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Giardien Katze
janvier 29, 2026 Patricia Titz

Giardien Katze

Es beginnt oft harmlos mit weicherem Kot, entwickelt sich aber schnell zum Albtraum vieler Katzenhalter: Giardien. Diese mikroskopisch kleinen Darmparasiten sind nicht nur äußerst hartnäckig, sondern auch hochgradig ansteckend – sowohl für andere Tiere als auch potenziell für den Menschen. Wenn Ihre Katze unter wiederkehrenden Durchfällen leidet, das Fell stumpf wirkt oder sie trotz gutem Appetit an Gewicht verliert, könnte ein Giardien-Befall die Ursache sein. Die Diagnose "Giardiose" erfordert Geduld, Disziplin und einen strikten Hygieneplan, ist aber mit dem richtigen Wissen gut in den Griff zu bekommen. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles über den Lebenszyklus der Parasiten, die effektivsten Behandlungsstrategien und wie Sie Ihre Wohnung dauerhaft giardienfrei bekommen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erreger: Giardien sind einzellige Dünndarm-Parasiten, die sich durch eine extrem widerstandsfähige Zystenform verbreiten.
  • Symptome: Typisch sind schleimiger, gelblicher, süßlich riechender Durchfall (oft mit Blutbeimengungen), Erbrechen und Gewichtsverlust.
  • Diagnose: Da Giardien nicht bei jedem Stuhlgang ausgeschieden werden, ist eine Sammelkotprobe über drei Tage für den Test notwendig.
  • Behandlung: Eine Kombination aus Medikamenten (z.B. Fenbendazol oder Metronidazol), kohlenhydratfreier Ernährung und strenger Hygiene ist Pflicht.
  • Hygiene: Herkömmliche Desinfektionsmittel wirken oft nicht. Hitze (über 60°C) und spezielle Mittel sind erforderlich, um die Zysten in der Umgebung abzutöten.
  • Darmaufbau: Nach der Behandlung muss die Darmflora saniert werden, um Rückfälle zu vermeiden.

Was sind Giardien und wie funktionieren sie?

Giardien (wissenschaftlich Giardia intestinalis oder Giardia duodenalis) gehören zu den Protozoen (Einzellern). Sie sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Magen-Darm-Parasiten bei Hunden und Katzen. Um den Feind effektiv zu bekämpfen, muss man seinen Lebenszyklus verstehen, der in zwei Phasen abläuft [1]:

1. Die Trophozoiten (Die aktive Form)

Im Dünndarm der Katze schlüpfen die Giardien aus ihrer Hülle und heften sich als sogenannte Trophozoiten an die Darmwand. Dort vermehren sie sich rasant durch Zweiteilung. Sie ernähren sich vom Darminhalt der Katze und schädigen dabei die Schleimhaut, was die Nährstoffaufnahme (Malabsorption) massiv stört. Dies erklärt den Gewichtsverlust trotz Futteraufnahme.

2. Die Zysten (Die ansteckende Form)

Sobald die Trophozoiten in Richtung Dickdarm wandern, kapseln sie sich ein und werden zu Zysten. Diese Zysten werden mit dem Kot ausgeschieden. Das Tückische: Zysten sind extrem widerstandsfähig. Sie können in kühler, feuchter Umgebung mehrere Monate lang infektiös bleiben. Eine infizierte Katze kann bis zu einer Million Zysten pro Gramm Kot ausscheiden – wobei bereits 10 bis 100 Zysten ausreichen, um ein neues Tier zu infizieren [2].

Achtung: Zoonose-Gefahr

Giardien sind Zoonose-Erreger, das heißt, sie können vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Zwar sind die meisten Giardien-Genotypen wirtsspezifisch (Katzen haben oft Typ F, Menschen Typ A und B), doch es gibt Überschneidungen. Besonders immungeschwächte Personen, Senioren und Kleinkinder sollten im Umgang mit infizierten Tieren besonders vorsichtig sein und strikte Handhygiene einhalten.

Symptome: Woran erkenne ich einen Befall?

Nicht jede Katze, die Giardien in sich trägt, zeigt Symptome. Besonders erwachsene Katzen mit einem starken Immunsystem können symptomfreie Ausscheider sein. Sie wirken gesund, verbreiten aber dennoch infektiöse Zysten. Bei Jungtieren, Senioren oder gestressten Katzen treten jedoch häufig massive Beschwerden auf:

  • Rezidivierender Durchfall: Der Kot ist oft breiig bis wässrig, hell (gelblich bis ockerfarben) und kann von einer Fettschicht überzogen sein (Fettstuhl).
  • Geruch: Der Kot riecht extrem unangenehm, oft süßlich-faulig.
  • Beimengungen: Schleim und frisches Blut im Stuhl sind keine Seltenheit, da die Darmwand gereizt ist.
  • Erbrechen: Gelegentlich kommt es zu Erbrechen und Übelkeit.
  • Allgemeinzustand: Das Fell kann struppig wirken, die Katze wirkt lethargisch (apathisch) und verliert an Gewicht, obwohl sie normal oder sogar vermehrt frisst.

Ansteckungswege und Diagnose

Wie hat sich meine Katze infiziert?

Die Infektion erfolgt fäkal-oral. Das bedeutet, die Katze nimmt Zysten über das Maul auf. Dies geschieht durch:

  • Kontakt mit infiziertem Kot (z.B. im Katzenklo oder Garten).
  • Trinken aus verunreinigten Pfützen oder Gewässern.
  • Gegenseitiges Putzen mit infizierten Artgenossen.
  • Indirekte Übertragung: Fliegen können Zysten auf das Futter übertragen, oder Sie tragen die Zysten mit Ihren Schuhen in die Wohnung. Daher können auch reine Wohnungskatzen an Giardien erkranken.

Die korrekte Diagnose: Das 3-Tage-Prinzip

Ein einzelner negativer Test bedeutet noch keine Entwarnung. Giardien werden nicht bei jedem Stuhlgang ausgeschieden, sondern schubweise (intermittierend). Um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten, empfiehlt die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) folgendes Vorgehen [3]:

Tipp: Sammelkotprobe

Sammeln Sie Kotproben von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Bewahren Sie diese kühl auf und bringen Sie die Sammelprobe zum Tierarzt.

Der Tierarzt nutzt meist einen ELISA-Schnelltest (Antigen-Nachweis) oder ein Flotationsverfahren unter dem Mikroskop. In hartnäckigen Fällen kann ein PCR-Test im Labor notwendig sein, der die DNA der Parasiten nachweist und als sensitivste Methode gilt.

Der Behandlungsplan: Medikamente und Ernährung

Die Bekämpfung von Giardien steht auf drei Säulen: Medikamente, Ernährung und Hygiene. Wenn eine Säule vernachlässigt wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer Reinfektion (Selbstansteckung) sehr hoch.

1. Medikamentöse Therapie

Der Tierarzt verschreibt in der Regel Wirkstoffe wie Fenbendazol (z.B. Panacur) oder Metronidazol.

  • Behandlungszyklus: Ein gängiges Schema für Fenbendazol ist das "5-3-5"-Schema: 5 Tage Gabe, 3 Tage Pause, 5 Tage Gabe. Dies ist notwendig, um verschiedene Entwicklungsstadien zu erwischen und der Katze eine kurze Erholung zu gönnen.
  • Partnertiere: Es müssen zwingend alle Tiere im Haushalt (Hunde und Katzen) mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Sonst stecken sie sich gegenseitig immer wieder an ("Ping-Pong-Effekt").

2. Ernährung: Aushungern der Parasiten

Giardien ernähren sich im Darm vorzugsweise von Kohlenhydraten (Zucker, Stärke). Eine kohlenhydratreiche Ernährung dient den Parasiten als "Kraftfutter" und fördert ihre Vermehrung.

Ernährungs-Tipp bei Giardien

Stellen Sie während der Behandlung komplett auf getreidefreies Nassfutter mit hohem Fleischanteil um. Vermeiden Sie Trockenfutter (enthält fast immer Stärke/Kohlenhydrate) und Leckerlis mit Getreide oder Zucker. Dies entzieht den Giardien die Nahrungsgrundlage und unterstützt die medikamentöse Therapie.

Der Hygieneplan: So werden Sie die Zysten los

Dies ist der anstrengendste, aber wichtigste Teil. Medikamente töten die Giardien im Darm, aber die Zysten in der Wohnung sorgen für ständige Reinfektionen. Da Zysten gegen viele Standard-Reiniger resistent sind, müssen Sie zu härteren Mitteln greifen.

Das Katzenklo

  • Entfernen Sie Kot sofort nach dem Absetzen.
  • Wechseln Sie die gesamte Streu täglich.
  • Spülen Sie die Katzentoilette täglich mit kochendem Wasser aus (mindestens 60°C sind nötig, um Zysten abzutöten). Trocknen Sie die Toilette danach vollständig ab, da Giardien Feuchtigkeit lieben.
  • Tipp: Nutzen Sie für die Zeit der Behandlung günstige Streu oder legen Sie die Klos mit Zeitungspapier aus, um Kosten zu sparen.

Futter- und Wassernäpfe

Näpfe müssen täglich mit kochendem Wasser übergossen oder im Geschirrspüler bei mindestens 65°C gereinigt werden. Lassen Sie kein Futter stehen.

Liegeplätze und Textilien

Waschen Sie alle Decken, Kissen und Bettbezüge, auf denen die Katze liegt, bei mindestens 60°C, besser 95°C (Kochwäsche). Textilien, die nicht heiß gewaschen werden können, können Sie für einige Tage in der Tiefkühltruhe lagern (unter -20°C sterben Zysten ab) oder mit einem Dampfreiniger behandeln.

Böden und Oberflächen

Verwenden Sie Dampfreiniger für Teppiche und Polstermöbel. Achten Sie darauf, dass der Dampf lange genug auf eine Stelle einwirkt, um die nötige Temperatur zu erreichen. Für wischbare Böden eignen sich spezielle Desinfektionsmittel, die explizit gegen Giardien wirken (z.B. auf Basis von Chlorcresol).

Wichtig: Desinfektionsmittel prüfen

Normale Haushaltsreiniger, Essig oder Chlorreiniger (DanKlorix) sind gegen Giardien-Zysten oft wirkungslos. Prüfen Sie, ob das Mittel der Wahl von der DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft) gelistet ist [4].

Körperpflege der Katze

Zysten haften oft im Fell rund um den After. Wenn sich die Katze putzt, nimmt sie diese wieder auf.

  • Bei Langhaarkatzen empfiehlt es sich, das Fell am Hinterteil zu kürzen.
  • Reinigen Sie den Analbereich täglich (z.B. mit Feuchttüchern oder speziellen Shampoos, die Chlorhexidindigluconat enthalten, wobei die mechanische Reinigung hier das Wichtigste ist).
  • In schweren Fällen kann ein Vollbad mit einem geeigneten Shampoo notwendig sein (Rücksprache mit Tierarzt halten).

Nachsorge: Darmaufbau ist Pflicht

Sowohl die Giardien selbst als auch die starken Medikamente (Antibiotika/Antiparasitika) greifen die Darmflora massiv an. Ein "löchriger" Darm (Leaky Gut) ist anfällig für neue Infektionen und Allergien. Nach dem negativen Kontrolltest (frühestens 5-7 Tage nach Ende der Behandlung) sollten Sie eine Darmsanierung durchführen.

Hierbei kommen Präbiotika (Nahrung für gute Bakterien) und Probiotika (lebende Bakterienstämme) zum Einsatz. Auch Huminsäuren oder Heilerde können helfen, Giftstoffe zu binden und die Schleimhaut zu beruhigen. Geben Sie diese Kuren über mehrere Wochen, bis sich der Kot dauerhaft normalisiert hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, bis Giardien weg sind?

Das ist sehr individuell. Bei konsequenter Hygiene und Behandlung kann der Spuk nach 2-3 Wochen vorbei sein. Oft sind jedoch mehrere Behandlungszyklen nötig, sodass es auch 6-8 Wochen dauern kann. Wichtig ist: Nicht zu früh aufgeben!

Kann ich Giardien mit Hausmitteln behandeln?

Nein. Hausmittel wie Kokosöl, MSM oder Kräuter (z.B. Gambir) können das Darmmilieu unterstützen und es den Giardien ungemütlich machen, sie töten die Parasiten aber nicht zuverlässig ab. Eine tierärztliche Behandlung ist unumgänglich, um chronische Schäden am Darm zu verhindern.

Muss ich meine Wohnung ozonisieren?

Ein Ozongerät ist eine sehr effektive Methode, um Zysten in der Raumluft und in Ritzen abzutöten, wo man mit Putzlappen nicht hinkommt. Es ist kein Muss, aber bei hartnäckigem, wiederkehrendem Befall oder großen Wohnungen mit vielen Textilien oft der "Gamechanger". Achtung: Während der Ozonbehandlung dürfen weder Mensch noch Tier im Raum sein!

Darf meine Katze während der Behandlung raus?

Idealerweise nicht. Freigänger verteilen ihren infektiösen Kot in der Nachbarschaft (Sandkästen, Beete) und können sich draußen sofort wieder reinfizieren (z.B. an Pfützen oder Mäusen). Versuchen Sie, den Freigang bis zum negativen Test zu unterbinden.

Warum hat meine Katze nach der Behandlung immer noch Durchfall?

Auch wenn die Giardien weg sind (negativer Test), ist die Darmschleimhaut oft noch stark entzündet. Man spricht von einer post-giardialen Dysbiose. Hier hilft Geduld, Schonkost (z.B. gekochtes Huhn) und der konsequente Darmaufbau.

Fazit

Die Diagnose Giardien ist für jeden Katzenhalter ein Schock und bedeutet viel Arbeit. Doch mit einem strukturierten Plan, der medizinische Behandlung, strikte Hygiene und angepasste Ernährung kombiniert, können Sie den Parasiten besiegen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur das Tier behandeln, sondern auch die Umgebung "entseuchen", um den Teufelskreis der Reinfektion zu durchbrechen. Bleiben Sie konsequent – die Gesundheit Ihrer Katze und ein intaktes Verdauungssystem sind den Aufwand wert.

Haben Sie den Verdacht auf Giardien? Zögern Sie nicht und starten Sie sofort mit dem Sammeln der Kotprobe über drei Tage. Je früher die Behandlung beginnt, desto schneller kehrt Ruhe in den Katzenbauch (und das Katzenklo) ein.

Quellen und Referenzen

  1. ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), "Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen", Guideline 6, 2017.
  2. Robert Koch-Institut (RKI), "Giardiasis - RKI-Ratgeber", Epidemiologisches Bulletin, Stand: 2018.
  3. Deplazes P. et al., "Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin", 3. Auflage, Enke Verlag, 2013.
  4. Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), "Desinfektionsmittelliste für den Tierhaltungsbereich", aktuelle Fassung.
  5. Epe C., "Giardia-Infektionen bei Hund und Katze", Kleintierpraxis 51, 2006.

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