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Giardien Katze Medikamente
janvier 30, 2026 Patricia Titz

Giardien Katze Medikamente

Die Diagnose "Giardien" löst bei den meisten Katzenhaltern erst einmal Panik aus – und das nicht ganz zu Unrecht. Hartnäckiger, schleimiger Durchfall, ein strenger Geruch und die Aussicht auf wochenlange Putzmarathons sind eine enorme Belastungsprobe für Mensch und Tier. Doch so frustrierend der Befall mit dem Einzeller Giardia duodenalis auch sein mag: Mit der richtigen Strategie und vor allem den passenden Medikamenten ist er gut in den Griff zu bekommen. Es reicht jedoch nicht, einfach nur Tabletten zu verabreichen. Der Erfolg der Behandlung steht und fällt mit der Kombination aus wirksamen Wirkstoffen, korrekter Dosierung und einem strikten Hygieneplan, um Reinfektionen zu verhindern. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die gängigen Wirkstoffe wie Fenbendazol und Metronidazol, den Umgang mit Resistenzen und warum die Darmsanierung fast genauso wichtig ist wie das Medikament selbst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wirkstoffe: Die gängigsten Medikamente gegen Giardien bei Katzen sind Fenbendazol (z.B. Panacur) und Metronidazol.
  • Behandlungszyklus: Häufig wird das Schema 5-3-5 (5 Tage Gabe, 3 Tage Pause, 5 Tage Gabe) angewendet, um alle Entwicklungsstadien zu erwischen.
  • Hygiene ist Pflicht: Ohne tägliche Desinfektion von Klos, Näpfen und Liegeflächen ist eine Reinfektion durch langlebige Zysten fast garantiert.
  • Ernährung: Eine kohlenhydratarme Diät unterstützt die medikamentöse Therapie, da Giardien sich von Zucker und Stärke ernähren.
  • Nachtestung: Ein erneuter Test sollte frühestens 3–4 Wochen nach Ende der Medikamentengabe erfolgen, um falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden.

Warum Giardien so schwer zu bekämpfen sind

Um zu verstehen, warum bestimmte Medikamente eingesetzt werden und warum die Behandlung oft fehlschlägt, muss man den Gegner kennen. Giardien sind keine Würmer, sondern mikroskopisch kleine Einzeller (Protozoen), die sich im Dünndarm der Katze ansiedeln. Sie heften sich an die Darmwand und schädigen die Schleimhaut, was die Nährstoffaufnahme massiv stört [1].

Das eigentliche Problem für die Therapie ist der Lebenszyklus der Parasiten. Sie treten in zwei Formen auf:

  1. Trophozoiten: Die aktive Form, die im Darm lebt und sich vermehrt. Diese Form wird durch Medikamente gut abgetötet.
  2. Zysten: Die Dauerform, die mit dem Kot ausgeschieden wird. Diese Zysten sind extrem widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und herkömmliche Desinfektionsmittel.

Medikamente greifen primär die Trophozoiten im Darm an. Wenn die Katze jedoch während der Behandlung Zysten aus ihrer Umgebung (z.B. beim Putzen des Fells oder im Katzenklo) aufnimmt, beginnt der Kreislauf von vorn. Dies erklärt, warum die medikamentöse Therapie immer von Hygienemaßnahmen begleitet werden muss.

Die wichtigsten Medikamente gegen Giardien

In der Veterinärmedizin haben sich vor allem zwei Wirkstoffe etabliert: Fenbendazol und Metronidazol. In hartnäckigen Fällen kommen auch andere Mittel zum Einsatz. Die Wahl des Mittels hängt von der Schwere des Befalls, dem Alter der Katze und eventuellen Vorerkrankungen ab.

1. Fenbendazol (z.B. Panacur)

Fenbendazol ist ein Benzimidazol und gilt in Deutschland oft als Mittel der ersten Wahl, da es vergleichsweise nebenwirkungsarm ist und auch für trächtige Kätzinnen zugelassen ist. Ursprünglich als Entwurmungsmittel entwickelt, zeigt es eine gute Wirksamkeit gegen Giardien.

  • Wirkungsweise: Es stört den Energiestoffwechsel der Parasiten und zerstört deren Zellstruktur.
  • Dosierung: Die Standarddosierung liegt meist bei 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
  • Anwendungsschema: Das von der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) empfohlene Schema variiert, aber in der Praxis hat sich das 5-3-5 Schema bewährt: 5 Tage Behandlung, 3 Tage Pause, 5 Tage Behandlung [2].

Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit

Obwohl Fenbendazol gut verträglich ist, kann es bei empfindlichen Katzen zu Erbrechen kommen. Da Panacur oft als Paste oder Tablette verabreicht wird, die geschmacksneutral ist, ist die Akzeptanz meist besser als bei Metronidazol.

2. Metronidazol

Metronidazol ist ein Antibiotikum mit antiprotozoischer Wirkung. Es wird oft eingesetzt, wenn Fenbendazol nicht gewirkt hat oder der Befall sehr massiv ist. Es ist hochwirksam, bringt aber mehr Risiken und Nachteile mit sich.

  • Wirkungsweise: Es schädigt die DNA der Giardien und hemmt deren Nukleinsäuresynthese.
  • Dosierung: Muss strikt nach Anweisung des Tierarztes erfolgen (oft 25 mg/kg zweimal täglich oder 50 mg/kg einmal täglich über 5–7 Tage).
  • Nachteile: Der größte Nachteil ist der extrem bittere Geschmack. Viele Katzen speicheln extrem oder verweigern die Einnahme komplett. Zudem kann Metronidazol in hohen Dosen neurologische Nebenwirkungen verursachen (Taumeln, Zittern) [3].

Praxis-Tipp: Tablettengabe erleichtern

Um den bitteren Geschmack von Metronidazol zu maskieren, können Sie die Tabletten in Leerkapseln (Größe 3 oder 4 für Katzen) füllen. Diese gibt es mit Hühnchengeschmack. Alternativ gibt es mittlerweile aromatisierte flüssige Präparate (Benzoat), die von Katzen besser akzeptiert werden.

3. Carnidazol (Spartrix / Gambamix)

Hierbei handelt es sich um ein Medikament, das eigentlich für Tauben zugelassen ist. In Internetforen wird es oft als "Wundermittel" angepriesen, da es oft nur einer einmaligen Gabe bedarf (Single-Dose-Treatment). Achtung: Es gibt keine offizielle Zulassung für Katzen (Umwidmung notwendig). Die Anwendung sollte niemals ohne Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen, da die Dosierung für Katzen nicht standardisiert ist und Nebenwirkungen auftreten können.

Unterstützende Maßnahmen: Mehr als nur Chemie

Medikamente allein reichen bei Giardien selten aus. Der Darm der Katze ist durch die Parasiten und oft auch durch die Medikamente angegriffen. Eine ganzheitliche Behandlung umfasst daher zwei weitere Säulen: Ernährung und Darmaufbau.

Kohlenhydratarme Ernährung

Giardien sind Energieräuber, die sich vorzugsweise von Kohlenhydraten (Zucker, Stärke) im Darm ernähren. Um die Parasiten "auszuhungern" und ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen, ist eine Futterumstellung essenziell.

  • Verzichten Sie auf Trockenfutter (enthält fast immer Stärke als Bindemittel).
  • Füttern Sie hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil.
  • Achten Sie darauf, dass kein Getreide, Kartoffeln, Reis oder Zucker enthalten sind.
  • Schonkost (z.B. gekochtes Huhn) ist gut bei akutem Durchfall, sollte aber supplementiert werden, wenn es länger als eine Woche gefüttert wird.

Darmaufbau (Probiotika und Präbiotika)

Sowohl die Giardien als auch Antibiotika wie Metronidazol zerstören das Mikrobiom (Darmflora) der Katze. Ein geschwächtes Mikrobiom macht es Giardien leichter, sich erneut anzusiedeln. Der Einsatz von Probiotika (gute Bakterien) und Präbiotika (Nahrung für diese Bakterien) ist daher dringend ratsam.

Mittel wie Enterococcus faecium Kulturen können helfen, das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen. Beginnen Sie damit idealerweise schon während der Medikamentengabe (zeitversetzt) und führen Sie die Kur noch 4–6 Wochen nach negativer Testung fort.

Der Hygieneplan: Der Schlüssel zum Erfolg

Viele Halter berichten, dass die Giardien trotz Medikamenten immer wiederkehren. In 90% der Fälle liegt dies nicht an einer Resistenz gegen das Medikament, sondern an einer Reinfektion aus der Umgebung. Giardien-Zysten können in feuchter Umgebung monatelang überleben.

Folgende Maßnahmen sind während der Behandlungsdauer (und einige Tage darüber hinaus) täglich notwendig:

  1. Katzenklo-Management:
    • Kot sofort entfernen.
    • Streu täglich komplett wechseln.
    • Klo-Schalen täglich mit kochendem Wasser (über 60°C) ausspülen. Giardien sterben bei Temperaturen über 60°C sicher ab [4].
  2. Futter- und Wassernäpfe:
    • Täglich mit kochendem Wasser übergießen oder bei mindestens 65°C in der Spülmaschine reinigen.
    • Kein Futter stehen lassen.
  3. Liegeflächen und Umgebung:
    • Decken und Kissen bei mindestens 60°C waschen.
    • Nicht waschbare Flächen mit einem Dampfreiniger behandeln (langsam arbeiten, damit die Hitze tief eindringt).
    • Spezielle Desinfektionsmittel verwenden (z.B. auf Basis von Chlorcresol), da normale Haushaltsreiniger gegen Giardien-Zysten wirkungslos sind.
  4. Die Katze selbst:
    • Langes Fell am After kürzen, damit kein Kot hängen bleibt.
    • Den Analbereich der Katze täglich reinigen (z.B. mit speziellen Feuchttüchern oder Chlorhexidin-Shampoo), um anhaftende Zysten zu entfernen.

Achtung bei Desinfektionsmitteln

Viele Desinfektionsmittel, die gegen Viren und Bakterien helfen (wie Sagrotan), sind gegen Giardien wirkungslos. Achten Sie auf den Hinweis "wirksam gegen Kokzidien/Giardien" oder verwenden Sie Halamid (Chloramin-T), wobei hier auf gute Lüftung und Sicherheit für die Katzen geachtet werden muss.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Giardien von der Katze auf den Menschen übertragbar?

Ja, Giardien sind eine Zoonose. Allerdings sind die meisten Giardien-Genotypen wirtsspezifisch. Katzen tragen meist den Typ F, der für Menschen selten gefährlich ist. Dennoch ist Vorsicht geboten, besonders bei immungeschwächten Personen, Kleinkindern und Senioren. Händewaschen nach dem Katzenkontakt ist Pflicht.

Wann sollte ich nachtesten?

Viele Tests reagieren auf Antigene (Eiweißstrukturen) der Giardien. Diese werden auch noch von toten Giardien ausgeschieden. Ein Test unmittelbar nach der Medikamentengabe ist daher oft "falsch positiv". Die ESCCAP empfiehlt, frühestens 3–4 Wochen nach Abschluss der Behandlung erneut eine Sammelkotprobe (von 3 Tagen) zu untersuchen.

Was tun, wenn die Giardien nicht weggehen?

Wenn trotz Behandlung und Hygiene der Test positiv bleibt, sollte zunächst geprüft werden, ob es sich um eine Reinfektion handelt (Hygienelücken?). Ist dies ausgeschlossen, kann der Tierarzt das Medikament wechseln (z.B. von Fenbendazol auf Metronidazol) oder eine Kombinationstherapie vorschlagen. Auch eine Untersuchung auf andere Ursachen (Tritrichomonas foetus, Dysbiose) ist ratsam.

Gibt es natürliche Mittel gegen Giardien?

Mittel wie Kokosöl, Propolis oder Kräutermischungen (z.B. mit Oregano) können das Darmmilieu unterstützen und es den Parasiten ungemütlich machen. Sie reichen jedoch bei einem akuten, symptomatischen Befall in der Regel nicht aus, um die Parasiten vollständig zu eliminieren. Sie sollten nur begleitend oder prophylaktisch eingesetzt werden.

Muss ich alle Tiere im Haushalt behandeln?

Ja. Auch wenn andere Katzen oder Hunde keine Symptome zeigen, können sie Ausscheider sein und die behandelte Katze sofort wieder anstecken. In einem Mehrkatzenhaushalt müssen alle Tiere gleichzeitig behandelt werden.

Fazit

Die Behandlung von Giardien bei Katzen ist ein Marathon, kein Sprint. Der Erfolg beruht auf dem "Dreiklang" aus konsequenter Medikamentengabe (Fenbendazol oder Metronidazol), strikter Hygiene und kohlenhydratarmer Ernährung. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn der Durchfall nicht sofort nach der ersten Tablette aufhört – der Darm braucht Zeit zur Regeneration. Arbeiten Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammen, halten Sie die Hygienemaßnahmen penibel ein und stärken Sie die Darmflora Ihrer Katze nachhaltig. Mit Geduld und Disziplin werden Sie die lästigen Parasiten wieder los.

Quellen und Referenzen

  1. ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), "Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen", Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 6, 2017/2021.
  2. Kraft, W., & Dürr, U. M. (Hrsg.), "Katzenkrankheiten: Klinik und Therapie", 2003 (und aktualisierte Auflagen), Schattauer Verlag.
  3. Plumb, D. C., "Plumb's Veterinary Drug Handbook", 9th Edition, 2018, Pharmazeutische Daten zu Metronidazol und Fenbendazol.
  4. Robert Koch-Institut (RKI), "Giardiasis - RKI-Ratgeber", Stand: 2018, Informationen zur Tenazität und Desinfektion.
  5. Gruffydd-Jones, T.J., et al., "Giardiasis in Cats: ABCD guidelines on prevention and management", Journal of Feline Medicine and Surgery, 2013.

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