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Motten Tineidae

Motten
Ungefährlich Nützling

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie Tineidae
Art Tineidae
Wissenschaftlicher Name: Tineidae
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die **Tineidae** (im Deutschen auch Echte Motten) sind eine weltweit verbreitete Familie kleiner Schmetterlinge innerhalb der Überfamilie Tineoidea, die über 3.000 Arten in etwa 320 Gattungen umfasst.[1][2] Während die Mehrheit der Larven als Destruenten ökologisch bedeutsam ist und sich von Pilzen, Flechten oder Detritus ernährt, haben sich einige Arten auf den Abbau von Keratin spezialisiert. Zu den wirtschaftlich relevanten Vertretern zählen Materialschädlinge wie die Kleidermotte (*Tineola bisselliella*), deren Larven Textilien, Pelze und Museumssammlungen beschädigen.[1]

Name & Einordnung

Die Familie *Tineidae* wurde im Jahr 1810 erstmals durch den französischen Entomologen Pierre André Latreille wissenschaftlich beschrieben.[3] Im deutschsprachigen Raum wird das Taxon als „Echte Motten“ bezeichnet.[2] International sind zudem die Trivialnamen „fungus moths“ oder „tineid moths“ gebräuchlich, was auf die Ernährungsgewohnheiten vieler Larven an Pilzgewebe und Detritus hinweist.[1] Systematisch gehört die Familie zur Überfamilie *Tineoidea* und repräsentiert eine der basalsten noch existierenden Linien der Ditrysia innerhalb der Ordnung *Lepidoptera*.[3] Historische Klassifikationen fassten die Gruppe deutlich weiter und schlossen ursprünglich oft die Sackträger (*Psychidae*) ein, bevor diese im 19. und 20. Jahrhundert aufgrund morphologischer Unterschiede in Flügeladerung und Genitalien als eigenständige Familie abgetrennt wurden. Maßgebliche taxonomische Revisionen erfolgten unter anderem durch Lord Walsingham (1881) und J.D. Bradley, welche die Gattungsgrenzen durch detaillierte Analysen präzisierten.[3] Neuere molekularphylogenetische Studien, wie jene von Regier et al. (2015), bestätigten weitgehend die Monophylie der *Tineidae*, führten jedoch zur Ausgliederung der ehemaligen Unterfamilien Dryadaulinae und Meessiinae in den Familienrang.[3] Die interne Gliederung umfasst heute etwa 15 Unterfamilien wie Tineinae und Erechthiinae, wobei zahlreiche Gattungen aufgrund unzureichender phylogenetischer Auflösung noch als *incertae sedis* geführt werden.[3][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte *Tineidae* sind kleine bis mittelgroße Motten mit einer Flügelspannweite von typischerweise 6 bis 20 mm, wobei einige Arten bis zu 3,6 cm erreichen. Die schmalen, länglichen Flügel sind oft mit langen Haaren gesäumt und werden in Ruheposition dachartig über dem Körper gehalten. Ihre Grundfärbung ist meist unscheinbar in Grau-, Braun- oder Beigetönen gehalten, gelegentlich treten jedoch metallische Schuppen an Kopf oder Flügeln auf. Der Kopf zeichnet sich durch eine struppige Beschuppung sowie prominente, oft aufwärts gerichtete Labialpalpen aus, während Ocellen meist reduziert sind oder fehlen. Die Antennen sind meist fadenförmig und etwa so lang wie die Vorderflügel, wobei der Saugrüssel oft verkürzt ist oder gänzlich fehlt. Charakteristisch für die langen Beine sind die Hintertibien, die mit abstehenden, verlängerten Schuppen besetzt sind und bei manchen Unterfamilien Dornen aufweisen.[1] Zur taxonomischen Bestimmung dient das Flügelgeäder, insbesondere die Anwesenheit oder Fusion bestimmter Adern wie R1, R4 und R5.[3] Ein Sexualdimorphismus zeigt sich oft in der Körpergröße sowie den Antennen, die bei Männchen zur besseren Pheromonwahrnehmung gefiedert oder kammartig ausgeprägt sein können. Die Larven besitzen einen eruciformen Körperbau mit einer sklerotisierten Kopfkapsel, drei Brustbeinpaaren sowie Bauchbeinen an den Segmenten 3 bis 6 und 10. Sie sind typischerweise klein, länglich und von blasser oder weißlicher Färbung. Wichtige Bestimmungsmerkmale der Larven sind die Anordnung der Borsten (Chaetotaxie) sowie die Morphologie der Spinndrüsen.[2] Viele Arten konstruieren aus Seide und Substratpartikeln transportable Köcher, die Schutz bieten und mit dem Wachstum der Larve erweitert werden.[2][4] Die Puppen gehören zum obtecten Typ mit eng anliegenden Gliedmaßen und besitzen am Hinterleibsende einen Cremaster mit Hakenstrukturen zur Verankerung im Kokon.[2] Die Eier werden einzeln oder in kleinen Clustern auf dem Substrat abgelegt. Historisch wurden *Tineidae* oft mit Sackträgern (*Psychidae*) verwechselt, lassen sich jedoch durch detaillierte Analysen der Genitalien und des Flügelgeäders abgrenzen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Während die meisten *Tineidae* ökologisch wertvolle Zersetzer von organischem Material sind, gelten einige synanthrope Arten wie die Kleidermotte (*Tineola bisselliella*) und die Pelzmotte (*Tinea pellionella*) als bedeutende Materialschädlinge.[1][2] Das Schadpotenzial geht ausschließlich von den Larven aus, die Keratin in Textilien, Pelzen, Federn und Leder verdauen und dabei unregelmäßige Löcher sowie Gespinströhren verursachen.[3][4] Neben Textilschädlingen befallen Arten wie *Monopis crocicapitella* gelagerte Produkte oder, wie die Bananenmotte (*Opogona sacchari*), landwirtschaftliche Kulturen.[2][1] Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich, wobei allein *T. bisselliella* in den USA jährliche Schäden von geschätzt 200 Millionen Dollar verursacht.[7] Typische Befallsanzeichen sind neben Fraßlöchern auch Kotkrümel (Frass) und seidige Gespinste auf den Materialien. Zur Prävention empfiehlt sich die Lagerung anfälliger Textilien in luftdichten Behältern, um die Eiablage durch adulte Motten zu verhindern.[3] Regelmäßiges Staubsaugen, insbesondere in Ritzen und unter Möbeln, entfernt Eier und Larven, wobei der Beutelinhalt sofort entsorgt werden muss. Physikalische Bekämpfungsmethoden umfassen die chemische Reinigung bei über 49 °C oder das Einfrieren der Gegenstände bei -20 °C für mindestens eine Woche, was alle Entwicklungsstadien abtötet.[1] Für das Monitoring werden mit Pheromonen beköderte Klebefallen eingesetzt, die männliche Motten anlocken und so einen Befall frühzeitig anzeigen. Im Rahmen der Integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) werden chemische Mittel minimiert und durch Hygienemaßnahmen sowie physikalische Barrieren ergänzt.[2] Biologische Bekämpfungsansätze nutzen natürliche Feinde wie die Schlupfwespe *Trichogramma evanescens*, die Eier der Motten parasitiert und den Reproduktionszyklus unterbricht.[1] Auch Brackwespen wie *Bracon hebetor* oder *Apanteles carpatus* attackieren gezielt die Larvenstadien der Schädlinge.[1][2] Als selektives biologisches Insektizid wirkt *Bacillus thuringiensis* var. kurstaki, dessen Toxine den Darm der Larven schädigen. Neuere Forschungen bestätigen zudem die repellierende Wirkung von ätherischen Ölen aus Eukalyptus (*Eucalyptus globulus*) und Lavendel (*Lavandula angustifolia*) zur Abschreckung adulter Motten.[1]

Biologie & Lebenszyklus

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Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Grünfelder Park, Waldenburg, Sachsen, Deutschland

    17.01.2026

  • Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    10.01.2026

  • Deutschland

    24.12.2025

  • Augsburg, Albrecht-Dürer-Straße, 86169 Augsburg, Germany

    19.12.2025

  • Bayern, Deutschland

    09.12.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Die Familie *Tineidae* weist eine kosmopolitische Verbreitung auf und ist in allen großen biogeographischen Regionen, einschließlich der Nearktis, Paläarktis, Afrotropis sowie der orientalischen und australischen Region vertreten. Die höchste Artendiversität findet sich in tropischen und subtropischen Gebieten, insbesondere im indo-australischen Raum, wo viele Gattungen einen hohen Endemismus zeigen. Während viele Unterfamilien ihre ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkte in der Holarktis und Afrotropis haben, wurde die globale Ausbreitung synanthroper Arten maßgeblich durch den menschlichen Handel begünstigt.[1] Ein prominentes Beispiel ist die Kleidermotte (*Tineola bisselliella*), die ursprünglich aus der Afrotropis stammt und im späten 18. Jahrhundert nach Europa sowie später nach Nordamerika eingeschleppt wurde. In ihren natürlichen Lebensräumen bevorzugen *Tineidae* dunkle, feuchte Umgebungen wie Altholzbestände, wo sie eng an den Abbau von organischem Material und baumbewohnenden Pilzen gebunden sind. Larven besiedeln dort verborgene Mikrohabitate wie Laubstreu, Vogelnester oder Tierbauten und ernähren sich von keratinhaltigem Detritus oder Pilzfruchtkörpern wie jenen von *Fomitopsis rosea*. Einige Arten, wie *Monopis crocicapitella*, kommen auch in Höhlensystemen vor und nutzen Fledermausguano als Nährstoffquelle. Die vertikale Verbreitung der Familie reicht vom Meeresspiegel bis in montane Waldstufen und alpine Zonen, wie Beobachtungen in den Alpen und Anden belegen.[1] Synanthrope Arten besiedeln weltweit menschliche Siedlungsbereiche und finden in beheizten Gebäuden, Museen und Lagern geeignete Bedingungen.[2] Durch die Nutzung geschützter Innenräume können Gattungen wie *Tinea* ihr Vorkommen bis in aride Zonen und Halbwüsten ausdehnen, die außerhalb ihres natürlichen klimatischen Optimums liegen.[1] In Mitteleuropa und der DACH-Region existieren sowohl freilebende, an Waldhabitate gebundene Arten als auch die bekannten Materialschädlinge im häuslichen Umfeld.[1][2]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität und Entwicklungsdynamik von *Tineidae* wird maßgeblich durch Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit gesteuert. In gemäßigten Klimazonen sind viele Arten univoltin, bringen also nur eine Generation pro Jahr hervor und überdauern den Winter in einer larvalen Diapause.[1] Im Gegensatz dazu zeigen tropische Populationen sowie synanthrope Arten wie die Kleidermotte (*Tineola bisselliella*) in beheizten Innenräumen oft ein multivoltines Muster mit kontinuierlicher Fortpflanzung ohne Ruhephase.[1][3] Unter optimalen Bedingungen von etwa 24 °C und 70 % relativer Luftfeuchtigkeit kann *Tineola bisselliella* ihren gesamten Lebenszyklus in zwei bis drei Monaten abschließen. Höhere Temperaturen beschleunigen dabei die Entwicklungsraten und verkürzen die Dauer der Larvenstadien, während kühle Bedingungen den Zyklus signifikant verlängern.[3] Die adulten Falter sind in der Regel kurzlebig, überleben nur ein bis zwei Wochen und konzentrieren sich primär auf die Eiablage. Obwohl *Tineidae* häufig nachtaktiv sind und Lichtquellen meiden, ist ihre Präsenz in menschlichen Behausungen nicht strikt an Tageszeiten gebunden. Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese biologische Aktivität wider und zeigt saisonale Spitzen in den Sommermonaten Juni und August, was mit den beschleunigten Entwicklungsraten bei Wärme korreliert.[1]

Sources et références

  1. https://bioone.org/journals/the-journal-of-the-lepidopterists-society/volume-64/issue-1/lepi.v64i1.a10/Biology-Distribution-and-Diversity-of-Tineid-Moths/10.18473/lepi.v64i1.a10.full
  2. https://www.gbif.org/species/9412
  3. https://repository.si.edu/bitstream/handle/10088/25098/ent_Tineoidea_2015.12110.pdf
  4. https://texasinsects.tamu.edu/casemaking-clothes-moth/
  5. https://entomologytoday.org/2023/03/21/defense-webbing-clothes-moths-marvels-evolution/
  6. https://resjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2311.1946.tb00372.x
  7. https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1179/sic.1994.020