Fakten (kompakt)
- *Sambucus nigra* erreicht typischerweise eine Höhe und Breite von 2 bis 6 Metern. - Die Blätter von *Sambucus nigra* bestehen aus 3 bis 7 gesägten, eiförmig-elliptischen Blättchen, die beim Zerreiben einen unangenehmen Geruch verströmen. - Die Blüten von *Sambucus nigra* sind klein, weiß und duftend und erscheinen in großen, abgeflachten Dolden im späten Frühjahr bis Frühsommer. - Die glänzend schwarzen Beeren von *Sambucus nigra* reifen im Spätsommer und sind nur gekocht essbar. - *Sambucus nigra* gedeiht in verschiedenen Lebensräumen, darunter Waldränder, Hecken und feuchte, basenreiche Böden. - Die Blüten und Früchte von *Sambucus nigra* sind reich an bioaktiven Verbindungen, darunter Polyphenole, Anthocyane, Flavonoide, Vitamine und Mineralien. - *Sambucus nigra* wird traditionell in der europäischen Volksmedizin zur Behandlung von Erkältungen, Fieber und als Diuretikum verwendet. - *Sambucus nigra* hat in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie Anerkennung für Produkte wie Holundersirupe, Säfte, Weine, Konfitüren und Nahrungsergänzungsmittel wie Sambucol® gefunden. - *Sambucus nigra* wird wegen seiner auffälligen Blüten und Beeren geschätzt, die Vögel und Schmetterlinge anziehen. - *Sambucus nigra* enthält cyanogene Glykoside wie Sambunigrin in seinen Blättern, Stängeln und unreifen Beeren, die bei rohem Verzehr giftige Blausäure freisetzen können. - Lektine in den Samen und rohen Teilen von *Sambucus nigra* können Übelkeit oder allergische Reaktionen verursachen, aber diese Risiken werden durch Hitzebehandlung gemildert. - Die Art wurde 1753 von Carl Linnaeus in der ersten Auflage von *Species Plantarum* formell beschrieben. - Fortschritte in der molekularen Phylogenetik führten zu einer Neubewertung der Familiengrenzen, was zur Anerkennung der Familie Adoxaceae führte, die *Sambucus*, *Viburnum* und *Adoxa* umfasst. - *Sambucus nigra* ist Teil eines Artenkomplexes, der durch umfangreiche morphologische und genetische Variation gekennzeichnet ist.[3] - *Sambucus nigra* ist eng mit dem nordamerikanischen *Sambucus canadensis* verwandt, von dem er sich hauptsächlich durch die Fruchtfarbe (schwarz vs. dunkelviolett), die Struktur des Blütenstands und subtile Blattunterschiede unterscheidet.[3] - Richard Bolli reduzierte 1994 die Gattung *Sambucus* auf neun Arten und schlug vor, *S. canadensis* als *S. nigra* subsp. *canadensis* zu subsumieren.[3]
*Sambucus nigra*, bekannt als Schwarzer Holunder, gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales). Die Art wurde 1753 von Carl Linnaeus in der ersten Auflage von *Species Plantarum* formell beschrieben.[1] Linnaeus ordnete *S. nigra* aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten mit Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) zunächst dieser Familie zu. Der Gattungsname *Sambucus* stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet ein antikes Musikinstrument, das aus den hohlen Stängeln der Holunderpflanze gefertigt wurde, nachdem das Mark entfernt worden war. Das Artepitheton *nigra* leitet sich vom lateinischen Wort für "schwarz" ab und bezieht sich auf die dunkelviolett-schwarzen Beeren der Pflanze.[1] Im späten 20. Jahrhundert führten Fortschritte in der molekularen Phylogenetik zu einer Neubewertung der Familiengrenzen. Studien mit Chloroplasten- und nuklearen DNA-Sequenzen zeigten, dass *Sambucus* eine eigene Klade bildet, die von den eigentlichen Caprifoliaceae-Mitgliedern getrennt ist. Dies führte zur Anerkennung der Adoxaceae als monophyletische Familie in den frühen 2000er Jahren. Zu den Synonymen von *Sambucus nigra* gehören unter anderem *Sambucus vulgaris*.[1] Richard Bolli schlug 1994 vor, *Sambucus* auf neun Arten zu reduzieren und *Sambucus canadensis* als *S. nigra* subsp. *canadensis* einzugliedern.[1] Moderne taxonomische Behandlungen erkennen diese jedoch als eigenständige Arten an (*S. canadensis*, *S. cerulea*, *S. palmensis* und *S. maderensis*). Im Deutschen ist *Sambucus nigra* unter anderem als Holunder bekannt. In Schottland wird er als "bourtree" bezeichnet. Im Französischen heißt er "sureau noir", was direkt mit "schwarzer Holunder" übersetzt werden kann.[1]
*Sambucus nigra*, auch bekannt als Schwarzer Holunder, ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der typischerweise eine Höhe von 3 bis 7 Metern erreicht, unter optimalen Bedingungen aber auch bis zu 10 bis 15 Meter hoch werden kann. Er hat einen mehrstämmigen, bogenförmigen Wuchs mit relativ wenigen Ästen, die aus einem kurzen Stamm entspringen und eine offene, abgerundete Krone bilden, die sich breit ausdehnt. Die Blätter sind gegenständig, gefiedert und 15 bis 35 cm lang und bestehen aus 5 bis 7 (gelegentlich 3 bis 9) Blättchen, die elliptisch bis eiförmig und 4 bis 15 cm lang sind und einen scharf gesägten Rand haben. Die Blättchen sind oberseits dunkelgrün und unterseits heller, oft mit spärlichen Haaren auf den Adern, und verströmen beim Zerreiben einen starken, unangenehmen Geruch. Im Frühjahr können die austreibenden Blätter rote Farbtöne aufweisen, bevor sie ihre charakteristische grüne Farbe annehmen. Die Rinde ist an jungen Stämmen glatt und graubraun, wird aber mit zunehmendem Alter korkig, gefurcht und rissig. Die Zweige sind markhaltig, wobei junge Zweige grüne Oberflächen mit beigen Lentizellen aufweisen und weißes, schwammiges Mark enthalten oder hohl sind; im zweiten Jahr werden die Stämme typischerweise hohl, wenn sich das Mark zersetzt. Ältere Stämme werden grau und spröde, was zum zerzausten Aussehen der Pflanze beiträgt. Die Blütenstände von *Sambucus nigra* sind flache Zymen, die typischerweise 10–20 cm im Durchmesser messen und aus zahlreichen kleinen Blüten bestehen, die in einer doldenartigen Struktur mit fünf Hauptstrahlen angeordnet sind. Diese cremeweißen Blüten blühen von Mai bis Juni und weisen jeweils eine drehrunde Krone mit fünf Blütenblättern von etwa 4–6 mm Durchmesser, einen kleinen Kelch und eine aktinomorphe Symmetrie auf. Die zwittrigen Blüten produzieren Nektar und locken Insektenbestäuber wie Käfer und Fliegen an. Die Früchte von *Sambucus nigra* entwickeln sich aus diesen Blütenständen als kleine Steinfrüchte, die zunächst grün sind und sich rot färben, bevor sie im Spätsommer glänzend schwarz-violett werden. Jede Steinfrucht ist kugelförmig, 3–8 mm im Durchmesser und enthält 3–5 zusammengedrückte Samen, die hauptsächlich von Vögeln durch Regurgitation oder Defäkation nach der Aufnahme verbreitet werden.[1]
*Sambucus nigra*, auch bekannt als Schwarzer Holunder, hat sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Bedeutung. Die Pflanze kann als Nützling und Schädling betrachtet werden, abhängig vom Kontext. Einerseits bieten die Blüten und Beeren Nahrung für Insektenbestäuber wie Thripse, Bienen, Fliegen und Käfer sowie für Vögel, die zur Samenverbreitung beitragen.[1] Andererseits kann *S. nigra* in einigen Regionen invasiv werden und dichte Bestände bilden, die einheimische Pflanzen verdrängen. Zudem können Holunderpflanzen von Blattläusen befallen werden, insbesondere von der Holunderblattlaus (*Aphis sambuci*), die die Stängel und Blätter besiedeln und somit indirekt auch Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen anlocken, welche sich von den Blattläusen ernähren.[1] Obwohl *S. nigra* keine erhebliche Bedrohung für Gebäude darstellt, können die Wurzeln in seltenen Fällen Fundamente beschädigen, wenn sie in der Nähe von Gebäuden gepflanzt werden. Die Pflanze enthält cyanogene Glykoside wie Sambunigrin in Blättern, Stängeln und unreifen Beeren, die bei Einnahme in rohem Zustand giftigen Cyanwasserstoff freisetzen können. Lektine in den Samen und rohen Pflanzenteilen können ebenfalls Übelkeit oder allergische Reaktionen verursachen, aber diese Risiken werden durch Hitzebehandlung gemildert.[1] Die Blüten von *S. nigra* werden traditionell zur Behandlung von Erkältungen, Fieber und als Diuretikum verwendet. Moderne Forschung hat antivirale Eigenschaften von Holunderbeerextrakten nachgewiesen, insbesondere gegen Grippeviren. Klinische Studien haben gezeigt, dass Holunderbeersirup die Symptomdauer bei Influenza A- und B-Infektionen verkürzen kann.[1] Zur Prävention eines übermäßigen Wachstums von *S. nigra* können regelmäßiges Beschneiden und die Entfernung von Wurzelausläufern beitragen. In Bezug auf die Bekämpfung von Blattläusen können natürliche Feinde gefördert oder Gartenbauöle eingesetzt werden. Der Holunderbohrer, ein Käferlarve, der sich in die Stängel bohrt und Welke verursacht, kann durch Beschneiden befallener Triebe unterhalb der Schadstelle bekämpft werden.[1] Pflanzliche Zubereitungen mit Holunderblüten können zur Zeckenbekämpfung bei Tieren und Menschen eingesetzt werden. Pflanzeninhaltsstoffe von *Sambucus nigra* können als Extraktmischung zur Immunisierung von Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge verwendet werden.[5] Es gibt keine spezifischen Quarantäne- oder Meldepflichten für *Sambucus nigra*.[1]