Passer au contenu

Rettich Raphanus sativus var. niger

Classification taxonomique

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Brassicales (Brassicales)
Familie Brassicaceae
Gattung Raphanus
Art Raphanus sativus niger
Wissenschaftlicher Name: Raphanus sativus var. niger (Mill.) J.Kern.
Mehr auf GBIF.org

Einleitung

Der **Schwarze Winter-Rettich** (*Raphanus sativus* var. *niger*), auch Schwarzer Rettich genannt, ist eine zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehörende Varietät des Garten-Rettichs. Er wird den Herbst- und Winterrettichen zugeordnet und ist eine bereits im alten Ägypten bekannte Gemüsepflanze, die heute oft als Rarität im biologischen Anbau zu finden ist.[1] Agrarwissenschaftliche Studien heben die Varietät aufgrund ihrer hohen Resistenz gegenüber dem bodenbürtigen Erreger der Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) hervor.[2]

Fakten (kompakt)

- Ein bereits 1954 erteiltes Patent (DE-974171-C) von Rolf Opitz beschreibt ein spezifisches Verfahren zur Herstellung eines haltbaren Rettichpräparates, das auf die Stabilisierung von Inhaltsstoffen wie Senfölen oder Glykosiden abzielt.[20] - In der taxonomischen Systematik wird die übergeordnete Gattung *Raphanus* im Deutschen als Hederich bezeichnet. - Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) führt die Varietät unter der eindeutigen Identifikationsnummer (Usage Key) 3040973.[22] - Der taxonomische Status des Eintrags *Raphanus sativus* var. *niger* wird in Datenbanken als Synonym mit einer hohen Übereinstimmungsgenauigkeit von 98 % klassifiziert.[22]

Name & Einordnung

Der **Schwarze Winter-Rettich** wird wissenschaftlich als *Raphanus sativus* L. var. *niger* J. Kern. bezeichnet.[3] Ein in der Literatur genanntes Synonym ist *Raphanus sativus* var. *longipinnatus* L.H. Bailey. Botanisch ordnet sich die Pflanze in die Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) ein und zählt als Varietät zum Garten-Rettich (*Raphanus sativus*). Innerhalb dieser Art wird sie der Gruppe der Herbst- und Winterrettiche zugerechnet. Neben der Bezeichnung Schwarzer Rettich existieren im deutschsprachigen Raum spezifische Namen wie Langer schwarzer Pariser Rettich. Im englischen Sprachraum sind Trivialnamen wie „black Spanish radish“ oder „Erfurter radish“ geläufig, während im Französischen Bezeichnungen wie „Radis noir long d’été“ oder „Radis noir rond d’hiver“ verwendet werden.[3] Taxonomische Datenbanken führen die Varietät teils auch unter der Autorschaft *Raphanus sativus* var. *niger* (Mill.) J.Kern.[4] Historisch ist die Nutzung der Pflanze weit zurückreichend belegt, da der Rettich bereits den Ägyptern um 2500 v. Chr. bekannt war.[3] Auch in aktuellen phytopathologischen Untersuchungen wird die Unterart als *Raphanus sativus* var. *niger* klassifiziert und beispielsweise in Studien zu Kohlhernie-Resistenzen untersucht.[5]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Schwarze Winter-Rettich (*Raphanus sativus* var. *niger*) ist eine einjährige, krautige Pflanze, die durch borstig behaarte, fiederteilige Laubblätter und rötlich-violette Blüten gekennzeichnet ist. Das markanteste Bestimmungsmerkmal ist die Speicherwurzel, deren Außenhaut von einem dunkelbraunen bis schwarzen „Schorf“ überzogen ist. Morphologisch lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden: eine runde und eine längliche Varietät. Die runde Form wächst flachrund mit einer Dicke von 8 bis 10 cm und einer Länge von 7 bis 8 cm. Der längliche Typ erreicht hingegen eine Dicke von 6 bis 7 cm bei einer Länge von 18 bis 25 cm. Unabhängig von der äußeren Form ist das Rübenfleisch im Inneren sehr fest und weiß gefärbt. Die Oberfläche der Rübe ist nur leicht quer gerieft, und die Haut an der Schulter beim Blattansatz zeigt keine Verfärbung. Anatomisch wird das Speicherorgan als Holzrübe klassifiziert, da im Gegensatz zur Bastrübe vorwiegend das Xylem die Speicherfunktion übernimmt. Unter günstigen Bedingungen erreichen die Rüben ein Gewicht von 300 bis 500 g.[16] Die Wurzeln weisen generell eine große Variabilität in Form und Größe auf. Bestimmte Sorten wie 'Runder Schwarzer Winter' zeichnen sich zudem durch eine hohe Resistenz gegenüber der Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) aus und zeigen im Gegensatz zu anfälligen *Brassica*-Arten kaum Gallenbildung oder Deformationen an den Wurzeln.[17]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Schwarze Winter-Rettich (*Raphanus sativus var. niger*) wird primär als Nutzpflanze kultiviert, besitzt jedoch auch medizinische Relevanz, da sein Sirup nachweislich antioxidative Wirkungen aufweist.[21][6] Zu den relevanten tierischen Schädlingen im Anbau zählen die Rettichfliege, die Kleine Kohlfliege, Blattläuse sowie der Erdfloh. Pilzliche Erkrankungen umfassen den Falschen Mehltau, die *Verticillium*-Gefäßkrankheit, *Sclerotinia*-Fäule und Weißen Rost.[3] Eine besondere Bedeutung kommt der Varietät im Management der Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) zu, einer durch bodenbürtige Erreger verursachten Krankheit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass *Raphanus sativus var. niger* (spezifisch die Sorte 'Runder Schwarzer Winter') eine hohe Resistenz gegenüber diesem Pathogen aufweist. Mit einem Krankheits-Schwere-Index (DSI) von lediglich 0,3 erwies sich der Schwarze Rettich in Bioassays als deutlich widerstandsfähiger als viele andere Kreuzblütler und vermeidet somit eine Anreicherung des Inokulums im Boden.[17][2] Als präventive Maßnahme gegen Lagerfäule und Frostschäden erfolgt die Ernte idealerweise vor dem ersten Frost. Die raue, schorfige Haut der Rübe bietet dabei einen natürlichen physikalischen Schutz gegen Druckstellen und Transportschäden. Für eine langfristige Lagerung ohne Qualitätsverlust empfiehlt sich das Einlegen in feuchten Sand.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Der Schwarze Winter-Rettich (*Raphanus sativus* var. *niger*) ist eine einjährige, krautige Pflanze, deren borstig behaarte Laubblätter fiederteilig geformt sind. Die Blüten der Pflanze erscheinen in einer rötlich-violetten Färbung. Die Speicherwurzel bildet runde (8–10 cm Dicke) oder längliche Formen aus, die von einer dunkelbraunen bis schwarzen, schorfartigen Haut überzogen sind. Das Rübenfleisch ist bei beiden Formen weiß und sehr fest. Physiologisch wird der Rettich als Holzrübe klassifiziert, da im Gegensatz zur Bastrübe vorwiegend das Xylem die Speicherfunktion übernimmt. Die Keimung erfolgt als Warmkeimer bei Temperaturen zwischen 15 °C und 18 °C, unabhängig von Licht- oder Dunkelbedingungen. Die gesamte Entwicklungszeit bis zur Erntereife beträgt etwa dreieinhalb bis vier Monate. Eine generative Phase (Schossen) wird durch Vernalisation bei kühlen Temperaturen von 5–8 °C über 10 bis 20 Tage sowie durch Langtagbedingungen ausgelöst. Winter-Rettiche zeigen jedoch im Vergleich zu anderen Varietäten die geringste Neigung zum Schossen.[3] Eine besondere biologische Eigenschaft ist die ausgeprägte Resistenz gegenüber *Plasmodiophora brassicae*, dem Erreger der Kohlhernie. Untersuchungen an der Sorte 'Runder Schwarzer Winter' bestätigten einen sehr niedrigen Krankheitsindex (DSI 0,3), während andere *Brassica*-Arten stark anfällig reagierten.[17]

Vorkommen & Lebensraum

Die Art *Raphanus sativus* stammt ursprünglich aus China sowie den Küstenregionen vom Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer.[11] Der Schwarze Winter-Rettich (*Raphanus sativus var. niger*) war bereits den Ägyptern um 2500 v. Chr. bekannt.[12] Er wird weltweit als wirtschaftlich bedeutende Wurzelpflanze kultiviert.[13] Historisch und aktuell erstreckt sich der Anbau über ganz Europa und Nordamerika, wobei er vor allem für die Einlagerung produziert wurde.[12] Auch in der Mongolei und der Mandschurei ist die Pflanze zu finden, wohin sie wahrscheinlich in früheren Jahrhunderten durch Reisende gelangte.[14] Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Rettich sehr beliebt, wurde danach seltener und findet in den letzten zehn Jahren wieder vermehrt Abnehmer als wiederentdeckte Rarität. Der Anbau erfolgt heute vor allem in biologisch betriebenen Betrieben und das Gemüse wird ab Herbst auf Wochenmärkten angeboten. Wenn im Frühjahr frische weiße Rettiche aus neuer Ernte verfügbar sind, verschwindet der Winter-Rettich meist wieder aus dem Angebot.[6] Für die Keimung benötigt die Pflanze Temperaturen zwischen 15 °C und 18 °C.[7] Eine Vernalisation zur Blütenbildung wird durch kühle Temperaturen von 5–8 °C über einen Zeitraum von zehn bis 20 Tagen gefördert.[8] Im Gegensatz zu vielen anderen Kreuzblütlern weist *Raphanus sativus var. niger* eine hohe Resistenz gegenüber dem Erreger der Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*) auf.[15]

Saisonalität & Aktivität

Der Schwarze Winter-Rettich (*Raphanus sativus var. niger*) ist eine typische Herbst- und Winterkultur, deren Aussaat für die Einlagerung im Laufe des Juli erfolgt.[6] Die Keimung der Samen setzt als Warmkeimer Bodentemperaturen zwischen 15 °C und 18 °C voraus.[7] Nach einer Entwicklungszeit von dreieinhalb bis vier Monaten wird die Ernte in der Regel Ende Oktober vor dem ersten Frost eingebracht.[6] Physiologisch wird die Blütenbildung (Vernalisation) durch kühle Temperaturen von 5–8 °C über einen Zeitraum von zehn bis 20 Tagen sowie durch Langtagbedingungen gefördert.[8] Im Vergleich zu anderen Sorten neigt der Winterrettich jedoch am wenigsten zum vorzeitigen Schossen.[9] Die Marktverfügbarkeit konzentriert sich auf die Monate ab Herbst, bis das Angebot im Frühjahr durch frische weiße Rettiche aus neuer Ernte abgelöst wird.[6] Diese saisonale Verfügbarkeit korreliert mit dem öffentlichen Suchinteresse, das im Oktober zur Erntezeit und im Februar während der Lagerphase seine Höhepunkte erreicht.[10]

Recherche scientifique et brevets

DE-974171-C Chemical Accordé

Verfahren zur Herstellung eines Rettichpraeparates

Opitz Rolf (1954)

Pertinence: 5/10

Résumé

Das Patent beschreibt ein Verfahren zur Verarbeitung von Rettich, um ein haltbares Präparat herzustellen. Die Kernidee liegt in der Extraktion und Stabilisierung der wirksamen Inhaltsstoffe (vermutlich Senföle oder Glykoside) für pharmazeutische oder diätetische Zwecke. Es ist spezifisch für die Pflanze Raphanus sativus relevant, beschreibt jedoch keine Schädlingsbekämpfung, sondern die stoffliche Nutzung der Pflanze.

Sources et références

  1. Schwarzer Winter-Rettich, Artikeltext (OCR), Seite 1
  2. Wallenhammar, A.-C. et al.: Susceptibility of Oilseed Radish (Raphanus sativus subsp. oleiferus) Cultivars and Various Brassica Crops to Plasmodiophora brassicae. Pathogens 2024, 13, 739. https://doi.org/10.3390/pathogens13090739
  3. Wikipedia OCR: Schwarzer Winter-Rettich, Seite 1 (Systematik, Weitere Namen, Herkunft)
  4. GBIF Backbone Taxonomy. Species: Raphanus sativus var. niger (Mill.) J.Kern. https://www.gbif.org/species/3040973
  5. Wallenhammar, A.-C. et al.: Susceptibility of Oilseed Radish Cultivars to Plasmodiophora brassicae. Pathogens 2024, 13, 739. https://doi.org/10.3390/pathogens13090739
  6. J. Reinhold: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland. 1962, S. 382.
  7. J. Mahla: Gärtnerische Samenkunde. 1950, S. 24.
  8. H.-J. Wiebe, G. Alpers: Vernalisation von Rettich. In: Gartenbauwissenschaft. 48, 1983, S. 141–145.
  9. G. Vogel: Handbuch des speziellen Gemüsebaus, Rettich. 1996, S. 398.
  10. Suchinteresse-Zeitreihe: Rettich (Deutschland), aggregierte Analyse.
  11. Gupta, K.; Rana, M.K. SALAD CROPS|Leaf-Types. In Encyclopedia of Food Sciences and Nutrition, 2nd ed.; Caballero, B., Ed.; Academic Press: Oxford, UK, 2003; pp. 5046–5055.
  12. H. P. Mathiassen: Grøntsager på friland, Ræddike. Vol. 2, 1987, S. 235.
  13. Mitsui, Y. et al. The Radish Genome and Comprehensive Gene Expression Profile of Tuberous Root Formation and Development. Sci. Rep. 2015, 5, 10835.
  14. S. Shinohara: Vegetable seed production technology of Japan. Vol. 1, 1984, S. 196.
  15. Wallenhammar, A.-C. et al. Susceptibility of Oilseed Radish Cultivars and Various Brassica Crops to Plasmodiophora brassicae. Pathogens 2024, 13, 739. https://doi.org/10.3390/pathogens13090739
  16. Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste. 1995, S. 48; sowie C-M. Messiaen: Le Potager: Tropical, Radis d'hiver. Edition CILF, 1998 (zitiert nach Wikipedia-OCR).
  17. https://doi.org/10.3390/pathogens13090739
  18. H.-J. Wiebe: Einfluss der Tageslänge auf das Schossen von Rettich. In: Gartenbauwissenschaft. 50, 1985, S. 63–66.
  19. Wikipedia OCR Text, Seite 3 (Abschnitt: Krankheiten und Schädlinge)
  20. https://patents.google.com/patent/DE974171C/en
  21. Lugasi, A. et al.: Antioxidant effect of squeezed juice from black radish. In: Phytotherapy Research. Volume 19, Issue 7, 2005, S. 587–591.
  22. https://www.gbif.org/species/3040973