Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Hornisse (*Vespa crabro*) als Bullet-Liste: - Die Europäische Hornisse (*Vespa crabro*) ist eine große, staatenbildende Wespenart. - Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 25 mm, Königinnen bis zu 35 mm. - Kopf und Thorax sind rötlich-braun gefärbt. - Das Abdomen weist eine gelb-schwarze Bänderung mit tropfenförmigen Markierungen auf. - Die Art ist in den gemäßigten Zonen Eurasiens heimisch, von Japan und Ostrussland bis nach Europa. - In Europa erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet vom Vereinigten Königreich ostwärts bis zum Ural. - Sie baut jährlich Papiernester aus zerkauten Holzfasern an geschützten, luftigen Orten wie hohlen Bäumen, Mauerspalten oder Dachböden. - Die Kolonien erreichen eine maximale Größe von 200–400 Arbeiterinnen und bis zu 3.000 Zellen. - Um 1840 wurde die Europäische Hornisse in Nordamerika eingeführt. - Sie ist ein Generalist und nachtaktiver Jäger – die einzige Wespenart in Nordamerika, die dies tut. - Sie ernährt sich von [Insekten](/pages/lexikon/insekten) wie [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen), Heuschrecken und Gelbwesten, aber auch von Baumsäften, Fallobst und dem Licht von Verandalampen. - Die begatteten Königinnen überwintern in Diapause, manchmal in Gruppen von bis zu 10 Tieren. - Die Stiche von gestörten Nestern können schmerzhaft sein und ähneln denen von [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene). - Die taxonomische Einordnung ist: Königreich Animalia, Stamm Arthropoda, Klasse [Insecta](/pages/lexikon/insekten), Ordnung Hymenoptera, Familie [Vespidae](/pages/lexikon/wespen), Gattung *Vespa*, Art *Vespa crabro*.[3]
Die Hornisse (*Vespa crabro*) wurde 1758 von Linnaeus erstbeschrieben und fungiert als Typusart der Gattung *Vespa*, die der Familie der [Vespidae](/pages/lexikon/wespen) zugeordnet ist.[1][3] Historisch existierten diverse Synonyme wie *Vespa holsatica* oder *Vespa tartarea*, die in modernen Klassifikationen als ungültig betrachtet werden.[3] Frühere Unterteilungen in Unterarten wie *Vespa crabro germana* gelten heute als obsolet, da aktuelle molekularbiologische Untersuchungen diese lediglich als geografische Farbvarianten identifizieren.[1]
Die Hornisse (*Vespa crabro*) ist eine auffällig große Wespenart, deren Körper in die drei Tagmata Kopf, Thorax und Abdomen unterteilt ist.[2][3] Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 35 mm, während Arbeiterinnen mit ca. 18 bis 25 mm und Drohnen mit 20 bis 27 mm etwas kleiner bleiben.[2][3] Charakteristisch für die Art ist die rotbraune Färbung von Kopf und Brust, die zudem eine lange, bräunliche Behaarung aufweisen.[2] Der Hinterleib ist braungelb quergestreift und zeigt eine variable schwarz-gelbe Zeichnung, oft mit tropfenförmigen Mustern. Die Antennen sind gekniet und dienen als wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Kasten: Weibchen besitzen 12 Fühlersegmente, Männchen hingegen 13.[2][3] Ein weiterer Sexualdimorphismus besteht in der Anzahl der sichtbaren Hinterleibssegmente, von denen Männchen sieben und Weibchen sechs aufweisen.[3] Die beinlosen Larven sind weißlich bis cremefarben gefärbt.[2] Im Vergleich zur invasiven Asiatischen Hornisse (*Vespa velutina*) zeichnet sich *Vespa crabro* durch einen robusteren Körperbau und ihre signifikante Größe aus.[1]
Vespa crabro wird ökologisch primär als Nützling eingestuft, da sie als generalistischer Prädator populationsregulierend auf [Insekten](/pages/lexikon/insekten) wie [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen), [Raupen](/pages/lexikon/raupen) und andere Wespenarten wirkt.[2][3] Schäden an Pflanzenbeständen entstehen gelegentlich durch das sogenannte Ringeln, bei dem die Tiere Rinde von Gehölzen wie [Flieder](/pages/lexikon/flieder) oder Apfelbäumen abnagen, um Pflanzensäfte aufzunehmen oder Baumaterial zu gewinnen.[6][2] Im Bereich der Imkerei kann die Art durch die Jagd auf [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) ([Apis mellifera](/pages/lexikon/honigbiene)) und das Ausrauben von Bienenstöcken ökonomische Verluste verursachen, wenngleich diese meist geringer ausfallen als bei invasiven Hornissenarten.[1][7] Für den Menschen ist der Stich schmerzhaft, jedoch besitzt das Gift eine geringere Toxizität als das der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia); eine signifikante Gesundheitsgefahr besteht vorwiegend für Allergiker.[2] In Deutschland ist die Hornisse eine besonders geschützte Tierart, weshalb die Beseitigung oder Umsiedlung von Nestern nur mit behördlicher Genehmigung und durch Fachleute erfolgen darf.[2][8] Präventive Maßnahmen an Gebäuden umfassen das Abdichten von Zugängen zu potenziellen Nistplätzen wie Dachböden oder Hohlräumen.[2] Zur Bestandsregulierung in landwirtschaftlichen Kulturen werden Fallen oder gezielte Insektizidanwendungen eingesetzt, die idealerweise in der Dämmerung stattfinden, um den Flugbetrieb anderer Bestäuber nicht zu beeinträchtigen.[6][2] Eine direkte Bekämpfung im Siedlungsbereich erfolgt bei Gefahr im Verzug durch die Applikation von Sprays oder Stäuben direkt in das Nest.[2]