Blasenspiere –Physocarpus opulifolius
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Classification taxonomique
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Rosales (Rosales)
Familie
Rosaceae
Gattung
Physocarpus
Art
Physocarpus opulifolius
Wissenschaftlicher Name:
Physocarpus opulifolius (L.) Maxim.
Akzeptierter Name
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Einleitung
Die Blasenspiere (*Physocarpus opulifolius*) ist ein laubabwerfender Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der ursprünglich im zentralen und östlichen Nordamerika beheimatet ist.[1][2] Charakteristisch für die Art ist die sich in dünnen Schichten ablösende Rinde, worauf der englische Trivialname „Ninebark“ verweist.[3] Historisch wurde die Pflanze von Carl von Linné zunächst als *Spiraea opulifolia* beschrieben, bevor sie taxonomisch der Gattung *Physocarpus* zugeordnet wurde.[4][5]
Fakten (kompakt)
- Der Gattungsname *Physocarpus* leitet sich aus den griechischen Begriffen *physa* (Blase) und *karpos* (Frucht) ab, was die Form der aufgeblasenen Samenkapeln beschreibt. - Das Art-Epitheton *opulifolius* wurde gewählt, da die Blätter denen des Gewöhnlichen Schneeballs (*Viburnum opulus*) ähneln. - Der englische Trivialname „Ninebark“ basiert auf der traditionellen Überlieferung, dass die sich ablösende Rinde aus neun einzelnen Schichten besteht. - Im Herbst vollzieht das Laub einen Farbwechsel hin zu Gelbtönen. - Die Pflanze toleriert Standorte in unmittelbarer Nähe zu Schwarznussbäumen, deren Wurzelausscheidungen für viele andere Gewächse unverträglich sind. - Die Art weist eine hohe Winterhärte auf und gedeiht in den USDA-Klimazonen 2 bis 8. - Für die Vermehrung aus Samen ist keine Vorbehandlung (Stratifikation) notwendig, um die Keimung auszulösen. - Die einzelnen Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa 0,8 Zentimetern (1/3 Zoll) und stehen in flachen Schirmrispen von 2,5 bis 5 Zentimetern (1–2 Zoll) Breite. - Die drei- bis fünffach gelappten Blätter weisen eine Länge von etwa 5 bis 10 Zentimetern (2–4 Zoll) auf.[7]
Name & Einordnung
Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Physocarpus opulifolius* (L.) Maxim., wobei die Autorenkürzel auf die komplexe taxonomische Geschichte verweisen. Ursprünglich wurde die Pflanze im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* als *Spiraea opulifolia* erstbeschrieben. Die heutige Einordnung in die Gattung *Physocarpus* erfolgte 1879 durch Karl Johann Maximowicz, der die Art aufgrund ihrer spezifischen Fruchtmerkmale neu klassifizierte. Ein weiteres relevantes Synonym ist *Neillia opulifolia* (L.) D. Don, was historische Unsicherheiten bei der Zuordnung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) widerspiegelt.[5][1] Der Gattungsname *Physocarpus* leitet sich aus den griechischen Wörtern *physa* (Blase) und *karpos* (Frucht) ab und beschreibt die charakteristisch aufgeblasenen Balgfrüchte. Das Art-Epitheton *opulifolius* entstammt dem Lateinischen und bedeutet „schneeballblättrig“, da die Blattform stark an den Gemeinen Schneeball (*Viburnum opulus*) erinnert.[3][5] Der englische Trivialname „Ninebark“ bezieht sich auf die Rinde, die sich in mehreren dünnen, papierartigen Schichten ablöst – der Überlieferung nach sollen es neun Lagen sein.[2][5] Phylogenetisch gehört die Art zur Tribus Neillieae innerhalb der Unterfamilie Amygdaloideae und bildet eine Schwestergruppe zur Linie aus *Neillia* und *Stephanandra*. Molekularbiologische Untersuchungen haben die Eigenständigkeit gegenüber der Gattung *Spiraea* bestätigt, mit der sie früher aufgrund ähnlicher Blütenstände oft gruppiert wurde.[3] Biogeographisch nimmt *Physocarpus opulifolius* eine Sonderstellung ein, da sie als einziger Vertreter ihrer Gattung im östlichen Nordamerika heimisch ist, während verwandte Arten im westlichen Nordamerika oder Ostasien vorkommen.[5][3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Physocarpus opulifolius wächst als sommergrüner Strauch mit einer Wuchshöhe und Breite von 1,5 bis 3 Metern und bildet durch Wurzelausläufer oft dichte Dickichte.[5][2] Der Habitus ist durch bogig überhängende, rekurvierte Zweige geprägt, die dem Gehölz eine grobe Textur verleihen.[1] Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist die dunkelbraune Rinde, die sich in mehreren dünnen, papierartigen Schichten ablöst und die rötliche bis hellbraune Innenrinde freilegt.[2][3] Junge Zweige sind zunächst glänzend rotbraun, bevor sie verholzen und die typische abblätternde Struktur entwickeln.[1] Die wechselständigen Laubblätter messen 3 bis 10 cm in der Länge und weisen eine eiförmige bis fast kreisrunde Form mit einer breit keilförmigen bis gestutzten Basis auf.[1][2] Sie sind handförmig in drei bis fünf flache Lappen geteilt, wobei die Ränder unregelmäßig doppelt gesägt sind. An der Basis der Blattstiele befinden sich schmal eiförmige, 6 bis 10 mm lange Nebenblätter, die jedoch früh abfallen können.[1] Die Blattoberseite ist kahl und mattgrün, während die Unterseite heller gefärbt ist und gelegentlich eine spärliche Behaarung aufweist.[2] Das Art-Epitheton opulifolius verweist auf die starke Ähnlichkeit der Blätter mit denen des Gemeinen Schneeballs (*Viburnum opulus*), was zu Verwechslungen führen kann.[5] Die Blütenstände sind endständige, halbkugelige Schirmrispen mit einem Durchmesser von 3 bis 5 cm, die sich aus 20 bis 50 Einzelblüten zusammensetzen. Jede Blüte ist 6 bis 8 mm groß, besitzt fünf weiße bis rosafarbene Kronblätter und zeichnet sich durch 20 bis 40 lange Staubblätter mit purpurfarbenen Filamenten aus.[1][5] Die daraus entstehenden Früchte sind trockene, aufgeblasene Balgfrüchte, die in hängenden Gruppen zu je drei bis fünf Stück angeordnet sind.[6] Diese 5 bis 12 mm langen Früchte verfärben sich bei der Reife von Grünlich-Rot zu Braun und bleiben als Wintersteher an der Pflanze.[1][6] Im Inneren der Balgfrüchte befinden sich 2 bis 5 kleine, birnenförmige Samen von etwa 2 mm Länge und hellbrauner Färbung.[1][5] Morphologisch unterscheidet sich die Art von westlichen Verwandten wie *Physocarpus malvaceus* durch ihr Verbreitungsgebiet, da sie der einzige Vertreter der Gattung im östlichen Nordamerika ist.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Physocarpus opulifolius wird primär als Nützling eingestuft, der in Regenwassergärten zur Verbesserung der Wasserqualität und an Hängen zur Erosionskontrolle dient.[2][6] Ökologisch ist das Gehölz bedeutsam als Nahrungsquelle für bestäubende Insekten sowie für Vögel, die die persistenten Früchte im Winter nutzen.[5] Historisch ist die medizinische Verwendung verwandter Arten durch indigene Völker dokumentiert, etwa als Umschlag zur Wundbehandlung.[1] Trotz seiner Robustheit gegenüber Stadtklima und Bodenverdichtung zeigt das Gehölz unter feuchten Bedingungen Anfälligkeit für Feuerbrand, Echten Mehltau und Blattfleckenkrankheiten.[2][3] Zu den spezifischen Schädlingen gehören die Blattlaus *Aphis neilliae*, der Blattkäfer *Calligrapha spiraeae* sowie verschiedene Wanzenarten. Ein charakteristisches Befallsanzeichen sind kugelige, haarlose Gallen auf der Blattoberseite, verursacht durch Gallmücken der Gattung *Contarinia*. Larven von Nachtfaltern wie *Palthis angulalis* nutzen die Pflanze als Wirt und fressen an Blättern, Blüten und Früchten.[5] Obwohl *P. opulifolius* als resistent gegen Wildverbiss gilt, werden junge Triebe gelegentlich von Rehen und Kaninchen abgefressen.[6] Als physikalische Pflegemaßnahme wird ein Rückschnitt direkt nach der Blüte empfohlen, um die Form zu erhalten und krankes Gewebe zu entfernen. Bei starkem Befall oder Überalterung ist ein radikaler Verjüngungsschnitt bis zum Boden im späten Winter möglich.[5] Der globale Erhaltungsstatus wird als sicher (G5) eingestuft, womit keine bestandsgefährdenden Schäden vorliegen.[6]
Blasenspiere Images et photos d'observations réelles
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Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Physocarpus opulifolius* folgt dem saisonalen Rhythmus gemäßigter Zonen, wobei die Blütezeit in das späte Frühjahr bis zum Frühsommer (Mai bis Juni) fällt. Die zwittrigen Blüten sind selbstinkompatibel und für den Fruchtansatz auf Fremdbestäubung durch Insekten, insbesondere Wildbienen (*Andrena*, *Bombus*) und Schmetterlinge, angewiesen.[2][5] Nach der Befruchtung entwickeln sich aufgeblasene Balgfrüchte, die von Juli bis September reifen und jeweils zwei bis fünf birnenförmige Samen enthalten.[2][1] Die Ausbreitung der Samen erfolgt primär durch den Wind (Anemochorie) oder lokal durch das Aufplatzen der trockenen Früchte.[2] Die Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine Kälte-Nass-Stratifikation von 60 bis 90 Tagen bei etwa 5 °C, um winterliche Bedingungen zu simulieren.[6] Neben der sexuellen Fortpflanzung breitet sich die Art vegetativ durch Wurzelausläufer und das natürliche Absenken bodennaher Zweige aus, wodurch dichte klonale Kolonien entstehen. *Physocarpus opulifolius* wächst mittelstark bis schnell und erreicht die reproduktive Reife innerhalb weniger Jahre. Physiologisch zeichnet sich das Gehölz durch eine hohe Kältetoleranz bis -40 °C sowie eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Überflutung und Trockenheit aus.[2] Als Wirtspflanze dient die Blasenspiere den Larven verschiedener Lepidoptera-Arten, wie etwa *Palthis angulalis* oder *Schizura unicornis*, als Nahrungsquelle. Zu den spezifischen Insektenassoziationen gehören zudem die Blattlaus *Aphis neilliae*, der Blattkäfer *Calligrapha spiraeae* sowie Gallmücken der Gattung *Contarinia*, die rosa Gallen auf den Blättern verursachen. Trotz seiner Robustheit kann der Strauch unter feuchten Bedingungen von Krankheitserregern wie Feuerbrand, Echtem Mehltau und Blattfleckenkrankheiten befallen werden.[5] Die Früchte verbleiben oft bis in den Winter am Strauch und bieten Vögeln eine späte Nahrungsquelle.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Physocarpus opulifolius* liegt im zentralen und östlichen Nordamerika.[1] Es erstreckt sich von den kanadischen Provinzen Manitoba bis Nova Scotia südwärts bis nach Georgia und Arkansas.[1][2] Isolierte Populationen finden sich zudem in westlicheren Gebieten wie Colorado sowie Nord- und Süddakota. Innerhalb der Gattung *Physocarpus*, die sonst vorwiegend im westlichen Nordamerika und Asien beheimatet ist, stellt diese Art den einzigen Vertreter im östlichen Teil des Kontinents dar.[1] Als beliebtes Ziergehölz wurde die Art im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt, wobei erste Nachweise bis ins Jahr 1874 zurückreichen. Sie hat sich in verschiedenen Regionen, darunter Großbritannien (seit 1909), Deutschland, Österreich und den baltischen Staaten, als Neophyt etabliert und verwildert gelegentlich aus der Kultur.[5] Im Ursprungsgebiet besiedelt der Strauch vorwiegend feuchte, gut durchlässige Böden entlang von Flussufern, Schotterbänken und felsigen Hängen.[1][2] Er ist ein typisches Element von Uferzonen und Dickichten, wobei er von seiner hohen Überflutungstoleranz profitiert. Die Pflanze zeigt eine große ökologische Amplitude und gedeiht auch auf trockenen, felsigen oder lehmigen Standorten sowie in erosionsgefährdeten Bereichen. *Physocarpus opulifolius* bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen und ist in Klimazonen mit Wintertemperaturen bis zu -40 °C winterhart. Durch die Fähigkeit zur Bildung von Wurzelausläufern entstehen in gestörten Habitaten oder an Hängen oft dichte Kolonien, die zur Bodenstabilisierung beitragen.[2] In diesen Lebensräumen fungiert sie als Wirtspflanze für verschiedene Schmetterlingslarven sowie gallenbildende Insekten wie Mücken der Gattung *Contarinia*.[5] Außerhalb natürlicher Vorkommen ist die Art häufig in Siedlungsbereichen und Gärten anzutreffen, da sie urbane Verschmutzung und Bodenverdichtung toleriert.[2]
Saisonnalité et tendance de la demande
Basé sur l'indice Silver Power Trend – notre propre modèle issu de données de recherche et d'observations de la nature
Activité saisonnière
Évolution au fil des ans
Saisonalität & Aktivität
Physocarpus opulifolius ist ein sommergrünes Gehölz, dessen Vegetationszyklus im Frühjahr mit dem Austrieb der bronzefarbenen Blätter beginnt.[1] Die Blütezeit erstreckt sich vom späten Frühling bis in den Frühsommer, wobei die Hauptblüte in den Monaten Mai und Juni stattfindet.[1][2] Diese Phase der höchsten visuellen Attraktivität deckt sich mit dem saisonalen Spitzenwert des öffentlichen Interesses an der Pflanze, das in diesen Monaten am stärksten ausgeprägt ist. Phänologisch folgt darauf die Fruchtreife der Balgfrüchte im Spätsommer zwischen Juli und September.[1] Die Früchte verbleiben als Wintersteher oft bis in die kalte Jahreszeit am Strauch, während die Samen eine Kälteperiode von 60 bis 90 Tagen benötigen, um die Keimruhe zu brechen. Die Pflanze ist extrem winterhart (bis -40 °C) und legt in den Wintermonaten eine Ruhephase ein.[2] Im Jahresverlauf treten spezifische Interaktionen mit der Fauna auf, wie etwa die Bestäubung durch Bienen im Frühsommer oder der Befall durch Gallmücken (Contarinia) während der Vegetationsperiode. Ein Rückschnitt wird unmittelbar nach der Blüte bis spätestens Mitte August empfohlen, um die Knospenbildung für das Folgejahr nicht zu gefährden.[5]
Sources et références
- http://floranorthamerica.org/Physocarpus_opulifolius
- https://plants.usda.gov/DocumentLibrary/plantguide/pdf/pg_phop.pdf
- https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/physocarpus-opulifolius
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:1115316-2
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=g840
- https://gobotany.nativeplanttrust.org/species/physocarpus/opulifolius/
- Literaturzusammenfassung: Physocarpus opulifolius