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Was tun gegen Ameisen im Garten?
février 8, 2026 Patricia Titz

Was tun gegen Ameisen im Garten?

Es krabbelt auf der Terrasse, die Fugen zwischen den Gehwegplatten werden unterhöhlt und beim gemütlichen Kaffeetrinken im Garten marschiert eine Kolonne quer über den Tisch: Ameisen sind faszinierende Geschöpfe, können im heimischen Garten jedoch schnell zur Geduldsprobe werden. Während sie in der freien Natur unverzichtbare Nützlinge sind, stellt sich für viele Gartenbesitzer die Frage, wie man das Zusammenleben regelt oder die Insekten sanft, aber bestimmt aus sensiblen Bereichen verweist. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Lebensweise der Ameisen, warum sie sich gerade bei Ihnen wohlfühlen und welche Strategien – von Hausmitteln bis zur biologischen Bekämpfung – wirklich helfen, ohne der Umwelt unnötig zu schaden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ökologische Bedeutung: Ameisen lockern den Boden oft effizienter als Regenwürmer und verbreiten Pflanzensamen.
  • Hauptursache: Blattläuse und deren Honigtau sind die primäre Nahrungsquelle; wer Läuse bekämpft, vertreibt oft auch Ameisen.
  • Bauliche Vorbeugung: Die Verwendung von Splitt statt Sand unter Terrassenplatten verhindert den Nestbau effektiv.
  • Sanfte Methoden: Umsiedlung mit Blumentöpfen und Vergrämung durch starke Düfte (Lavendel, Zitrone) sind erste Maßnahmen.
  • Biologische Bekämpfung: Nematoden (Fadenwürmer) bieten eine chemiefreie Möglichkeit, Nester nachhaltig zu bekämpfen.
  • Artenschutz: Waldameisen stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nicht bekämpft werden.

Warum sind so viele Ameisen in meinem Garten?

Um effektiv gegen eine Ameisenplage vorzugehen, muss man zunächst verstehen, was die Insekten in unseren Garten zieht. Ameisen sind staatenbildende Insekten, die in streng organisierten Sozialverbänden leben. Ein einziger Staat kann aus Millionen von Individuen bestehen[1]. Die treibende Kraft hinter ihrer Anwesenheit ist meist die Suche nach Nahrung und geeigneten Nistplätzen.

Die Symbiose mit Blattläusen

Ein Hauptgrund für massives Ameisenaufkommen an Pflanzen (wie Rosen, Obstbäumen oder Sträuchern) ist die sogenannte Trophobiose. Dabei handelt es sich um eine Symbiose zwischen Ameisen und pflanzensaugenden Insekten, vor allem Blattläusen, Schildläusen und Zikaden. Diese Sauger scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus, der für Ameisen eine essenzielle Kohlenhydratquelle darstellt[2]. Die Ameisen "melken" die Läuse regelrecht, indem sie deren Hinterleib mit den Fühlern betrillern, woraufhin diese einen Tropfen Honigtau abgeben. Im Gegenzug verteidigen die Ameisen ihre "Kühe" aggressiv gegen Fressfeinde wie Marienkäferlarven oder Schlupfwespen[2].

Experten-Tipp: Wenn Sie Ameisen an Ihren Pflanzen sehen, suchen Sie sofort nach Blattläusen. Die Entfernung der Läuse entzieht den Ameisen die Nahrungsgrundlage und ist oft der effektivste erste Schritt zur Bekämpfung.

Optimale Nistbedingungen

Unsere Gärten bieten oft perfekte Bedingungen für den Nestbau. Besonders beliebt sind sonnenbeschienene Terrassen und Gehwege. Die Ameisen nutzen die Wärme, die von den Steinen gespeichert wird, für ihre Brutaufzucht. Die für die Brutentwicklung optimale Temperatur liegt für die meisten mitteleuropäischen Arten zwischen 22 °C und 32 °C[3]. Sandige Untergründe unter Platten lassen sich leicht aushöhlen, was jedoch dazu führt, dass Gehwegplatten absacken und wackeln können.

Freund oder Feind? Die ökologische Rolle

Bevor man zur Bekämpfung schreitet, lohnt sich ein Blick auf den Nutzen der Tiere. Ameisen sind die "Gesundheitspolizei" des Gartens. Sie vertilgen große Mengen an Aas und toten Insekten und halten so den Garten sauber. Zudem sind sie bedeutende Bodenverbesserer. Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) beispielsweise kann jährlich mehrere Tonnen Erdmaterial pro Hektar umschichten und wird in ihrer Effizienz bei der Bodenlockerung nur von Regenwürmern übertroffen[4].

Zudem spielen sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Pflanzensamen (Myrmecochorie). Pflanzen wie das Schneeglöckchen, Lerchensporn oder das Schöllkraut bilden Samen mit einem fithaltigen Anhängsel (Elaiosom) aus. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest, fressen das Anhängsel und lassen den keimfähigen Samen an nährstoffreichen Plätzen liegen[5].

Artenbestimmung: Wen haben wir da?

Nicht alle Ameisen sind gleich. Für die Wahl der richtigen Maßnahme ist es wichtig zu wissen, mit wem man es zu tun hat. In Deutschland kommen etwa 111 Ameisenarten vor[3], wobei im Garten meist nur wenige Arten dominant auftreten.

Die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger)

Dies ist der klassische Kulturfolger und die häufigste Art in unseren Gärten. Sie legt ihre Nester bevorzugt unter gepflasterten Wegen und Terrassen an und baut die bekannten kleinen Erdhügel zwischen Fugen oder im Rasen. Ein Volk besitzt nur eine Königin (Monogynie), kann aber bis zu 50.000 Arbeiterinnen umfassen[3]. Sie ist es auch, die häufig in Häuser eindringt, um zuckerhaltige Nahrung zu suchen.

Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)

Diese Art lebt fast ausschließlich unterirdisch und wird vom Gartenbesitzer oft erst bemerkt, wenn beim Umgraben oder Rasenmähen die typischen Erdhügel beschädigt werden. Sie züchtet Wurzelläuse an den Wurzeln von Gräsern und Kräutern und ernährt sich von deren Honigtau[2]. Da sie kaum ins Haus kommt und selten auf Terrassen läuft, wird sie oft toleriert, kann aber durch Hügelbildung im Rasen stören.

Die Rote Gartenameise (Myrmica rubra)

Diese Art gehört zu den Knotenameisen und besitzt einen funktionsfähigen Giftstachel. Sie ist aggressiv und ihre Stiche sind schmerzhaft (vergleichbar mit Brennnesseln). Sie bevorzugt feuchtere Gebiete und nistet oft unter Steinen, im Moos oder im Gras[6]. Hier ist Vorsicht geboten, besonders wenn Kinder im Garten spielen.

Achtung: Geschützte Arten!

Hügelbauende Waldameisen (Gattung Formica) stehen unter strengem Naturschutz. Sie dürfen weder getötet noch ihre Nester zerstört werden. Sollten sich diese nützlichen Tiere in Ihren Garten verirrt haben und dort stören, wenden Sie sich bitte an die "Deutsche Ameisenschutzwarte e.V.", die professionelle Umsiedlungen durchführen kann[5].

Maßnahmen gegen Ameisen: Von sanft bis effektiv

Die Bekämpfung sollte immer stufenweise erfolgen: Zuerst Vorbeugung, dann Vergrämung und erst als letztes Mittel die Vernichtung des Volkes.

1. Vorbeugung und Bauliche Maßnahmen

Die effektivste Methode, Ameisen unter der Terrasse zu vermeiden, beginnt beim Bau. Ameisen benötigen feinkörniges Material wie Sand für ihren Nestbau. Wenn Sie beim Verlegen von Terrassenplatten oder Pflastersteinen statt Sand Splitt oder Kies verwenden, entziehen Sie den Ameisen das Baumaterial[5]. In Splitt können die Gänge nicht stabil angelegt werden, und die Fläche bleibt ameisenfrei. Auch das Abdichten von Fugen mit geeignetem Mörtel verhindert, dass Ameisen sich dort ansiedeln.

2. Vergrämung durch Duftstoffe (Hausmittel)

Ameisen orientieren sich stark über ihren Geruchssinn und Pheromonspuren. Starke Fremdgerüche können diese Orientierung stören und die Ameisen dazu bewegen, ihr Nest zu verlegen. Bewährte Mittel sind:

  • Ätherische Öle: Lavendel, Eukalyptus, Minze oder Teebaumöl.
  • Gewürze: Zimt, Gewürznelken, Majoran oder Chilipulver.
  • Zitrusfrüchte: Zitronenschalen oder Essigreiniger.

Diese Stoffe sollten direkt auf die Ameisenstraßen und Nesteingänge ausgebracht werden. Allerdings ist die Wirkung oft nur von kurzer Dauer und muss regelmäßig erneuert werden, besonders nach Regenfällen[5].

3. Die sanfte Umsiedlung

Wenn sich ein Nest an einer ungünstigen Stelle befindet (z.B. im Gemüsebeet oder Sandkasten), kann man versuchen, das Volk umzusiedeln. Dazu füllt man einen Blumentopf fest mit Holzwolle oder feuchtem Stroh/Erde und stellt ihn umgekehrt direkt auf das Nest. Die Ameisen nutzen den Topf gerne als wärmendes "Obergeschoss" für ihre Brut. Nach einigen Tagen, wenn die Königin und die Brut in den Topf umgezogen sind, kann man diesen mit einer Schaufel aufnehmen und an einen entfernten Ort (mindestens 30 Meter weg) tragen[5].

4. Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Eine sehr elegante und umweltfreundliche Methode zur Reduzierung von Ameisenbeständen ist der Einsatz von Nematoden (Fadenwürmern), speziell der Art Steinernema feltiae. Diese mikroskopisch kleinen Würmer werden in Wasser aufgelöst und in die Nester gegossen. Die Nematoden dringen nicht direkt in die Ameisen ein, aber die Ameisen empfinden die Anwesenheit der Nematoden als bedrohlich und meiden den behandelten Bereich. Oft führt dies zur Flucht des Volkes oder zur deutlichen Reduzierung der Aktivität. Da es sich um ein rein biologisches Verfahren handelt, ist es für Pflanzen, Haustiere und Menschen völlig ungefährlich[7].

5. Kieselgur (Diatomeenerde)

Kieselgur ist ein feines Pulver aus den Schalen fossiler Kieselalgen. Es wirkt rein mechanisch-physikalisch. Wenn Ameisen über das Pulver laufen, beschädigt der feine Staub die schützende Wachsschicht ihres Chitinpanzers. Dies führt dazu, dass die Insekten austrocknen. Kieselgur sollte trocken auf Laufwege und Ritzen gestreut werden. Es ist für Wirbeltiere ungiftig, sollte aber nicht eingeatmet werden[7].

6. Köder und Fraßgifte

Wenn alle Vergrämungsmaßnahmen scheitern und die Bausubstanz gefährdet ist, kommen Fraßköder zum Einsatz. Diese enthalten einen Lockstoff (meist Zucker) und ein verzögert wirkendes Insektizid (z.B. Spinosad oder Fipronil). Das Prinzip beruht auf der Trophallaxis (dem sozialen Futteraustausch): Die Arbeiterinnen fressen den Köder nicht sofort selbst, sondern tragen ihn in den Kropf (Sozialmagen) und füttern im Nest die Königin und die Larven damit[2]. Nur wenn die Königin eliminiert wird, stirbt das Volk ab. Sprays töten meist nur die außen laufenden Arbeiterinnen und haben keinen nachhaltigen Effekt auf das Nest[3].

Sonderfall: Invasive Arten

In den letzten Jahren breiten sich in Europa zunehmend invasive Ameisenarten aus, die durch den globalen Handel eingeschleppt wurden. Ein prominentes Beispiel ist die Invasive Gartenameise (Lasius neglectus). Im Gegensatz zu unseren heimischen Arten bilden diese Invasoren riesige Superkolonien mit vielen Königinnen (Polygynie), die sich über weite Areale erstrecken können[8]. Da sich die Nester dieser Superkolonien nicht bekämpfen, sondern kooperieren, erreichen sie enorme Populationsdichten und verdrängen heimische Arten[9]. Solche Befälle sind für Laien kaum beherrschbar und erfordern meist professionelle Schädlingsbekämpfer.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hilft Backpulver wirklich gegen Ameisen?

Backpulver (in Verbindung mit Zucker) ist ein altes Hausmittel. Die Ameisen fressen es, und das Backtriebmittel bläht sich in ihrem Magen auf, was zum qualvollen Tod führt. Es gilt als effektiv, aber aus Tierschutzgründen als grausam. Zudem wirkt es nur auf die Arbeiterinnen und erreicht selten die Königin, wodurch das Nest oft überlebt. Modernere Köder oder Kieselgur sind vorzuziehen.

Schaden Ameisen meinen Pflanzen?

Direkt schaden Ameisen den Pflanzen selten, da sie keine Blätter fressen (außer Blattschneiderameisen in den Tropen). Der Schaden entsteht indirekt durch die Zucht und den Schutz von Blattläusen, die Pflanzensäfte saugen und Krankheiten übertragen können. Zudem können Ameisen durch ihre Grabetätigkeit Wurzeln lockern, sodass diese keinen Halt mehr finden und vertrocknen[5].

Warum kommen Ameisen ins Haus?

Besonders im Frühjahr suchen die Kundschafterinnen der Kolonien nach protein- und zuckerreicher Nahrung. Finden sie offene Lebensmittel, Tierfutter oder verschüttete Säfte, legen sie eine Duftspur, der hunderte andere folgen. Dicht schließende Vorratsdosen und Sauberkeit sind die beste Prävention[3].

Was tun bei fliegenden Ameisen?

Fliegende Ameisen sind keine eigene Art, sondern die geschlechtsreifen Männchen und Jungköniginnen auf ihrem "Hochzeitsflug". Dies geschieht meist an schwülen Hochsommertagen. Das Phänomen dauert nur wenige Stunden bis Tage. Chemische Bekämpfung ist hier sinnlos und unnötig. Öffnen Sie Fenster, damit die Tiere abfliegen können, oder fegen Sie sie zusammen[3].

Fazit

Ameisen im Garten sind ein zweischneidiges Schwert. Sie sind wichtige Nützlinge für den Boden und das Ökosystem, können aber als Blattlauszüchter und Terrassen-Unterhöhler zur Plage werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Gelassenheit und der richtigen Strategie: Vorbeugung durch geeignete Baustoffe (Splitt) und Hygiene ist besser als Nachsorge. Wenn eingegriffen werden muss, sollten zunächst sanfte Methoden wie Umsiedlung, Duftbarrieren oder Kieselgur gewählt werden. Erst bei massivem Befall oder Bauschäden sind Fraßköder das Mittel der Wahl, um das Problem an der Wurzel – der Königin – zu packen. Respektieren Sie dabei stets geschützte Arten wie die Waldameise, die ein unverzichtbarer Teil unserer Natur sind.

Quellen und Referenzen

  1. SWR2 Wissen: Aula, "Ameisen – Welteroberer und Wunderwesen", Gespräch mit Prof. Susanne Foitzik, 2021
  2. Biologiezentrum Linz, "Das Leben unserer Ameisen – ein Überblick", Christian Dietrich & Erich Steiner, 2009
  3. Behr's Verlag, "Schädlingsbekämpfung: Ameisen (Lasius niger, Lasius flavus)", M. Felke/G. Karg
  4. Horstmann, K. (1974): Untersuchungen über den Nahrungserwerb der Waldameisen im Eichenwald
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), "UmweltWissen – Praxis: Ameisen", 2013
  6. Behr's Verlag, "Die Rote Rasenameise (Myrmica rubra)", Dr. R. Pospischil, 2011
  7. Produktübersicht Ameisenmittel, "Übersicht: Welches Ameisenmittel passt zu deinem Fall?", interner Leitfaden
  8. Cremer, S. et al. (2008): "The introduction history of invasive garden ants in Europe"
  9. Rundgespräche Forum Ökologie, "Invasive Ameisen in Europa: Wie sie sich ausbreiten", Sylvia Cremer, 2017
  10. Behr's Verlag, "Monitoring bei Ameisen", W. Heeschen
  11. Deutsche Ameisenschutzwarte e.V., Schutzbestimmungen für Waldameisen
  12. Grokipedia, "Ameise - Fakten und Biologie", 2025

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