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Ist Eine Fliege Ein Insekt Fliegen

Ist Eine Fliege Ein Insekt
Mittleres Risiko Peut mordre Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Familie Stratiomyidae
Gattung Brachycara
Art Brachycara
Wissenschaftlicher Name: Brachycara Thomson, 1869
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die *Brachycera* (Kurzfühlige Zweiflügler) bilden eine artenreiche Unterordnung der Ordnung *Diptera* und umfassen etwa 120 Familien mit über 130.000 beschriebenen Spezies, was den Großteil der bekannten Fliegenvielfalt darstellt.[1][2] Sie zeichnen sich primär durch kurze, oft auf weniger als fünf Segmente reduzierte Antennen aus, wodurch sie sich morphologisch von der Schwestergruppe der langfühlerigen Mücken (*Nematocera*) abgrenzen.[1][3] Das ökologische Spektrum dieses Taxons ist breit gefächert und reicht von essentiellen Bestäubern und Destruenten bis hin zu Vektoren von Krankheitserregern und landwirtschaftlichen Schädlingen.[2][4]

Name & Einordnung

Die Unterordnung *Brachycera* wurde formal durch den schwedischen Entomologen Johann Wilhelm Zetterstedt in seiner 1842 veröffentlichten Monografie über skandinavische Dipteren etabliert, womit er Fliegen mit verkürzten Antennen von den *Nematocera* abgrenzte. Der wissenschaftliche Name bedeutet übersetzt „Kurzhörner“ (short-horned) und bezieht sich auf die diagnostisch relevante Antennenmorphologie, die typischerweise aus drei oder weniger sichtbaren Segmenten besteht.[1] Im deutschen Sprachraum wird das Taxon trivialnamenlich als Fliegen bezeichnet, während es im Englischen als „short-horned flies“ bekannt ist.[1][5] Historisch führte Friedrich Moritz Brauer im Jahr 1883 eine einflussreiche Unterteilung in die Orthorrhapha (Spaltschlüpfer) und die *Cyclorrhapha* (Deckelschlüpfer) ein, basierend auf der Art der Verpuppung und des Schlüpfvorgangs. Diese Klassifikation dominierte die Systematik über ein Jahrhundert, obwohl sich die Orthorrhapha später durch molekulare und morphologische Befunde als paraphyletische Sammelgruppe erwiesen. Eine moderne phylogenetische Neuausrichtung erfolgte durch Willi Hennig, der in seinen Werken von 1958 und 1973 mittels kladistischer Analysen die Monophylie der *Brachycera* untermauerte und die klassische Dichotomie verwarf. Taxonomisch gelten die *Brachycera* heute als Schwestergruppe der Bibionomorpha, wodurch die traditionelle Unterordnung *Nematocera* paraphyletisch wird. Das Taxon umfasst etwa 120 Familien und repräsentiert mit über 120.000 beschriebenen Arten den Großteil der Diversität innerhalb der Ordnung Diptera.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte *Brachycera* zeichnen sich durch einen meist robusten Körperbau aus, der sie von den schlankeren *Nematocera* unterscheidet, wobei die Körperlänge stark zwischen 1 und 70 mm variiert.[1] Das wichtigste Bestimmungsmerkmal sind die kurzen Antennen, die aus weniger als fünf sichtbaren Segmenten bestehen und oft eine borstenartige Arista tragen.[3][2] Im Gegensatz zu den Mücken, deren Antennen oft länger als Kopf und Thorax zusammen sind, ist das Flagellum bei *Brachycera* stark reduziert.[1] Der Kopf trägt große Komplexaugen und Mundwerkzeuge, die je nach Lebensweise als leckend-saugender Rüssel (z. B. *Muscidae*) oder stechend-saugend (z. B. *Tabanidae*) ausgebildet sind.[3] Die Maxillarpalpen sind typischerweise auf ein bis zwei Segmente verkürzt.[1] Am kräftigen, sklerotisierten Thorax befindet sich ein Paar Vorderflügel mit spezifischem Geäder, wie etwa der geschlossenen Analzelle (cup), während die Hinterflügel zu Schwingkälbchen (Halteren) reduziert sind.[3][1] Das Abdomen ist segmentiert, und die Beine können spezielle Anpassungen aufweisen, wie etwa die bedornten Fangbeine der Raubfliegen (*Asilidae*).[1][7] Die Larven, oft als Maden bezeichnet, sind meist beinlos, wurmförmig und besitzen eine unvollständige Kopfkapsel (hemicephal) mit Mundhaken statt Mandibeln.[3][2] Sie bestehen typischerweise aus 10 bis 11 Segmenten und erreichen Längen bis zu 20 mm, wobei aquatische Formen oft spezielle Atemröhren am Hinterleib besitzen.[2] Bei den basalen Gruppen (Orthorrhapha) sind die Puppen exarat, das heißt, ihre Gliedmaßen liegen frei und beweglich vor.[5] Die höher entwickelten *Cyclorrhapha* hingegen verpuppen sich in einem Tönnchen (Puparium), das aus der verhärteten letzten Larvenhaut gebildet wird und meist braun gefärbt ist.[2] Die Eier sind mit 1 bis 2 mm Länge relativ klein und werden meist in Clustern auf dem Substrat abgelegt.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Unterordnung *Brachycera* umfasst sowohl wirtschaftlich bedeutende Schädlinge als auch ökologisch wertvolle Nützlinge.[1] In der Landwirtschaft verursachen Bohrfliegen (*Tephritidae*) wie die Mittelmeerfruchtfliege (*Ceratitis capitata*) durch Larvenfraß in Früchten massive Ernteverluste und führen zu strengen Quarantänebestimmungen.[2] Ebenso schädigen Arten wie die Zwiebelfliege (*Delia antiqua*) Wurzeln und Zwiebeln, was in ungeschützten Feldern zu Ertragseinbußen von über 50 % führen kann.[3] In der Tierhaltung verursachen Bremsen (*Tabanidae*) und Wadenstecher (*Stomoxys calcitrans*) durch schmerzhafte Stiche Blutverlust, Stress und verminderte Milchleistung bei Viehbeständen.[2] Medizinisch relevant sind viele Arten als Vektoren; so übertragen Tsetsefliegen (*Glossina*) die Schlafkrankheit und Bremsen können Erreger wie *Bacillus anthracis* (Milzbrand) mechanisch weitergeben.[2][5] Larven der Neuwelt-Schraubenwurmfliege (*Cochliomyia hominivorax*) verursachen Myiasis, indem sie Wunden und Körperöffnungen bei Menschen und Tieren befallen.[2] Demgegenüber stehen wichtige Ökosystemdienstleistungen, wobei Schwebfliegen (*Syrphidae*) als bedeutende Bestäuber gelten und deren Larven oft Blattläuse vertilgen.[4] Raubfliegen (*Asilidae*) regulieren als Prädatoren andere Insektenpopulationen, während Schmeißfliegen (*Calliphoridae*) in der Forensik zur Bestimmung der Leichenliegezeit und medizinisch zur Wundreinigung genutzt werden.[7][9] Als Indikatoren für die Gewässergüte dienen Larven der Waffenfliegen (*Stratiomyidae*), deren Vorkommen auf organische Belastungen hinweisen kann.[6] Zur großflächigen Bekämpfung hat sich die Sterile-Insekten-Technik (SIT) bewährt, mit der *C. hominivorax* in den USA und Teilen Mittelamerikas erfolgreich eliminiert wurde.[9] Auf chemischer Ebene werden Vorrichtungen eingesetzt, die Wirkstoffe in pastöser Form als Fraß- oder Kontaktgift bereitstellen, um Fliegen gezielt zu eliminieren.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Wie alle Zweiflügler durchlaufen *Brachycera* eine holometabole Entwicklung mit den vier Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago.[3] Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend ovipar durch die Ablage von Eipaketen auf spezifischen Substraten, wobei die Eier meist 1 bis 2 mm lang sind und binnen Stunden oder Tagen schlüpfen.[2] Eine seltene Ausnahme bildet die Parthenogenese, die beispielsweise bei *Lonchoptera dubia* dokumentiert ist.[3] Das Paarungsverhalten umfasst häufig komplexe Schwarmbildungen oder Leks, um Partner visuell oder durch Pheromone anzulocken, wie bei den Empidoidea beobachtet. Eine physiologische Besonderheit zeigen die Tsetsefliegen (*Glossinidae*) mit adenotropher Viviparie, bei der eine einzelne Larve im Uterus bis zur Verpuppungsreife ernährt wird.[2] Das Larvenstadium umfasst bei den meisten Arten drei Instare und dauert temperaturabhängig oft 5 bis 20 Tage.[5] Morphologisch sind die Larven meist beinlos und hemicephal, besitzen also eine reduzierte Kopfkapsel mit Mundhaken.[2] Die Ernährung der Larven ist extrem vielfältig: Während *Tabanidae* räuberisch oder als Aasfresser in feuchten Böden leben, entwickeln sich *Tephritidae* phytophag in Früchten und *Muscidae* in faulendem organischen Material.[5][2] Aquatische Larven wie die der *Stratiomyidae* tolerieren oft nährstoffreiche Gewässer und nutzen spezielle Atemorgane.[6] Die Verpuppung dauert 3 bis 10 Tage, wobei die abgeleiteten *Cyclorrhapha* ein schützendes Tönnchen (Puparium) aus der verhärteten letzten Larvenhaut bilden, was sie vor Austrocknung schützt. Basale Gruppen bilden hingegen meist freie (exarate) Puppen aus.[2] Die Lebensdauer der adulten Fliegen variiert stark zwischen wenigen Tagen und bis zu 60 Tagen.[3] Adulte *Brachycera* nutzen diverse Nahrungsquellen; so benötigen weibliche Bremsen (*Tabanidae*) Blutmahlzeiten zur Eireifung, während Raubfliegen (*Asilidae*) andere Insekten im Flug erbeuten.[2][3] Viele Arten, insbesondere Schwebfliegen (*Syrphidae*), ernähren sich rein von Nektar und Pollen und spielen eine wichtige Rolle als Bestäuber.[8] Zur Überbrückung ungünstiger Jahreszeiten können Larven in eine Diapause eintreten, was die Entwicklungsdauer erheblich verlängert.[4] Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen hymenoptere Parasitoide, wie Braconiden, die gezielt die Puppenstadien parasitieren.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Die Unterordnung *Brachycera* weist eine kosmopolitische Verbreitung auf und kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der extremen Polarregionen der Antarktis vor. Die Artenvielfalt ist in den tropischen Regionen am höchsten, wobei allein die Neotropis etwa 31.000 beschriebene Dipteren-Arten beherbergt, von denen die Mehrheit zu den *Brachycera* zählt. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in extreme Hochgebirgslagen; so wurden Vertreter der Familien *Bombyliidae* und *Syrphidae* im Himalaya in Höhen von 3.700 bis 5.000 Metern dokumentiert.[2] Die besiedelten Habitate sind äußerst vielfältig und umfassen terrestrische, aquatische sowie parasitäre Nischen. Larven der *Tabanidae* (Bremsen) bewohnen typischerweise Süßwasserbäche, Sümpfe und feuchte Waldböden, während *Stratiomyidae* (Waffenfliegen) nährstoffreiche Flachgewässer und Teichränder bevorzugen. Im Gegensatz dazu sind räuberische *Asilidae* (Raubfliegen) besonders häufig in ariden, sonnenexponierten Lebensräumen anzutreffen.[3] Viele Arten, insbesondere innerhalb der Familie *Muscidae*, zeigen eine starke synanthrope Anpassung und gedeihen weltweit in Siedlungsbereichen, landwirtschaftlichen Betrieben und urbanen Umgebungen.[2] Blütenbesuchende Gruppen wie die *Syrphidae* finden sich in Wäldern, Prärien und städtischen Parks, wo sie als wichtige Bestäuber fungieren. Isolierte Lebensräume wie ozeanische Inseln bilden Zentren der Speziation; so haben sich auf Hawaii fast 1.000 endemische Arten der Drosophilidae entwickelt. Auf der Südhalbkugel, speziell in Australien, persistieren Gondwana-Relikttaxa wie bestimmte *Therevidae*, was auf uralte Verbreitungsmuster hinweist.[2] Die historische Verbreitung lässt sich bis in die Mittlere Trias zurückverfolgen, mit den frühesten Fossilfunden in den Vogesen in Frankreich.[6] Durch den internationalen Handel wurde die weltweite Ausbreitung invasiver Arten begünstigt, wie etwa der Fruchtfliege *Bactrocera dorsalis*, die in neu besiedelten Gebieten heimische Gemeinschaften verdrängt.[2] Ein Beispiel für rezente Arealveränderungen ist die Neuwelt-Schraubenwurmfliege *Cochliomyia hominivorax*, die in den USA und Mexiko ausgerottet wurde, jedoch seit 2023 in Teilen Mittelamerikas wieder auftritt.[4]

Saisonalität & Aktivität

Die physiologische Entwicklung und Aktivität der *Brachycera* wird maßgeblich von der Umgebungstemperatur gesteuert, wobei Wärme die Metamorphose beschleunigt und Kälte diese verlangsamt.[2] Infolgedessen konzentriert sich die Flugzeit der adulten Tiere in gemäßigten Breiten primär auf die Sommermonate, was mit einem statistischen Maximum des öffentlichen Interesses im Juni und Juli korreliert. Um ungünstige klimatische Bedingungen zu überdauern, fallen viele Arten in eine Diapause und überwintern meist im Larven- oder Puppenstadium in geschützten Substraten.[2] Die Lebensdauer der geschlechtsreifen Fliegen variiert erheblich und reicht je nach Art und Umweltbedingungen von wenigen Tagen bis zu etwa 60 Tagen. Während der Fortpflanzungsphase zeigen Männchen einiger Familien, wie der *Syrphidae* und Empidoidea, ein ausgeprägtes Schwarmverhalten an visuellen Orientierungspunkten (Leks), um Partner zu finden. Das tageszeitliche Verhalten ist oft artspezifisch angepasst; so sind Raubfliegen (*Asilidae*) typischerweise tagaktiv und jagen bevorzugt in sonnenbeschienenen, offenen Habitaten.[3] Im Gegensatz zu den oft flugaktiven Imagines entwickeln sich die Larven meist verborgen in feuchten Medien, wobei beispielsweise Bremsenlarven (*Tabanidae*) oft semi-aquatisch leben, während die Adulten als Blutsauger Weidetiere attackieren.[5]

Recherche scientifique et brevets

EP-1832167-A3 Chemical Inconnu

Vorrichtung zur Insektenbekämpfung, insbesondere von Fliegen

Aris Handels GmbH (2007)

Pertinence: 8/10

Résumé

Das Patent beschreibt eine Vorrichtung zur gezielten Bekämpfung von Insekten, wobei der Fokus explizit auf Fliegen liegt. Die Kernidee besteht aus einer Trägerschicht, auf der eine wirkstoffhaltige Schicht aufgebracht ist. Diese Wirkstoffschicht ist als Fraß- oder Kontaktgift konzipiert und liegt vorzugsweise in pastöser Form vor. Fliegen nehmen das Gift durch Fressen oder Berühren der Schicht auf, was zu ihrer Eliminierung führt. Die pastöse Konsistenz ermöglicht eine stabile Speicherung des Wirkstoffs und eine attraktive Darreichungsform für die Schädlinge, was eine praktische Anwendung im Haushalt oder Gewerbe erlaubt.

Sources et références

  1. https://pressbooks.bccampus.ca/unbcbiol322/chapter/diptera-brachycera/
  2. https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/diptera
  3. https://genent.cals.ncsu.edu/insect-identification/order-diptera/
  4. https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2017.00631/full
  5. https://patents.google.com/patent/EP1832167A3/en
  6. https://pedrerademeia.geoparcorigens.cat/wp-content/uploads/mostovski-martinez-delclos-2000.pdf
  7. http://tolweb.org/Asilidae
  8. https://esc-sec.ca/wp/wp-content/uploads/2017/03/AAFC_manual_of_nearctic_diptera_vol_3.pdf
  9. https://journals.lww.com/ijam/fulltext/2018/04010/maggot_debridement_therapy__a_practical_review.3.aspx