternativen: Nematoden und ätherische Öle bieten umweltfreundliche Optionen für den Garten und leichte Befälle.

Warum Ameisen ins Haus kommen: Die Biologie verstehen

Um Ameisen effektiv zu bekämpfen, muss man verstehen, was sie antreibt. Ameisen sind eusoziale Insekten, die in streng organisierten Staaten leben. Das bedeutet, dass eine strikte Arbeitsteilung zwischen den sterilen Arbeiterinnen und den fertilen Königinnen herrscht[1]. Die Arbeiterinnen, die wir in Küche und Garten sehen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Ihre Hauptaufgabe ist die Versorgung der Brut und der Königin im Nest, das oft gut versteckt im Boden oder Mauerwerk liegt.

Die Kommunikation der Ameisen erfolgt dabei höchst effizient über chemische Botenstoffe, sogenannte Pheromone. Ameisen sind praktisch „wandelnde Drüsenpakete“ und besitzen eines der höchstentwickelten chemischen Kommunikationssysteme im Tierreich[2]. Wenn eine Kundschafterin eine Nahrungsquelle findet – sei es der offene Honigtopf oder Krümel unter dem Tisch –, legt sie auf dem Rückweg zum Nest eine Duftspur. Andere Arbeiterinnen folgen dieser Spur, verstärken sie durch eigene Pheromone, und binnen kürzester Zeit entsteht eine stark frequentierte Ameisenstraße.

Wichtig zu wissen: Die Vernichtung einzelner Arbeiterinnen auf der Straße ist meist sinnlos. Ein Ameisenstaat mittlerer Größe kann etwa eine Million Arbeiterinnen umfassen, sodass Verluste schnell ausgeglichen werden[2]. Das Ziel muss immer die Beseitigung der Königin sein.

Artenbestimmung: Wer krabbelt da eigentlich?

Nicht alle Ameisen sind gleich, und die Bekämpfungsmethode hängt stark von der Art ab. In Deutschland kommen über 100 Ameisenarten vor, von denen aber nur wenige als Haus- oder Materialschädlinge auftreten[3]. Hier sind die wichtigsten Vertreter:

Die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger)

Dies ist der klassische Kulturfolger und die häufigste Art in unseren Gärten und Häusern. Sie nisten meist im Boden unter Plattenwegen oder Terrassen, dringen aber auf der Suche nach Zucker und Proteinen oft in Gebäude ein. Sie sind lästig, verursachen aber in der Regel keine massiven Schäden an der Bausubstanz, können jedoch Gehwege unterhöhlen[3].

Die Braune Wegameise (Lasius brunneus)

Diese Art ist problematischer. Sie ist ein Materialschädling, der seine Nester gerne in morschem, aber auch in intaktem Holz anlegt. In Häusern höhlt sie Balken und Dämmstoffe aus. Ein Befall bleibt oft lange unbemerkt, da die Arbeiterinnen lichtscheu sind und meist verborgen in Spalten laufen[3].

Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Ein winziger, bernsteingelber Einwanderer aus den Tropen, der in beheizten Gebäuden lebt. Sie ist ein ernstzunehmender Hygieneschädling, besonders in Krankenhäusern und Großküchen, da sie Krankheitserreger wie Salmonellen übertragen kann. Ihre Bekämpfung ist besonders schwierig, da ihre Kolonien viele Königinnen haben und sich bei Störung aufspalten (Zweignestbildung)[4].

Prävention: Den Einzug verhindern

Die beste Bekämpfung ist, den Ameisen gar keinen Grund zu geben, ins Haus zu kommen. Da Ameisen meist durch den Geruch von Nahrungsmitteln angelockt werden, ist Hygiene der erste Schritt.

  • Nahrungsquellen entziehen: Lassen Sie keine Essensreste offen stehen. Lagern Sie Vorräte in dicht verschließbaren Behältern (Glas, Metall, dicker Kunststoff). Tierfutternäpfe sollten nicht dauerhaft gefüllt herumstehen[5].
  • Bauliche Maßnahmen: Dichten Sie Ritzen und Spalten an Fenstern, Türen und im Mauerwerk ab. Silikon oder Gips eignen sich gut, um Eintrittspforten zu verschließen[5].
  • Pflanzenkontrolle: Blattläuse produzieren Honigtau, eine Hauptnahrungsquelle für viele Ameisenarten wie Lasius niger. Wer Blattläuse an Zimmer- oder Terrassenpflanzen bekämpft, entzieht den Ameisen eine wichtige Ressource[1].

Hausmittel und sanfte Methoden

Bevor chemische Biozide zum Einsatz kommen, lohnt sich der Griff zu Hausmitteln, insbesondere wenn der Befall noch gering ist oder Kleinkinder und Haustiere im Haushalt leben.

Duftbarrieren (Vergrämung)

Ameisen orientieren sich stark an Gerüchen. Starke Düfte können ihre Orientierung stören und sie dazu bringen, Bereiche zu meiden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt den Einsatz von ätherischen Ölen. Lavendelöl, Eukalyptusöl oder auch Gewürznelken und Zimt können auf die Laufstraßen aufgebracht werden[5]. Auch Essig oder Zitronensaft überdecken die Pheromonspuren der Kundschafter und unterbrechen so die Straße.

Physikalische Barrieren

Kreidepulver, Gartenkalk oder Kieselgur (Diatomeenerde) können als Barriere gestreut werden. Kieselgur wirkt mechanisch: Die feinen Partikel beschädigen die Wachsschicht des Chitinpanzers, was zur Austrocknung der Insekten führt[6]. Auch doppelseitiges Klebeband oder Leimringe (an Bäumen) können verhindern, dass Ameisen bestimmte Bereiche erreichen[5].

Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Für den Garten gibt es eine innovative biologische Lösung: Nematoden (Fadenwürmer) der Art Steinernema feltiae. Diese mikroskopisch kleinen Würmer dringen in die Ameisenlarven ein und töten diese ab oder vertreiben die Ameisen durch ihre Anwesenheit, da Ameisen instinktiv ihre Brut vor diesen Parasiten schützen wollen und das Nest verlegen. Diese Methode ist völlig giftfrei und sicher für Pflanzen und Wirbeltiere[6].

Chemische Bekämpfung: Köder vs. Spray

Wenn Hausmittel nicht mehr wirken, greifen viele zu Insektiziden. Hier ist jedoch Strategie gefragt. Wildes Sprühen ist oft kontraproduktiv.

Warum Köder oft besser sind als Sprays

Kontaktinsektizide (Sprays, Puder) töten meist nur die Ameisen, die direkt getroffen werden oder über die behandelte Fläche laufen. Das sind fast immer nur die Arbeiterinnen. Die Königin im Nest bleibt unversehrt und produziert weiter Nachwuchs. Zudem erkennen Ameisen Gefahr oft schnell und meiden behandelte Stellen.

Fraßköder (als Gel oder in Dosen) nutzen hingegen das natürliche Verhalten der Ameisen aus. Die Arbeiterinnen nehmen den vergifteten Köder auf, sterben aber nicht sofort. Sie tragen ihn ins Nest und füttern im Rahmen der Trophallaxis (soziale Futterweitergabe) die Königin und die Larven damit[2]. Dies ist der einzige Weg, die gesamte Kolonie inklusive der Königin zu eliminieren. Moderne Köder enthalten Wirkstoffe wie Spinosad oder Fipronil, die zeitverzögert wirken.

Der Sonderfall: Die Pharaoameise

Bei Pharaoameisen (Monomorium pharaonis) ist besondere Vorsicht geboten. Der Einsatz von Sprays mit Kontaktgiften (z.B. Pyrethroide) führt bei dieser Art oft zu einem fatalen Effekt: Die Kolonie fühlt sich bedroht und spaltet sich in viele kleine Zweignester auf (Satellitenbildung oder „Budding“)[4]. Statt eines Nests hat man plötzlich viele, die sich im ganzen Haus verteilen. Hier müssen zwingend Fraßköder verwendet werden, die Wirkstoffe enthalten, die die Königinnen sterilisieren oder die Entwicklung der Larven hemmen (Wachstumsregulatoren)[2].

Spezielle Probleme und Lösungen

Holzzerstörende Ameisen

Arten wie die Braune Wegameise (Lasius brunneus) oder Rossameisen (Camponotus) können ernsthafte Schäden an der Bausubstanz verursachen, indem sie Nester in Dämmungen oder Holz bauen. Ein Befall ist oft schwer zu lokalisieren. Hier ist professionelle Hilfe oft ratsam. Als Sofortmaßnahme können Köderdosen helfen, jedoch muss oft auch die Feuchtigkeitsquelle beseitigt werden, da diese Ameisen feuchtes Holz bevorzugen. In schweren Fällen kann eine Heißluftbehandlung durch Fachfirmen notwendig sein[5].

Ameisen und Blattläuse im Garten

Viele Ameisenarten pflegen eine Symbiose mit Blattläusen (Trophobiose). Sie „melken“ die Läuse, um an den zuckerhaltigen Honigtau zu gelangen, und verteidigen sie im Gegenzug gegen Fressfeinde wie Marienkäfer[1]. Wer Ameisen an Pflanzen bekämpfen will, sollte daher primär die Blattläuse bekämpfen. Leimringe an Obstbäumen verhindern, dass die Ameisen zu den Läusen in die Krone gelangen, wodurch die Läuse schutzlos ihren natürlichen Feinden ausgeliefert sind[6].

Invasive Arten: Eine wachsende Gefahr

Durch den globalen Handel gelangen immer neue Ameisenarten nach Europa. Ein Beispiel ist die Invasive Gartenameise (Lasius neglectus). Im Gegensatz zu heimischen Arten bilden diese Ameisen riesige Superkolonien, in denen sich die Ameisen verschiedener Nester nicht bekämpfen, sondern kooperieren[7]. Diese Superkolonien können sich über ganze Stadtviertel erstrecken und heimische Arten komplett verdrängen. Da sie oft auch im Winter aktiv sind und extrem hohe Populationsdichten erreichen, ist eine Bekämpfung durch Privatpersonen meist aussichtslos und erfordert koordinierte Maßnahmen von Schädlingsbekämpfern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hilft Backpulver wirklich gegen Ameisen?

Backpulver (Natron) ist ein altes Hausmittel. Es wirkt nur, wenn die Ameisen es fressen, was sie oft nur tun, wenn es mit Zucker vermischt ist. Im Körper der Ameise reagiert das Natron und bläht sie auf, was zum Tod führt. Viele Experten raten jedoch davon ab, da es qualvoll für die Tiere ist und oft nicht das gesamte Nest beseitigt. Moderne Köderdosen sind zuverlässiger und gezielter.

Sind fliegende Ameisen eine eigene Art?

Nein. Fliegende Ameisen sind die geschlechtsreifen Männchen und Jungköniginnen bekannter Arten (wie Lasius niger), die zum sogenannten Hochzeitsflug das Nest verlassen. Dies geschieht meist an warmen Tagen im Hochsommer. Nach der Paarung sterben die Männchen, und die Königinnen werfen ihre Flügel ab, um neue Kolonien zu gründen[1]. In dieser Phase hilft oft einfaches Aufsaugen oder Hinauskehren.

Können Ameisen Krankheiten übertragen?

Die meisten heimischen Arten wie die Wegameise gelten nicht als Krankheitsüberträger. Eine wichtige Ausnahme ist die Pharaoameise. Sie sucht gezielt nach eiweißreicher Nahrung und kann dabei auch an Wunden, Verbandsmaterial oder sterile medizinische Geräte gehen. Es wurde nachgewiesen, dass sie Salmonellen, Streptokokken und andere Erreger verschleppen kann[2].

Sollte man Ameisen im Garten immer bekämpfen?

Nein. Ameisen erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Sie lockern den Boden auf (oft effizienter als Regenwürmer), verbreiten Pflanzensamen (Myrmecochorie) und vertilgen als Räuber unzählige Schadinsekten und Aas[5]. Eine Bekämpfung ist nur ratsam, wenn sie direkt ins Haus eindringen oder Terrassenplatten massiv unterhöhlen.

Fazit

Ameisen sind bemerkenswerte Tiere, die unseren Respekt verdienen, aber in unseren Wohnräumen nichts zu suchen haben. Der Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung liegt nicht in der blinden Anwendung von Chemie, sondern in der Strategie. Identifizieren Sie die Art, nutzen Sie Fraßköder für eine nachhaltige Nestbekämpfung und setzen Sie auf Prävention durch Hygiene und bauliche Abdichtung. Bei hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Holzschädlingen oder Pharaoameisen, ist der Gang zum Profi oft die günstigste Lösung, um Folgeschäden zu vermeiden. Für den leichten Befall im Garten bieten biologische Mittel wie Nematoden oder Duftbarrieren eine umweltfreundliche Alternative.

Quellen und Referenzen

  1. Biologiezentrum Linz, Dietrich & Steiner: "Das Leben unserer Ameisen – ein Überblick", Denisia 25, 2009.
  2. Behr's Verlag, W. Heeschen: "Monitoring bei Ameisen" / "Pharaoameise", Dokumentation Schädlingsbekämpfung.
  3. Behr's Verlag, M. Felke/G. Karg: "Ameisen - Biologie und Arten", Dokumentation Schädlingsbekämpfung.
  4. Behr's Verlag, U. Sellenschlo: "Pharaoameise (Monomorium pharaonis)", Dokumentation Schädlingsbekämpfung.
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): "UmweltWissen - Praxis: Ameisen", 2013.
  6. Produktdatenblatt: "Übersicht: Welches Ameisenmittel passt zu deinem Fall?", basierend auf Wirkstoffbeschreibungen (Kieselgur, Nematoden).
  7. Sylvia Cremer: "Invasive Ameisen in Europa: Wie sie sich ausbreiten und die heimische Fauna verändern", Rundgespräche Forum Ökologie, Bd. 46.

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