Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Getreideplattkäfer (*Oryzaephilus surinamensis*) in einer kompakten Liste: - *Oryzaephilus surinamensis* ist ein kleiner, abgeflachter [Käfer](/pages/lexikon/kafer). - Er gehört zur Familie der Silvanidae. - Er ist ein bedeutender Schädling von gelagertem Getreide und Getreideprodukten. - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) sind 2,5–3 mm lang und dunkelbraun. - Sie haben sechs zahnartige Vorsprünge an jeder Seite des Halsschildes. - Die Larven sind gelblich-weiß mit einem braunen Kopf und erreichen eine Länge von bis zu 3 mm. - Der Lebenszyklus kann unter optimalen Bedingungen in etwa 25 Tagen abgeschlossen sein. - Weibchen legen 300–400 Eier im Laufe ihres Lebens. - Die Art gedeiht zwischen 10–40°C. - Der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) kann keine intakten Körner befallen, sondern nur beschädigte.[1] - *O. surinamensis* hat eine kosmopolitische Verbreitung und kommt in über 100 Ländern vor. - Er verursacht erhebliche wirtschaftliche Verluste durch direkten Fraß, Kontamination und Qualitätsminderung. - Der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) hat Resistenzen gegen verschiedene Insektizide entwickelt.[1]
Der Getreideplattkäfer (*Oryzaephilus surinamensis*) wurde im Jahr 1758 von Carl von Linné ursprünglich unter dem Basionym *Dermestes surinamensis* erstbeschrieben. Taxonomisch wird die Art heute in die Familie der Silvanidae gestellt, nachdem sie historisch den Cucujidae zugeordnet war, bis morphologische und phylogenetische Untersuchungen eine Neuklassifizierung begründeten. Der Gattungsname *Oryzaephilus* entstammt dem Griechischen („oryza“ für Reis, „philos“ für liebend) und verweist auf die Vorliebe für gelagerten Reis, während sich der Artname auf Surinam als Herkunft der Typusexemplare bezieht. In der Literatur finden sich zudem Synonyme wie *Silvanus surinamensis*, *Colydium frumentarium* oder *Dermestes sexdentatus*.[1]
Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Oryzaephilus surinamensis* sind schlank und stark abgeflacht, wobei sie eine Körperlänge von 2,4 bis 3 Millimetern erreichen.[1][3] Ihre Färbung variiert von dunkelbraun bis rotbraun, was ihnen in dunklen Lagerumgebungen eine effektive Tarnung bietet.[1] Das markanteste Bestimmungsmerkmal ist der Halsschild (Prothorax), der an jedem Seitenrand sechs charakteristische, sägezahnartige Vorsprünge aufweist.[1][3] Zusätzlich befinden sich auf der Oberseite des Thorax drei längs verlaufende Kiele. Der Kopf ist dreieckig geformt, wobei die Schläfenregion hinter dem Auge länger ist als der vertikale Durchmesser des Auges selbst, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt. Die elfgliedrigen Antennen enden in einer lockeren, dreigliedrigen Keule.[3] Obwohl unter den Flügeldecken voll entwickelte Hinterflügel vorhanden sind, [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) die Tiere selten und bewegen sich primär durch schnelles Laufen fort.[1] Die Larven sind langgestreckt, zylindrisch und von gelblich-weißer Farbe mit einer deutlich abgesetzten braunen Kopfkapsel.[3] Sie besitzen drei Brustbeinpaare und erreichen im ausgewachsenen Zustand eine Länge von bis zu 3 Millimetern.[1][3] Die Puppen gehören zum exaraten Typus mit freien Gliedmaßen und liegen oft geschützt in einem lockeren Kokon aus Nahrungspartikeln. Morphologisch ist die Art eng mit dem [Erdnussplattkäfer](/pages/lexikon/erdnussplattkaefer) (*[Oryzaephilus mercator](/pages/lexikon/erdnussplattkaefer)*) verwandt.[1]
*Oryzaephilus surinamensis* ist weltweit ein bedeutender Sekundärschädling, der vorwiegend bereits beschädigtes Getreide, Backwaren, Trockenfrüchte und Nüsse befällt, da er intakte Körner nicht durchdringen kann. Die Larven verursachen durch ihre Fraßtätigkeit im Substrat die größten physischen Schäden, während Adulte eher oberflächlich fressen. Ein Befall führt zu messbaren Gewichtsverlusten, die bei Weizen unter Laborbedingungen bis zu 11,7 % und bei Datteln bis zu 75 % erreichen können. Neben dem direkten Substanzverlust wird die Ware durch Kot, Insektenfragmente und Stoffwechselprodukte verunreinigt, was die Schimmelbildung begünstigt.[1] Für Beschäftigte in Lagerbetrieben stellen die Proteine des [Käfers](/pages/lexikon/kafer) zudem ein Gesundheitsrisiko dar, da sie allergische Reaktionen wie Rhinitis oder Dermatitis auslösen können.[4] Präventive Maßnahmen basieren primär auf strikter Hygiene, einschließlich der Entfernung von Getreiderückständen und der Versiegelung von Ritzen in Lagerräumen. Da die Entwicklung der Art unterhalb von 17 °C stark verlangsamt ist, stellt die Kühlung der Lagergüter eine effektive Methode zur Populationskontrolle dar.[3] Zur direkten physikalischen Bekämpfung hat sich eine Hitzebehandlung bei 50–60 °C über 30 bis 60 Minuten bewährt, um alle Entwicklungsstadien abzutöten. Auch das Einfrieren bei -18 °C über drei bis vier Tage führt zu einer vollständigen Mortalität der Schädlinge.[1] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen wie die Begasung mit Phosphin werden zunehmend durch die Ausbildung von Resistenzen erschwert, was integrierte Managementansätze erforderlich macht.[5]