Fakten (kompakt)
- Die Tropische Speichermotte (*Cadra cautella*), auch bekannt als Mandelmotte, ist ein weltweit verbreiteter Schädling in gelagerten Produkten. - Die Flügelspannweite der adulten [Motten](/pages/lexikon/motten) beträgt 14–20 mm. - Adulte Motten haben graue, gemusterte Vorderflügel mit dunklen Linien. - Die Larven sind cremefarben oder schmutzig-weiß mit Reihen von braunen oder violetten Punkten.[1] - Die Larven von *C. cautella* werden bis zu 12–15 mm lang. - Die Art befällt hauptsächlich Trockenfrüchte wie Feigen und Datteln, aber auch Getreide, Nüsse, Mehl und Kleie. - Die Larven ernähren sich von Oberflächenschimmel oder schädigen Produkte direkt durch Fraß und Gespinstbildung. - *Cadra cautella* bevorzugt warme, feuchte Umgebungen und stellt eine erhebliche Bedrohung für Lagergüter in tropischen und subtropischen Regionen dar.[1] - Der Lebenszyklus kann unter optimalen Bedingungen (25–30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit) in ca. 25–40 Tagen abgeschlossen sein, sich aber unter kühleren oder trockeneren Bedingungen auf 60–80 Tage oder länger verlängern. - Weibchen legen 100–500 Eier einzeln oder in Gruppen auf geeignete Substrate. - Die Eier schlüpfen in 2–14 Tagen. - Das Larvenstadium dauert 2–8 Wochen. - Die Verpuppung dauert 7–10 Tage in Seidenkokons. - Adulte Motten leben 7–14 Tage. - Männchen können Weibchen über Sexuallockstoffe aus bis zu 300 m Entfernung orten. - Die Entwicklungsschwelle liegt bei etwa 12 °C. - Die Art stammt vermutlich aus dem tropischen Asien. - *Cadra cautella* hat sich durch den internationalen Handel weltweit verbreitet. - Die Larven verursachen einen Gewichtsverlust von 10–29 % in befallenen Kakaobohnen innerhalb von 1–4 Monaten.[1] - Die durch *C. cautella* verursachte Kontamination mit Gespinsten, Kot und Häutungsresten macht Produkte unverkäuflich und fördert Schimmelpilzwachstum.[1]
Der heute wissenschaftlich akzeptierte Name der Art lautet *Cadra cautella*, wenngleich sie in der Literatur und angewandten Disziplinen häufig noch unter dem bekannten Synonym *Ephestia cautella* geführt wird. Die historische Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1863 durch Francis Walker unter dem ursprünglichen Namen *Pempelia cautella*, basierend auf Exemplaren aus tropischen Regionen.[2] Aufgrund von Ähnlichkeiten in der Flügeladerung und Larvenmorphologie kam es im 19. und 20. Jahrhundert zu diversen Umgruppierungen zwischen den Gattungen *Pempelia*, *Ephestia* und *Cadra*. Zu den relevanten historischen Synonymen zählen *Cadra defectella* (Walker, 1864), *Nephopteryx desuetella* (Walker, 1866) sowie *Ephestia passulella* (Barrett, 1875). Weitere Bezeichnungen wie *Cryptoblabes formosella* oder *Ephestia irakella* entstanden durch regionale Neubeschreibungen in Asien beziehungsweise dem Nahen Osten. Taxonomisch wird die Spezies der Unterfamilie Phycitinae innerhalb der Familie der Zünsler ([Pyralidae](/pages/lexikon/lebensmittelmotten)) zugeordnet.[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung „Tropische Speichermotte“ als Trivialname etabliert.[3] International sind die englischen Namen „almond moth“ und „tropical warehouse moth“ gebräuchlich, die auf die wirtschaftliche Bedeutung als Schädling an Mandeln und Lagergütern verweisen. Aktuelle taxonomische Revisionen und Kataloge bestätigen *Cadra cautella* als validen Binomen, um eine einheitliche Identifikation im Vorratsschutz zu gewährleisten.[2]
Die adulten Falter von *Ephestia cautella* (syn. *Cadra cautella*) erreichen eine Flügelspannweite von 14 bis 22 mm und weisen einen für Zünsler typischen schlanken Körperbau auf.[1][2] Der Kopf wirkt durch aufrecht stehende Schuppen rau, wobei die Antennen bei beiden Geschlechtern fadenförmig ausgebildet sind. Die Vorderflügel sind überwiegend hellbraun bis blassgrau gefärbt und oft mit rehbraunen Schuppen gesprenkelt. Charakteristisch sind undeutliche dunkle Zickzack- oder gerade Querlinien nahe dem distalen Rand, die auf dem gelagerten Substrat eine gute Tarnung bieten. Im Gegensatz dazu sind die Hinterflügel heller grau, schmaler geformt und an den hinteren Rändern mit langen, feinen Fransen besetzt. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Körpergröße, da Männchen in der Regel kleiner als die Weibchen sind. Zur Abgrenzung gegenüber der verwandten Rosinenmotte (*Cadra figulilella*) dienen die Vorderflügel, denen bei *Ephestia cautella* der kupferne oder bronzene Glanz sowie breite Medianbänder fehlen. Stattdessen dominiert eine diffusere Sprenkelung ohne metallischen Schimmer als diagnostisches Merkmal. Die ovalen, weißen Eier sind 0,4 bis 0,5 mm lang und besitzen eine klebrige oder geriffelte Oberfläche zur Anhaftung am Substrat.[2] Die Larven stellen das primäre Schadstadium dar und wachsen bis zur Reife auf eine Länge von 12 bis 15 mm heran.[1][2] Ihr Körper ist cremeweiß bis schmutzig weiß oder hellgrau gefärbt, gelegentlich mit grünlichen oder rosafarbenen Tönungen.[2] Auffällige Merkmale sind die dunkelbraune Kopfkapsel sowie das erste Thoraxsegment in gleicher Färbung. Auf dem Körper verlaufen dorsale Reihen dunkelbrauner oder violetter Punkte, aus denen jeweils eine schwarze Borste (Seta) entspringt.[1][2] Die Verpuppung erfolgt in 8 bis 10 mm langen, hell- bis rotbraunen Puppen, die in weißlichen Seidenkokons geschützt liegen. Larven können leicht mit denen der Dörrobstmotte (*[Plodia interpunctella](/pages/lexikon/doerrobstmotte)*) verwechselt werden, weshalb oft eine mikroskopische Analyse zur sicheren Bestimmung nötig ist.[2]
Die Tropische Speichermotte (*Ephestia cautella*, syn. *Cadra cautella*) gilt weltweit als bedeutender Vorratsschädling, der durch den Befall von Trockenfrüchten, Nüssen, Getreide und Kakao massive ökonomische Verluste verursacht. Die Larven fressen direkt am Substrat und verunreinigen die Ware durch dichte Gespinste aus Seide, Häutungsreste sowie körnigen Kot, der gemahlenem Pfeffer ähnelt.[1][2] Neben Gewichtsverlusten von bis zu 29 % bei Kakao begünstigt der Befall sekundäres Schimmelpilz- und Bakterienwachstum, was die Produkte oft unverkäuflich macht.[2] Ein Befall lässt sich frühzeitig durch sichtbare Gespinste an der Warenoberfläche oder das Auftreten der cremefarbenen Larven erkennen.[1] Zur Überwachung der Populationsdichte werden Pheromonfallen eingesetzt, die männliche [Motten](/pages/lexikon/motten) mittels spezifischer Sexuallockstoffe anlocken und auf Klebeflächen fixieren. Ergänzend existieren Vorrichtungen, die chemische Signale mit visuellen Reizen wie vertikalen Streifenmustern kombinieren, um die Fangquote zu erhöhen.[3] Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf strikte Hygiene zur Entfernung von Nahrungsresten sowie die Lagerung bei Temperaturen unter 15 °C, da dies die Larvenentwicklung hemmt.[1] Im Rahmen der biologischen Bekämpfung werden natürliche Feinde wie die parasitoide [Wespe](/pages/lexikon/deutsche-wespe) *Bracon hebetor* oder die Raubwanze *[Xylocoris flavipes](/pages/lexikon/lagerpiraten)* eingesetzt, die Larvenstadien gezielt dezimieren.[1][3] Auch der Einsatz von *Bacillus thuringiensis* oder die Nutzung von *Wolbachia*-induzierter Unfruchtbarkeit sind wirksame biologische Strategien. Die chemische Bekämpfung erfolgt häufig durch Begasung mit Phosphin, wobei jedoch zunehmend Resistenzen beobachtet werden. Als Alternative dienen Insektenwachstumsregulatoren (IGRs) wie Methopren, die die Metamorphose stören und einen Langzeitschutz bieten. Ein integriertes Schädlingsmanagement (IPM) kombiniert diese Verfahren, um Resistenzbildungen zu vermeiden und den Pestizideinsatz zu minimieren.[1]