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Speisebohnenkäfer Acanthoscelides obtectus

Speisebohnenkäfer
Ungefährlich Nützling

Classification taxonomique

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Chrysomelidae
Gattung Acanthoscelides
Art Acanthoscelides obtectus
Wissenschaftlicher Name: Acanthoscelides obtectus (Say, 1831)
Akzeptierter Name
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Einleitung

*Acanthoscelides obtectus* ist eine Käferart aus der Unterfamilie der Samenkäfer (Bruchinae) innerhalb der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Die ursprünglich in der Neotropis beheimatete Art ist heute weltweit als Kosmopolit verbreitet und tritt vorwiegend in warmen Lagerstätten auf. Als bedeutender Vorratsschädling befallen die Larven die Samen von Hülsenfrüchten, insbesondere der Gartenbohne (*Phaseolus vulgaris*), und verursachen durch ihren inneren Fraß erhebliche Schäden an der Nahrungsmittelproduktion.[1]

Fakten (kompakt)

- *Acanthoscelides obtectus*, auch bekannt als Speisebohnenkäfer, ist ein kleiner [Käfer](/pages/lexikon/kafer) aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). - Er ist ein bedeutender Schädling von gelagerten Hülsenfrüchten, insbesondere von Bohnen (*Phaseolus vulgaris*).[1] - Ursprünglich stammt *A. obtectus* aus den Neotropen Mittel- und Südamerikas. - Durch den Handel mit Bohnen hat sich die Art weltweit verbreitet und ist heute in tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen zu finden. - Adulte Käfer sind kugelförmig und 3–4 mm lang. - Die Larven sind beinlose, weiße [Maden](/pages/lexikon/maden), die sich in den Samen entwickeln. - Weibchen legen ihre Eier auf oder in Bohnenhülsen und -samen. - Die Larven bohren sich in die Samenschale und fressen an den Keimblättern. - Die Verpuppung findet im Inneren des Samens statt. - Adulte Käfer schlüpfen, indem sie Ausfluglöcher nagen. - In warmen Umgebungen können mehrere Generationen pro Jahr entstehen. - Larvenfraß verursacht kleine Einbohrlöcher und größere Ausfluglöcher, wodurch die Samen zu mit Kot gefüllten Hülsen reduziert werden.[1] - *A. obtectus* stellt eine große Bedrohung für die weltweite Lagerung von Hülsenfrüchten dar und führt zu erheblichen Verlusten in der Lebensmittelproduktion. - Betroffen sind nicht nur Bohnen, sondern auch andere Hülsenfrüchte wie [Linsen](/pages/lexikon/linsen), [Erbsen](/pages/lexikon/erbsen) und [Sojabohnen](/pages/lexikon/sojabohne). - Die Bekämpfung erfolgt durch Insektizide, hermetische Lagerung und biologische Methoden.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Der Speisebohnenkäfer (*Acanthoscelides obtectus*) wurde 1831 von Thomas Say ursprünglich unter dem Basionym *Bruchus obtectus* erstbeschrieben. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich diverse Synonyme wie *Bruchus irresectus* oder die auf historischen Fehlidentifikationen basierende Bezeichnung *Bruchus obsoletus*.[1] Während die Art früher der eigenständigen Familie Bruchidae angehörte, wird sie nach aktueller taxonomischer Auffassung der Unterfamilie Bruchinae (Samenkäfer) innerhalb der Blattkäfer (Chrysomelidae) zugeordnet.[1][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Acanthoscelides obtectus* sind klein, messen 3–4 mm in der Länge und weisen eine charakteristische birnenförmige bis kugelige Körperform auf.[1][3] Die Grundfärbung variiert von hell- bis dunkelbraun, wobei der gesamte Körper von einer feinen goldenen Behaarung bedeckt ist.[1] Ein markantes Merkmal sind die verkürzten Flügeldecken (Elytren), die das Abdomen nicht vollständig bedecken und das Pygidium freilassen.[1][3] Auf den Elytren befinden sich oft vier helle Längsflecken sowie ein rötlicher hinterer Rand. Die Beine sind gelblich-rot gefärbt und lang, während die Antennen eine rotbraune Färbung aufweisen. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal sind die hinteren Schenkel (Femora), die an der Innenkante mit drei bis vier Zähnen besetzt sind.[1] Der Kopf ist nach vorne geneigt und besitzt keinen langen Rüssel, wie er für [Rüsselkäfer](/pages/lexikon/russelkafer) typisch wäre.[3] Ein Sexualdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt, wobei Weibchen tendenziell etwas größer als Männchen sind. Die milchig-weißen, ovalen Eier sind etwa 0,6 mm lang und werden lose abgelegt. Die Larven sind weiß und typischerweise C-förmig gekrümmt (engerlingsartig), wobei sie im letzten Stadium eine Länge von bis zu 5 mm erreichen. Während das erste Larvenstadium noch drei Beinpaare zur Mobilität aufweist, sind die folgenden Stadien beinlos. Die Verpuppung findet im Samen statt, wobei die 3–4 mm großen Puppen zunächst blassweiß sind und vor dem Schlupf bräunlich nachdunkeln.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Speisebohnenkäfer (*Acanthoscelides obtectus*) gilt als einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge für Hülsenfrüchte, wobei er insbesondere die Gartenbohne (*Phaseolus vulgaris*) befällt.[1] Weltweit verursacht die Art jährliche Nachernteverluste zwischen 1,59 und 9,12 Millionen Tonnen, was in stark betroffenen Chargen zu Gewichtsverlusten von bis zu 50 % führen kann.[3] Das Schadbild wird primär durch die Larven verursacht, die sich in das Sameninnere bohren und das Endosperm verzehren, bis oft nur noch mit Kot gefüllte Hüllen verbleiben.[1][3] Äußerlich ist der Befall an winzigen Einbohrlöchern sowie den größeren, kreisrunden Ausbohrlöchern der schlüpfenden Adulten erkennbar.[3] Befallene Bohnen sind aufgrund der Qualitätsminderung und erhöhten Anfälligkeit für Pilzinfektionen weder für den Handel noch als Saatgut geeignet. Zur Prävention werden ackerbauliche Maßnahmen wie Fruchtfolgen mit Nicht-Wirtspflanzen und eine zeitgerechte Ernte empfohlen, um den Eintrag vom Feld in das Lager zu minimieren. Eine effektive physikalische Bekämpfungsmethode ist die Wärmebehandlung bei 50 °C über 30 Minuten, welche alle Entwicklungsstadien abtötet. Alternativ eliminiert eine Kaltlagerung bei -18 °C über einen Zeitraum von drei bis vier Tagen die Populationen zuverlässig. Auch die hermetische Lagerung in luftdichten Behältern hat sich bewährt, da der entstehende Sauerstoffmangel in Kombination mit erhöhtem Kohlendioxid letal auf die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) wirkt. Im integrierten Pflanzenschutz kommen zudem biologische Gegenspieler wie die Erzwespe *Anisopteromalus calandrae* zum Einsatz, um den Gebrauch chemischer Insektizide zu reduzieren.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Acanthoscelides obtectus* umfasst die Stadien Ei, Larve (vier Larvenstadien), Puppe und Imago, die in enger Assoziation mit Wirtssamen wie der Gartenbohne (*Phaseolus vulgaris*) durchlaufen werden.[1] Weibchen legen durchschnittlich 70 bis 100 Eier lose auf die Samenoberfläche oder in Schotenrisse, wobei die Eiablage 2 bis 3 Tage nach dem Schlupf ihren Höhepunkt erreicht.[2] Nach 6 bis 10 Tagen bei etwa 25 °C schlüpfen die mobilen Erstlarven, die sich mit ihren Mandibeln durch die Samenschale bohren.[3] Im Inneren des Samens verlieren die Larven ihre Beine, nehmen eine C-förmige Gestalt an und ernähren sich über 2 bis 5 Wochen von den Keimblättern und dem Endosperm.[1] Die Verpuppung erfolgt in einer durch den Fraß entstandenen Höhle innerhalb des Samens und dauert zwischen 5 und 12 Tagen.[3] Die erwachsenen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) verlassen den Samen, indem sie ein kreisrundes Ausschlupfloch durch die Samenschale nagen.[1] Die gesamte Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und beträgt bei einem Optimum von 27 °C etwa 25 bis 35 Tage.[2] Unter warmen Lagerbedingungen sind dadurch 4 bis 6 Generationen pro Jahr möglich.[1] Die Entwicklung stoppt unterhalb einer Temperaturschwelle von etwa 11 bis 12 °C, während Temperaturen über 35 °C zu einer hohen Mortalität führen.[2] Während die Larven das Samengewebe verzehren, fressen die adulten Käfer keine Samen, können aber im Freiland Pollen oder Nektar aufnehmen. Neben dem Hauptwirt *Phaseolus vulgaris* kann sich *Acanthoscelides obtectus* gelegentlich auch in anderen Leguminosen wie [Kichererbsen](/pages/lexikon/kichererbsen) oder [Linsen](/pages/lexikon/linsen) entwickeln.[1]

Présence et observations actuelles en Allemagne

  • Deutschland

    14.11.2025

  • Anger-Crottendorf, 04 Leipzig-Ost, Germany

    03.10.2025

  • Deutschland

    06.09.2025

  • Zamilapark, München, Bayern, Deutschland, München, Bayern, Deutschland

    01.08.2025

  • Neuleiningen

    01.07.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Acanthoscelides obtectus stammt ursprünglich aus der Neotropis, wobei das natürliche Verbreitungsgebiet Mesoamerika und das nördliche Südamerika umfasst. Durch den globalen Handel mit Hülsenfrüchten wurde die Art weltweit verschleppt und gilt heute in tropischen, subtropischen sowie gemäßigten Regionen als Kosmopolit.[1] Das Vorkommen erstreckt sich über Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Asien, wobei neuere Daten auch eine Etablierung in Australien belegen.[2] Der primäre Lebensraum umfasst warme, trockene Lagerstätten wie Silos, Speicher und Vorratsräume, in denen sich der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in getrockneten Samen vermehrt. Neben Innenräumen besiedelt Acanthoscelides obtectus auch Freilandhabitate, indem Weibchen ihre Eier direkt an reifende Bohnenschoten auf dem Feld ablegen. Obwohl Temperaturen zwischen 27 und 29 °C für die Entwicklung bevorzugt werden, weisen Funde in Sibirien auf eine zunehmende Kältetoleranz hin. In gemäßigten Breiten überwintert die Art oft im Larvenstadium innerhalb von Samen oder Pflanzenresten, um kältere Perioden außerhalb beheizter Lager zu überstehen.[1]

Saisonalität & Aktivität

Das zeitliche Auftreten von *Acanthoscelides obtectus* variiert stark zwischen kontrollierten Lagerbedingungen und dem Freiland. Die Art ist multivoltin und kann unter optimalen Bedingungen von 27 °C bis 29 °C bis zu vier bis sechs Generationen pro Jahr hervorbringen.[1] Die physiologische Aktivität ist eng an die Temperatur gekoppelt; unterhalb einer Schwelle von etwa 11 °C bis 12 °C kommt die Entwicklung zum Erliegen, weshalb die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in gemäßigten Breiten oft als Larve in Samen oder geschützt im Boden überwintern.[2] Während in beheizten Lagerräumen eine kontinuierliche Fortpflanzung über das ganze Jahr möglich ist, orientiert sich die Aktivität im Freiland am Reifeprozess der Wirtspflanzen.[3] Aggregierte Daten zum Suchinteresse spiegeln diese Phänologie wider und zeigen einen deutlichen saisonalen Spitzenwert im August. Dieser Zeitraum korreliert mit der Reifung und Ernte von Bohnenschoten, da die Weibchen ihre Eier bevorzugt auf reifende Schoten im Feld oder auf frisch eingelagerte Samen ablegen.[1] In den Wintermonaten Januar und Februar verzeichnen die Daten hingegen die geringste Aufmerksamkeit, was der reduzierten Aktivität außerhalb geschützter Lager entspricht.[1][3]

Recherche scientifique et brevets

CN-105494382-A Chemical Inconnu

Pestizid zur Vorbeugung und Bekämpfung von Acanthoscelides obtectus

Yantai Shunlong Chemical Technology Company Ltd. (2016)

Pertinence: 8/10

Résumé

Dieses Patent beschreibt eine spezifische chemische Zusammensetzung zur Bekämpfung des Speisebohnenkäfers (Acanthoscelides obtectus). Die Formulierung enthält unter anderem 19-Hydroxyandrost-4-en-3,17-dion und verschiedene Terpenalkohole. Die Kernidee ist die Bereitstellung eines kostengünstigen, einfach herzustellenden Mittels mit hoher insektizider Wirksamkeit speziell gegen diesen Schädling. Es wird als gut transportfähig und für den breiten Einsatz im Pflanzenschutz geeignet beschrieben.

CN-105494381-A Chemical Inconnu

Pestizid zur Vorbeugung und Bekämpfung von Callosobruchus maculatus

Yantai Shunlong Chemical Technology Company Ltd. (2016)

Pertinence: 8/10

Résumé

Obwohl der Titel primär auf den Kuhbohnenkäfer verweist, hebt die Zusammenfassung explizit eine gute Tötungswirkung auch gegen den Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) hervor. Das Mittel basiert auf einer Mischung aus Steroiden (z.B. 11b-Hydroxyandrost-4-en-3,17-dion) und Methacrylaten. Es wird als hochwirksame, ressourcensparende und einfach herzustellende chemische Lösung zur Schädlingsbekämpfung präsentiert.

Sources et références

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.2503
  2. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10953445/
  3. https://grainscanada.gc.ca/en/grain-quality/manage/identify-an-insect/primary-insect-pests/bean-weevil.html