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Junikäfer Amphimallon solstitiale

Junikäfer
Ungefährlich Nützling

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Scarabaeidae
Gattung Amphimallon
Art Amphimallon solstitiale
Wissenschaftlicher Name: Amphimallon solstitiale (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der **Junikäfer** (*Amphimallon solstitiale*) ist eine Käferart aus der Unterfamilie Melolonthinae innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), die in der Paläarktis verbreitet ist.[1] Die adulten Tiere sind nachtaktiv und schwärmen vorwiegend um die Sommersonnenwende im Juni und Juli, während die im Boden lebenden Larven (Engerlinge) sich von Pflanzenwurzeln ernähren und als Schädlinge in Landwirtschaft und Gartenbau auftreten können.[1][2] Morphologisch unterscheidet sich die Art vom ähnlichen, aber größeren Feldmaikäfer (*Melolontha melolontha*) durch eine geringere Körperlänge von etwa 14 bis 20 Millimetern sowie einen rundlicheren Hinterleib.[1]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Amphimallon solstitiale*, wobei die Erstbeschreibung im Jahr 1758 durch Carl von Linné unter dem Basionym *Scarabaeus solstitialis* in der zehnten Auflage der *Systema Naturae* erfolgte. Das Art-Epitheton *solstitiale* leitet sich vom lateinischen Begriff *solstitialis* ab, was „zur Sommersonnenwende gehörend“ bedeutet und auf das charakteristische Erscheinen der Imagines im Juni hindeutet.[1] Die Gattung *Amphimallon* wurde 1827 von A. A. Berthold aufgestellt, um bestimmte Blatthornkäfer taxonomisch einzuordnen, die sich durch ihre pubeszente (behaarte) Körperoberfläche auszeichnen. Im Laufe der Nomenklaturgeschichte wurde die Art verschiedenen Gattungen zugeordnet, weshalb in der Literatur Synonyme wie *Rhizotrogus solstitialis* und *Amphimallus solstitialis* zu finden sind. Taxonomisch gehört der Käfer zur Unterfamilie Melolonthinae und wird dort der Tribus Rhizotrogini zugeordnet, was ihn von den verwandten Maikäfern (*Melolontha*, Tribus Melolonthini) unterscheidet. Historische Klassifikationen vermischten diese Gruppen gelegentlich aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten, obwohl *Amphimallon* heute durch spezifische Merkmale der Flügeldecken und Fühlerkeulen klar abgegrenzt ist.[1] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung „Junikäfer“ als Trivialname etabliert, was analog zum wissenschaftlichen Namen die phänologische Hauptflugzeit beschreibt. Im englischen Sprachraum wird die Art entsprechend als „summer chafer“ oder „European June beetle“ bezeichnet.[1][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der adulte Käfer erreicht eine Körperlänge von 14 bis 20 Millimetern und besitzt einen robusten, ovalen Körperbau. Die Grundfärbung variiert von gelblich-braun bis rötlich-braun, wobei das Halsschild (Pronotum) meist dunkler gefärbt ist als die rötlich-braunen Flügeldecken. Der Kopf ist oft zweifarbig mit einem gelblich-braunen Clypeus und einer dunkleren Kapsel, während die neungliedrigen Antennen in einer dreiblättrigen Keule enden. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich an diesen Fühlerkeulen, deren Lamellen bei den Männchen deutlich länger und ausgeprägter sind als bei den Weibchen. Die Flügeldecken weisen parallele Seiten sowie feine Längsfurchen auf und sind auf der Scheibe mit spärlichen Borsten besetzt. Charakteristisch ist, dass die Elytren das Abdomen nicht vollständig bedecken, wodurch das Pygidium sichtbar bleibt, welches mit sehr langen, abstehenden Borsten versehen ist. Die Unterseite des Thorax, insbesondere Meso- und Metasternum, ist dicht mit langen, hellen und haarartigen Borsten bedeckt. Im Gegensatz zum größeren Feldmaikäfer (*Melolontha melolontha*) besitzt *Amphimallon solstitiale* ein abgerundetes Hinterleibsende anstelle eines spitz ausgezogenen Pygidiums.[1] Die als Engerlinge bekannten Larven sind cremeweiß, C-förmig gekrümmt und erreichen im ausgewachsenen Stadium eine Länge von bis zu 30 Millimetern. Sie verfügen über eine sklerotisierte, hellbraune bis braune Kopfkapsel mit kräftigen Mandibeln sowie drei Paar brustständige Beine. Zur taxonomischen Bestimmung dient das Rastermuster aus kurzen Dornen und Borsten am letzten Abdominalsegment. Die Puppe ist exarat, wobei die Gliedmaßen frei vom Körper abstehen, und entwickelt sich in einer Erdhöhle.[3] Die ovalen, weiß glänzenden Eier sind etwa 2 bis 3 Millimeter lang und werden im Boden abgelegt.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Amphimallon solstitiale* wird in Europa als gelegentlicher Schädling in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau eingestuft, wobei primär die im Boden lebenden Larven (Engerlinge) durch Wurzelfraß Schäden verursachen.[1] Der Befall äußert sich bei Kulturen wie Kartoffeln, Getreide oder Rasenflächen durch Welke, Wachstumsstörungen und das Absterben der Pflanzen.[1][2] Adulte Käfer fressen an Laubblättern von Bäumen wie Eichen, Buchen und Obstgehölzen, verursachen jedoch im Vergleich zu den Larven meist nur geringfügigen Schaden. Wirtschaftliche Relevanz erlangt der Käfer besonders im Grünland, wie historische Ausbrüche in Österreich mit 14.800 betroffenen Hektar Weideland zwischen 2000 und 2006 verdeutlichen. Zur Überwachung der Populationen werden Lichtfallen für adulte Käfer während der Flugzeit im Juni und Juli sowie Bodengrabungen zur Bestimmung der Engerlingdichte eingesetzt. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) gelten Schadschwellen von etwa 5 bis 10 Engerlingen pro Quadratmeter als Richtwert für Bekämpfungsmaßnahmen. Präventive ackerbauliche Methoden umfassen Fruchtfolgen mit Nicht-Wirtspflanzen und eine Bodenbearbeitung bis 10 cm Tiefe, um die Larven mechanisch zu dezimieren. Auf Rasenflächen erschwert eine dichte Grasnarbe durch regelmäßiges Mähen die Eiablage der Weibchen. Die biologische Bekämpfung erfolgt effektiv durch den Einsatz entomopathogener Nematoden wie *Heterorhabditis bacteriophora*, die im Spätsommer bei Bodentemperaturen über 12 °C ausgebracht werden. Diese Nematoden dringen in die Larven ein und setzen symbiotische Bakterien frei, die den Wirt innerhalb weniger Tage abtöten.[1] Ergänzend zeigen entomopathogene Pilze wie *Metarhizium flavoviride* sowie Bakterien wie *Paenibacillus popilliae* hohe Wirksamkeit gegen die Larvenstadien.[1][2] Chemische Bekämpfungsmittel wie *Chlorantraniliprole* können präventiv auf Rasenflächen eingesetzt werden, während viele ältere Wirkstoffe wie Organophosphate in der EU mittlerweile verboten sind. Der Einsatz von Neonicotinoiden unterliegt strengen regulatorischen Beschränkungen und erfordert oft spezifische Genehmigungen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Amphimallon solstitiale* erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Jahre, wobei die Entwicklungsdauer stark von den klimatischen Bedingungen abhängt und in wärmeren Regionen verkürzt ist. Die Fortpflanzungsphase beginnt mit dem Schwärmen der adulten Käfer in der Dämmerung, wobei Weibchen die Männchen mithilfe des Sexualpheromons (R)-Acetoin anlocken.[2][1] Nach der Paarung graben sich die Weibchen in den Boden ein, um etwa 35 bis 40 Eier in kleinen Gelegen abzulegen, wobei sie leichte, sandige und trockene Substrate bevorzugen. Die weißen, ovalen Eier werden in einer Tiefe von 5 bis 10 cm in der Nähe von Pflanzenwurzeln platziert und schlüpfen nach etwa drei bis vier Wochen.[1] Die Larvalentwicklung umfasst drei Stadien (Instare), in denen die als Engerlinge bekannten Larven von etwa 1 cm auf bis zu 3 cm Körperlänge heranwachsen.[3][1] Diese C-förmigen Larven ernähren sich primär von den Wurzeln verschiedener Gräser, Getreidearten und Gemüse, nehmen aber auch organisches Material und Detritus auf. Die Larven überwintern zweimal tief im Erdreich und treten in eine Ruhephase ein, wenn die Bodentemperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Die Verpuppung erfolgt im Frühjahr in einer Erdhöhle und dauert etwa zwei bis vier Wochen, bevor die adulten Käfer im Frühsommer synchron schlüpfen. Die adulten Käfer, die eine Lebensdauer von vier bis acht Wochen haben, fressen Pollen, Nektar und das Laub von Laubbäumen wie Eiche (*Quercus*), Buche (*Fagus*) und Ahorn (*Acer*). Ihre Aktivität ist strikt nacht- und dämmerungsaktiv, wobei sie sich im Flug oft an künstlichen Lichtquellen oder hohen Baumsilhouetten orientieren.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen räuberische Laufkäfer wie *Poecilus cupreus* sowie parasitoide Nematoden der Gattung *Heterorhabditis* und Raupenfliegen wie *Dexia rustica*.[4][1] Die Populationsdichte wird zudem durch pathogene Pilze wie *Metarhizium flavoviride*, Bakterien wie *Paenibacillus popilliae* und spezifische Entomopoxviren reguliert. Auch Wirbeltiere wie Maulwürfe und Vögel, darunter der Wiedehopf, nutzen die Larven und Adulten als Nahrungsquelle.[1] Genomische Studien weisen zudem auf komplexe Interaktionen mit der Darmmikrobiota hin, die möglicherweise eine Rolle in der photoperiodisch gesteuerten Biologie der Art spielen.[2]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Berliner Innenstadt, Berlin, Deutschland

    23.09.2025

  • Göttingen, Lower Saxony, Deutschland

    12.09.2025

  • Lörrach, DE-BW, Deutschland

    06.09.2025

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    23.08.2025

  • Germany

    12.08.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Amphimallon solstitiale* umfasst weite Teile der Paläarktis und erstreckt sich vom Vereinigten Königreich im Westen über Kontinentaleuropa bis nach Russland und Sibirien im Osten. In Europa ist die Art flächendeckend dokumentiert und besiedelt zahlreiche Länder von Skandinavien bis zum Mittelmeerraum, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Italien und Polen. Während der Käfer im südlichen Großbritannien weit verbreitet ist, nimmt die Häufigkeit in nördlicheren Regionen ab. Das Areal reicht östlich über den Kaukasus mit Vorkommen in Georgien und Armenien bis nach Zentralasien, wo Nachweise aus Tadschikistan, Kirgisistan, Usbekistan sowie China, Iran und Syrien vorliegen. Die Art fehlt lediglich auf einigen isolierten Inseln im hohen Norden oder fernab des kontinentalen Kerngebiets. Als Lebensraum bevorzugt *Amphimallon solstitiale* offene Landschaften wie Wiesen, Hecken und Waldränder sowie anthropogen geprägte Bereiche wie Gärten und Parks. Für die Larvalentwicklung sind gut durchlässige, leichte oder sandige Böden essenziell, wie sie oft in Rasenflächen, Weiden und Feldkulturen zu finden sind. Die Weibchen meiden bei der Eiablage feuchte Areale und suchen gezielt trockenere Bodenstrukturen auf, die das Graben der Engerlinge begünstigen.[1] Adulte Käfer halten sich während ihrer Aktivitätsphase bevorzugt in den Kronen hoher Bäume und Sträucher auf, wobei Laubbäume wie Buchen (*Fagus*), Eichen (*Quercus*), Ahorn (*Acer*) und Obstbäume als Schwarm- und Fraßplätze dienen.[1][2] Die vertikale Verbreitung erstreckt sich vom Flachland bis in Gebirgsregionen bis zu 2000 Metern Höhe, wobei die Mehrheit der Populationen in Lagen unterhalb von 200 Metern anzutreffen ist. Durch die Bindung an Grasflächen und Ziergehölze tritt der Junikäfer häufig im Siedlungsbereich auf, wo künstliche Lichtquellen die dämmerungsaktiven Tiere anlocken. Obwohl die Art in ihrem Verbreitungsgebiet als weitläufig etabliert gilt und lokal massenhaft auftreten kann, sind in einigen Regionen Bestandsrückgänge zu verzeichnen.[1]

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus von *Amphimallon solstitiale* erstreckt sich über zwei bis drei Jahre, wobei pro Zyklus eine Generation hervorgebracht wird. Die Dauer der Larvalentwicklung ist temperaturabhängig und verkürzt sich in wärmeren Regionen auf zwei Jahre, während sie in kühleren Gebieten drei Jahre umfasst. Die adulten Käfer treten saisonal synchronisiert auf, mit einer Hauptflugzeit von Juni bis August und einem Aktivitätsmaximum um die Sommersonnenwende. Dies korreliert mit Daten zum öffentlichen Suchinteresse, die einen deutlichen Spitzenwert im Juni zeigen. *Amphimallon solstitiale* ist dämmerungs- und nachtaktiv; die Schwarmflüge der Männchen beginnen in der Dämmerung und konzentrieren sich auf Baumwipfel oder hohe Büsche. Warme, feuchte Sommernächte begünstigen dabei die Flug- und Paarungsaktivität. Tagsüber verharren die Imagines ruhend in der Vegetation, um Prädation und Austrocknung zu entgehen.[1] Die Larven (Engerlinge) verbringen ihre gesamte Entwicklung im Boden und überwintern zweimal, wobei sie sich in den kalten Monaten in tiefere Erdschichten zurückziehen und in eine Ruhephase eintreten.[1][2] Die Verpuppung erfolgt im Frühjahr in einer Erdhöhle, bevor die Adulten im Frühsommer schlüpfen.[2]

Sources et références

  1. https://www.naturespot.org/species/Amphimallon-solstitiale
  2. https://plantura.garden/uk/pests/beetles/summer-chafer
  3. https://idtools.org/scarab/index.cfm?pageID=1550
  4. https://resjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-3113.2005.00307.x